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Heimliche Schwärmerei in Straßburg

Jubiläumsklassenfahrt der 10bR

Es war die Einladung zu einer Klassenfahrt der besonderen Art, bei der etwas Außergewöhnliches geboten werden sollte. Gemeinsam mit Margit und Gerhard hatte ich die "Jubiläumsklassenfahrt" unserer ehemaligen Schulklasse in der Groß-Gerauer Johannes-Angelus-Schule vorbereitet. 34 Jahre ist es jetzt her, dass wir im Jahr 1970 aus dem Schul- ins Arbeitsleben wechselten, ausgestattet mit vielen Visionen, nicht zuletzt auch beeinflußt von den Ausläufern der 68er Jahre und unseren Träumen vom Frieden in unserer Welt.

Die Realitäten haben in den Jahren die Träume verdrängt, aber eins ist den ehemaligen Klassenkameraden des Jahrgangs 1954/55 geblieben - eine Vertrautheit, die sich in der Schule entwickelte und viele Jahre später noch immer vorhanden ist. Es war für mich ein wunderbares Erlebnis, diese Vertrautheit an diesem Wochenende vom 25. bis 26. September 2004 in Straßburg zu erleben. Auf dieser und den folgenden Seiten möchte ich die Stunden der Klassenfahrt noch einmal aufleben lassen und Ihnen mit meinen und Gerhard´s Bildern eindrucksvoll untermalen.

"Hallo Ihr Lieben! Nun ist er endlich da, der Tag unserer Klassenfahrt - und ich bin krank"

Ein Jahr zuvor hatten wir uns in der Dornheimer Gaststätte "Zur Sonne" entschlossen, aus Anlass unserer 50. Geburtstage, eine Jubiläumsklassenfahrt zu unternehmen. In einer knappen Abstimmung entschieden wir uns für ein Wochenende in Straßburg. Es sollte eine goldrichtige Entscheidung sein.

13 ehemalige Klassenkameraden hatten ihr Kommen angekündigt, doch kurzfristig mussten wir die krankheitgsbedingten Absagen von Margit und Rainer hinnehmen. Ausgerechnet Margit, unsere 1,56 große (oder: kleine) engagierte Streiterin für den Erhalt der Klassengemeinschaft. Immer wieder hat sie die Initiative ergriffen, um Klassentreffen zu organisieren. Es ist wohl die Natur von uns Menschen, dass wir nicht immer zuverlässig sind und Margit durfte das bei ihren  Initiativen immer wieder erleben. Viele unserer Klassenkameraden antworteten auf ihre Einladungen nicht und es war schon eine gute Portion Engagement, dass sie es immer wieder versucht hat ein Treffen zu arrangieren. Dann hatte es Margit auch noch mit mir und Gerhard als Mitorganisatoren zu tun. Bis März wollte wir unsere "Vorfahrt" absolviert haben, doch weder Gerhard noch ich hatten es da besonders eilig. Margit´s Ärger konnten wir verstehen und so wollten wir sie in Straßburg für ihre Mühe und Treue richtig hoch leben lassen,  doch....

...dann schlug bei ihr die Angina zu. Kurz vor Beginn unserer Klassenfahrt erreichte mich ihre Absage. Aber ich denke, in unseren Herzen war sie mit dabei und sie hatte sogar einen Brief als besonderen Gruß an alle Teilnehmer geschrieben, den sie mir mitgab und ihn dann am Abend verlesen sollte. Es  sollte eine Odysee für einen Brief werden, der letztlich nie in Straßburg angekommen ist. Zum Glück hatte ich vorher "gespickt" und konnte zumindest inhaltlich den Text meinen Schulfreunden wieder geben.

Auf eine Insel des Friedens mitten in einer Stadt

Für unsere Klassenfahrt hatten Gerhard und ich einen detaillierten Zeitplan aufgestellt und es hat mir richtig Spass gemacht, dass wir den bis zum Sonntagnachmittag ohne Probleme einhalten konnten. Es hat sich ausgezahlt, dass wir bei unserer Vorfahrt im Juni alles gründlich vorbereitet hatten. Doch wie immer beim Organisieren - die Überraschungen beleben das Geschehen....

....und ohne Überraschungen blieb dieses Wochenende nicht

7.00 Uhr - Abfahrt in Groß-Gerau am Parkplatz Hallenbad

Für mich klingelte der Wecker schon eineinhalb Stunden früher: "Bloß nicht verschlafen, nicht an diesem Tag". Ich habe es knapp geschafft und alle waren da. Geplant hatten wir, dass mit drei PKW´s gefahren wird. Alle hatten sich ihren Fahrer und der seine Mitfahrer ausgeguckt, bis auf einen. Klaus erklärte uns kurzerhand, dass er allein fahren will.....naja,....

