Vierter Teil
Ein Jahr später kommt Waldemar Schanz im Doppeltrap immer besser in Schuß. Nach dem ersten Weltcup in Zypern (133 Treffer 17. Platz) steigert sich der Mörfelder in Peking auf 134 Treffer und wird Achter. Noch besser läuft es für Schanz im Trap-Wettbewerb. Mit 118 Vorkampf- und 21 Finaltreffern wird er Sechster. Die aus Kostengründen umstrittene Reise der deutschen Nationalmannschaft nach China lohnt sich. Neben sechs Weltcupsiegen holt das Team drei Quotenplätze für die Teilnahme an den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta. Waldemar Schanz geling im Juni 1994 bei den Europameisterschaften in Lissabon die bisher beste Doppeltrap-Platzierung. Treffergleich mit dem Sieger Konoly Gombos wird der Deutsche mit 178 Treffern Dritter. Bei den späteren Weltmeisterschaften im italienischen Fagnano Olona muss sich Schanz mit Rang Rang 23 (132 Treffer) begnügen. Bei den Weltmeisterschaften in Italien geht in Mailand der Stern von Petra Horneber und Sonja Pfeilschifter auf. Pfeilschifter gewinnt den WM-Titel mit dem Luftgewehr und Horneber im Kleinkaliber-Liegendkampf. Gemeinsam sind sie am Sieg der deutschen Frauenmannschaft mit dem Standardgewehr beteiligt. Auf die Laufende Scheibe wird Manfred Kurzer aus Frankfurt/Oder Weltmeister.
Rekorde purzeln in München
Eine Rekordjagd startet Waldemar Schanz bei den Deutschen Meisterschaften in München. 1994 schraubt er den Doppeltrap-Rekord auf 142 Treffer im Vorkampf und setzt mit 24 Treffern im Finale noch eine neue Bestmarke drauf. Im Teamwettbewerb ist der Mörfelder für den WC Wiesbaden am Sieg mit neuem Deutschen Rekord von 385 Treffern beteiligt.
Lothar Behrend und Walter Massing müssen sich 1994 mit Erfolgen auf Hessenebene begnügen, denn die Vorderlader-Weltmeisterschaften in Chur/Schweiz finden ohne die beiden besten Kreisschützen statt. Dafür holen sich Behrend und Massing bei den Hessenmeisterschaften die Siege mit dem Dienstgewehr (93 Ringe) und dem Freigewehr (97 Ringe), bleiben aber bei den Deutschen Meisterschaften mit den Rängen 12 und 24 hinter den Erwartungen zurück. Besser läuft es mit dem Steinschloßgewehr. Behrend wird mit 96 Ringen Neunter und Massing belegt Rang elf mit 95 Ringen. Bei seinem dritten DM-Start 1994 in Pforzheim wird Walter Massing mit dem Perkussionsgewehr (98 Ringe) Zehnter. Für die Überraschung sorgt Heike Wümmling, die sich mit der Perkussionspistole den siebten Einzelrang sichert. Bei den Hessenmeisterschaften wurde die Groß-Gerauerin mit 92 Ringen Vizemeisterin. Erstmals schiebt sich Hartmut Reitz von Tell Haßloch in den Vordergrund. Mit 97 Ringen wird der Tellschütze Dritter bei den Hessenmeisterschaften und belegt auf nationaler Ebene mit der Perkussionspistole den 31. Platz (93 Ringe).
Massing´s großes Super Match
Seine Vielseitigkeit im Schießsport unterstreicht Walter Massing mit seinem Überraschungssieg bei den Hessenmeisterschaften im Kleinkalibergewehr-120 Schuss Dreistellungskampf. Der Ginsheimer gewinnt das "Super Match" mit 1138 Vorkampfringen und 94,2 Ringen im Finale. Zu den Deutschen Meisterschaften fährt der Altrheinschütze mit dem Standardgewehr und wird mit 565 Ringen 38. Immer mehr in den Blickpunkt schiebt sich Kai Wilke. Der Dornheimer bildet in der Jugendklasse 1994 eine Wettkampfgemeinschaft in seinem Heimatverein mit Sybille Kral und Ronny Hechler. Dieses Trio erreicht bei den Deutschen Meisterschaften mit dem Luftgewehr den elften Rang. Kai Wilke wird im Einzel 19. Nachdem er hessischer Jugendmeister mit 383 Ringen geworden war. In den Mannschaftswettbewerben belegen die Dornheimer in den 10-Meter Disziplinen auf Hessenebene die Ränge zwei und drei.
