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Tradition und Spitzensport im Blickpunkt

Mein Bericht zum 50-jährigen Jubiläum des Schützenkreises Groß-Gerau und der Walldorfer TGS-Sportschützen

Die Besinnung auf eine lange Tradition und die Anerkennung des Spitzensports standen im Blickpunkt des 50-jährigen Jubiläums des Schützenkreises Groß-Gerau und der Walldorfer TGS-Sportschützen.

In der Walldorfer Stadthalle hatten sich am 21. März 2003 über 200 Gäste eingefunden, die mit ihren Spenden die Jubiläumsfeierlichkeiten und die Festschrift "Zeitreise mit Sportschützen" ermöglicht hatten.

 

"Wenn wir auch vor den nachfolgenden Generationen bestehen wollen, dürfen wir uns nicht einfach auf den Lorbeeren ausruhen und müssen uns den Herausforderungen unserer Zeit stellen. Dabei gilt es darauf zu achten, dass unter Wahrung unserer alten Tradition, gewachsene Strukturen behutsam und vorausschauend den veränderten Verhältnissen angepaßt werden", Kreisschützenmeister Werner Mißkampf hatte es in seinem Vorwort zum Jubiläum für die Schützen auf den Punkt gebracht.

Der erste Kreisbeigeordnete Baldur Schmitt hatte die Worte von Mißkampf aufgenommen und erinnerte in seiner Rede zum Doppeljubiläum des Schützenkreises und des Walldorfer Schützenvereins an die Zeit vor 50 Jahren, die er als Jahre des Aufbruchs bezeichnete: "Es wurde wieder in die Hände gespuckt, damals begann auch der Siegeszug des sportlichen Schießens". Schmitt erinnerte, dass aus Masse auch Klasse wurde und die Schützen sich in der Vergangenheit durch Verantwortung und Idealismus auszeichneten.

Für den Hessischen Schützenverband zog Vizepräsident Heinrich von Schönfels eindeutig Position zu den zuletzt umstrittenen Äußerungen des Präsidenten des Deutschen Schützenbundes. Zu dem üblen Scherz von Josef Ambacher gegenüber der Bundesregierung stellte Schönfels klar: "Wir distanzieren uns von den Sätzen Ambachers".

In Richtung des Schützenkreises Groß-Gerau lobte Schönfels das Engagement des Kreisvorstands um Kreisschützenmeister Werner Mißkampf: "Das ist eine Demonstration für das hessische Schützenwesen", so Schönfels über die Jubiläumsfeier, die er als Einleitung für den vom 11. bis 13. April 2003 in Walldorf stattfindenden Hessischen Schützentag sieht: "Dort steht die Zukunft des Verbandes zur Diskussion, in Walldorf wird ein neues Präsidium gewählt und eine neue Satzung verabschiedet."

 

Mit den Reden des Sportkreisvorsitzenden Manfred Gollenbeck und Gauschützenmeister Franz-Josef Kerber wurden die sportlichen Erfolge des Schützenkreises in der Vergangenheit in den Mittelpunkt gestellt. Gollenbeck sieht die Kreisschützen als festen Bestandteil der Sportlerehrungen und Kerber blickte zurück, als die ersten Siege mit Knicklauf-Luftgewehren in den 50er Jahren gefeiert wurden.

"Damals war die Zehn noch eine Zwölf", so Kerber, "heute ist der Zehner nur noch einen halben Millimeter groß. Die Aktiven schießen mit Pressluftgewehren, die Aluschäfte haben. Manchmal erinnern die Schützen in ihren Anzügen an Ritterrüstungen". Mit seinen 3000 Mitgliedern gehört der Schützenkreis Groß-Gerau zu einen der Stützen des 16.000 Schützen zählenden Gau Starkenburgs. "Hier hat sich eine Hochburg im Vorderladersport entwickelt",

