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Mission impossible - oder wie ich Manila erlebt habe

Mein Traum erfüllt sich am 14. August 2002. Endlich ist der Tag da, an dem meine Reise zu einem Missionseinsatz beginnt.

Was wird mich erwarten ? Es ist das Unbekannte, was mich erwartet.

In Lüdenscheid lerne ich die anderen vier Frauen kennen, die mit mir nach Manila fliegen. Da hatte ich keine Angst mehr vor der Reise und dem Einsatz. Wir beteten viel miteinander und es war so, als ob wir uns schon immer gekannt hätten.

Drei Tage lang bereiteten wir uns auf die Reise nach Manila vor. An einem Abend kochte ein Missionarsehepaar, die in Manila gelebt haben, für uns die philippinische Spezialität "Curry Chicken" mit Reis und sie zeigten uns Dias von der Stadt, in der wir in wenigen Tagen sein werden. Endlich konnte ich meine vielen Fragen vor der Reise loswerden: "Ist es da gefährlich, wird man angebettelt, welche Früchte kann man essen?

 

18 Stunden im Flugzeug, davon eine Stunde Zwischenstopp in Hongkong, dann waren wir in Manila. Kaum draußen, traf blieb mir die Luft weg, fast ein Klimaschock. Überall auf dem Flughafen liefen die Klimaanlagen, da war es für mich an der "frischen Luft" als ob ich gegen eine Wand oder einen "Megafön" laufe.

Ich war fix und fertig,

 28 Stunden unterwegs, dann diese Hitze - ich will einfach nur noch duschen und mich hinlegen.

Babse eine Mitarbeiterin der City Mission holte uns mit dem Taxi ab. Die Autos bewegen sich in Manila nur im Stau, da brauchten wir für die kurze Strecke bis zum "Father´s House" mehr als zwei Stunden....und dann die Freude der einheimischen Teenager über unsere Ankunft. Solch eine Freude habe ich bei Teenagern in Deutschland über Besuch noch nie erlebt. Sofort bestellte uns Alex Pizza (vom Pizza Hut!) und Thomas, der Leiter der City Mission, erklärte uns, dass wir uns erst mal ausruhen sollten. Endlich! (ich war tot). Er betonte noch, dass wir an nichts teilnehmen müssen, wenn es uns zu viel wird und dass immer jemand für uns da ist, mit dem wir über unsere Erlebnisse und Eindrücke reden können. Ich war erleichtert, hatte ich doch noch keine Vorstellung, was mich in Manila wirklich erwartet.

Wir waren in Apartments in einer christlichen Schule um die Ecke der City Mission untergebracht.Ich traute meinen Augen nicht, als ich den Parkettboden, die Dusche, das große Bett und die Klimaanlage sah. Ich rechnete wirklich nicht mit einer "First Class Unterkunft". Ein Tisch war voll mit Süßigkeiten, einer großen Obstschale mit Mangos, Lychees und Bananen. Außerdem standen Karten auf dem Tisch mit Photos von Kindern. Sie freuen sich, dass wir da sind - es ist für mich der erste Eindruck der philippinischen Gastfreundschaft.

In den nächsten Tage erlebte ich Pastor Alan

Er putzte einmal in der Woche unser Zimmer, brachte uns Kekse, Süßigkeiten, und faltete unsere Schlafsachen zusammen. Als ich einmal Kopfschmerzen hatte, brachte er mir Medizin und dazu ein Getränk, obwohl ich ihm gesagt hatte, dass ich Tabletten habe...später schämte ich mich dafür, dass ich in solch einer Unterkunft wohnen durfte, nachdem ich die Armut der Menschen gesehen hatte. Ich verschwendete Wasser beim Haare waschen und andere Menschen haben noch nicht mal etwas zum Trinken!

Drei Tage nach unserer Ankunft in Manila hatten wir unseren ersten Einsatz. Wir sollten Beziehungen zu Straßenkindern knüpfen, die unter einer Brücke leben.

Mir war mulmig, würde ich die Anforderungen erfüllen können,

oder würde mich das Elend der Menschen abschrecken? Zunächst brachten wir den Kindern belegte Brote und verschenkten Luftballons. Die Menschen dort sind so arm, doch sie strahlen mehr Freude aus, als ich es bisher in Deutschland erlebt habe. Die Kinder spielen stundenlang mit Luftballons. Da ist ist kein Vergleich mit Deutschland, wo sie nicht wissen, was sie sich noch alles wünschen sollen!

