Maren Johann führt Braunschweig zum viertenmal zur Nummer eins
Vierter Wettkampftag in der Luftpistolen-Bundesliga Nord in Haltern und Kriftel
Ausschnitte aus meinem Bericht für die Deutsche Schützenzeitung
In der Schwarzbachhalle in Kriftel holten sich die Braunschweiger Luftpistolenschützen zum viertenmal den Titel in der Nordliga der Bundesliga. Am letzten Wettkampftag sicherten sich die Schützlinge von Teamchef Horst Lindner die Spitzenposition durch einen glücklichen 3:2 Erfolg über die Krifteler Gastgeber. Damit erreichten die Niedersachsen zum neuntenmal das Bundesligafinale. Seit dem Jahr 2001 wurden die Braunschweiger im Norden nur zweimal als Vizemeister von der Spitzenposition verdrängt. Vergeblich hofften die Berliner PSV-Schützen auf ein Stolpern der Braunschweiger in Kriftel, kehrten aber nach den Rängen fünf und sieben in den Vorjahr als Vizemeister wieder in den Kreis der Finalisten zurück. Zum drittenmal seit dem Aufstieg im Jahr 2003 schaffte das Team der SSG Bremen-Bassum als Dritter den Einzug ins Bundesligafinale. Das Quartett aus dem Norden für das Finale in Waldkraiburg vervollständigt der SV Bassum, dessen Team zum viertenmal seiner neunjährigen Erstligazugehörigkeit einen Rang unter den besten Vier schaffte.
Mehr als dreihundert Zuschauer, die fachkundige Moderation des Dietzenbacher Vereinschefs Wolfgang Heimann und die neugegründete Cheerleader-Truppe „White Eagles" sorgten für prächtige Stimmung bei der Bundesligapremiere des SV Kriftel. Trainer Detlef Glenz hatte sich für den ersten Auftritt seiner Mannschaft vor eigenem Publikum einiges einfallen lassen. „Ich bin mehr als zufrieden, wir haben gezeigt, dass wir in die Bundesliga gehören", strahlte Glenz trotz der unglücklichen Niederlage gegen Braunschweig, mit der das Aufsteigerteam aus dem Vordertaunus in die Relegation um den Klassenerhalt gehen muss. „Wir hatten unsere Chance, doch unseren besten Mann konnten wir nicht ersetzen." Ausgerechnet die Nummer eins des SV Kriftel, Klaus Tamm, musste beim Heimkampf zuschauen. „Ich leide an einer Gürtelrose und nehme starke Schmerzmittel", erklärte Tamm seinen Verzicht, „wir haben schon die ganze Saison viel Pech gehabt. Zudem haben wir unsere Regionalligaleistungen nicht in der Bundesliga bringen können." Gegen die Braunschweiger schien der ersatzgeschwächte Aufsteiger chancenlos, doch auch der Spitzenreiter verzichtete mit Frank Seeger auf einen seiner Leistungsträger. Dennoch führten die Gäste schnell mit 4:1 und Kriftel´s Coach Detlef Glenz hatte viel Arbeit mit seinen Schützlingen. Bei dem nervösen Beginn gingen zeitweise zwei Aktive der Gastgeber von der Schießlinie, um sich die Ratschläge ihres Trainers einzuholen. Das Engagement von Glenz zeigte nach der Hälfte des 50-minütigen Wettkampfes Wirkung. Auf den Positionen drei bis fünf konnten die Gastgeber die Partien ausgeglichen gestalten.
| Auf der Spitzenposition beherrschte Vladimir Isakov mit 378:368 Ringen den Krifteler Oliver Borgmann sicher und brachte Braunschweig mit 1:0 in Führung. Den Ausgleich besorgte Ferenc Kantor für Kriftel mit 377:370 Ringen gegen Carmen Seeger. „Das war seine persönliche Bestleistung" strahlte Trainer Detlef Glenz über den Sieg des 21-jährigen. | ![]() |
Das 2:1 für Braunschweig besorgte Valerij Samojlenko auf Position zwei gegen Daniel Illmer mit 375:369 Ringen. Die Fans der Gastgeber hofften auf die hinteren Mannschaftspositioen in denen Thomas van der Burg und Matthias Jerke die Partien gegen Maren Johann und Marco Hanse stets ausgeglichen hielten. Marco Hanse kam als Ersatz für Frank Seeger zu seinem ersten Saisoneinsatz. „Es ist wichtig, das Marco nach zwei Monaten Pause wieder einen Wettkampf hat." erklärte Horst Lindner und der 27-jährige brachte mit 370 Ringen auf Position fünf eine solide Leistung. Nach schwachen Beginn hatte sich Hanse´s Gegner Matthias Jerke in der Schlussphase deutlich gesteigert und der 20-jährige erkämpfte ein Shoot-Off gegen den Braunschweiger.
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Doch die Krifteler Anhänger bangten um
Thomas van der Burg, der durch eine Sieben und eine Acht mit dem 27. und
28. Schuss seine Führung gegen Maren Johann vergab. Diese Chance ließ
sich die 25-jährige nicht nehmen und holte gegen den in der Schlussphase
sichtlich entnervten van der Burg mit 370:361 Ringen den entscheidenden
Punkt zum 3:1. Der 10:9 Erfolg von Matthias Jerke im Shoot-Off diente für
Kriftel nur noch zur Ergebniskosmetik zum 2:3. „Wir hatten die größere
Erfahrung", analysierte Horst Lindner den knappen Braunschweiger
Sieg, „doch im Finale erwarte ich mehr von der Mannschaft."
