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Père Lachaise und das Geheimnis von Saint Martin

Unser zweiter Tag führte uns - abseits der touristischen Attraktionen - in ein weitgehend unbekanntes Paris. Rolf erinnerte sich an einen früheren Besuch in Paris, als er erstmals von dem Friedhof "Père Lachaise" hörte.  Schließlich sei dort der berühmte Doors-Sänger Jim Morrison begraben und wer kennt ihn nicht, den "Rider on the storm". Aber auch einmal am Grab von Edith Piaf zu stehen und ganz leise zu summen "non je ne regrette rien".

Nach sechs Metro-Stationen und drei Kilometer mit der U-Bahn hatten wir schließlich "Père Lachaise" erreicht.

Es ist der größte Friedhof von Paris und einer der berühmtesten der Welt, denn hier finden sich die Gräber berühmter Persönlichkeiten. "Es ist kein Problem Jim Morrison oder Frederic Chopin zu finden", las Rolf in einem Reiseführer. Gut, wir hatten keine Ahnung und dafür wurden wir in den nächsten Stunden eines wesentlich Besseren belehrt.

Es begann ein Irrweg durch die vielen Grabmonumente. Lange breite Straßen ziehen sich wie Achsen über das Gelände des Friedhofs und geben ihm damit seine Struktur. Dazwischen sind kleine Wege, die keiner richtigen Ordnung gehorchen scheinen. Durch die Bäume und die hohen Gräber entsteht ein bezauberndes Spiel zwischen Licht und Schatten - gemeinsam mit der Ruhe mitten in Paris wirkt alles wunderschön und zugleich unheimlich

Folgen Sie uns jetzt - aber bitte ganz leise - durch "Père Lachaise"

Er war der "Monsieur 100.000 Volt"er sang von "Nathalie" und er ist der französischer Chansonnier......und plötzlich stehen wir vor seinem Grab. "Ist Gilbert Becaud gestorben?" fragten wir uns und waren überrascht, dass der Sänger mit der weiß gepunktete Krawatte und dem blauem Anzug schon am 18. Dezember 2001 gestorben ist. Eine Weile ruhten unsere Blicke auf den vielen Blumen und Erinnerungsstücken, die Verehrerinnen noch heute auf dem Grab hinterlassen. "Ton public ne t´oublie pas" - die Fans vergessen ihren "Gilbert" nicht. Fast zwanzig Jahre vor Gilbert Becaud starb Edith Piaf, doch auch die weltberühmte Chansonsängerin ist bei ihren Fans noch unvergessen. Ihr Grab war unser Grund, den Friedhof "Père Lachaise" zu besuchen, doch es dauerte nahezu zwei Stunden bis wir die letzte Ruhestätte der mit "Non, je ne regrette rien" weltberühmt gewordenen Edith Piaf fanden. Es war eher ein glücklicher Zufall, denn eine kleine Touristengruppe hatte sich um das der 1963 verstorbenen Édith Giovanna Gassion versammelt. Der schwarze Marmorblock, geschmückt mit Rosen und einigen Souvenirs vermittelt den Eindruck, als wäre die Beerdigung erst gestern gewesen. Es ist ruhig um uns herum geworden. Die Menschen sind in sich gegangen, niemand spricht jetzt mehr. Vorsichtig nähern sich einige Menschen dem Marmorblock, lesen die Inschriften und treten gleich danach wieder zurück. Es ist ein besonderes Gefühl, was uns in diesem Moment umgibt - die Welt scheint still zu stehen.

"Entweder geht diese scheußliche Tapete – oder ich", waren die letzten Worte von Oscar Wilde, als er am 30.  November 1900 in Paris starb. Überliefert ist auch sein Kommentar: "Ich sterbe über meine Verhältnisse."  Wilde wurde zu seiner Zeit als Schriftsteller bewundert und war im prüden viktorianischen England zugleich als Skandalautor, Upstyler und Dandy verschrien. Er war berühmt für geschliffene Sprachgewandtheit und extravagantes Auftreten.  Das im Jahr 1909 von Jacob Epstein gestaltete Grabmal wurde von einer unbekannten Lady finanziert. Es zeigt einen zehn Tonnen schweren männlichen Engel über dem Grab, das übersät ist mit kleinen Botschaften der vielen Verehrer des 1854 in Dublin geborenen Iren.

"So weit die Füße tragen", von "Père Lachaise" aus versprach mir Rolf, dass wir jetzt einen echten Geheimtipp in Paris sehen werden. Gut, zunächst lag ein scheinbar unendlicher Fußmarsch entlang der Avenue de la République vor uns. Durch die Häuserschluchten von Paris - für Rolf ein Erlebnis beim Blick auf die Dachwohnungen....

...schließlich erreichten wir den "Geheimtipp" - Der Kanal wird heute für die Schifffahrt kaum noch genutzt. Durch seine pittoreske Gestalt, die die vergangene Betriebsamkeit noch erahnen lässt, ist er jedoch in Paris zu einem beliebten Erholungsgebiet geworden. Erholung war für mich auch notwendig, doch  von einem Geheimtipp habe ich nichts gesehen. Ganz anders Rolf, dessen Begeisterung über den Canal Saint Martin sie in den nächsten Bildern miterleben können.

Der "Canal Saint Martin" wurde im Jahr 1825 eröffnet, nachdem sein Bau unter der Herrschaft von Napoléon Bonaparte im Jahr 1802 beschlossen worden war. Er hat eine Länge von ca. 4,6 km, auf der mit Hilfe von fünf Schleusen ein Niveauunterschied von 25 m überwunden wird.

Mit Rolf´s Träumen von einer Dachwohnung in Paris beenden wir den zweiten Teil unserer Reise. Freuen Sie sich auf Teil drei und klicken hier

 

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