1500 Kilometer für ein Abendessen
Am Sonntag, dem 13. August 2000 landete ich um 9.00 Uhr morgens zum zweitenmal in meinem Leben auf dem "Roten Kontinent". Der lange Flug nach Australien, unterbrochen von einem Zwischenstopp in Hongkong "18 Stunden im duftenden Hafen", führte mich nach Adelaide. Die Hauptstadt von South Australia strahlt mit schnurgeraden breiten Boulevards mittelstädtische Eleganz aus und ist die erste Siedlung in Australien, die nicht von Sträflingen errichtet wurde.
Im August 2000 wurden in der Nähe von Adelaide die Weltmeisterschaften der Vorderladerschützen ausgetragen, die für mich der Anlass zu meiner langen Reise waren. Aber neben meiner Berichterstattung für die Deutsche Schützenzeitung wollte ich natürlich auch so viel wie möglich von der Stadt mit den vielen Parks - auch "Garden City" genannt - sehen. Aber ich hatte in Adelaide nur wenig Gelegenheit zu fotografieren, so dass es nur zu der nachfolgenden kleinen Auswahl reichte:
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Schon einen Tag nach meiner Ankunft brach ich zu einer abenteuerlichen PKW-Reise ins 750 Kilometer entfernte Pyramid Hill im Nachbarstaat Victoria.
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Von einer kleinen Mietwagenfirma hatte
ich mir einen schicken Wagen geliehen, mit dem ich noch etwas übermüdet
zunächst eine Irrfahrt durch Adelaide absolvierte, bevor ich mein Hotel
erreichte. Tags darauf war ich ausgeschlafen genug, um am frühen Morgen
zu meinem Besuch bei Inge Gottschling (eine Verwandte von Silvia) zu
starten.
Schon eine fahrstunde von Adelaide entfernt kam ich durch Australiens bekannteste Weingegend, dem "Barossa Valley". Nicht von ungefähr kommt hier die Erinnerung an die ferne Heimat in Deutschland auf, denn die Ortschaften sehen heute noch weitgehend so aus, wie sie die ersten deutschen Einwanderer 1839 errichtet haben |
| Das australische Känguruh sieht man unterwegs nur selten. Die kleinen "Wallabies" (rechts) habe ich in einem Garten fotografiert, denn meist sah ich die Tiere nur tot am Straßenrand liegen. Nachts ist die Gefahr recht groß, eines der australischen Wappentiere zu überfahren. Ich war aber nur tagsüber unterwegs und meldete mein Kommen bei Silvia´s Verwandtschaft schon von unterwegs per Handy an. Es ist schon eine einsame Fahrt auf geraden Strecken und kaum Fahrzeugverkehr. Hin und wieder legte ich einen Zwischenstopp ein - mußte ja schließlich.....auch einmal tanken. Mit dem schicken Wagen ließ es sich mit Automatik und Rechtssteuerung auch lange Wege ohne Probleme fahren und schließlich kam ich rechtzeitig in dem unscheinbaren Pyramid Hill an. Nur an eins hatte ich nicht gedacht. Ich hatte die Telefonnummer von Inge Gottschling, aber nicht deren Adresse. | ![]() |
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Kein Problem glaubte ich, es gibt ja
Telefon - aber ausgerechnet jetzt war ich in einem Funkloch. Fragen
brachte auch nichts - "Gottschling ? - Sorry!". Etwas verblüfft
war ich schon, der Ort war ja sicher nicht groß, aber später merkte ich,
dass ich am anderen Ende des Dorfes gefragt hatte. Schließlich fuhr ich
wieder etwas außerhalb von Pyramid Hill bis ich wieder Funkempfang hatte.
Natürlich hatte ich kurze Zeit vorher direkt an Inge´s Haus meinen
ersten Orientierungsstopp gemacht, doch das kleine Holzhaus "Gannadoo"
mit der australischen Flagge hatte ich nicht bemerkt.
Die Freude war riesig, als ich schließlich bei Inge ankam. Sie hatte es wohl doch nicht geglaubt, dass ich für ein Abendessen 1500 Kilometer fahren würde. Naja, so gut kennt sie mich halt doch nicht. |
Ein tolles australisches Steak und der fantastische Wein entschädigten mich für die lange Reise. Wir hatten uns viel zu erzählen, schließlich ist sie ja vor vielen Jahren aus Deutschland nach Australien ausgewandert. Nach einer geruhsamen Nacht weckten mich am frühen Morgen ungewohnte Laute. Inge hatte ihre Friseuse und eine Freundin eingeladen, die ich etwas überrascht mit verschlafenen Augen begrüßte. Es war sich etwas Besonders in dieser abgelegenen Siedlung, dass ich dort erschienen war. Nicht ohne Tränen verabschiedete ich mich am 15. August wieder aus Pyramid Hill und fuhr zurück in Richtung Adelaide, bis ich in Monarto zu meinem eigentlichen Ziel - der Weltmeisterschaften im Vorderladerschießen - ankam.