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Unten beginnt das Geheimnis des Erfolges

Erster Wettkampftag der Bogen-Bundesliga Süd in Oberkotzau

Ausschnitte von meinem Bericht für die Deutsche Schützenzeitung

Der neue Wettkampfmodus mit jeweils sechs Pfeilen in vier Durchgängen stand im Mittelpunkt der Diskussionen zum Auftakt der zehnten Bundesligasaison der Bogenschützen. Fast alle Aktiven begrüßten die Modusänderung, bei der nur noch 24 statt 27 Pfeile pro Wettkampf von den drei Schützen jeder Mannschaft geschossen werden. „Der neue Modus geht schneller und ist angenehm zu schießen", stellte Robert Blum fest, dessen FSG-Team aus Tacherting sich am besten zurecht fand. In der Saaletalhalle in Oberkotzau bei Hof erzielten die Bayern die meisten Ringe auf 18 Meter Entfernung und gewannen sechs der sieben Begegnungen. „Es ist das erste Mal, dass wir so schießen und haben es erst beim Einschießen ausprobiert", so Robert Blum über die Vorbereitung des FSG-Teams, in dem Daniel Hartmann sich als leistungsstarker Neuzugang erwies.

„Armin Garnreiter gibt den Weg vor und beginnt unten, danach schießen ich und Daniel auf die Spots oben und in der Mitte", erzählte der 23-jährige über das Tachertinger Erfolgsgeheimnis, aber auch: „Wir sind jetzt ausgeglichener." Das Tachertinger Trio beeindruckte mit einer fehlerlosen Leistung in den sieben Wettkämpfen. Der 48-jährige Armin Garnreiter glänzte auf Position eins mit starken 77,0 Ringen im Schnitt und übertraf damit sogar Robert Blum (76,3) und Daniel Hartmann (75,4). Der Wechsel von den Feuchter Bogenschützen zu der Tachertinger Feuerschützengesellschaft sorgte für einiges Aufsehen in der Südliga und Stimmung auf den Rängen. Als es zum Duell zwischen Tacherting und Feucht kam, stand Daniel Hartmann im Blickpunkt .

Die Entscheidung fiel mit dem letzten Pfeil, als Christian Weiß für Feucht nur eine Neun traf und Daniel Hartmann mit einer Zehn den 227:226 Sieg sicherte. Der 19-jährige ließ es sich nicht nehmen, den lautstarken Feuchter Fans unter den einhundert Zuschauern eine lange Nase zu machen.

Die einzige Niederlage kassierten die Tachertinger gegen die Welzheimer mit 228:229 Ringen. Damit schloss das Team aus dem Schwäbischen Wald punktgleich zu den Tachertingern an der Tabellenspitze auf. Vereinschef Manfred Baum wurde von der guten Leistung seiner Mannschaft sichtlich überrascht: „Wir wissen nicht, wo wir stehen, so schlecht vorbereitet waren wir noch nie", so Baum, der nach neun Bundesligajahren erstmals auf den erfahrenen Alexander Fröse verzichten musste. Zudem fehlte die Nationalschützin Anja Hitzler im Welzheimer Team: „Sie hat bei der Bundeswehr viel Krafttraining absolviert, jetzt fehlt ihr das Gefühl zum schießen."

So gingen die Schwestern Sandra Sachse und Marion Kuruc zusammen mit dem Luxemburger Jeff Henckels an die Schießlinie und überzeugten in sechs Begegnungen mit kompakten Teamleistungen. Jeff Henckels (76,3), Marion Kuruc (74,9) und Sandra Sachse (75,3) ließen bei ihren Siegen nicht erkennen, dass sie nur einmal vor dem Bundesligastart zusammen trainiert hatten. „Wir haben kurzfristig entschieden, wer auf welchen Spot schießt", verriet Manfred Baum zur Welzheimer Taktik. Nur in der ersten Begegnung kam Nadine Leven für Welzheim zum Einsatz, wurde aber nach mäßigen 68 Ringen gegen Sandra Sachse ausgewechselt.

 

Mi dem dreifachen Meister Welzheim und den zweimal erfolgreichen Tachertingern haben sich die favorisierten Vereine im Süden an der Tabellenspitze von der Konkurrenz abgesetzt. Dahinter überraschten die Dörsdorfer Schützen mit vier Siegen und dem dritten Tabellenplatz: „Das ist heute ein Gedicht", freute sich Eugen Gessner für die Saarländer, „Zur Zeit stimmt alles und als Ausrichter wollen wir in diesem Jahr unbedingt das Finale erreichen." Nur zweimal, in den Jahren 2001 und 2004 schafften die Dörsdorfer einen Platz unter den besten vier Mannschaften im Süden.

Mit vier Siegen in Folge schafften die Saarländer einen optimalen Saisonstart und wurden erst von Welzheim mit 221:227 gestoppt. Mit dem anschließenden 224:224 Remis gegen Feucht verteidigte „Spielertrainer" Axel Ewen zusammen mit Bastian Neusius und dem Luxemburger Gilles Decker den dritten Tabellenplatz. Mit 77,4 Ringen im Schnitt der sieben Begegnungen erzielte der 17-jährige Bastian Neusius das beste Einzelergebnis aller Aktiven am ersten Wettkampftag.

