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Der Maler von Notre Dame...

...oder eine Nacht in Paris

Es war spät,  zu spät für Napoleon, um dessen Grab zu besichtigen - aber das ist ja bekanntlich eine andere Geschichte. Nach einem mehr oder weniger intensiven Rundgang durch den eintrittfreien Bereich des Invalidendoms beschlossen wir, dass es langsam Zeit ist, an unsere Nacht in Paris zu denken. Also zurück mit der Metro - es war noch nicht die letzte - ins Hotel "D´Espagne" und fit gemacht für die Nacht - so wie es halt zwei Männer machen, die die Pariser Nacht erleben wollen.......um zu fotografieren!

Die Fotoapparate und das Stativ am Mann und die Lust auf Bilder, die an diesem Abend etwas ganz besonderes werden sollen - auf jeden Fall viel besser, als vor 34 Jahren. Kein Problem, bei der heutigen Fototechnik, wenn man(n) weiß wie es geht.

Von unserer Metrostation "Grands Boulevards" mit der Linie 9 zum "Place du Trocadero", einem Platz, der an eine Schlacht zwischen Frankreich und Spanien im Jahr 1823 erinnert, aber für uns von besonderem Interesse war, weil er einen unbeschreiblich schönen Blick  auf den Eiffelturm freigibt. Doch für Rolf war eine Frau an der "Façade de l'Esplanade" am Palais de Chaillot das bessere Motiv.

"Die Frau ist hier größer als der Eiffelturm", so die Erklärung, "eine so schöne Frau kann nicht groß genug sein."

Aber wir hatten auch festgestellt, dass es für Nachtaufnahmen viel zu früh war. Kurz entschlossen stellte sich bei uns der Hunger ein und gleich um die Ecke gab´s echt französische Küche für Touristen - genau das richtige für uns. Nicht besonders gut, aber preiswert. So warteten wir im Restaurant "Le Coq" den herannahenden Abend ab.

 

 

 

Die Flasche "vin rosé" war geleert und jetzt hatten wir den richtigen Blick für das, was wir in den nächsten Stunden sehen und fotografieren durften. Besonders sehenswert ist die Beleuchtung des Eiffelturm bei Nacht, wenn die einzelnen Streben hell beleuchtet werden und auf der Spitze ein Leuchtfeuer arbeitet, um die Luftfahrt zu warnen. Der 324 Meter hohe Eiffelturm, nach seinem Erbauer Gustave Eiffel benannt, sollte das Symbol der Weltausstellung von 1889 und ein Zeichen zum 100. Jahrestag der Französischen Revolution werden, aber er sollte nach zwanzig Jahren wieder abgerissen werden. Doch er erwies sich als sehr nützlich für die aufkommende Funktechnik und es konnte die erste Funkverbindung über den Atlantik über den Eiffelturm hergestellt werden und heute ist er sicher eines der bekanntesten Gebäude in der Welt und wird etwa von sechs Millionen Menschen jährlich besucht. Wir waren auch da und jetzt staunen Sie über unsere Eiffelturm-Impressionen bei Nacht.

Tief beeindruckt von den Bildern des Eiffelturms bei Nacht war unsere Motivation - trotz fortgeschrittener Stunde in Richtung Mitternacht - jetzt besonders gut. Da geht noch mehr - aber zunächst einmal erst zu Fuß. Etwa eineinhalb Kilometer sind es vom "Trocardero" zum "Arc de Triumph", immer entlang der Avenue Kleber. Nach knapp zwanzig Minuten hatten wir unser nächstes Ziel erreicht - mir war zu diesem Zeitpunkt nicht klar, dass es noch eine Nacht mit dem Marathonmann werden wird.

„Ihr werdet durch Triumphbögen heimkehren!“

Dieser Satz von Napoleon steht für die Grundsteinlegung des Arc de Triumph im Jahr 1806, der mitten auf dem "Place Charles de Gaulle" steht  und erst nach 30 Jahren fertiggestellt wurde, als der große französische Kaiser und die meisten seiner Soldaten schon nicht mehr lebten. Heute ist das 50 Meter hohe Monument neben dem Eiffelturm das Wahrzeichen von Paris. Es ist Teil der Achse Louvre - Place de la Concorde - la Defense. Unter dem Bogen brennt die ewige "Flamme du Souvenir" auf dem Grab des unbekannten Soldaten,  die an alle die Gefallen der Kriege erinnert, die nie identifiziert wurden.