Ursula Finder kämpft sich ins Finale
Die Überraschung der Bogensaison 1994 gelingt Ursula Finder. Bei den Hessenmeisterschaften in der Halle kämpft sich die Groß-Gerauerin nach Platz zehn im Vorkampf bis ins Finale vor, dass sie gegen Walli Spenner mit 124:139 Ringen verliert. Neben dem Vizemeistertitel der Recurveschützin holen die Rüsselsheimer BSC-Aktiven vier Medaillen mit dem Compoundbogen, davon eine Goldmedaille durch Waltraud Gebhardt, die das Damenfinale sicher mit 128:77 Ringen gewinnt. Bei den Deutschen Meisterschaften in Dortmund wird Waltraud Gebhardt Neunte, nachdem sie in der Finalrunde knapp an der späteren Siegerin Monika Blume Thasler aus Hamburg mit 129:130 Ringen scheiterte. Karin Scott und Susanne Kadel belegen für den BSC die Ränge 16 und 22. Bei den Herren qualifizieren sich Frederick Attenberry und Klaus Peter Räder, die über die Plätze 55 und 67 nicht hinauskommen. Drei weitere Medaillen auf Hessenebene sammeln die Rüsselsheimer Feldbogenschützen ein, davon einmal Gold durch Susanne Kadel, die bei den Deutschen Meisterschaften den zehnten Rang belegt. Im Bogen-Fita schafft es nur Stefan Hüllen zur Deutschen Meisterschaft. Mit 1154 Ringen wird der Groß-Gerauer 79. in der Schützenklasse.
In Korea holt Schanz die Olympiafahrkarte
"Mehr und Mehr wird er Hoffnungsträger des Deutschen Schützenbundes", schreibt der Wiesbadener Kurier über die Erfolge von Waldemar Schanz junior im Jahr 1995. Es ist das Jahr des Mörfelders, der im Alter von 26 Jahren seine größten Erfolge im Wurfscheibenbereich feiert. Schanz holt sich die Fahrkarte zu den Olympischen Spielen im Jahr 1996 in Atlanta im Mai 1995 durch seinen Sieg beim Weltcup in Seoul. Im Doppeltrap erreichte er mit 138 von 150 möglichen Treffern als Dritter das Finale der besten Sechs und verdrängte mit einem glänzenden 46er Finale die vor ihm liegenden Bret Erickson und Lance Bade. Schanz genießt jetzt die A-Förderung des Deutschen Schützenbundes und sicherte mit seinem Sieg in Korea einen Quotenplatz für den DSB. Danach folgt beim Weltcup in Chiba (Japan) ein vierter Rang (129 + 47 Treffer) und der Höhepunkt bei den Weltmeisterschaften auf Zypern. Mit 187 Treffern wird Schanz Vizeweltmeister und stellt einen neuen Deutschen Rekord auf. Als Zugabe folgt mit 174 Treffern der fünfte Rang bei den Europameisterschaften in Lahti (Finnland) und der siebte Platz beim Weltcupfinale in München.
