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Genervte Eberstädter mit starkem Schlußspurt

Auszug aus meinem Bericht für das Darmstädter Echo

Die Zuschauer und Aktiven blickten gespannt auf die Ergebnistafel, als Kampfrichter Hans-Jürgen Grün die letzten Schüsse in die elektronische Auswertungsmaschine schob. 2:2 stand es im Südhessenderby der Luftgewehr-Regionalliga West zwischen den gastgebenden Eberstädter Schützen und Aufsteiger Diana Ober-Roden. Als letzte Aktiven hatten Joachim Gruber für Eberstadt und Harold Braun für die Gäste fast gleichzeitig ihre 40-Schuß-Serie auf zehn Meter Entfernung beendet. Der Rodgauer führte nach 30 Schüssen knapp mit einem Ring, hatte aber in der Schlußphase beim 35. Schuss einen gravierenden Fehler und nur die Sieben getroffen. Gruber verpatzte den letzten Schuss mit einer Acht und der Ausgang des Derby ging von diesen letzten Schüssen hab. Mit 96:93 Ringen drehte Gruber den Rückstand in einen 387:385 Sieg und holte damit den umjubelten dritten Punkt zum 3:2 Sieg des ehemaligen Bundesligisten. "Damit haben wir unsere Auftaktniederlage gegen Inden-Altdorf ausgebügelt", freute sich Mannschaftsführer Bernd Stier, der das zweite Eberstädter Match in der Luftgewehrhalle der PSG Darmstadt gegen seinen Rodgauer Gegner Jens Rössner mit einer optimalen 100er Serie eröffnet hatte.

"Ich habe auf die Revanche gehofft", so der 36-jährige Routinier, dem die glatte 382:389 Niederlage in der letzten Bundesligabegegnung gegen den ehemaligen Dietzenbacher noch in schlechter Erinnerung war.

Auf dem Weg zurück in die Eliteliga der deutschen Schützen mußten die Eberstädter Schützen Ober-Roden unbedingt schlagen, um den Anschluß zur Tabellenspitze nicht zu verlieren. Doch die Eberstädter Hoffnungen erhielten schnell die ersten Dämpfer. Ina Schmidt konterte für Ober-Roden im Zweikampf mit Jörg Kreuzer ebenfalls mit einer 100er Serie. Die 19-jährige amtierende Feldarmbrust-Weltmeisterin aus Babenhausen schien das Comeback von Kreuzer nach zweijährigen Bundesligagastspiel bei der SG Hamm vollends zu verderben.

In der Auftaktbegegnung gegen Inden-Altdorf hatte der frischgebackene zweifache Familienvater seinem Trainingsrückstand noch Tribut zollen müssen. "Ich habe mich kurzfristig für den Start entschieden und erst einen Tag mein neues Luftgewehr eingeschossen", erzählte Kreuzer später, der sich von dem optimalen Start seiner Gegnerin nicht aus der Ruhe bringen ließ: "Mal abwarten, das kommt noch". Ring für Ring verkürzte Kreuzer seinen zunächst klaren Rückstand. Kurz vor Schluß egalisierte der Darmstädter im Eberstädter Team und nach 52 Minuten Schießzeit ging er mit 390:389 Ringen als Sieger vom Stand.

 Zuvor hatte Christian Lauer mit 387:386 Ringen gegen Kai Wilke die Eberstädter in Front gebracht. Lange Zeit hatten die Eberstädter zurückgelegen und im Zwischenergebnis schien bei 0:3 schon eine Vorentscheidung gefallen. Doch der 21-jährige Herborner bewies, welche Verstärkung er als amtierender Armbrust-Weltmeister für die Eberstädter Bundesligaambitionen bedeutet. Wilke hatte nach 44 Minuten seine Serie abgeschlossen und Lauer wußte, welche Ringzahl er zum Sieg benötigte:

"Ich habe eine Zehn gebraucht", erklärte er, nachdem er vor dem letzten Schuß eine lange Pause eingelegt hatte und sich auf den entscheidenden Schuß konzentriert hatte. Die Lauer-Zehn brachte Eberstadt in Front, doch Rössner glich zum 1:1 nach dem hochklassigen Duell mit Bernd Stier (392:391) aus.

Früh zeigte sich, das Timo Schumacher seine Begegnung gegen Silke Schubert nicht gewinnen kann. Der 25-jährige Bankkaufmann wurde im zweiten Match für Rüdiger Reinsch eingewechselt, doch mit 378:388 Ringen war Schuhmacher gegen die 20-jährige chancenlos. Doch eine Minute später holte Joachim Gruber den entscheidenden dritten Punkt.

 Nach dem Sieg über Eberstadt erhielten die mit drei Erfolgen gestarteten Rheinländer gegen die Deiringser Bundesligareserve ihren ersten Dämpfer. Mit einer bundesligareifenleistung gewannen die Westfalen 3:2. Diana Ober-Roden war in Darmstadt der Verlierer des Wochenendes. Vor der Niederlage gegen Eberstadt ging das Match gegen Deiringsen ebenfalls mit 2:3 verloren und damit begann für die Rodgauer schon der Abstiegskampf. Neuzugang Kai Wilke aus Dornheim punktete für Ober-Roden auf Position eins mit 387:381 Ringen gegen die bundesligaerfahrene Daniela Werling.

 

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