Reutlinger Trio klopft an der Spitze an
Drittes Wettkampfwochende der Bogen-Bundesliga Süd in NürnbergAusschnitte meines Berichts für die Deutsche Schützenzeitung
Eine eindrucksvolle Premiere erlebte die Bogen-Bundesliga am 12. Januar 2002 in Nürnberg. Lang anhaltender Beifall der über 200 Zuschauer verabschiedeten die Aktiven der acht Mannschaften nach dem dritten Wettkampftag aus der Halle des Berufsbildungs-Zentrums. "Die haben sich was einfallen lassen", freute sich Bundestrainer Viktor Bachmann über die gelungene Veranstaltung der Gastgeber von Gut Schuss Boxdorf. "Das war eine Aufwertung für das Bogenschießen", ergänzte Kampfrichter Helmut Weinlich. Nürnberger Sportidole, darunter Olympiasieger Klaus Wolfermann und Club-Altstar Tasso Wild, beteiligten sich zur Begeisterung der Aktiven und Zuschauer an einem Prominentenschießen, dass zu einer starken Medienresonanz führte. Beflügelt davon wurden besonders die Teams aus Reutlingen und Tacherting, die zusammen mit Spitzenreiter Welzheim zu den Gewinnern des dritten Wettkampftages gehörten.
Marion Wagner - Ersatz für die Schwester
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Nach der Geburt ihres zweiten Kindes am 16. Dezember verzichtete Sandra Sachse auf ihren Einsatz für Spitzenreiter Welzheim. Dafür sprang ihre Schwester Marion Wagner ein und die Olympiateilnehmerin von 1992 überraschte Welzheims Mannschaftsführer Julius Steinheil: "Sie hat kaum trainiert, doch sie hat eine tolle Technik und eine ganz ruhige Hand". Wie wichtig der Einsatz von Marion Wagner war, wurde deutlich als Erich Kloos nicht rechtzeitig nach Nürnberg kommen konnte. Eine Vollsperrung auf der Autobahn stoppte den Nationalschützen. "Ich habe acht statt geplanter drei Stunden gebraucht", erzählte er später, nachdem er in der Nürnberger Wettkampfhalle angekommen war, als die letzten Pfeile des Wettkampftages flogen. "Ich muss wieder mehr Krafttraining machen", motiviert von ihrem Einsatz über die volle Distanz zeigte sich Marion Wagner, die zusammen mit Alexander Fröse und Anja Hitzler alle sieben Begegnungen absolvierte, "vielleicht bin ich dann auch im Finale dabei". |
Die Finalteilnahme hat der zweifache Deutsche Meister nach dem Wettkampftag in Nürnberg sich bereits gesichert. Die Routine des neuformierten Teams reichte zu fünf Siegen, einem Unentschieden und der vorzeitigen Qualifikation zum Finale nach Ditzingen.
Zusammenlassen, so lange sie gut schießen
| Immer besser läuft es bei den Reutlinger
Schützen, die in Nürnberg bereits an die Tabellenspitze der Bundesliga
Süd klopften. Ausgerechnet in der letzten Begegnung gegen Tacherting
patzte das PSV-Team und verlor nach einem Fehlschuss von Daniel Boden das
Match. Kein Grund aber für Teamchef Rudolf Müller unzufrieden zu sein.
"In dieser Form war Tacherting eh´ nicht zu schlagen", so
Müller, der seine Mannschaft in unveränderter Form durchschießen ließ:
"Zusammenlassen, so lange sie gut schießen", hieß das
Erfolgsrezept der Reutlinger, die ihre ersten sechs Begegnungen in
Nürnberg gewannen und damit nach Punkten mit Welzheim gleichzogen.
"Den Sprung zur Spitze haben wir verpaßt, doch wir sind im
Finale", Rudolf Müller beruhigte den enttäuschten Daniel Boden, der
verärgert über seinen Fehlschuss reagiert hatte. Vor dem letzten
Wettkampftag in Lebach haben die Reutlinger 14 Punkte Vorsprung zum
Tabellenfünften Ditzingen und können aus den ersten vier Plätzen, die
zur Finalteilnahme berechtigen, nicht mehr verdrängt werden.
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Pfeil statt Speer - Wolfermann findet es unglaublich
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Anlaß für zwei Fernsehteams und zahlreichen Lokalreportern die Bogen-Bundesliga in Nürnberg zu besuchen war der Auftritt bekannter Nürnberger Sportler, die sich von Bundestrainer Viktor Bachmann ins Bogenschießen einweisen ließen und dem begeisterten Publikum ihre Treffsicherheit zeigten: "Da sieht man, das es Sportler sind", beeindruckt zeigte sich Viktor Bachmann von der Lernfähigkeit der ehemaligen Spitzenathleten, "die hatten alle Ehrgeiz". Im Blickpunkt stand dabei Klaus Wolfermann, der mit dem Pfeil zunächst einen Speerwurf andeutete. Danach wirkte der Olympiasieger von München 1972 bei den Anleitungen von Bachmann konzentriert: "Unglaublich, dass das trifft", und das Sportidol ließ sich immer wieder einen neuen Pfeil geben, so dass die Wettkampfpause der Bundesliga eine halbe Stunde länger als geplant ausfiel. |
