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WW - Weltweit im Schießsport unterwegs |
Seit 1964 bin ich Sportschütze bei der Privilegierten Schützengesellschaft Groß-Gerau. Als Zehnjähriger erhielt ich ein Jahr später mein erstes Leistungsabzeichnen (120 Ringe mit 15 Schuß Luftgewehr). 1969 wurde ich erstmals Hessischer Landesmeister im Mannschaftswettbewerb der Juniorenklasse in der Disziplin Kleinkaliber 100 Meter.
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Bald gehörte ich zur Stammformation der PSG Groß-Gerau, nachdem ich 1970 erstmals bei einem Rundenwettkampf für Aufsehen (Bild links) sorgte. Ein Jahr später folgte der zweifache Sieg bei den Hessenmeisterschaften in den Disziplinen Kleinkalibergewehr 100 Meter (Bild rechts) und mit dem Zimmerstutzen 15 Meter. Danach gehörte ich einige Jahre zur Auswahl des Hessischen Schützenverbandes, ohne mich unter den Trainern Hafemeier und Trautmann fest etablieren zu können. | ![]() |
1967 hatte mein Vater Rudolf Wabnitz als Pressewart für die PSG Groß-Gerau mit Berichten für die Heimat-Zeitung Groß-Gerau begonnen und wurde 1970 zudem Kreispressewart und wenig später Gaupressereferent. Schon bald fand ich Gefallen an der Arbeit meines Vaters und ich beteiligte mich als "Ghostwriter" für ihn.
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"Groß-Gerau unterlag mit 1001:1025", am 21. August 1970 erschien der erste von mir verfasste Schießsportbericht in der Heimat-Zeitung Groß-Gerau, damals noch unter dem Kürzel meines Vaters Rudolf Wabnitz (RW). Nicht im Traum hätte ich vor 30 Jahren daran gedacht, welche Entwicklung von dieser kleiner Geschichte ausgehen sollte. Von der Unterstützung des Vaters entwickelte sich die Pressearbeit vom Verein zum Schützenkreis Groß-Gerau und dem Schützengau Starkenburg.
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| Neben dem immer stärker werden Engagement in der Öffentlichkeitsarbeit war weiterhin der aktive Sport mit einer Reihe von weiteren Erfolgen wichtiger Bestandteil meines Lebens. Bis Anfang der 80er Jahre gehörte ich zu den erfolgreichsten Aktiven auf Kreis- und Gauebene. Schließlich waren zwei Starts bei den Deutschen Meisterschaften in München mit dem Zimmerstutzen und im Kleinkaliber-Dreistellungskampf weitere Höhepunkte. | ![]() |
Als ich in den 80er Jahren als Gaupressewart erstmals über die Deutschen Meisterschaften in München berichtete, schien mich wohl ein Virus überfallen zu haben. Jetzt hatte ich nicht mehr die Vereinsbrille auf, sondern fand alles spannend, was mit dem Spitzensport beim Sportschießen zu tun hatte. Erster Einstieg war ein Bericht über die Austragung der Deutschen Meisterschaften im Feldarmbrustschießen. Weil der Wettbewerb in Groß-Gerau stattfand, erhielt ich das Angebot, für die Deutsche Schützenzeitung zu berichten. Wenig später qualifizierte sich mein Mannschaftskamerad Walter Massing für die Vorderlader-Weltmeisterschaften 1996 im englischen Warwick. Aus einer Laune heraus beschloß ich damals: "Da fahre ich mit". Prompt kam die Anfrage der Deutschen Schützenzeitung, ob ich wieder berichten will. Eine Woche in England mit großen Erfolgen der deutschen Vorderladerschützen boten den Rahmen für einen umfangreichen Bericht in der DSZ, der viel Anerkennung fand. Von da an war ich ständiger Berichterstatter des offiziellen Organs des Deutschen Schützenbundes.
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Bild links: Beim Interview - diesmal mit
Herta Burghardt-Huth vom Deutschen Schützenbund
Jetzt ging es Schlag auf Schlag. Die Lust am Reisen tat ihr Übriges.Ich begleitete die verschiedenen Nationalteams des Deutschen Schützenbundes zu ihren Titelkämpfen und lernte die Aktiven, Trainer und Funktionäre immer besser kennen. Schießen als Leistungssport zu präsentieren, das war immer mein Traum gewesen - jetzt konnte ich ihn umsetzen.