Da wir alle kein Tagalog (Sprache in Manila) konnten, war das im ersten Moment schwierig eine Beziehung zu den Kindern aufzubauen. Dann habe ich gemerkt, dass die Sprache nur Nebensache ist. Mimik und Gestik spricht mehr Worte.

Ich versuchte auch mit Eltern und Erwachsenen in Kontakt zu kommen.... einfach nur " Hallo" sagen und die Hand geben. Es zeigt den Menschen meine Wertschätzung, hier auf Pappkartons, in Holzkisten oder auf einer Liege schlafen müssen.

Eigentlich sieht man die Armut auf den ersten Blick nicht . Erst bei längerem Nachdenken wurde mir bewusst, dass diese Menschen illegal unter der Brücke leben - über die eine Schnellstraße führt und vor keiner Ratte sicher sind. Es gibt keine Privatsphäre...ich habe gehört, dass Kindesmissbrauch sehr häufig in Manila vorkommt, obwohl darauf die Todesstrafe steht. Die Familien essen, was sie sich erbetteln. Die meisten haben Eltern haben fünf bis zehn Kinder, die so eine Art Altersvorsorge für sie sind. Viele Kinder haben keine Perspektive auf ein besseres Leben. Es kostet Geld, wenn man zur Schule geht und das können sich viele Menschen nicht leisten.

 Zahlreiche Kinder verlassen ihre Eltern, weil sie nicht aushalten können, dann schnüffeln sie Klebstoff, der betäubt und unterdrückt das Hungergefühl.

Erst habe ich mich geschämt Bilder mit meinem Fotoapperat zu machen, so nach dem Motto: Die reiche Deutsche fotografiert die Armut, um die Bilder den anderen Reichen zu zeigen: "Schaut mal her, wie arm die in Manila sind." Aber ich spürte, das diese Menschen eher stolz waren, dass ich sie fotografierte. Sie freuten sich einfach.

 

In den Slums wurde mir die Armut richtig bewusst. 

Die Menschen leben in Bretterbuden. Hütte an Hütte. Kein fließendes Wasser, keine Kanalisation. Überall der Geruch von Fäkalien. Die Hütten erinnern an den Kornspeicher unseres Bauernhofes. Zusammengenagelte Bretter mit Ober-und Untergeschoss. In solch einer Hütte leben zehn und mehr Menschen. Da kommt die 18-jährige Melanie her, die ich kennengelernt habe.
Sie ist heute eine Praktikantin in "Fathers house" und war früher in den Slums zuhause. Damals half sie Blinden beim Betteln, putzte Schuhe in Jeepneys (Jeeps als Linienbusse) und verkaufte Blumen auf der Strasse. Sie hat noch sieben Geschwister und ihr Vater war Alkoholiker. Ihre Eltern stritten sich ständig, deshalb schlief sie mit ihren Geschwistern oft bei Nachbarn oder auf der Strasse. Es war hoffnungslos und sie sah keinen Ausweg mehr für sich. Oft wurde sie von anderen Kindern ausgelacht, sie dachte, dass ihr Leben keinen Wert hat, war dem Ganzen überdrüssig und weinte täglich. Sie sagt heute:

"Als ich die Mitarbeiter von Fathers House kennenlernte dachte ich, dass ihre Freundschaft nur vorübergehend sei, aber nun weiß ich, dass sie wirklich Freunde fürs Leben und sogar Familie für mich sind. Jesus hat sie gebracht, damit ich sie kennenlerne. Nun weiß ich, dass er mich liebt, für mich da ist und mich beschützt. Mehr und mehr kann ich ihm meinen Zorn, meine Traurigkeit und meine Verletzungen ertragen. Er erneuert mein Leben und hat mir Freiheit und Licht gebracht. Wo ich früher wie tot war, habe ich jetzt eine lebendige Hoffnung. Ich weiß, dass er mich nicht enttäuscht und mein ganzes Leben lang bei mir ist. Ich bin ein Teil einer Familie geworden, in der es Liebe, Trost und Hilfe füreinander gibt. Jesus ist für mich der Beste."

Wenn Sie wissen wollen, was Marion in Manila noch erlebte, dann

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