Den Schießrythmus mit Musik trainiert
Erster Wettkampftag der Bogen-Bundesliga Süd in Neumarkt
Ausschnitte aus meinem Bericht für die Deutsche Schützenzeitung
Fünf Jahre nach dem letzten Titelgewinn haben die Welzheimer Bogenschützen wieder eine Mannschaft aufgebaut, die in der zwölften Bundesligasaison zum vierten Mal den Titel gewinnen kann. Trainerin Sandra Sachse hatte am 8. November 2008 in der Sporthalle der Hauptschule West im oberpfälzischen Neumarkt viel Freude mit ihren Schützlingen. „Es ist eine junge Mannschaft. Wir haben sie langsam aufgebaut, so dass die Harmonie stimmt. Jetzt sind sie soweit, das es so gut läuft.“ Seit vier Jahren ist die ehemalige Olympiamedaillengewinnerin Trainerin im Pforzheimer Landesleistungszentrum in Baden Württemberg. „Nach zehn Jahren in der ersten Liga muss ich jetzt nicht mehr mit schießen. Heute habe ich meinen Bogen zu Hause gelassen.“ Die langjährige Welzheimer Leistungsträgerin konnte sich auf ein gleichstarkes Quartett verlassen, in dem sich neben dem routinierten Jeff Henckels, den jungen Camilo Mayr und Simeon Schaaf, der von BS Feucht gekommene Neuzugang Christian Weiss als wirkungsvolle Verstärkung erwies.
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„Er ersetzt Anja Hitzler, die in dieser Saison nicht in der Halle schießt.“ Auf Position zwei im Team lieferte der 20-jährige Weiss eine glänzende Vorstellung mit 77,58 Ringen im Schnitt. Noch besser lief es bei dem 16-jährigen Camilo Mayr, der seine zweite Erstligasaison mit überragenden 78,2 Ringen im Schnitt bei sechs Einsätzen begann. „Das sie so hoch schießen, hätte ich nicht gedacht“, freute sich Sandra Sachse über die Leistungen ihrer Schützlinge, „Sie schießen einen guten Schnitt und kein Treffer ist schlechter als Neun.“ Ihre Ambitionen unterstrichen die Welzheimer sofort im Auftaktmatch gegen die Gastgeber vom BS Neumarkt. Camilo Mayr traf mit allen acht Pfeilen optimal ins Gold und schaffte mit 80 Ringen die Grundlage zum 235:222 Sieg. Danach folgten fünf weitere Siege, ein Remis gegen Feucht und damit übernahmen die Welzheimer die alleinige Tabellenführung vor den überraschend starken Gastgebern.
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| Das Team von BS Neumarkt hatte die Auftaktbegegnung verloren, doch dann lief es vor etwa einhundert stimmungsvollen Zuschauern für die Oberpfälzer. Sechs Siege in Folge bescherten der Mannschaft von Trainer Roland Wexler einen nahezu optimalen Start in die erste Liga. Dabei hatten die Aufsteiger einen Monat vor der Heimpremiere einen schweren Rückschlag hinnehmen müssen. Am 9. Oktober war überraschend der erste Vorsitzende Horst Lorenz verstorben, der maßgeblichen Anteil am Aufstieg der Mannschaft aus der „Jura Stadt“ hatte und den von ihm in der Festschrift angekündigten „absoluten Höhepunkt der 34-jährigen Vereinsgeschichte“ nicht mehr miterleben konnte. „Neumarkt ist der Verein, wo es klappt“, lobte Andrea Lerzer das Engagement des 85 Mitglieder zählenden Vereins, in dem mehr als die Hälfte aktiv mit dem Bogen schießt. „Die Organisation hat uns keine Sorgen gemacht. Wir hatten uns im Vorjahr für einen Heimkampf in der zweiten Liga beworben. An einen Aufstieg hat da noch niemand gedacht.“ Dagegen wussten sie als Gastgeber nicht, wie stark die nervliche Belastung für die drei Akteure an der Schießlinie sein wird. Andrea Lerzer hat sich zusammen mit Thprsten Ferstl und dem erfahrenen Jürgen Seibold immer einmal in der Woche auf das Ligaschießen vorbereitet. „Wir haben den Schießrythmus mit Musik trainiert und dabei ist Jürgen Seibold eine Bank. Er ist schnell und hat starke Nerven.“ Das Neumarkter Trio schießt seit vier Jahren in unveränderter Formation und hat sich vor zwei Jahren mit dem bei der Heimpremiere nicht eingesetzten Rudolf Zeitler verstärkt. Nach der Auftaktniederlage gegen Welzheim glückte gegen Meister Tacherting mit 224:223 die erste Überraschung und von da an waren die Oberpfälzer nicht mehr zu stoppen. Auf Position eins der 20-jährige Thorsten Ferstl, danach die 38-jährige Andrea Lerzer und zum Schluss der 41-jährige Jürgen Seibold gingen für Neumarkt an die Linie und ließen sich auch von einem Rückstand in der dritten Begegnung im Derby gegen Feucht nicht beeindrucken. |
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Nach 24 Pfeilen hatten die Gastgeber auch den Meister von 2005 mit 227:221 Ringen klar besiegt. Nach sieben Begegnungen hatte alle drei Neumarkter Durchschnittsresultate von mehr als 74 Ringen erzielt und waren damit die ausgeglichenste Mannschaft des ersten Wettkampftages. „Das ist unser Niveau, was wir schießen können“, so Andrea Lerzer, „damit sind wir sehr zufrieden.“
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Vorjahresmeister FSG Tacherting hielt Anschluss zu den beiden führenden Teams in der Tabelle, obwohl bei den Bayern mit Veronika Haidn-Tchalova und Robert Blum zwei wichtige Leistungsträger fehlten. „Dafür haben wir meinen Sohn Dominik eingesetzt“, erklärte Armin Garnreiter die neuformierte Aufstellung bei Tacherting. „Er ist ein solider Schütze und ist aus der zweiten Mannschaft am nächsten an der Ersten dran.“ Nach der überraschenden Niederlage gegen Neumarkt war für Armin Garnreiter klar, das er diesmal gegen die Welzheimer mit seiner Mannschaft nicht bestehen kann. „Heute können wir nur gewinnen, wenn sie die Hosen voll haben.“ Die Welzheimer behielten die Hosen an und gewannen das Spitzenduell zum Abschluss der sieben Begegnungen klar mit 230:221 Ringen. „Mit Robert Blum´s Comeback rechne ich am zweiten Wettkampftag. In Trostberg wird er dann dringend gebraucht. Für heute sind wir mit unserem Abschneiden zufrieden.“ Mit 76,1 Ringen im Schnitt hielt der erfahrene 50-jährige zusammen mit Daniel Hartmann (77,6) die Tachertinger auf Kurs. Garnreiter´s Sohn Dominik hielt auf Position zwei tapfer mit und erreichte 71,6 Ringe.
