Schnelle ABC-Schützen ohne rote Bäckchen
Ausschnitte aus meinem Bericht für die Deutsche Schützenzeitung
Trommeln bringen Bramgau aus dem Tritt
Zufrieden beobachtet Peter Ilic den Wettkampfverlauf seiner Bramgauer Schützlinge in der Hammer Freiherr von Stein Sporthalle. Während im Fernsehen das Fußballspiel zwischen Deutschland und Ukraine für einen Zuschauerminusrekord in Hamm sorgt, liegen die Gastgeber nach einer halben Stunde Schießzeit gegen die Ilic-Truppe mit 1:4 zurück. Wenige Minuten später weicht das Lächeln aus dem Gesicht des Bramgauer Trainers. Auf den Zuschauerrängen haben jugendliche Fans mit Trommeln und Tröten den Lärmpegel gesteigert und skandieren: "Wir wollen Euch siegen sehen". Die Anfeuerung verfehlt ihre Wirkung im bis dahin nervösen Team der SG Hamm nicht. "Nach den Auftaktniederlagen sind wir verunsichert, Bramgau ist psychologisch im Vorteil", war Sportleiter Guido Gentek vor dem Wettkampf skeptisch. Trainer "Jenny" Jendrzejewski mußte mit Oliver Freund und Nadine Schneider zwei Nachwuchstalente aus der Regionalligamannschaft integrieren, nachdem die langjährige Leistungsträgerin Britta Großecappenberg durch Formschwäche nur als Zuschauerin die Begegnung verfolgte. Als die ansonsten schnelle Anja Duczek-Augustin für die ersten zehn Schüsse 14 Minuten brauchte und nur 95 Ringe erreichte, sah alles nach einer erneuten Hammer Pleite aus. Doch die Stimmung auf den Rängen schien das Westfalen-Team zu beleben. Plötzlich schoss Anja Duczek-Augustin wieder gewohnt schnell und legte ihrer Bramgauer Gegnerin 389 Ringe vor. Ulrike Brudde hatte nach 30 Schüssen drei Ringe Vorsprung, doch das immer lauter werdende Trommeln brachte die 30-jährige aus dem Tritt.
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1:1 hieß es zu diesem Zeitpunkt, nachdem der Holländer Benno Groot Bramel mit einem leichten 392:380 Erfolg über Nadine Schneider Bramgau in Führung gebracht und anschließend die souveräne Französin Valerie Bellenoue gegen Pamela Ilic mit 396:390 den Ausgleich besorgt hatte. Tim Kohlhase hatte seinen Wettkampf mit 385 Ringen schon beendet, so dass noch Oliver Freund und drei Bramgauer Frauen im Stand waren. "Jetzt nimmt das Trommeln überhand", protestierte Peter Ilic und mahnte beim Moderator Fairness bei den Zuschauern an. Zu spät für Ulrike Budde, die ihren Wettkampf mit mäßigen 95 Ringen in den letzten zehn Schüssen abschloß und den Punkt zum 1:2 mit 387:389 verlor. Christina Rommel gelang kurz danach gegen Tim Kohlhase der 2:2 Ausgleich mit 392:385 Ringen, da konzentrierte sich alles auf die fünfte Paarung zwischen Oliver Freund und Marijke Holleboom. "Komm Oliver", jubelnden die Fans und mit sechs Zehner in Folge schoss sich der Hammer mit Beginn der letzten Zehn-Schuss-Serie auf die Siegerstraße. Marijke Holleboom hatte mit vier Ringen geführt, doch drei Neuner in Serie zehrten den Vorsprung auf. Es wurden die Minuten den Hoffen und Bangens für Bramgaus Trainer Peter Ilic und seinen Schützlingen, die nervös die letzten Schüsse der 23-jährigen verfolgten. Zauderte Marijke Holleboom minutenlang und blickte immer wieder hilfesuchend zum Trainer drehte sie plötzlich und unerwartet den Wettkampf. 10,2, 10,5 und 10,1 beendeten das spannungsgeladene Match mit 387:385 für die Bramgauerin und Sekunden nach dem letzten Schuss wurde sie von ihren Teamkameraden fast erdrückt. "Endlich hat sie einen Wettkampf durchgestanden", jubelte Peter Ilic, "gegen Ende habe ich sie aufgefordert zu kämpfen und nicht immer nach hinten zu schauen". |
| Vor der Niederlage gegen Hamm hatte das Team um Hubertus Kurth gegen ABC Münster mit 0:5 verloren. Nach nur einer halben Stunde standen die Brandenburger Aktiven chancenlos im Stand, nachdem die schnellen ABC-Schützen unerreichbare Ringzahlen ihren Konkurrenten vorgelegt haben. Im Fünf-Minutentakt absolvierte Martina Prekel ihre Zehn-Schuss-Serien gegen Michael Schmitz. Als der Brandenburger seinen 14. Schuss abgab hatte konnte er gegen 395 Ringe der Nummer zwei im ABC-Team nicht mehr gewinnen. "Schnelligkeit ist Sicherheit und jetzt haben sie keine roten Bäckchen mehr", freute sich Vater Manfred Prekel über die Klasseleistung seiner Tochter, der fünf Minuten später Karin Schade das 2:0 folgen ließ. |
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Ziel 400 - nicht wann, sondern wie
"Die eigene Leistung, der Gegner und die Mannschaft", drei Motivationen sorgen bei Dick Boschman für Spitzenleistungen. Der amtierende Europameister erzählte nach dem Sieg über Hubertus Kurth von seinen Zielen und Plänen.
