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Heidelberg und Weil nutzen Heimvorteil -

Auschnitte meiner Berichterstattung für die Deutsche Schützenzeitung

 

Den Schlußpunkt für Weil zum 3:2 setzte Thomas Albiez, der das Match gegen Markus Geipel ständig dominierte, sich aber für den entscheidenden letzten Schuss lange Zeit ließ und seine Serie erst vier Minuten vor Ende der Schießzeit absolvierte. Die beiden Leistungsträger hatten damit die Erwartungen erfüllt, nachdem früh die Entscheidung auf Position fünf gefallen war.
In der einzigen umkämpften Begegnung lag Swen Jülle gegen Stefan Scharpf zur Hälfte der 40-Schuß-Serie vier Ringe im Rückstand. Doch der 32-jährige Lehrer profitierte von seinem schnellen Schießrythmus. Nach nur 33 Minuten ging Jülle mit mäßigen 370 Ringen vom Stand, doch von da an lief es nicht mehr bei dem Ötlinger. Eine Sieben und zwei Achter des 24-jährigen Scharpf verdarben Ötlingens Sportchef Joachim Poppek die Stimmung. "Jetzt muß ich erst einmal eine rauchen" so Poppek, "die fünf mußten wir gewinnen".

"Es wäre möglich gewesen, doch ich hatte zu wenig Zehner", haderte Jooss mit seiner Niederlage gegen Hammann, der Ludwigshafen mit 1:0 in Front brachte. Durch die Rückkehr von Hammann rückte Jürgen Dosch auf die zweite Position beim Aufsteiger: "Ich wollte mir auf zwei einen bequemen Tag machen", war der Welt- und Europameister im Vorderladersport gegen Haiterbach´s Mannschaftsführer zuversichtlich.
Gabriele Haas hatte auf Position vier den dritten Siegpunkt regelrecht erzittert. Die 38-jährige ist erst seit sechs Jahren im Schießsport aktiv und ihr Bundesligadebüt konnte spannender nicht sein. Vier schwache "Sieben" mußte Gabriele Haas im Verlauf der Serie hinnehmen, doch sie achtete im Zweikampf mit Horst Knüppel auf ihren Gegner. "Ich habe ihn schimpfen gehört, da habe ich an meine Chance geglaubt". Fast ständig lagen beide Konkurrenten bei schwachem Leistungsniveau gleichauf und strapazierten damit die Nerven ihrer Teamkameraden. "Der Jubel hinter mir ist immer leiser geworden", beschrieb Gabriele Haas ihre letzten Schüsse, denn sie wußte nicht, wieviel Ringe ihr Gegner erzielt hatte. Schließlich reichte eine "Neun" mit dem letzten Schuß zum 360:359 Erfolg und alle Ludwigshafener herzten ihre einzige Frau im Team.

 

Warum Leitner depressiv werden kann

Während in der Weiler Altrheinhalle die einheimischen Fans und der lautstarke Anhang aus Ötlingen für Stimmung sorgten, herrschte im Heidelberger Sportzentrum "Köpfel" eine ungewohnte Stille für Bundesligabegegnungen. "Man könnte depressiv werden", wirkte Heidelbergs Pressechef Robert Leitner enttäuscht, "wir sind weit von einer Kostendeckung entfernt". Das mangelhafte Interesse der Schützen im badischen Raum wirkte sich aber nicht auf die Leistungen der einheimischen Schützen aus. "Man muss halt Ideale haben", beschrieb Leitner die engagierte Unterstützung des Vereins für das Bundesligateam und die Mannschaft von Jan Claussen rechtfertigte das Vertrauen.
Besonders strahlte im Heidelberger Team Claudia Verdicchio, die beim knappen 3:2 über Fürth auf Position fünf gegen den wiedererstarkten Herbert Ascherl ihre seit Jahren beste Bundesligaleistung erzielte. Am Sonntagmittag stand die 26-jährige Nationalschützin wieder im Mittelpunkt, als es im Prestigeduell zwischen Heidelberg und Ludwigsburg 2:2 stand. Dirk Ruiken lag gegen die Freiburgerin im Heidelberger Team in Führung, doch da spielten bei den letzten Schüssen des Ludwigsburger Neuzugangs die Nerven nicht mehr mit. "Bei der Sieben war ich woanders", beschrieb der 21-jährige Südhesse die entscheidende Phase, "danach hat es bei mir am ganzen Körper gekribbelt". Nach dem verpatzten vorletzten Schuss, mußte Ruiken mit einer Zehn zum Remis abschließen, doch es leuchtete zum Entsetzen von Ludwigburgs Sportleiter Rolf Bopp nur eine 9,7 auf. "0,3 Ringe habe gefehlt", haderte Bopp mit der ersten Saisonniederlage. Dagegen jubelte Claudia Verdicchio: "Diesmal haben wir mit den letzten Schüssen gewonnen".

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