In der Kuckuckshalle fliegt Ludwigsburg an die Spitze
Dritter Wettkampftag in der Luftpistole-Bundesliga Süd
Auszüge aus meiner Berichterstattung für die Deutsche Schützenzeitung
| Hem´ mer Glück g´habt
Strahlende Ludwigsburger Gesichter gab es in der Haiterbacher Kuckuckshalle, nachdem das Team von Trainer Alfons Messerschmidt die Tabellenführung übernommen hat. "Hem´mer Glück g´habt", faßte Messerschmidt die beiden Erfolge über Weil und Haiterbach zusammen. Zehn Minuten vor Schluß gelang fast keinem der beiden Akteure mehr eine Zehn, so dass die Zuschauer sogar über eine Neun jubelten. Während der Nervenkampf zwischen Zintel und Ruiken tobte, prickelte die Spannung auf Position drei zwischen Ralf Frey und Munkhgayar Dorjsuren. Die Führung der Mongolin hatte der 30-jährige Haiterbacher nach 30 Schüssen zum 286:286 egalisiert. Jetzt zählten die Zuschauer jeden Schuss mit, den Frey und Dorjsuren im Wechsel abgaben. |
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"Nach dem Sieg über Ötlingens Preissler hat es bei mir Klick gemacht", beschrieb Frey seine Formsteigerung in dieser Saison, die in überraschend mit der mongolischen Weltmeisterin mithalten ließen. Drei Zehner in Folge brachten Frey einen Ring Vorsprung, aber die Ludwigsburgerin wußte zu kämpfen und leistete sich keinen Fehler mehr. Dafür patzte der Haiterbacher mit zwei Achter in Folge: "ich bin ins bewußte Abziehen gekommen", begründete Ralf Frey die Phase, in der das gesamte Match entschieden wurde. Die letzten Schüsse brachten nur noch Neuner auf beiden Seiten und das reichte Dorjsuren zum 379:378 Sieg.
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Damit wurde der spannende Zweikampf auf der Spitzenposition zwischen Larysa Usachova und Abdullah Ustaoglu ein Duell für die Statistik. In der wechselvollen Begegnung schien der türkischstämmige Nationalschütze nach fünf Zehner in Folge in der zweiten Zehn-Schuss-Serie auf Erfolgskurs gegen die ehemalige Junioren-Weltmeisterin. Die Weißrussin nutzte eine Schwächephase von Ustaoglu, der nach zwei Achter in Folge vergeblich gegen die Niederlage kämpfte. Nach dem 375:378 gegen Usachova faßte der 31-jährige die Weiler Ausgangsposition vor dem Bundesligafinale zusammen: "Egal, gegen wen wir im Viertelfinale am Stand stehen, wir werden auf jeden Fall die Außenseiter sein und nicht mehr unter dem Druck der Vorsaison stehen, wo jeder von uns als Sieger der Südgruppe einen Sieg gegen den Vierplatzierten aus dem Norden erwartet hat". |
| Ascherl kann sich nicht durchmogeln
Leidtragende des Haiterbacher Höhenflugs sind die Fürther Schützen, die mit zwei Niederlagen in der Kuckuckshalle zu den Verlierern des Wochenendes gehören und nur noch eine geringe Chance für das Bundesligafinale haben. "Im Finale gegen den Nordersten hätten wir eh´ keine Chance", wirkte Mannschaftsführer Willi Hörl realistisch und blickte mehr auf den Klassenerhalt. Das Fehlen der früheren Leistungsträger Giovanni Bossi und Dieter Hammerbacher können die Franken nicht mehr ausgleichen. "In der Umgebung gibt es keine guten Schützen, um uns zu verstärken", weiß Herbert Ascherl, der beim 381:376 Erfolg über Haiterbach´s Reinhard Zintel wieder zu seiner alten Leistungsstärke zurückfand. Doch der 36-jährige Ascherl, sollte die Siegchance gegen Weil vergeben. Am Sonntagmorgen sahen etwa fünfzig Zuschauer einen unerwarteten Auftakt.
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Die favorisierten Südbadener erwischten einen Fehlstart und lagen überraschend mit 2:3 im Rückstand. Besonders Markus Abt fand mit einer Acht und einer Sieben bei den ersten drei Schüssen nicht in den Wettkampf. Die Schwäche des Schweizers nutzte Herbert Ascherl und zog schnell mit fünf Ringen Vorsprung davon. "Eigentlich nicht mehr aufzuholen", mutmaßte Fürth´s Mannschaftsführer Hörl, doch nach einer halben Stunde kam die überraschende Wende. "Ich wollte mich durchmogeln", erklärte Ascherl seinen Leistungseinbruch, "es war ein taktischer Fehler, nicht aus dem Stand zu gehen". Es folgten eine schwache 88er Serie und der Schweizer im Weiler Team konterte. Mit 97 Ringen drehte Abt die Begegnung zu seinen Gunsten.