Bindrich hält dagegen – Gold für Deutschland
Weltmeisterschaften der Wurfscheibenschützen vom 10. bis 17. September 2003 auf Zypern
Ausschnitte aus meinem Bericht für die Deutsche Schützenzeitung
Nach dem Sieg von Jörg Damme im Jahr 1990 mußte die deutschen Wurfscheibenschützen 13 Jahre lang auf einen Weltmeistertitel warten. Auf der Insel der Götter erfüllte Karsten Bindrich die deutschen Hoffnungen mit seinem Sieg im Trapschießen auf dem Wurfscheibenstand in Latsia auf Zypern.
Am dritten Tag der Titelkämpfe, an dem sich 651 Starter aus 72 Nationen beteiligten, begann die Erfolgsgeschichte des 30-jährigen aus Eussenhausen. Der Thüringer eröffnete den Wettkampf mit 74 von 75 möglichen Treffern und lag damit am ersten Tag auf Rang zwei hinter dem fehlerlosen Italiener Giovanni Pelliello. Im deutschen Lager begann das Rechnen, denn Bundestrainer Wilhelm Metelmann hatte vor der Weltmeisterschaft klar definiert: "Wir wollen einen weiteren Quotenplatz". Nach dem Gewinn des ersten Startplatzes in der Disziplin Trap für die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Athen 2004 durch Olaf Kirchstein bei den Europameisterschaften im tschechischen Brünn tat sich die erhoffte zweite Chance auf. Der Italiener Pellielo hatte seinen Startplatz in Athen bereits gesichert und von Bindrich´s Verfolgern hatten Lance Bade und Alexej Alipov ebenfalls für die USA und Rußland zwei Quotenplätze geholt. In der zweiten Runde des 125-Scheiben-Vorkampfes wirkte Karsten Bindrich hochkonzentriert, holte alle 50 Scheiben vom blauen Himmel über Zypern und schloss mit 124 Treffern zu dem führenden Italiener Pellielo auf, dem kurz vor Ende des Vorkampfes ein Fehler unterlaufen war. Damit rückte Bindrich auf Platz eins für das Finale der besten Sechs.
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Doch der Titel war noch nicht vergeben. Um den Weltmeistertitel kam es zum Shoot-Off zwischen Pellielo, Bindrich und dem Russen Alexei Alipov, der mit einem fehlerlosen Finale zu den Führenden aufgeschlossen hatte. Die Aufholjagd Alipov´s endete schnell durch einen Fehlschuss auf die zweite Scheibe. Jetzt war Karsten Bindrich mit Giovanni Pellielo allein im Shoot-Off. Jeder Finalist hatte jetzt nur noch einen statt zwei Schüsse auf die Wurfscheiben. Von Schuss zu Schuss wurde die Spannung größer. Nach einer Reihe von Niederlagen bei den vorhergehenden Entscheidungen wollten die Italiener unbedingt einen Sieg, doch Pelliello verpaßte die zehnte Scheibe. Diese Chance nutzte Karsten Bindrich und fiel nach dem entscheidenden Treffer auf die Knie. Sekunden später hatten ihn Bundestrainer Metelmann und das deutsche Team erreicht und feierten den sensationellen Sieger. "Ich habe es durchgestanden", jubelte Bindrich und Bundestrainer Metelmann strahlte: "Pellielo hat den Weltcup in Lonato gewonnen und jetzt haben wir bei der WM zurückgeschlagen." Verstohlen wischte sich so mancher Deutscher die Freudentränen aus den Augen. "Seit 1994 kämpft er um einen Titel, jetzt ist er ein Profi", so sein langjähriger Trainer Axel Krämer und Axel Wegner erinnerte an längst vergangene Zeiten: "Jetzt heißt der Damme Bindrich".
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Seinen Triumpf verdankt Karsten Bindrich seinem unbedingten Willen. "Ich konnte es schon nicht mehr hören, dass ich ein begnadeter Schütze bin aber nie etwas gewonnen habe." Der zweifache Familienvater richtete sein Leben auf den Schießsport mit dem Ziel aus "auf die Weltspitze zu trainieren". Bindrich sieht sich mit 30 im optimalen Alter. "Seit zwei Jahren geht es richtig gut, doch ich hatte bisher immer etwas Pech. Immer wieder habe ich die Shoot-Off´s verloren, doch das hat mich härter gemacht." |
Die zweite Medaille für Deutschland im Trap-Wettbewerb gewannen Tina Schulz, Janine Wolter und Jana Beckmann. Das Juniorentrio belegte den dritten Platz in der Teamwertung hinter den USA und Rußland.
| Einen überraschenden Medaillengewinn feierten die deutschen Skeetschützen. "Ja,Ja,Ja!!!" jubelte Mark Kometer nach seinem Sieg im Shoot-Off um die Bronzemedaille gegen den US-Amerikaner Adam Knecht. "Es ist mein größter Erfolg und das erste Shoot-Off, das ich gewonnen habe." Mit 10:9 hatte sich der Suhler durchgesetzt, nachdem er mit einer optimalen 25er Schlußrunde den Finaleinzug noch geschafft hatte. |
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Zufrieden mit seiner Leistung war auch Waldemar Schanz. "138 Treffer waren meine beste Leistung mit dem neuen Timer-Schießmodus". Der 35-jährige zeigte in drei 50-Scheiben-Runden gleichmäßige Leistungen und hatte in der letzten Runde die Chance, sich für das Finale der besten Sechs zu qualifizieren. "Hier herrschen ideale Bedingungen. Die Sicht ist gut und trotz des Windes fliegen die Scheiben stabil." Ausgerechnet die vorletzte Doublette verfehlte der Wiesbadener und dieser Fehler kostete ihm den Finaleinzug. "Der Doppelfehler kam völlig überraschend, dennoch bin ich zufrieden. Es hätte aber mehr sein können." Ein Treffer mehr und der zweifache Vizeweltmeister hätte das Finale geschafft. Eine vordere Platzierung wäre aber nicht mehr möglich gewesen, denn der Wettbewerb wurde von Walter Eller und Russel Mark dominiert. Der 21-jährige Amerikaner, der zuletzt den Weltcup in Suhl gewonnen hatte, traf auf den 18 Jahre älteren australischen Olympiasieger von Atlanta 1996 und hielt mit einer 48er Finalrunde einen Treffer Vorsprung bis zum Schluß.
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