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Hinter dem Spitzentrio beginnt nach dem ersten Wettkampftag von Platz vier ab der Abstiegskampf. Zu den Verlierern des ersten Wettkampfwochenendes gehören neben den Feuchter Bogenschützen auch der SV Dörsdorf und der ATSV Oberkotzau. Alle drei Teams gehören zu den Anwärtern auf einen Platz unter den ersten Vier der Tabelle, um am Bundesligafinale in Braunschweig teilzunehmen. Nach dem Weggang von Christian Weiss fehlten Feucht´s Trainer Klaus Schwarz mit Eva Müller und Jonas Biebl zwei weitere Leistungsträger. „Wir haben heute eine etwas andere Mannschaft“, wirkte der ansonsten optimistische Klaus Schwarz in Neumarkt mit Blick auf die Finalteilnahme zurückhaltend. „Heute sehe ich mich noch nirgentwo.“ Für Feucht kehrte Manuela Schwarz ins Team zurück und bekam mit dem 15-jährigen Oliver Obst und dem 16-jährigen Andreas Kohl zwei junge Talente zur Seite gestellt. Nach drei Niederlagen zum Auftakt glückte gegen Aufsteiger Reutlingen mit 220:211 Ringen der erste Sieg und mit der besten Leistung zum Abschluss gegen Dörsdorf (227:214) schafften die Feuchter noch den Sprung auf den vierten Tabellenplatz.
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Zwei frühe Siege über Feucht und Dörsdorf bescherten Gut Schuss Boxdorf einen guten Start in die siebte Erstligasaison. Doch danach zeigte die Fahrstuhlmannschaft aus dem Nürnberger Knoblauchsland immer wieder Schwächen. Angefeuert von einem lautstarken Anhang wirkte Petra Probst für Boxdorf zunächst zufrieden. „Die Ringzahlen sind in Ordnung und mit Susanne Nesemann hat sich eine Verstärkung gefunden.“ Die Mutter von Simon Nesemann, der mit 76,4 Ringen im Schnitt bester Boxdorfer war, erreichte bei ihrem Erstligadebüt gute 73,0 Ringe im Schnitt.
Nach dem Auftaktsieg über Feucht (225:223) legte mit drei Niederlagen in Folge der ATSV Oberkotzau einen Fehlstart hin und der Vorjahresfinalist war weit von seiner gewohnten Form entfernt. „Frank Fischer hat sich auf dem Bundesligageschehen zurückgezogen, das merken wir“, erklärte Trainer Stefan Kaufmann die Anfangsprobleme. Nach der Pause steigerten sich Andreas Erdmann, Christian Braun und Claudia Wohlleben merklich und landeten gegen Boxdorf (226:224) den zweiten Erfolg, konnten aber den letzten Tabellenplatz nicht mehr verlassen.
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Ohne seinen Spitzenschützen Bastian Neusius konnte sich der SV Dörsdorf erwartungsgemäß nicht in Szene setzen. Für den verletzten 18-jährigen kehrte Routinier Axel Ewen ins Team der Saarländer zurück. Doch der 45-jährige erreichte in seiner elften Saison für Dörsdorf mit 71,7 Ringen ebenso wenig das geforderte Leistungsniveau, wie der Luxemburger Gilles Decker (72,6) und Neuzugang Klaus-Dieter Wolff. Vor zwei Jahren noch beim SSV Sandhausen in der ersten Liga aktiv, konnte sich der 47-jährige zumindest auf ordentliche 73,7 Ringe im Schnitt steigern.
Die Begeisterung des Aufsteigers Reutlingen hielt sich nach fünf Niederlagen in Folge nach der Rückkehr in die erste Liga zunächst in Grenzen. Nachwuchstalent Ann-Kathrin Knupfer kam nicht zurecht und für die 18-jährige kam der erfahrene 46-jährige Felix Rauscher ins Team, der schon in den ersten Reutlinger Bundesligajahren dabei war. Mit Rauscher kam in den letzten beiden Begegnungen die Wende. Mit 225:208 Ringen gegen Boxdorf und 227:210 Ringen gegen Oberkotzau zeigten Felix Rauscher, Markus Bleher und Andreas Nagel in den letzten beiden Begegnungen ihre Erstligareife.
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