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Römer stoppt Rohrberg in der Arena der Gladiatoren

Siebte Weltmeisterschaften im Hallenbogenschießen in Nimes / Frankreich

Ausschnitte aus meinem Bericht für die Deutsche Schützenzeitung

Fast schien die Zeit um 2000 Jahre zurückgedreht. Ovationen der Zuschauer begleiteten die Gladiatoren in die Arena. Spannende Zweikämpfe begeisterten das Volk, die Einheimischen feierten ihre Sieger und zum Höhepunkt strahlte der Held aus Rom. Vom 5. bis 9. März 2003 erinnerte das Amphitheater (Arena) im französischen Nimes an die Gladiatorenkämpfe, die in der Zeit von 50 bis 100 nach Christus an gleicher Stelle stattfanden, als die siebten Weltmeisterschaften der Bogenschützen ausgetragen wurden. Im besterhaltenen römischen Baudenkmal trafen sich 303 Bogenschützen aus 49 Nationen, um 16 Weltmeister im Hallenwettbewerb auf 18 Meter Entfernung zu ermitteln.

 

Rohrberg: "Das war absolute Spitze"

Das es für Rohrberg in der Arena nicht zu einer Medaillenvergabe reichte, war für den amtierenden Vizeweltmeister im Feldbogenschießen zu verschmerzen. "Das war absolute Spitze, die Stimmung war genial und ich habe mehr erreicht, als ich gehofft habe". Erst im Januar 2003 hatte Rohrberg die Möglichkeit erhalten, an der WM-Ausscheidung des Deutschen Schützenbundes teilzunehmen. "Ich habe mich nicht speziell vorbereitet", erzählte der angehende Forstwirt, der seinen Schwerpunkt im Feldbogenschießen sieht. "Doch die Bundesliga hilft als Training, denn ich bin relativ faul". Nach dem Bundesligaaufstieg mit dem SV Dauelsen hatte Rohrberg mit seinem neuen Logic-Bogen, der von Udo Böttcher für ihn im Mai 2002 gebaut wurde, den Durchbruch geschafft.
 In Nimes absolvierte er die Vorrunde mit 591 von 600 möglichen Ringen und zog als Vierter unter 69 Startern der Recurve-Herrenklasse in die Endrunde ein. In der ersten Runde ließ er dem Chinesen Tsai Hsieh Fu mit 177:170 Ringen keine Chance und warf danach den Franzosen De Grandis mit 177:174 Ringen aus dem Rennen. Im Viertelfinale wartete Jens Pieper, der zuvor gegen den Schweizer Steve Ebener (179:175) eine blendende Leistung geboten hatte. "Da hatte ich einen richtigen Lauf", erklärte der 35-jährige vom SV Querum. Die zweistündige Pause bis zum deutsch/deutschen Viertelfinale gegen Sebastian Rohrberg bekam Jens Pieper nicht. Nachdem beide optimal mit drei Zehner begannen leistete sich Pieper bei den nächsten drei Pfeilen zwei Neuner und danach eine Acht. "Ich habe die Schulterspannung nicht gehalten, wollte aber nicht noch einmal absetzen." Rohrberg nutzte seine Chance und zog mit 87:85 Ringen davon.

"Bubu" läßt "Gillo" keine Chance

Das italienische Finale schien in der vollbesetzten Arena gemacht für einen Triumpf des Titelverteidigers. Franchilli genoss sichtlich die Anfeuerung von den Rängen und verlor für einen Augenblick die Konzentration. Er musste den Anschlag zum siebten Schuss abbrechen und prompt unterlief ihm anschließend eine Neun. Noch konnte der Favorit lächeln, obwohl Di Buo, im italienischen Team "Bubu" genannt, serienweise Zehner erzielte. Da unterlief ihm der zweite Neuner und dieser Patzer schien seinen römischen Konkurrenten Flügel zu verleihen. Mit optimalen 120 Ringen triumphierte Di Buo gegen den überraschten Franchilli, dessen 118 Ringe in diesem Finale nicht zum Sieg reichten.

Ovationen für Bérengére Schuh und die Favoritin schaut zu

Eine halbe Stunde zuvor hatten die französischen Fans in Bérengére Schuh ihre Heldin gefunden, die sie mit stehenden Ovationen feierten und immer wieder die "Welle" durch die Arena schwappen ließen.

Während die deutschen Frauen schon auf den Tribünenplätzen saßen, brachte in der Arena Bérengére Schuh die französischen Fans zum toben. Im Finale gegen Jennifer Nichols hatte die junge Französin das bessere Stehvermögen. Als sie zum vorentscheidenden 89:87 davonzog, gab es auf den Rängen kein Halten mehr. "Allez les bleus", schallte es immer wieder herunter und Bérengére Schuh erfüllte mit einem klaren 119:116 die Erwartungen der Fans.

Frederick: "Eine Doppelmedaille hatten wir noch nie"

Für Freude im deutschen Lager hatten am Tag zuvor die Junioren gesorgt, die in den Mannschaftswettbewerben zwei Silbermedaillen gewannen. "Eine Doppelmedaille hatten wir noch nie", freute sich Junioren-Bundestrainer Martin Frederick, "wir sind die einzige Nation, die bei den Mädchen und Jungs Mannschaftsmedaillen gewannen".

Mehr über die Bogen-Weltmeisterschaften lesen Sie in der April-Ausgabe der Deutschen Schützenzeitung

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