Wenn die Schulter nicht mehr schmerzt
Bundesligafinale der Bogenschützen in Ditzingen
Ausschnitte der Berichterstattung für die Deutsche Schützenzeitung
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Es schien alles nach Plan zu laufen. Auf
dem Weg zum gesteckten Saisonziel "ein Medaillenrang" eröffnete
der BSC Laufdorf gegen den Südvierten FSG Tacherting die erste Begegnung
in der Gruppe A mit einer 86:81 Führung nach neun Pfeilen. Die Hessen aus
der Nähe von Wetzlar hielten ihren Vorsprung in der zweiten
Neun-Pfeile-Runde, doch dann kam die überraschende Wende.
Mannschaftsneuling Bruno Wörlein schoss seinen dritten Pfeil an der
Scheibe vorbei und die Bayern nutzten die Chance. Mit 254:249 Ringen holte
das FSG-Team um Armin Garnreiter gegen den als Titelfavorit angetreten
Nordersten zwei unerwartete Punkte.
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Mit einem 250:250 Remis trennten sich zum Auftakt Südvizemeister PSV Reutlingen und die Norddritten vom Schönower SV. Im Verlauf der Saison hatten die Reutlinger auf ihr erfolgreiches Team vertraut, doch vor dem Finale haderte Markus Bleher mit technischen Problemen. Für den verunsicherten 26-jährigen rückte PSV-Vorsitzender Rudolf Müller ins Team. Mit dem Erreichen der Finalrunde hatten die Reutlinger ihre Saisonerwartung "Klassenerhalt" bereits mehr als erfüllt. Die Hoffnungen auf die Endrunde erhielten durch die glatte 247:258 Niederlage gegen Tacherting den entscheidenden Dämpfer. Die Bayern waren gegenüber der vier Bundesligawettkampftage im Finale nicht mehr wiederzuerkennen. Neben dem erfahrenen Armin Garnreiter zeigten Sabine Striebl und Robert Blum eine unerwartete Leistungsstärke. Besonders das Comeback von Robert Blum war eine Überraschung, denn der 18-jährige unterbrach nach seiner Schulteroperation die Heilungsphase für die Finalteilnahme. "Ich muss eigentlich sechs Monate Pause machen", so der Junioren-Nationalschütze, "doch für das Finale mache ich eine Unterbrechnung. Gegen Reutlingen war das Match nach jeweils 18 Pfeilen mit 170:161 schon vorzeitig entschieden. "Wir haben nicht zu verlieren und sind voll zufrieden", freute sich Blum über den zweiten Finalsieg, der den Einzug in die Endrunde bedeutete.
| Nur kurz waren die Hoffnungen der Boxdorfer Schützen auf ein Weiterkommen. Mit 86:83 gingen die Nürnberger gegen Gelsenkirchen in ihrem ersten Match in Führung, doch danach blieb das Team um den erfahrenen Oskar Seel blass: "Nach dem 86er Auftakt ist nichts mehr gelaufen", so der 55-jährige Seel, "irgendetwas war immer". Barbara Kegelmann, Michael Frankenberg und Frank Marzoch nutzten zwei schwache Schüsse von Ricarda Ortner und drehten die Begegnung zugunsten von Gelsenkirchen. Nach der 252:258 Niederlage gegen den Nordzweiten mußten die Boxdorfer ihre letzte Chance gegen die wenig überzeugenden Welzheimer suchen. Trainer Julius Steinheil verzichtete mit Sandra Sachse und Marion Wagner auf die olympiaerfahrenen Aktiven. Auch Boxdorf wechselte und brachte für Ricarda Ortner den 54-jährigen Andreas Göppner. | ![]() |
Nach beiderseits schwachen Beginn setzten sich Anja Hitzler, Erich Kloos und Alexander Fröse mit einer 86er Neun-Pfeile-Runde entscheidend ab und holten klar mit 253:242 die ersten beiden Punkte. "Nächstes Jahr machen wir einen anderen Trainingsaufbau", analysierte Oskar Seel die schwache Vorstellung der Boxdorfer Mannschaft, "statt im April fangen wir im August mit dem Training an, in dieser Saison haben wir unsere Topform zu früh erreicht".
