Der lange Kampf um den Tanzoskar, oder: Helden am Abgrund
Es sind die Tage, an denen Bretter die Welt bedeuten. Es sind die Bretter, die nicht mehr nur einfach lang und schmal sind, sondern tailliert und heute Carving-Ski heißen. Für einen richtigen Carving-Schwung braucht es erstklassige Skipisten, Pulverschnee und die Lust, sich mit frischer Energie in das Geheimnis des Pistenzaubers zu stürzen.
Von alledem konnten 37 Skifans der Kreissparkasse Groß-Gerau nur träumen, als sie sich am Freitagnachmittag, dem 30. Januar 2004, mit einem Bus auf die knapp 600 Kilometer lange Anreise ins österreichische Uttendorf machten. Petra und Hans-Dieter hatten die zehnte Sparkassen-Skifreizeit organisiert. Ausreichend Sekt und Plätzchen vom Personalrat, ein "Für alle Fälle"-Paket der Organisatoren und der Einstand von Helge, Sascha und Thomas ("Hoch de´ Humpe, Nachbar stumpe, kurz gewunke, Humpe pumpe") sorgten für Kurzweil im Bus. Erstmals wurde die "Schmittenhöhe" im Pinzgau als Wochenend-Erlebnisberg gewählt. Träumen durften die Skibegeisterten während der zehnstündigen Busfahrt von 75 Kilometer besten präparierten Pisten zwischen 1.000 und 2.000 Meter Höhe, aber auch von der österreichischen Gastlichkeit mit 20 Berghütten und -restaurants bei denen einige mit ihren Schirmbars für das stimmungsvolle Highlife auf dem Gipfel oder an der Talstation beim Aprés Ski sorgten.
Teamtraining auf der Schmittenhöhe
Müde, aber voller positiver Erwartungen kamen die Sparkassenkollegen kurz vor Mitternacht im "Bichlwirt" in Uttendorf an. Früher war der Landgasthof zwischen Zell am See und Mittersill eine Raststätte an der Hauptstraße. Heute liegt er mit einer jahrhundertalten Tradition ruhig und abseits, hat sich aber eine besondere Atmosphäre mit typisch österreichischen Gastlichkeit geschaffen. So überraschte die Familie Meier ihre späten Gäste aus Groß-Gerau mit einem Abendessen. Zum Feiern der Ankunft blieb in diesem Jahr nur wenig Zeit, denn schon am frühen Samstagmorgen mußten alle fit sein, denn um 9.00 Uhr ging´s mit der Areitbahn von Schüttdorf aus hinauf ins Skigebiet. Sigrun nutzte die Chance zu einem Gruppenfoto und dann schlugen alle Herzen höher, denn der Himmel strahlte im schönsten Blau, die Sonne erhob sich immer höher und es taten sich herrliche Blicke auf die verschneiten Gipfel der Hohen Tauern und Kalkhochalpen auf.
| Jetzt wurden die Träume wahr: Beste
Schneeverhältnisse und eine tolle Pistenpräparierung sorgten dafür,
dass sich die Sparkassenkollegen schnell verstreuten. Meist hatten sich
kleine Gruppen - je nach Fahrkönnen - gefunden, die ihre Schwünge in die
Pisten rund um die 2000 Meter hohe "Schmittenhöhe" zogen.
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Ob auf der "Sonnalm", der
"Kettingalm" auf dem "Sonnkogelpfiff" oder "Schmitten-Pfiff",
immer wieder sahen sich bekannte Gesichter in ihren bunten Skianzügen.
Stets eine gute Gelegenheit, fernab der Sparkassenarbeit, mit einem "Williams"
oder "Wodga-Feige" auf eine neue Teambildung anzustoßen. Die
Begeisterung zum Teamtraining hatte aber Grenzen, denn um 16.00 Uhr
endeten die Fahrzeiten der Gondelanlagen und damit deutlich früher als
bei den Sesselliften. Danach mußte jeder Skifahrer die schwierige
Talabfahrt nach Schüttdorf in Kauf nehmen. Am späten Nachmittag war bei
den Pisten ins Tal von der Präparierung des Vormittags nicht mehr viel
wieder zu erkennen. Eher hinterließ die Abfahrt jetzt die Merkmale einer
vereisten Buckelpiste. Da hatten auch die Könner ihre Mühe, ohne "Wackler"
ins Tal zu kommen.