An dieser Stelle halten wir kurz inne und erinnern uns an das Thema dieser Geschichte "Der Maler von Notre Dames". Dieser Maler hat seine erste Arbeit zum Thema Paris genau an dieser Stelle geleistet und wir wollen uns es nicht nehmen lassen, Ihnen das erste Kunstwerk von "Monsieur Rolf" vorstellen - ergänzt mit einem entsprechend angepassten Schwarzweißbild aus dieser Nacht am Arc de Triumph.

Es war spät geworden, schon lange nach Mitternacht, doch auf den Spaziergang über die "Avenue des Champs-Élysées" wollten wir nicht verzichten. Schließlich leiten sich die „Elysische Felder“ ab von dem gesegneten Gefilde Elysion, wohin laut der griechischen Mythologie auserwählte Helden versetzt werden - genau das Richtige für uns !!

Nun, mehr als zwei Kilometer mit Fotorucksack und Stativ - nicht gerade das was Helden glücklich macht. Rolf hatte es da "leichter" und jetzt merkte ich den Unterschied zwischen mir und dem "Marathonmann". Da standen wir nun auf der unter Ludwig XIV. im Jahr 1667  von André Le Nôtre gestalteten Promenade. Exakt in der Verlängerung der Zentralallee des Tuileriengartens ging die Champs-Elysées hervor, gleich einer nach Westen ausgerichtete Schauachse. Wir haben uns hier umgeschaut, besonders nach dem mitternächtlichen Verkehr.

Wir haben geschaut, nach links, nach rechts und in die Mitte - denn eins musste sein - einmal wieder mitten auf der Champs-Elysées stehen. Lange sind wir hier aber nicht geblieben, nicht nur wegen des Verkehrs, der nach Mitternacht nicht weniger wurde. Immer wieder sind wir aber zur Straßenmitte zurück gekehrt, um einfach die tollen Bilder zu machen, die Sie an dieser Stelle bewundern können.

Nach zwei Kilometer Fußmarsch durch das nächtliche Paris erreichten wir (stöhn...) endlich den Place de la Concorde. Dieser "Platz der Eintracht" hat in der Geschichte schon viele Köpfe rollen sehen. Besonders im Jahre 1792, als er in "Place de la Révolution" unbenannt wurde und die Guillotine ihr blutiges Werk verrichtete. Insgesamt 1119 Menschen verloren damals hier ihren Kopf, auch der schöne Kopf von Königin Marie Antoinette war dabei. Ein Glück, wir haben den Platz in dieser Nacht unbeschadet überquert und hatten viel Zeit, die folgenden wunderschönen Bildaufnahmen zu machen.

Im Jahr 1795 erhielt der Place de la Concorde seinen heutigen Namen. Vierzig Jahre später bekam der größte Platz von Paris sein markantes Gesicht durch den 22 Meter hohen "Obelisk von Luxor". Das über 3000 Jahre alte Kunstwerk ziert die Platzmitte und alljährlich am 14. Juli findet der französische Nationalfeiertag hier seinen Höhepunkt. Zum feiern hatten wir in dieser Nacht aber keine Zeit mehr, denn wir wollten unbedingt noch die Nacht am Louvre genießen. Vorbei an den sündhaft teuren Galerien, Antiquitäten- und Schmuckgeschäften durch die berühmten Arkaden der "Rue de Rivoli" - sie ist eine der bekanntesten Ladenstraßen von Paris - erreichten wir nach einem weiteren Kilometer Fußmarsch endlich den noch hell beleuchteten Louvre.

Jede Nacht endet einmal - auch in Paris.....aber: Unser Kilometerpensum war noch nicht erfüllt - meine armen Füße (dazu später mehr!) und dann noch den "Marathon-Mann" als "Pacemaker". Nassgeschwitzt (nur ich !!) schafften wir es in einer knappen Viertelstunde, die eineinhalb Kilometer bis zum Hotel zurück zu legen. Der Uhrzeiger hatte sich weitergedreht und um 1.30 Uhr morgens war es die richtige Zeit eine gute Flasche "vin rouge" zu genießen. "Bonne nuit"

Am Morgen danach erwarteten uns viele neue Eindrücke - wenn Sie erfahren wollen, wie wir das "Geheimnis von Saint Martin" entdeckten, dann

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