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"Jozef, Sonja oder ich", so der Holländer über die Akteure, die als erste in der Bundesliga die optimale Ringzahl 400 erreichen können. "Nicht wann, sondern wie", so der 27-jährige, "für mich sind 420 Ringe die Motivation". Dabei rechnet Boschman für sich mit den Zehntelringzahlen bei den 40 Wertungsschüssen, "eine 10,5 ist gut, mit einer 10,0 bin ich heute nicht mehr zufrieden". Die Leistungssteigerungen der vergangenen Jahre hat sich Dick Boschman hart erarbeitet. "In der Bundesliga habe ich mir die Nervenstärke geholt". |
Die Serie soll bis zum 17. Februar halten
Wer die Nummer eins in der Nordliga ist, wird sich erst am 12. Januar 2001 entscheiden, wenn es zum Spitzenduell zwischen Münster und Buer-Bülse kommt. Das Team aus Gelsenkirchen blieb am zweiten Wettkampftag weiter ungeschlagen: "Wir wollen, das die Serie bis zum 17. Februar (Bundesligafinale 2002) hält", ist Vereinsvorsitzender Klaus Lindner zuversichtlich. Doch in der Sporthalle am Friedhofsweg in Winsen/Aller geriet Lindner´s Team gegen Dietzenbach gehörig ins Wackeln.
| Vor rund einhundert Zuschauern stand eine halbe Stunde lang Jozef Gönci im Blickpunkt. Scheinbar mühelos schoss der Slowake Zehn auf Zehn. Acht Minuten für die erste, neun für die zweite und elf für dritte 100er Serie benötigte Gönci. Dietzenbachs neue Nummer eins Daniela Althoff blieb neben Jozef Gönci nur die Statistenrolle, doch der Hauptdarsteller patzte beim 37. Schuss: "9,7" leuchtet auf dem Montior auf und ein Aufstöhnen ging durch´s Publikum. Wieder hatte es mit der längst erwarteten optimalen 400er Serie nicht geklappt. 1:0 stand es für Buer-Bülse, doch in den übrigen Begegnungen hatten die Favoriten aus Gelsenkirchen einen schweren Stand. |
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Die Dietzenbacher Führung ging
durch die Wende auf den Positionen drei und fünf verloren. Zunächst drehte
Torsten Krebs seine Begegnung mit Mathias Fieberling, nachdem dem Hessen
eine Acht unterlaufen lassen. Krebs nutzte die Chance und erhöhte nach 39
Minuten auf 2:0. Fast gleichzeitig verlor Thomas Harbach den Faden gegen
Maik Eckhardt. "Ich habe zu lange gehalten und wollte es zu genau
machen", analysierte der Dietzenbacher seine 386:388 Niederlage,
"das mach sich die fehlende Erfahrung bemerkbar". Als Zuschauer
wußte es Deiringsen´s Trainer Erwin Deimann besser: "So einen wie
Maik schlägt man nicht so leicht, der guckt seinen Gegnern die Neuner
rein". Der 31-jährige Eckhardt schoss gleichmäßig seine Serien und
ließ sich in der entscheidenden Schlußphase nicht mehr beeindrucken. Mit
388:386 schaffte der zweifache Olympiateilnehmer die Entscheidung zum 3:1.
Nadine Kraska konnte gegen Alexandra Schneider mit 394:393 Ringen nur noch
auf 2:3 verkürzen.
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Oh´wie ist das schön - Wolthausen singt
In der Sporthalle am Friedhofsweg wollte sich Aufsteiger Wolthausen nicht begraben lassen.....In der prekären Situation blieb Wolthausen´s Trainer gelassen. "Ich bin ruhiger geworden", so der zweifache Familienvater, "es ist halt nur die tollste Nebensache". Schrader´s Ruhe schien sich auf sein Team zu übertragen.
| Nach 32 Minuten hallte der erste Jubel durch die Halle. Tanja von der Osten-Fabeck hatte Wolthausen 1:0 in Führung gebracht. Die 28-jährige ließ Benjamin Deimann mit 390:387 Ringen als Verlierer im Stand stehen. Die Vorentscheidung fiel im Spitzenduell zwischen Sarah Henkelmann und Dirk Leiwen. Die neue Deiringser Nummer eins ging schnell mit zwei Ringen Vorsprung in Front, doch danach konnte der 18-jährige sein hohes Leistungsniveau nicht halten. Eine 9,9 zum Abschluß des Wettkampfes besiegelte die 389:390 Niederlage gegen Sarah Henkelmann. Trainer Schrader war zufrieden, "Sarah hat sich die erforderliche Zeit genommen" und Deiringsen´s Erwin Deimann haderte, "Dirk ist halt noch keine richtige Nummer eins". Die 2:0 Führung von Wolthausen glichen Sabrina Gücker und Christina Milddrup für die Westfalen wieder aus und das Publikum blickte gebannt auf das Duell zwischen Mark Charitonenkow und Philipp Deimann. Der 18-jährige Deiringser war mit einem Bänderriss angetreten, doch es schien ihn nicht zu behindern. Mit 99 Ringen eröffnete der jüngere der beiden Deimann-Brüder die Begegnung, doch er konnte sich nicht gegen den 27-jährigen Charitonenkow absetzen. Der mehrfache Europameister behielt die Nerven und verwandelte die Sporthalle mit einer abschließenden 10,3 in ein Tollhaus. Mit 388:386 Ringen ging der dritte Punkt an Wolthausen und löste eine wahre Gefühlswelle aus. Die Mannschaft und Fans lagen in den Armen und besangen "Oh wie ist das schön" den ersten Bundesligasieg des Vereins. |
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