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Bericht für die Deutsche Schützenzeitung

im Juni 1998

Die Nachwuchstalente muss man früher sehen - Wilhelm Metelmann: Bundestrainer Wurfscheiben

Ein Verkehrsunfall beendete die Ambitionen des leidenschaftlichen Fussballers. Für den heutigen Wurfscheiben-Bundestrainer Wilhelm Metelmann kam im Alter von 17 Jahren einiges anders als er geplant hatte. Der Lehrling im familieneigenen Bäckereibetrieb kam 1967 durch die Gründung eines Trainingszentrum in seiner Heimatstadt Sewekow im nördlichen Brandenburg zum Wurfscheibenschiessen. Der ehemalige Fussballer zeigte als Trapschütze in kurzer Zeit eine gute Leistungsentwicklung und kam bereits ein Jahr später ins Leistungszentrum Hoppengarten (bei Berlin). 25 Jahre später sollte Metelmann die Leitung des Leistungszentrums übernehmen.

Als aktiver Wurfscheibenschütze gelang dem heute 48-jährigen 1972 der Sprung in die Nationalmannschaft der DDR, doch die Hoffnungen auf die Olympiateilnahmen 1976 und 1980 erfüllten sich nicht. "Zu dieser Zeit waren Jörg Damme und Burkhard Hoppe einfach besser. Nach der verpaßten Qualifikation 1980 hatte ich die Nase voll", erzählt Metelmann, der sein 1976 begonnenes Studium als Diplom-Sportlehrer 1981 in Leipzig abschloss. Wilhelm Metelmann nutzte die Chance, noch im selben Jahr die Trainerstelle im Skeet-Bereich zu übernehmen. Bis 1990 arbeitete Metelmann als Trainer bei Dynamo Hoppegarten, bis sich der Club auflöste und als SC Diana neu gegründet wurde. 1993 übernahm Wilhelm Metelmann die Leitung des Bundesstützpunktes in Hoppegarten und arbeitete weiter als Trainer für die Wurfscheibenschützen. Durch die Betreuung der Kaderschützen war er bis 1996 bei vielen internationalen Wettkämpfen dabei und es folgte zum 1. Januar 1997 die Einstellung als Bundestrainer der Junioren. Wenig später wurde die Nachwuchsarbeit in Hoppegarten durch einen Brand stark beeinträchtigt. "Da war alles weg" und damit war Metelmann die Grundlage für eine erfolgreiche Nachwuchsarbeit entzogen, die erst nach dem vollkommenen Neuaufbau des Vereinsheims langsam über Schulen wieder begann. In Hoppegarten formulierte Metelmann seine Ziele für eine erfolgreiche Nachwuchsarbeit bei den Wurfscheibenschützen: "Es muss uns gelingen, dass in den Ländern die Nachwuchsschützen früher mit dem Wurfscheibenschiessen beginnen." Wurfscheibenschiessen ist eine teure Sportart und die Nachwuchstalente können erst im Alter von 14 Jahren beginnen. Stolz ist Wilhelm Metelmann über die Entwicklung im Trap-Bereich: "Beim Sichtungsschieáen in diesem Jahr waren 36 Schtzen jünger als zwanzig Jahre". Im Skeet verzeichnet er nur eine leichte Steigerung, während beim Doppeltrap "die Entwicklung eine Katastrophe ist. Diese Disziplin wird nicht so angenommen". Interantional sind die deutschen Junioren derzeit Mittelmaß. Die Hoffnungen ruhen auf Andreas Löw (Doppeltrap) und Stefan Rüttgeroth beim Trapschießen. Der Skeetbereich muss aus Altersgründen völlig neu aufgebaut werden.

In dieser Saison hofft Metelmann auf sechs Teilnehmer bei den Weltmeisterschaften im Juniorenbereich: "Wenn die Leistung stimmt". Der letzte Erfolg resultiert aus dem Jahr 1995, als Stefan Seeberger in Zypern gewann.

Nach der Juniorenzeit ist der Sprung in den B-Kader für viele Nachwuchstalente problematisch. Um die Jugendlichen früher an die hohen Leistungsanforderungen heranzuführen, sieht Metelmann eine Maßnahme von Bundesreferent Klaus Lange als richtungsweisend: "Erstmals wird in diesem Jahr bei den Deutschen Meisterschaften eine Jugendklasse eingeführt". Damit haben Jugendliche unter 17 Jahre die Chance, sich für die DM zu qualifzieren und früher ins Blickfeld des Bundestrainers zu kommen.

In seinem Trainerberuf ist Wilhelm Metelmann den ganzen Sommer über unterwegs: "Da leidet das Familienleben schon" und wenig Zeit bleibt dem Hobbyjäger, um als Mitglied einer Pachtgemeinschaft auf die Pirsch zu gehen.

Mit Wilhelm Metelmann sprach Werner Wabnitz

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