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Gernot Eder hatte dem Krifteler Team die Daumen gedrückt: „Wir hoffen auf deren Schützenhilfe, dann sind wir wieder die Nummer eins im Norden." Im Vorjahr hatten die Berliner den Klassenerhalt nur über die Relegation geschafft, doch in der neunten Bundesligasaison fand der fünfmalige Meister wieder zur alten Stärke zurück. Gegen den SV Bassum gingen die Berliner schon nach zehn Minuten mit 4:1 in Führung und hielten den Vorsprung bis zum Ende. Dabei fehlten im Team der Adlershofer Füchse mit dem erkrankten Torsten Dworzak, der pausierenden Stefanie Thurmann und Gernot Eder gleich drei Akteure, die in dieser Saison zu den Leistungsträger gehörten. Dafür kehrten auf den Spitzenpositionen Martin Tenk und Uwe Potteck ins Team zurück. „Das ist die Mannschaft, mit der wir ins Finale gehen", kündigte Gernot Eder an und das fünfköpfige Berliner Team bestätigte das Vertrauen. Dabei machten es die Gegner vom SV Bassum den „Füchsen" auch denkbar leicht. Als nach 35 Minuten das Match sich zu drehen schien, zeigte das Bassumer Team kein Stehvermögen. „Wir waren schon für das Finale qualifiziert und wollten locker aufschießen", erklärte Thomas Hoppe, „doch bei mir lief es von Anfang an nicht und bin nie in den Wettkampf gekommen." Bassum´s Nummer eins hatte gegen Martin Tenk mit 367:382 Ringen keine Siegchance und blieb weit unter seinen bisher gezeigten Leistungen. „Dabei wollte ich unbedingt meinen Schnitt von 377 Ringen halten", so der enttäuschte Hoppe, zu dem sich wenig später Christian Brandt gesellte.
| Der 33-jährige schien den Sieg über Uwe Potteck scheinbar sicher zu haben. Mit einer 99er Serie hatte er die Führung vor der letzten Zehn-Schuss-Serie übernommen, da erhöhte der Berliner Routinier das Tempo und legte seinem Gegner nach 38 Minuten 380 Ringe vor. An dieser Vorgabe scheiterte Brandt mit einer desolaten Schlussphase. Acht, Sieben und eine Acht mit den letzten drei Schüssen kosteten Brandt seinen Vorsprung und bescherten den Berlinern das überraschende 1:0. | ![]() |
Danach erhöhte Holger Buchmann gegen den überforderten Henry Burdorf mit 372:358 Ringen auf 2:0, bevor Torsten Rexin gegen Peter Benne mit 374:370 Ringen die Entscheidung zum 3:0 schaffte. Der ehemalige Strausberger behielt acht Schüsse lang gegen die 370er Vorgabe von Benne die Nerven. Martin Tenk erhöhte zum 4:0 für Berlin bevor Nina Recker mit 375:372 Ringen gegen Robert Loke der Ehrenpunkt zum 1:4 für Bassum gelang.
Verlierer der neunten Bundesligasaison im Luftpistolen-Norden war die Mannschaft des VSS Haltern. Trotz des 4:1 Sieges vor eigenem Publikum zum Saisonabschluss gegen Fahrdorf verpasste der zweifache Meister zum erstenmal die Teilnahme am Bundesligafinale. Bisher hatte das Team von Trainer Alfred Konietzny stets unter den besten Drei im Norden platziert, doch in dieser Saison reichte es nur zum fünften Rang. Das Fehlen von Franck Dumoulin und die entscheidende 2:3 Niederlage gegen Bassum hatten zum überraschenden Aus am vorletzten Wettkampftag in Braunschweig geführt. Beim Saisonabschluss war 32-jährige Franzose wieder mit von der Partie und führte das VSS-Team mit einer glänzenden Teamleistung zum Sieg über Fahrdorf. Dumoulin gewann das Spitzenduell trotz seines schwächsten Saisonergebnisses mit 382:373 Ringen gegen Erich Moll. Auf den folgenden Mannschaftspositionen überzeugten Michael Peirick (379), Albert Grieskamp (377) und Sven Hartmann (377) und bewiesen, dass der Meister der Jahre 2004 und 2002 durchaus im Finale der Besten mithalten könnte.
Zwei Jahre nach dem Aufstieg muss die SSG Hildesheim nach dem 1:4 gegen Bremen-Bassum in die Regionalliga Nord zurückkehren. Den vorläufig letzten Hildesheimer Erstligapunkt holte Oliver Füllgrabe mit 368:364 Ringen gegen Sascha Sandmann. Seine Leistungsstärke unterstrich Bremen-Bassum auf den drei ersten Mannschaftspositionen und kann sich dadurch Chancen beim Finale in Waldkraiburg ausrechnen. Mikhail Nestruejev (383:371 gegen Miroslaw Roj), Artur Gevorgjan (383:379 gegen Florian Ullrich) und Günter Hettig (379:365 gegen Maik Mießner) können in dieser Form auch gegen die starken Teams aus der Südliga bestehen.