Halbfinale: FSG Tacherting - BC Gelsenkirchen 260:256
Fast optimal begannen die Gelsenkircher mit 89:87 Ringen gegen die Bayern. Als Armin Garnreiter die zweite Runde mit einer mäßigen 27er Serie eröffnete lag Tacherting scheinbar aussichtslos mit 114:119 zurück. Doch die jungen Sabine Striebl und Robert Blum konterten gegen Michael Frankenberg und Frank Marzoch und zogen zum 172:172 nach 18 Pfeilen gleich. In der letzten Neun-Pfeile-Serie fiel die Vorentscheidung nach vier Pfeilen. Armin Garnreiter eröffnete mit drei Zehner, während Barbara Kegelmann nur eine 27er Serie gelang. Michael Frankenberg begann seine Serie mit einer Acht und das nutzte Tacherting durch Sabine Striegl aus. Drei Zehner der 18-jährigen, die nach knapp verpaßter EM-Teilnahme in Ankara ihren Saisonhöhepunkt mit den Europameisterschaften im finnischen Oulu im Visier hat, brachten Tacherting fünf Ringe Vorsprung. "Ich habe den Jubel der Zuschauer gehört", erklärte sie ihr überraschendes Absetzen vor dem letzten Schuss mit dem sie Robert Blum einen sicheren Vorsprung für dessen letzten drei Pfeile mitgab.
Finale: Tacherting - Berlin 262:256
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Der erste Pfeil bedeutete die Vorentscheidung, nachdem Berlin´s Matthias Hummel zum Auftakt eine Sechs unterlief. Diese Vorlage nutzten die Tachertinger mit dem erfahrenen Armin Garnreiter. Der 43-jährige erkannte sofort die Chance und brachte mit drei Zehner sein Team in Front. "Armin bringt uns die Sicherheit", so Robert Blum später. Garnreiter´s Vorgabe brachten Striegl und Blum bis zur 88:84 Führung. Vergeblich kämpften die Berliner Franck von Dincklage und Victor Wunderle um den Anschluß. "Es war unser Vorteil, dass die Berliner nicht gewußt haben wie gut wir sind", analysierte Armin Garnreiter danach das Match. Mit 86:85 bauten die Tachertinger in der zweiten Neun-Pfeile-Runde den Vorsprung sogar noch aus. "Jetzt haben wir nur noch Gas gegeben", jubelte Robert Blum über den unerwarteten Verlauf, dem zum Abschluss eine optimale 30er Serie gelang, "jetzt schmerzt keine Schulter mehr". |
Sabine Striegl stand ihrem gleichaltrigen Teamkameraden in Nichts nach und die amtierende Junioren-Europameisterin freute sich "über den schönsten Erfolg...und das mit der Mannschaft". Nach dem 262:256 und dem ersten Meistertitel zeigte sich Armin Garnreiter begeistert: "Wir haben in dieser Saison viel einstecken müssen", so der Olympiazehnte von 1984 über die Ausfälle von Robert Blum und Sabine Striegl während der Bundesligasaison, "ich wußte, dass wir das Potential haben".
| Als den schönsten Erfolg nach der
Olympiateilnahme ihres Sohnes freute sich Mutter Marianne Garnreiter über
den Sieg des FSG-Teams. Als sich die Ausfälle der Leistungsträger im
Saisonverlauf häuften haderte sie beim Heimkampf schon mit der zweiten
Bundesligasaison und äußerte sogar einen möglichen Rückzug. "Doch
das hätten wir in Wirklichkeit nicht getan", freute sich und machte
eifrig Fotos von ihren siegreichen Schützlingen.
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Mehr über das Bogenfinale in Ditzingen lesen Sie in der März-Ausgabe der Deutschen Schützenzeitung oder auf der Internetseite des