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Seeger: In Walldorf hat sich der Schützenverband verändert

Mein Bericht zum Delegiertentagung des Hessischen Schützenverbandes in Walldorf

Mit der Delegiertenversammlung ging am Sonntagmorgen (13. April 2003)  in der Stadthalle Walldorf der 52. Hessische Schützentag zu Ende. "Dieser Schützentag geht in die Geschichte ein, der Verband hat sich hier inhaltlich verändert", zog Präsident Klaus Seeger sein Fazit über die Versammlung von 315 Vertretern der 47 hessischen Schützenkreise sowie 95 Mitgliedern des Gesamtvorstandes. Angekündigt hatte Seeger den versammelten Schützen ein "Drei-Gänge-Menue" bei dem die Neuwahlen des Präsidiums, eine neue Satzung und die notwendige Beitragserhöhung für einige Verstimmungen sorgten.

Doch der Frankfurter Rechtsanwalt an der Spitze der 121.000 Sportschützen aus 1136 Vereinen setzte seine Vorschläge durch: "Wir müssen ein Topangebot unterbreiten, damit wir die Mitgliederentwicklung verbessern". Besonders die Beitragserhöhung um 1,50 Euro pro Mitglied im Jahr sorgte für viel Diskussion unter den Delegierten, doch Klaus Seeger begründete dies mit "sachlich und politischen Notwendigkeit". Mit neuen elektronischen Standanlagen im Frankfurter Landesleistungszentrum will Seeger das Leistungsangebot des Verbandes erhöhen. Trotz 89 Gegenstimmen aus dem Kreis der Delegierten setzte der Präsident seine Vorstellungen durch, nachdem er zuvor in seinem Jahresbericht auf die rückläufigen Mitgliederzahlen, besonders im Jugendbereich hingewiesen hatte: "In Hessen sind wir damit zwar im Trend, doch wir müssen dieser Entwicklung entgegenwirken. Mehr Sportlichkeit sorgt für eine höhere Akzeptanz in der Bevölkerung." Schwer wiegen bei den Sportschützen die Folgen des Amoklaufs eines Jugendlichen in Erfurt, bei dem 20 Menschen ums Leben kamen. Einige Monate später kam es zu einem tötlichen Unfall bei den Deutschen Meisterschaften in München und schließlich zu einer von Josef Ambacher durch einen derben Witz über die Bundesregierung. Das Ambacher als Präsident des Deutschen Schützenbund nicht mehr tragbar sei, stellten eine Reihe von Delegierten in ihren Wortmeldungen fest, die Klaus Seeger zum Anlass für einen Dringlichkeitsantrag nahm. Fast einstimmig entschieden die hessischen Schützen, dass beim Deutschen Schützentag vom 2. bis 4. Mai in Aachen die Aussage von Josef Ambacher zu missbilligen sei.

"Wir müssen uns um äußerste Sorgfalt bemühen", ergänzte der hessische Präsident nach dem die Vizepräsidentin des Deutschen Schützenbundes Ute Krämer die Folgen für die Schützen aus dem neu verabschiedeten Waffengesetz umrissen hatte. Seit dem 1. April 2003 dürfen Jugendliche unter 16 Jahre in den Vereinen nur unter Aufsicht eines Jugendbetreuers schießen. Nachwuchsschützen bis 21 Jahre dürfen nur noch Kleinkaliber- und olympische Disziplinen schießen. Großkaliberdisziplinen können ab dem 21. Lebensjahr nur nach Vorlage eines psychologischen Gutachtens geschossen werden. Künftig wird die Waffenbesitzkarte der Sportschützen nur noch drei Jahre gelten und die Vereine haben eine Meldepflicht, wenn Mitglieder austreten.

 

Von der rückläufigen Mitgliederzahl im Deutschen Schützenbund berichtete DSB-Vizepräsidentin Ute Krämer. Nach einem Minus von einem Prozent zählen die Sportschützen in Deutschland zur Zeit etwa 1.550.000 Mitglieder. Positiv entwickelt haben sich dagegen die sportlichen Erfolgen, mit denen der Deutsche Schützenbund an die dritte Stelle der Weltrangliste gerückt ist. Ute Krämer führt dies auf den Einsatz von psychologischen Betreuern zurück, die seit einem Jahr die Nationalschützen unterstützen.

Keine Probleme hatten die Delegierten mit dem Vorschlag des Präsidiums, in Walldorf eine neue Satzung für den Hessischen Schützenverband zu verabschieden. Mit nur acht Gegenstimmen wurde die Wahlperiode auf vier Jahre verlängert und eine neue Rechtsordnung geschaffen: "Damit machen wir den Verband transparenter", erklärte Präsident Seeger, der seine Vorstellung von einem Vorschlagsrecht des Präsidiums für die Wahl der Fachreferenten ebenso umsetzte, wie die Änderung bei der Zusammensetzung der Delegierten für den Schützentag. Nach drei Jahren an der Spitze des Hessischen Schützenverbandes wurde Klaus Seeger mit 326 Stimmen eindrucksvoll in seinem Amt bestätigt. Die Neuwahlen des Präsidiums brachte auch auf den übrigen Positionen keine Veränderungen.

Im Rahmen des Schützentages in Walldorf wurden eine Vielzahl von Funktionären für ihre ehrenamtliche Tätigkeit ausgezeichnet, darunter Franz-Josef Kerber von des Ginsheimer Altrheinschützen. Als amtierender Gauschützenmeister und Fachwart für den Vorderladerbereich in Hessen erhielt Kerber mit dem Großen Hessischen Ehrenzeichen in Gold. Neben dem Ginsheimer erhielten mit Dieter Groll aus Erbach im Odenwald, der Viernheimer Werner Bläß und Hary Plamitzer aus Langstadt drei weitere Südhessen die höchste Auszeichnung, die der Hessische Schützenverband für ehrenamtliche Tätigkeit vergibt.

 

Eröffnet hatte die Delegiertentagung Bürgermeister Bernhard Brehl, der zuvor beim Empfang durch die Stadt Mörfelden-Walldorf und beim Hessischen Schützenball zu Gast war.

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