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Orange für die Helden des Abgrunds
Pech für die Anfänger, die die letzte Gondel ins Tal verpaßt hatten. Zwei Kollegen, deren Träume von den Brettern der Welt noch jung waren, mußten sich der schwierigen Herausforderung stellen. Rainer und Thomas verdienten sich dabei die Anerkennung ihrer erfahrenen Skifahrer-Kollegen. Das Orgateam ließ es sich nicht nehmen, die beiden "Helden des Abgrunds" am Abend mit zwei leuchtend orangenen Skimützen für ihre Leistung zu ehren.
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Andere feierten ihre
"Ausrutscher" am Hang an Ort und Stelle bei der Ankunft in der
Schüttdorfer Skibar. Ob mit Glühwein oder "Anton,Anton"-Gesang
wurden die Flüche über die schwierige letzte Abfahrt schnell zu lustigen
Geschichten.
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Zeit zum Relaxen blieb den Sparkassenkollegen am Samstagabend nicht. Dem gemeinsamen Abendessen folgten Stunden, wie es auch erfahrene Sparkassen-Skifreizeitteilnehmer in zehn Jahren noch nicht erlebt hatten. Petra und Hans-Dieter hatten angekündigt, dass am Abend im Saal des "Bichlwirts" ein österreichischer Maskenball stattfindet.
Tarzan und der Kampf um den Tanz-Oskar
Während die Einheimischen mit phantasievollen Verkleidungen den Saal füllten, saßen die Sparkassenkollegen noch etwas unschlüssig im Speisesaal. Keiner hatte sich verkleidet. "Wie feiern die Österreicher eigentlich Fastnacht?" Die Stimmung im Saal unter den Einheimischen stieg, da riskierten die ersten Sparkassenkollegen einen Blick.
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Fast unmerklich verschwanden einige Kolleginnen und kehrten wenig später prächtig maskiert zurück. Der Anfang war gemacht, jetzt wurden auch die Herren lockerer. Phantasievoll wurden kurzfristig Verkleidungen entwickelt und plötzlich hatten sich die Groß-Gerauer unter die Einheimischen gemischt. Die Augen der einheimischen Girls brachten Thomas und Sascha mit ihren Tarzan-Kostümen zum leuchten. Je besser die Liveband ihre Hits schmetterte, desto mehr nahmen die Herren der Kreissparkasse den Kampf um den "Tanz-Oskar" auf. |
| Bei Damenwahl landete so mancher
Groß-Gerauer im Netz der Vogelspinnen oder auf den Flügeln des
Phantasievogels. Zur Begeisterung der Sparkassenfrauen lieferten sich
Holger, Stefan, Walter und Richard mit wechselnden Partnerinnen
(manchmal auch Partnern) ein stundenlanges Duell, das am frühen Morgen
mit einem erschöpften Remis endete. Letzte Kräfte hatte auch Petra
mobilisiert, als sie sich zu einem Rock´n Roll-Überschlag hinreissen
ließ.
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Wenige Stunden später klingelte der Wecker und dem Tanz auf dem Parkett folgte der Tanz auf den Pisten. Die Kollegen, die auf dem Tanzparkett zurückhaltender waren, konnten am Sonntag ihre Kondition auf den Skipisten zeigen. Neue Gruppen fanden sich, um neue Gemeinsamkeiten auf noch unbekannten Abfahrten testen zu können. Noch einmal bot sich ein blau-weißes Bergpanorama bevor die letzte Abfahrt das Ende eines stimmungsvollen Skiwochenendes ankündigte.
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