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Dann kam die Bundesliga...die Deutsche Schützenzeitung suchte einen Berichterstatter und fand....mich. Vom westfälischen Münster bis ins niederbayerische Plattling war ich unterwegs und gewann richtig Spaß an der Vielfältigkeit des Schießsports. Der Redaktionswechsel vom Kölner GFI-Verlag zum Frankfurter Umschau-Verlag mit dem Chefredakteur Harald Strier war eine erneute Herausforderung. Ich hatte geglaubt, schon ein guter Berichterstatter zu sein und war gerade von den Europameisterschaften der Wurfscheibenschützen aus Zypern und den Weltmeisterschaften der Feldarmbrustschützen aus Ungarn zurückgekehrt. Gespannt erwartete ich die Reaktion des neuen Chefredakteurs auf meine Berichte: "Das ist zu langweilig". Plötzlich war ich wieder auf dem Boden zurück: "wieso langweilig?". Also war der nächste Weg nach Frankfurt zum Chefredakteur. Nach einem Crashkurs im Journalismus mußte ich anerkennen: "Ich habe verstanden!". Meine Berichte sind seitdem viel mehr auf die Sportschützen und deren Aussagen zugeschnitten. Jetzt macht mir das alles noch mehr Spaß.
| Natürlich probiert ein Pressemann auch einmal die Disziplinen aus, über die von Woche zu Woche berichtet wird. So beteiligte ich mich am Medien-Cup des WC Wiesbaden und tauschte mit Vize-Weltmeister Waldemar Schanz die Rolle. Während ich zur Flinte griff, gelangen dem besten deutsche Wurfscheibenschützen die folgenden Bilder | ![]() |
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Die Leiden des Pressemann´s beim
Medien-Cup des Wurfscheibenclubs Wiesbaden im Jahr 1999. Kaum zu glauben,
wie schnell die Scheiben fliegen können. Bei einem unerwarteten Treffer
(Bild rechts) machte die Wabnitz-Faust alle Schulterschmerzen (Bild mitte)
vergessen. Übrigens - gegen die Konkurrenz vom Wiesbadener Kurier wurde ich
Letzter!
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Zugegeben, mit all diesen Aktivitäten bin ich sicher etwas abgehoben - die Basis des Schießsports bleibt mir nur noch über meine Rundenkampfleitertätigkeit im Schützengau Starkenburg erhalten, denn als aktiver Schütze bin ich nur noch selten auf den Schießständen zu sehen. Aber alles zusammen geht halt nicht. Auch die Pressearbeit für die PSG Groß-Gerau hat darunter zu leiden...wann war ich eigentlich zum letztenmal Donnerstagabends im Schützenhaus ?.
Dank technischer Errungenschaften wie PC, Fax, E-Mail und Internet habe ich die Berichterstattung über die wöchentlichen Rundenwettkämpfe und die Meisterschaften optimiert. Damit bleibt mir genug Zeit, für meine Ausflüge in die fernen Länder, um alle Facetten des internationalen Schießsports kennenzulernen.
| So versuchte ich mich auch als Bogenschütze (Bild rechts) bei einem Pressetermin im Vorfeld einer Meisterschaft beim BSC Rüsselsheim. Peinlich für mich: Ich konnte den Compoundbogen der Deutschen Meisterin Heike Kannengießer (links) vor den Augen der Olympiasechsten Claudia Kriz (rechts) nicht spannen. Naja, bin halt Linksschütze. | ![]() |
Vor 30 Jahren hätte ich nie geglaubt, welche Faszination ein Finale in der Stadtmitte von Cortina D´Ampezzo bei den Feldbogen-Weltmeisterschaften, die Übernachtung in einem Nonnenkloster in der Schweiz mit den Armbrustschützen oder die lange Reise mit den Vorderladerschützen zu den Weltmeisterschaften im australischen Adelaide ausüben kann. Die beißende Kälte der Europameisterschaften im estnischen Tallinn, oder auch die Tage im finnischen Tampere (als es nicht Nacht wurde) bei den Weltmeisterschaften der Wurfscheibenschützen werden für mich unvergessen bleiben.
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Spezialist im Vorderladerschießen bin ich auch nicht. Zu einem Schuß habe ich mich bis heute nicht getraut. Im australischen Adelaide hat mich Weltmeisterin Sybille Schiffler mit ihrem Perkussionsgewehr fotografiert. Immerhin sehe ich fast wie ein echter "Aussie" aus. |
Der Schießsport ist für mich vielseitig und facettenreich. Ich bin froh, in den letzten Jahren die weiten Wege gegangen zu sein und hoffe, dass alle Diejenigen, die mich auf Vereins- oder Kreisebene vermissen, einfach Verständnis dafür haben.
Werner Wabnitz