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Verbissener Kampf zwischen Baumann und Hillenbrand

Eurocup der Feldarmbrustschützen in Ennigerloh vom 6. bis 8. Juni 2003

Ausschnitte aus meinem Bericht für die Deutsche Schützenzeitung

Schießleiter Rainer Herrmann blickte immer wieder in Richtung der dunklen Gewitterwolken, die sich über dem Sportgelände von Visier 59 Ennigerloh zusammenzogen. Der 18. Eurocup der Feldarmbrustschützen sollte bereits vor Beginn der angekündigten Gewitterstürme am Nachmittag des Pfingstsonntags beendet sein, doch zwei Akteure lieferten sich noch einen verbissenen Kampf. Im Shoot-Off ging es um viel mehr, als um den dritten Platz im Finale. Es ging ums Prestige zwischen Jürgen Baumann und Walter Hillenbrand, die seit mehr als zehn Jahren als Dauerkonkurrenten im Feldarmbrustschießen die Welt- und Europameisterschaften bestimmen.

Mit 97 von 100 möglichen Ringen im Finale hatten Hillenbrand und Baumann den Sieg um den mit insgesamt 750 Euro dotierten Eurocup verpaßt, doch im Duell gegeneinander wollte sich keiner geschlagen geben. Auf 50 Meter Entfernung schossen beide Zehn auf Zehn. Die übrigen der insgesamt 70 Starter sowie eine Handvoll Zuschauer hatten sich unter das Dach des Vereinshauses zurückgezogen, denn der aufkommende Wind kündigte in wenigen Minuten ein heftiges Gewitter an. Schon warfen die ersten Böen Anzeigetafeln um, doch die beiden verbliebenen Konkurrenten blieben unbeeindruckt. Sechs Zehner in Folge schossen Baumann und Hillenbrand im Shoot-Off, als die Windfahnen immer heftiger hin und her flatterten. "Da haben wir beide gebissen", erzählte nach der Entscheidung Jürgen Baumann über die Situation, "beim siebten Finalschuss habe ich dann gezockt". Ein kontrollierter Schuss war bei dem aufkommenden Sturm nicht mehr möglich und Walter Hillenbrand schoss seinen Pfeil als erster: Acht links. Jürgen Baumann hat lange gewartet und den Pfeil von Hillenbrand beobachtet: "Jetzt habe ich rechts angehalten und die Neun geschafft". Vom spektakulären Duell der beiden mehrfachen Welt- und Europameister beeindruckt, wurde der Sieg von Pascal Christoffel fast übersehen. Der Franzose hatte als Neunter das Finale erreicht und mit 98 Ringen völlig überraschend gewonnen. Weder die deutschen Favoriten Baumann und Hillenbrand, noch die mehrfache Siegerin Branka Pereglin konnten sich den Hauptpreis holen. Die Kroatin hatte ihre Extraklasse im Feldarmbrustsport zuvor im zweitägigen 180-Pfeile-Wettkampf auf 65,50 und 35 Meter Entfernung gezeigt. Im Zweikampf mit Jürgen Baumann hatte Pereglin wie im Vorjahr das bessere Ende für sich und gewann mit acht Ringen Vorsprung. Im Finale leistete sich die sonst sichere Branka Pereglin drei Neuner in Folge und war damit chancenlos. Zu den positiven Überraschungen aus deutscher Sicht zählte der zehnte Rang im Vorkampf von Harold Braun. Der Diana-Schütze aus dem hessischen Ober-Roden drängte damit die höher eingeschätzten Nationalschützen Karl-Heinz Blumtritt, Karl-Ernst Weißmann und Andreas Henne aus dem Finale, in dem er einen achtbaren fünften Platz erreichte.

Bundesreferent Edwin Hirte stellte beim 18. Eurocup in Ennigerloh wieder eine steigende Teilnehmerzahl fest, an dem sich insgesamt sieben Nationen beteiligten. Kritik gab es dafür von Seiten der Aktiven, dass es der Internationalen Armbrustunion nicht gelungen ist, in diesem Jahr einen Ausrichter für die Europameisterschaften zu finden. "Die Funktionäre denken nicht im Interesse der Schützen", so Jürgen Baumann, der zuletzt 1995 in Portugal Europameister war, "die hatten lange genug Zeit, einen Ausrichter zu finden". Hinter die erstmals im belgischen Kortrijk vom 6. bis 9. November 2003 geplante erste Europameisterschaften in der Halle stellt der zweifache Weltmeister ein Fragezeichen. "Mit der Feldarmbrust auf 18 Meter ?", so Baumann lächelnd.

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