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Freiburger Pflicht und Tachertinger Kür

Zweites Wettkampfwochende der Bogen-Bundesliga Süd in Trostberg

Ausschnitte aus meinem Bericht für die Deutsche Schützenzeitung

Mit 13 Siegen und einem Remis in 14 Begegnungen ist die Feuerschützengesellschaft Tacherting der dominierende Verein in der Bogen-Bundesliga Süd. Vor knapp einhundert Zuschauern in der Landkreisturnhalle in Trostberg zeigte das Team um Armin Garnreiter eine makellose Leistung und am zweiten Wettkampftag mit 14:0 eine optimale Punktausbeute.

"Momentan gibt´s keinen, vor dem wir Angst haben müssen", so der Olympiazehnte von 1984 nachdem die Bayern ihren Vorsprung gegenüber Meister Welzheim auf acht Punkte ausgebaut hatten. "28 Punkte braucht man zur Finalteilnahme", rechnet Garnreiter vor, "den einen Zähler werden wir noch holen und dann können wir etwas ausprobieren." Tacherting mußte erneut auf den Einsatz von Nationalschützin Sabine Striegl verzichten, die bei der Bundeswehr einen Unteroffizierslehrgang absolviert. "Sie muss ihre Laufbahn planen", akzeptiert Armin Garnreiter das Fehlen der 20-jährigen, "und zu Dritt hat bei uns im Team keiner eine Ausrede mehr". Ihre Probleme beim Saisonstart in Feucht legte Veronika Haidn-Tchalova in eigener Halle ab und fügte sich nahtlos ins Team mit Robert Blum und Armin Garnreiter ein. Nur einmal mußten die Tachertinger um den Sieg zittern, als in der dritten Begegnung das Ditzinger Trio überraschend gut mithielt. Beim Stand von 226:225 für Tacherting kam es zum spannenden Zweikampf zwischen Robert Blum und Michael Kohl.

Mit 27:28 verlor der Ditzinger das Duell und Blum sicherte den knappen 255:253 Erfolg für FSG Tacherting. Erst im letzten Match gegen Meister SGi Welzheim ließen die Bayern wieder Spannung aufkommen, nachdem sie Dörsdorf (260:227), Freiburg (256:250) und Feucht (258:247) ihre Grenzen aufgezeigt hatten.

Das Prestigeduell gegen die noch ungeschlagenen Tachertinger eröffneten die Welzheimer mit 87:85, doch in der Schlußphase hielten Alexander Fröse, Anja Hitzler und Jeff Henckels dem Druck nicht stand. Zwei Achter von Hitzler und zweimal eine Sieben von Henckels bei den letzten Pfeilen brachten Tacherting den entscheidenden Vorteil zum 258:250 Sieg. "Das war heute nicht unser Tag", stellte Welzheim´s Trainer Julius Steinheil danach fest, "wir waren nicht gut drauf, doch beim nächstenmal ist Sandra Sachse wieder dabei." Ohne die 34-jährige Leistungsträgerin leistete sich Welzheim zum Auftakt des zweiten Wettkampftages einen kapitalen Fehlstart. Anja Hitzler schoss einmal an der Scheibe vorbei und diesen Patzer nutzte Schlußlicht Rehau. Mit 245:241 Ringen holte sich das Team von Trainer Helmut Ring zwei überraschende Punkte. "Dabei wollten wir es heute langsam angehen lassen", lächelte Ring nach dem Überraschungscoup seines Teams, denn zum Auftakt stand der 71-jährige Reinhold Pittner im Team.

Reichlich Geschenke wurden am Nikolaustag in Tacherting auch verteilt. Im ersten Match leisteten sich die Freiburger gegen Dörsdorf zum Auftakt zwei Fehlschüsse und lagen nach neun Pfeilen mit 66:78 scheinbar aussichtslos zurück. Doch die Saarländer standen den Breisgauern nicht nach und leisteten sich in der zweiten Passé ebenfalls zwei "Fahrkarten". Danach führte Freiburg mit neun Ringen Vorsprung und ging nach 27 Pfeilen mit 231:220 Ringen als Sieger von der Schießlinie. "Das war heute unser Nikolausgeschenk", bedankte sich Martin Cornils, dessen Team sich mit dem glücklichen Sieg und dem Welzheimer Ausrutscher auf Platz zwei verbessert hatte. "Wir sollten unser Glück nicht herausfordern", warnte Viktor Popov seine Teamkameraden, doch in den ersten vier Begegnungen lief es rund für die Freiburger. "Vier Siege in den ersten Begegnungen sind Pflicht", meinte Cornils während der Wettkampfpause, "dann ist der Druck weg und es kommt die Kür". Doch der Freiburger Sturm in Richtung Tabellenspitze wurde jäh gestoppt, denn nach der Pause zeigten die Tachertinger "ihre Kür" und leiteten mit 256:250 eine Freiburger Niederlagenserie ein.

Im Kampf um die Finalteilnahme hat sich hinter Tacherting, Welzheim und Freiburg der SV Dörsdorf vom fünften auf den begehrten vierten Tabellenrang verbessert. Axel Ewen, Klaus Seckler, Karsten Latz und Eugen Gessner kamen erst spät in Schwung und zeigten beim wichtigen 252:250 über Ditzingen ihre beste Leistung.

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