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Der Tag, an dem Baumann nicht da war

Eurocup der Feldarmbrustschützen in Ennigerloh vom 28. bis 31. Mai 2004

Ausschnitte aus meinem Bericht für die Deutsche Schützenzeitung

Erstmals konnte Jürgen Baumann auch beim Eurocup der Feldarmbrust in Ennigerloh jubeln. Der zweifache Weltmeister gewann das Finale des 19. Eurocups nach spannenden Kampf gegen den amtierenden Weltmeister Jozsef Baranyi, die in den Vorjahren meist siegreiche Branka Pereglin und seinem deutschen Dauerrivalen Walter Hillenbrand. Dabei hatte es zu Beginn des dreitägigen 180-Pfeile- Wettkampfes auf Entfernungen über 65,50 und 35 Meter gar nicht nach einem Erfolg des 7-fachen Deutschen Meisters ausgesehen. Nach mäßigen Auftakt über die 65-Meter Distanz schoss Baumann den ersten Pfeil auf 50-Meter an der Scheibe vorbei: "Das ist mir seit zehn Jahren nicht mehr passiert", meinte Baumann später, "An diesem Tag war ich gar nicht da, das gibt es wirklich." Weit abgeschlagen auf Platz elf schien der Alzenauer unter den 67 Startern keine Siegchance mehr zu haben.

Viel besser lief es dafür bei Karl-Ernst Weißmann. Der amtierende Deutsche Meister lag auf Rang zwei hinter dem ungarischen Weltmeister Jozsef Baranyi. Dahinter folgte Ralf Schoula, der mit seiner bisher besten Feldarmbrust-Leistung nach dem ersten Tag den dritten Platz belegte. Am zweiten Tag drehte sich der Wettkampf entscheidend und sowohl Weißmann wie auch der Überraschungsdritte aus dem hessischen Eschbach fielen weit zurück. Dafür hatte Jürgen Baumann seine Aufholjagd gestartet und profitierte davon, dass der führende Baranyi auf die 35-Meter-Distanz einen Pfeil vorbei schoss. "Da habe ich auf Angriff geblasen", voll motiviert kam Baumann bis auf einen Ring an den Ungarn heran.

24 Ringe hatte der Deutsche aufgeholt, doch dann konterte der Ungar erfolgreich und holte sich mit sieben Ringen Vorsprung den Sieg. In der Schlussphase zog Branka Pereglin noch an Baumann vorbei, der hinter der zweifachen Frauen-Weltmeisterin mit dem dritten Rang zufrieden sein mußte.

Im anschließenden 10-Pfeile-Finale auf 50-Meter Entfernung traten die zehn Vorkampfbesten an und es sah nach einem erneuten Erfolg von Walter Hillenbrand aus, der zuletzt 2002 den Hauptpreis des Eurocups gewonnen hatte. Der erfahrene Kronauer begann stark und bis zum siebten Finalschuss hielt nur Jürgen Baumann mit.

Wieder standen die beiden herausragenden Feldarmbrustschützen im Blickpunkt und die Zuschauer erinnerten sich an das spannende Duell der Rivalen im Vorjahr. Wieder lagen beide gleichauf als Hillenbrand mit einer Acht gegenüber der Zehn von Baumann im achten Finalschuss zurückfiel. Diesen kleinen Vorteil nutzte Jürgen Baumann und brachte seinen ersten Finalsieg mit zwei Zehner ins Ziel. Während Baumann jubelnd die Arme in die Höhe riss, war bei Hillenbrand die Spannung gewichen und mit den letzten Schüssen fiel er auf den sechsten Rang zurück. Davon profitierten die Kroatinnen Krivanek und Pereglin, die sich die Plätze hinter dem siegreichen Jürgen Baumann sicherten.

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