Die Nacht der Waschbären und Waschbretter
Es war wie in jedem Jahr. Kaum war der Bus mit den dreißig restlichen Sparkassenkollegen angekommen, hieß es für mich: "Kreischhhhh......." Manuela ist wieder da und hatte zudem zwei Kelsterbacher Kolleginnen mitgebracht. Nach Bussi hier, Bussi da, Bussi vorn und hinten - jetzt ging´s kopfüber in die Nacht. Die Damen waren nicht zu stoppen und beim zweiten Versuch in der Disco war auch der Altersunterschied egal. Schließlich zählen Walter und ich zusammen fast einhundert Lenze, die drei Kelsterbacher Damen bringen das nicht zusammen. Dafür sind sie wesentlich beweglicher in der Disco und schon wird es für die Eingeborenen interessant.
Arnold Schwarzenegger hat wohl in Österreich noch immer seine Fans und die hatten sich in dieser Oberndorfer Disco versammelt. Unsere drei Kelsterbacher Frauen waren angesichts dieser "Waschbrett"-Bäuche nicht mehr zu stoppen. Die jungen Männer aus den Bergen gaben ihr Bestes, doch zwei "Waschbären" störten die österreichischen Annäherungsversuche. Walter und ich gehören sicher mehr zur "Waschbär"-Fraktion, wenn es um die "Six-Packs" oberhalb der Hüften geht. Naja, wir sind halt keine 20 mehr und haben dafür ganz andere Vorzüge (welche eigentlich?). So entwickelte sich die "Nacht der Waschbären und Waschbretter" und wir behaupteten unseren Begleitschutz. Nette Episode am Rande: Unser Organisator Rolf suchte vergeblich nach dem Zimmerschlüssel und kam unvermittelt wieder gegen drei Uhr morgens in die Disco zurück:"Irgentwo muss ich schlafen". Kein Problem - unsere Frauen waren richtig in Stimmung, es war noch nicht die Zeit zum Schlafen. Es war wohl so gegen halb Fünf, als ich schließlich nach einem abschließenden Becher Sekt in Richtung Bett verschwand - noch drei Stunden Zeit zum Aufstehen!
Der Kopf dröhnt.....wo bin ich eigentlich, nein....jetzt noch nicht aufstehen! Es ist halb Acht Uhr morgens, Zeit zum Skifahren - wieso eigentlich ? Frühstück, nein Danke - oder vielleicht doch. Ich quäle mich in Richtung Frühstücksraum, natürlich sind alle da....fast alle. Was für ein Glück, Petra hat ganz kleine Augen, Manuela kann gar nicht herausschauen (aus den Augen) und Carmen schläft noch. Immerhin! Natürlich ist Walter topfit, oder tut er nur so. Irene lächelt mich etwas mitleidig an, kann sie in meinen Kopf schauen ? Rolf hat im Nebenzimmer übernachtet, das Bett ist leer, er ist verschwunden. Macht nichts, ich kenne den Burschen schon dreißig Jahre, der kann einiges aushalten.
Heute ist nicht der Tag zum Skifahren. Es ist nicht mein Tag zum Skifahren. Nichts ist mehr zu sehen, von der strahlenden Sonne des Vortages, der "Hahnenkamm" in Kitzbühel hat sich eingenebelt und nur gelegentlich blickt die Sonne durch. Ich stehe keine zwei Minuten auf den Skiern, da liege ich schon wieder auf dem Hintern. Gleichgewichtsstörungen!!! Was für ein Tag - irgentwie komme ich über die Runden, schöner ist da schon der Aprés Ski am Nachmittag.
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Ein Skiort ohne Schnee, dafür mit Regen....was für ein Tag. So schlendern wir etwas lustlos auf und ab mit unterschiedlichen Zielen. Irene und ich beschließen, dass wir einen Kaffee im "Praxmair" nehmen, der Rest strömt in Richtung "Aprés Ski" |
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"Anton, Anton,
Anton"....."Anton, Anton, Anton"....."und die
Hände.....", es dröhnt aus einem Stadl, direkt unterhalb der
Skipiste in Kitzbühel. Der Laden ist brechend voll und mittendrin: Die
Kollegen der Sparkasse!
Welch eine Stimmung, kaum zu glauben, aber: "In einer Viertelstunde müssen wir zum Bus". Dazu hat natürlich keiner Lust. Zusammen mit Ute werde ich in dieser Phase zum Helden. Wir fahren schnell mit dem Auto zum Busparkplatz und kündigen das Fehlen von acht Kollegen an. Alles o.k. - von Rosi verdiene ich mir - neben einem Busserl - einen Kaipirinia am Abend! Zwei Stunden lang gehen die Hände weiter in die Höhe und alles tanzt bei gnadenloser Enge im Rythmus der Musik. Unterhaltung ist nicht angesagt, man oder frau hört eh´ nichts. |
Ob Waschbären oder Waschbrettern, beim Aprés Ski sind alle gleich. Ob es wieder eine Nacht der Waschbären gab, oder die Waschbretter die Oberhand behielten,