An was wir nicht gedacht hatten, dass Klaus nicht die genaue Adresse unseres Hotels in Straßburg wusste.

9.30 Uhr - Über die BAB erreichen wir Straßburg Hotel IBIS Quartier Petite France

Um 9.30 Uhr waren alle da....bis auf einen (!?!). Ich hatte zusammen mit Rudolf noch Gabi in Darmstadt abgeholt und hätte eigentlich als letzter im Hotel ankommen müssen, aber es gab zwei Überraschungen. Die erste, im Hotel gab es nur einen PKW-Stellplatz für uns - Gerhard war der Glückliche! Die zweite, Klaus war noch nicht da.....eine halbe Stunde später.....immer noch nicht....

Sehen´s wir positiv, er ist allein im Auto und hat sich verfahren. Gehen wir erst einmal frühstücken.....

eine weitere halbe Stunde später.....immer noch nicht. Ist etwas passiert, sollten wir zu Hause anrufen. Als wir noch hin und her überlegten, stand er plötzlich im Frühstücksraum. In Straßburg gibt es fünf IBIS-Hotels und Klaus absolvierte erst eine IBIS-Rundfahrt, bevor er uns fand. Jetzt waren wir alle zusammen, verpaßt hatten wir den geplanten Empfangscocktail. Irgentwie hatten Gerhard und ich den auch bei unserer Planung vergessen....

11.30 bis 13.30 Uhr - Führung durch die Altstadt von Straßburg mit Münster, anschl. Stadtbummel

Trotz des kleinen Fauxpas von Klaus kam unser Zeitplan nicht durcheinander. Unser Hotel lag ganz in der Nähe der Altstadt von Straßburg und wir mussten nur einen kurzen Spaziergang machen, um zum Beginn unseres Stadtrundgangs am Münster zu kommen.

Entlang der "Grand Rue" vorbei am "Place Gutenberg" waren wir rechtzeitig an der Touristen-Info am Münster. Wir hatten uns um 10.30 Uhr verabredet mit der deutschsprachigen Reiseführerin Ingrid, die allerdings früher da war als erwartet. "Sind schon alle da, wir können auch früher beginnen", unternehmenslustig war Ingrid schon, doch bei uns fehlte noch einer: Klaus !!! Kurzerhand hatte er sich einen Espresso in einem Cafe gegönnt. Nicht´s war´s mit der Gemütlichkeit, es ging direkt an den Hintereingang des Münsters und Ingrid legte los.

Das ab 1015 erbaute Straßburger Münster ist das Wahrzeichen und Herzstück der Stadt. Zunächst eine romanische Kirche wurde es später hochgotisch und erst 1439 wurde der 142 Meter hohe Nordturm fertiggestellt. Sehenswert sind im Innern die Glasmalereien aus dem 12. bis 14. Jahrhundert, die spätgotische steinerne Kanzel und der berühmte Engelspfeiler im südlichen Querschiff. Dort durften wir auch auf Anraten unserer Reiseleiterin den Ablauf der astronomischen Uhr verfolgen.

Mit etwa 252.000 Einwohnern ist Straßburg die größte Stadt im Elsaß, aber bei einem Stadtbummel kann man die Altstadt gemütlich zu Fuß erkunden. Vom Münsterplatz liefen wir zum ehemaligen Gerberviertel "Petite France" mit seinen alten malerischen Fachwerkhäusern. Hier begann die Lust am Klassentreffern zunächst mit einer Reihe von "Klassenbildern". Immer wieder musste unsere Reiseführerin ran, um die elf ehemaligen Schulkameraden zu fotografieren.

So kamen wir uns langsam näher und es machte immer mehr Spaß mit den "alten" vertrauten Gesichtern durch die Stadt zu schlendern. An der Ill liefen wir bis zu den gedeckten Brücken "Ponts Couverts" und zum Vauban-Wehr, von dessen Aussichtsterrasse man einen schönen Blick über Straßburg hat.

Wir hatten viel gesehen mit unserer Reiseführerin Ingrid, die wir am "Place Kleber" mit einem herzlichen Dankeschön verabschiedeten. Jetzt hatten wir zwei Stunden Zeit, bis unser nächster Programmpunkt begann. Zeit genug, für einen kleinen Imbiss im "Le Gruber", einem elsässischen Restaurant in der Rue du Maroquin. Fast einheitlich stürzten wir uns auf die elsässischen Spezialitäten "Flammekueche" - in allen möglichen Variationen und beim ersten Glas Wein wurden allmählich die Augen müde.....und am Himmel wurde es langsam dunkel.

Wenn Sie die Geschichte unserer Klassenfahrt weiter verfolgen wollen, dann

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