Kerber leitete die Vorstellung der erfolgreichsten Kreisschützen ein, die mit Moderator Bernd Arno Nikolaus in kurzen Interviews ihre Zukunftsplanungen den Festgästen mitteilten. "An der Spitze stehen, ist immer noch weit hinten", umriss Lothar Behrend den Anspruch der drei besten Vorderladerschützen des Kreises. Selbst will Behrend wieder in den Kreis der Nationalmannschaft zurückkehren und hat die Teilnahme an den Europameisterschaften in Finnland im Visier. "Aber auch ein Quäntchen Glück gehört dazu", so der 55-jährige, der als erster Kreisschütze im Jahr 1989 den Weltmeistertitel gewann. Walter Massing war bei den Weltmeisterschaften 2002 in Italien mit vier Goldmedaillen der überragende Akteur. "Von allen Teilnehmern in der Welt", unterstrich Bernd Arno Nikolaus die Bedeutung des Erfolgs des Ginsheimers. Mit optimalen Leistungen in den letzten Jahren verwöhnt, setzte sich Walter Massing sein persönliches Ziel: "Mit dem Luntenschlossgewehr bei 13 Schüssen 13 Zehner".

Noch als Neuling im Vorderlader-Nationalteam gilt Friederike Neumann. Die Rüsselsheimerin hatte im Vorjahr auf Anhieb die Mannschafts-Goldmedaille in Italien gewonnen und sie ist auch in diesem Jahr voll motiviert: "Ich will mit allen Möglichkeiten die Leistungen verbessern".

 

Als frischgebackene Deutsche Meisterin kam unter dem Jubel der Gäste Heike Ehrlich auf die Bühne der Stadthalle. Eine Woche nach ihrem Triumpf in Sindelfingen verkündete Heike Ehrlich strahlend: "Jetzt will ich den Europameistertitel in Frankreich."

Mit Waldemar Schanz schloss sich der Kreis der erfolgreichsten Schützen aus dem Kreis Groß-Gerau. Vater Schanz vertrat seinen Sohn Waldemar junior, der an diesem Tag noch beim Weltcup in Neu-Dehli die deutschen Farben vertrat. "Heute hat er mit 74 von 75 möglichen Treffern die Führung übernommen", teilte der Vater den aktuellen Ergebnisstand aus Indien mit. Zwei Vizeweltmeistertitel und zwei Olympiateilnahmen sind die stolze Bilanz von Waldemar Schanz junior. Der 67-jährige Vater Schanz gilt dafür als der Schütze im Kreis Groß-Gerau mit der längsten aktiven Zeit. "1958 war er erstmals bei einer Deutschen Meisterschaft dabei", erinnerte Bernd Arno Nikolaus, "und 44 Jahre später wurde er Vizeweltmeister beim Vorderlader-Wurfscheibenschießen".

Mit seiner eindrucksvollen Schießsportkarriere brachte sich Schanz auch in die Gestaltung der Festschrift "Zeitreise mit Sportschützen" ein, während Werner Wabnitz für die Texte und Bilder verantwortlich war. Die Dokumentation der Schießsportgeschichte in den vergangenen 50 Jahren hatte die Festredner beeindruckt und alle Gäste erhielten im Verlauf des Abends ein Exemplar als Dank für ihre Unterstützung überreicht.

Für das Jubiläum der TGS-Sportschützen Walldorf verwies der erste Stadtrat Heinz P. Becker auf deren rasante Entwicklung, die im Jahr 1953 zu den Gründungsvereinen des Schützenkreises gehört hatten. "Es waren lange Wanderjahre von den Gaststätten in die Umkleidekabinen zur eigenen Standanlage", erinnerte TGS-Vorsitzender Peter Emmel an die wechselvolle Geschichte der Sportschützen.

Eine Reihe von aktiven TGS-Schützen wurden für ihr Engagement durch Manfred Gollenbeck besonders ausgezeichnet. Udo Schneider, Heiko Friedrich, Axel Schlick, Dieter Knöfel und Heinrich Witt erhielten die Ehrenurkunde des Sportkreises und mit der Ehrenurkunde des Landesporbundes wurden Günter Mück, Peter Ortmann und Horst Moses ausgezeichnet.

 

Aus dem Kreis der Gäste wurden Ulrike Nikolaus, Bernd Arno Nikolaus, Jakob Pons, Peter Cezanne, Günter Mück, Paul Herwig, Fritz Klink, Gerhard Summ und Werner Mißkampf für ihr besonderes finanzielles Engagement bei der Unterstützung der Jubiläumsfeierlichkeiten mit einer Extra-Ausgabe des Jubiläumsbuches ausgezeichnet.

 

Abgerundet wurde das Jubiläum mit einer Ausstellung und einer Leinwandpräsentation zur Geschichte des Schützenkreises Groß-Gerau

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