 

Die Feuchter Bogenschützen, im Vorjahr Meister im Süden, mussten sich zum Auftakt ihrer vierten Bundesligasaison mit dem vierten Tabellenrang begnügen. „Für den neuen Modus braucht es eine intensive Vorbereitung", stellte Sportleiter Bernd Bachmann fest, „es herrscht mehr Unruhe im Ablauf, weil die Schützen meist die Position wechseln müssen. Dadurch wird der letzte Schuss oft in den letzten zehn Sekunden geschossen. Feucht´s Trainer Klaus Schwarz brachte für Daniel Hartmann den 17-jährigen Jonas Biebl ins Team, der zunächst mit den gleichaltrigen Christian Weiss und Eva Müller die ersten vier Begegnungen bestritt. Als das Match gegen Oberkotzau überraschend verloren war, setzte Schwarz auf die Erfahrung seiner 37-jährigen Ehefrau Manuela, die mit 75,3 Ringen im Schnitt die Erwartungen erfüllte. In allen sieben Begegnungen eingesetzt, erreichten Christian Weiß (76,7 und Jonas Biebl 74,0 Ringe im Schnitt. Eva Müller erreichte in vier Begegnungen 73,3 Ringe im Schnitt.

Im Vorjahr war der ATSV Oberkotzau als Aufsteiger und Tabellenvierter die Überraschungsmannschaft im Süden. Vor eigenem Publikum blieben die Oberfranken als Fünter mit nur drei Siegen hinter den Erwartungen zurück. „Gegen Dörsdorf hatten wir uns mehr ausgerechnet", zog Trainer Stefan Kaufmann sein Fazit für Oberkotzau. „Bei uns hat Claus Nagel gefehlt und dafür kam Christian Braun erstmals zum Einsatz."

Der 19-jährige hatte sich durch gute Trainingsleistungen für die erste Mannschaft empfohlen. Stefan Kaufmann stellte Braun auf die zweite Mannschaftsposition und setzte auf seine erfahrenen Frank Fischer und Claudia Wohlleben. Als Taktik hatte Kaufmann ausgegeben, dass Fischer als erster Schütze einen Spot links und einen rechts beschießt. Die beiden folgenden Akteure dann auf zwei Spots übereinander. „Das liegt uns am besten", so Kaufmann, „wenn´s hart auf hart kommt, dann verliert man damit keine Zeit." Zwar überzeugten Frank Fischer mit 76,9 und Claudia Wohlleben mit 75,4 Ringen, doch bei seinem Debüt kam Christian Braun nicht über 69,9 Ringe im Schnitt hinaus.

Begeistert zeigte sich Bürgermeister Ernst Schrödel, der die Bogenschützen in Oberkotzau schon als Vorsitzender geführt hat. „Auf die Bundesliga sind wir stolz, unsere Mannschaft sind alle vom eigenen Verein." Das nur 6000 Einwohner zählende Oberkotzau war mit dem 850 Mitglieder zählenden ATSV zum zweitenmal Ausrichter der ersten Bogensportliga des Deutschen Schützenbundes. Höhepunkt für die Gastgeber war der 225:220 Sieg über Feucht, der von lautstarken Jubel der Fans auf den Rängen begleitet wurde. Die Entscheidung fiel nach dem 168:168 Gleichstand in der letzten Sechs-Pfeile-Serie. Frank Fischer brachte Oberkotzau mit zwei Zehner gegenüber einer Neun und einer Nacht von Jonas Biebl in Führung. Christian Braun gelang eine Zehn und eine Neun, während für Feucht Eva Müller der zweite Schuss missglückte. Eine Sechs bedeutete die Vorentscheidung zum Oberkotzauer Überraschungssieg.

Für die Aufsteiger SSV Sandhausen und SK Fellbach-Schmiden hat zusammen mit der FSG Kempten der Abstiegskampf nach dem ersten Wettkampftag bereits begonnen. In keinem der sieben Wettkämpfe hatte das Team aus Sandhausen eine Siegchance und blieb ohne Pluspunkt. Einzig der 42-jährige Peter Wüst-Ackermann erfüllte mit 73,4 Ringen in fünf Begegnungen die Anforderungen der ersten Liga. Jeweils zwei Siege verbuchten die Teams aus Kempten und Fellbach-Schmiden. Die Allgäuer mussten auf John Hehl verzichten und hatten mit Sabine Gutsell (74,1) und Christian Höck (73,4) ihre stärksten Akteure.

Die zweite Bundesligasaison begann das Team aus Fellbach-Schmiden nach dem Wiederaufstieg mit vier Niederlagen in Folge. Das Fellbacher Trio schaffte erst in der fünften Begegnung gegen Kempten mit 218:216 Ringen knapp den ersten Erfolg und hielten mit dem abschließenden 222:206 gegen Sandhausen zumindest Anschluss zu den Nichtabstiegsplätzen. Der erste 14-jährige Camilo Mayr zeigte sich bei seinem Bundesligadebüt in prächtiger Form und erzielte mit 75,1 Ringen das beste Einzelresultat für Fellbach-Schmiden. Gute Ansätze zeigte der 17-jährige Kai Müller mit 73,0 Ringen im Schnitt, doch bei dem 48-jährigen Stefan Steinmetz (69,3) fehlten die Ringe, um mehr als zweimal zu gewinnen.

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