Impressum

Hartstein: Es lohnt sich zu kämpfen

Hilfsaktion für den erkrankten hessischen Landestrainer Bernd Hartstein

Eigentlich war es wie immer. Der Schießsport stand im Mittelpunkt, als der hessische Breitensportreferent Fritz Klink mit Bernd Hartstein sprach. Doch der Ort im Krankenzimmer der Frankfurter Uniklinik machte deutlich, das es Ende August 2001 um mehr ging als Sport.

Im März 2001 war der 53-jährige Bernd Hartstein an akuter Leukämie erkrankt. Zunächst hatte der ehemalige Silbermedaillengewinner der Olympiade 1980 an eine übergangene Erkältung gedacht und einen Übungsleiterlehrgang für den Hessischen Schützenverband noch beendet, bevor nach einem Arztbesuch innerhalb von drei Tagen ins Krankenhaus mußte.

Noch im Frühjahr 2001 betreute Bernd Hartstein die Groß-Gerauer PSG-Schützen - Die Bilder (oben) zeigen den hessischen Landestrainer bei der Arbeit

Die Erkrankung Hartstein´s löste zunächst im Hessischen Schützenverband und danach im Deutschen Schützenbund eine bemerkenswerte Hilfsaktion aus. Zu den engagierten Helfern gehörte von Anfang an Fritz Klink von den Groß-Gerauer PSG-Schützen. Der Apotheker aus Nauheim: "In meiner Apotheke ist Blut- und Organspende ein Thema, ich setze mich gerne für die entsprechenden Organisationen ein, auch aus persönlicher Betroffenheit." Als die Erkrankung Hartstein´s bekannt wurde, startete Klink seine ersten Aufrufe zusammen mit dem Verbandsarzt des Hessischen Schützenverbandes, Dr. Karl-Heinz Wöhrmann bei den Siegerehrungen während der Hessenmeisterschaften. Es ging um Knochenmarkspenden für den hessischen Landestrainer. Klink wurde von dem Interesse der Schützen überrascht: "Wenn Erkankungen im Umfeld passieren, ist man sensibilsiert", stellte der engagierte Apotheker und Sportschütze fest, "Einzelpersonen, kleine und große Vereine haben sich informiert und geholfen". Besonders Diana Ober Roden engagierte sich mit einem Aufruf an die 1150 Schützenvereine in Hessen und einem Typisierungstermin in Rödermark: "Tun sie den ersten Schritt - kommen sie zum Bluttest", ist das Motto des hessischen Schützenvereins am 2. September von 10 bis 14 Uhr in der Kulturhalle Rödermark Ober Roden. Alle gesunden Personen im Alter von 18 bis 58 Jahren können sich dort testen lassen.

Ergriffen reagierte Bernd Hartstein auf die Hilfswelle: "Das ich so viel Anerkennung bekomme, auch von Schützen, mit denen ich noch nie gesprochen habe", erzählt er am Krankenbett, "ich habe gemerkt, wie alle an mir hängen". Besonders die tiefe Verbundenheit mit seinen Schützlingen aus der Kaderarbeit des Hessischen Schützenverbandes wurde während der Tage der Deutschen Meisterschaften in München deutlich: "Wir hatten noch nie so viele Medaillen in den olympischen Disziplinen", über Telefon wurde Hartstein stets über die Leistungen seiner Nachwuchstalente informiert, "es lohnt sich zu kämpfen", freute er sich und Klink ergänzte: "Die kämpfen alle für Dich"

Spender ist gefunden

In seinem persönlichen Kampf gibt es für Bernd Hartstein den ersten Erfolg. Seit Mitte August wurde über die Internationalen Typisierungslisten ein passender Spender gefunden. "Das ist natürlich was Feines", noch reagiert Hartstein zurückhaltend auf diese Meldung, denn: "zunächst muß ich die im Körper befindende Pilzerkrankung auskurieren...da muss ich jetzt durch." Danach wird das gesamte Immun- und blutbildende System durch Chemotherapie und Bestrahlung auf Null reduziert: "dann bin ich leer". Danach wird Knochenmark vom Spender übertragen und in dreiwöchiger völliger Isolilerung das fremde Gewerbe vom Körper angenommen und die Blutbildung neu aufgenommen. Apotheker Klink weiß: "Wenn alles glatt läuft, kann Bernd an der nächsten DM seine Schützlinge wieder selbst betreuen".

Der schnellste Weg über DKMS

Für alle Interessenten steht Fritz Klink als Kontaktperson (Telefon: 06152/6748) gerne zur Verfügung. "Der schnellste Weg ist über DKMS", ruft Klink auf, sich in die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (www.DKMS.de) eintragen zu lassen. Je größter die Spenderliste ist, desto eher kann einem Leukämiekranken geholfen werden. In Deutschland sind etwa 780.000 Personen als Spender registriert. Damit verbunden ist ein finanzieller Aufruf, denn die Typisierung kostet pro Test DM 100,00.

 

Während der Deutschen Meisterschaften in München konnten sich an den ersten beiden Tagen des Olympischen Wochenendes die Teilnehmer Blut spenden und sich in die Datei der Deutschen Knochenmarkspender aufnehmen lassen. Über 200 Sepender haben sich Blut abnehmen lassen und ihre Solidarität bewiesen. Viele andere haben Geld gespendet. Für den Deutschen Schützenbund sagte DSB-Präsident Josef Ambacher eine Spende von 10.000 Mark zu und während der ersten Tage der Titelkämpfe wurden bereits 5.000 Mark gespendet. Bernd Hartstein las die DSB-Internetmeldung im Krankenhaus: "Wunderbar, Klasse, das kann ich gar nicht begreifen".

zurück zu Aktuelles