Einziger Vorderladertitel durch Heidi Hensel
Ohne Lothar Behrend und Walter Massing finden bei den Vorderladerschützen die Europameisterschaften in Vitoria (Spanien) statt. Von den hessischen Teilnehmern gewinnt der Odenwälder Landwirt Georg Schuchmann vom SV Asbach zwei Goldmedaillen. Behrend und Massing hatten die Qualifikation auf den Plätzen 26 und 36 verpaßt und konnten auch bei den Deutschen Meisterschaften keine vorderen Ränge erreichen. Massing wurde beim erstmals ausgetragenen 15-Schuß-Wettwerb mit dem Perkussionsgewehr mit 146 Ringen Sechster und 139 Ringe mit dem Steinschloßgewehr reichten zu Rang elf. Lothar Behrend muss sich mit dem Dienstgewehr mit dem 44. Rang begnügen, dafür beleben eine Reihe von neuen Gesichter aus dem Kreis Groß-Gerau die Titelkämpfe in Pforzheim. Dieter Kessler, Hartmut Reitz und Horst Dindorf hatten sich erstmals als Team für die Deutsche Meisterschaft mit dem Perkussionsrevolver qualifiziert und erreichten für Tell Haßloch Platz 23. Wilfried Wümmling gibt seine DM-Visitenkarte mit Rang 97 in der Disziplin Steinschloßpistole ab. Seine Ehefrau Heike Wümmling hatte bei den Hessenmeisterschaften mit dem Perkussionsrevolver (128 Ringe) den zweiten Rang belegt und wurde mit 124 Ringen in Pforzheim 14. Platz 15 erreichte Heike Wümmling bei ihrem zweiten DM-Start 1995 mit der Perkussionspistole (129). Auf Hessenebene hatte in dieser Disziplin wieder die Mörfelderin Heidi Hensel mit 130 Ringen gewonnen und erstmals gelang Evelin von Alkier (später: Schönhaber) mit 126 Ringen als Dritte der Sprung aufs Siegerpodest.
Doppelerfolg für Kai Wilke
Konsequent steigert Kai Wilke seine Leistungen im Gewehrschießen. Der Dornheimer schafft bei den Hessenmeisterschaften einen Doppelsieg. Für den SV Unter-Absteinach gewinnt Wilke den Kleinkaliber-Dreistellungkampf (564 Ringe) und bei den Junioren setzt sich der 17-jährige im 120 Schuss-Dreistellungskampf mit 1129 Ringen durch. Mit 379 Ringen rundet Wilke als Vizemeister mit dem Luftgewehr sein bisher bestes Abschneiden bei den Hessenmeisterschaften ab. In München folgen die Ränge zwölf mit dem Luftgewehr (382) Ringe) und 13 mit dem Kleinkaliber-Standardgewehr (558 Ringe).
Walter Massing erkämpft sich im Luftgewehrfinale bei den Hessenmeisterschaften den zweiten Platz. Den Vizemeistertitel sichert sich der Ginsheimer mit 390 Vorkampfringen und anschließenden 100,9 Ringen im Finale. Zum Sieg fehlen dem Altrheinschützen am Ende noch 0,8 Ringe. Seine glänzende Form mit dem Luftgewehr unterstreicht Massing bei den Deutschen Meisterschaften mit 582 Ringen und dem 54. Einzelrang. 42. wird der Ginsheimer in München mit dem Standardgewehr, wird im Kreisduell mit Stefan Bimmel um drei Ringe übertroffen. Der Raunheimer belegt mit 571 Ringen den 26. Rang in der Schützenklasse. Erstmals in München sind Claudia Herbert aus Büttelborn (Luftpistole Platz 62), der Dornheimer Jörg Wilhelm (Luftpistole Platz 90), der Groß-Gerauer Christian Lahr (Kleinkaliber-Sportpistole Platz 91) und Gerhard Kiesel aus Ginsheim (Kleinkaliber-Liegendkampf Platz 124) dabei. Michael Meyer aus Wallerstädten wird in der Luftpistolen-Jugendklasse 75. Mit 349 Ringen.
Überraschung durch Dennis Thamm
Bei den Bogenschützen sorgt 1995 Dennis Thamm für Überraschungen. Der 13-jährige gewinnt beim Hallenbogenschießen mit dem Recurvebogen (560 Ringe) den Titel in der Schülerklasse und belegt bei den Deutschen Meisterschaften in Oldenburg mit 557 Ringen den sechsten Platz. Dem Groß-Gerauer fehlen nur zwei Ringe zum Sprung aufs Siegerpodest. Im Sommer wird Dennis Thamm bei den Deutschen Meisterschaften im Bogen-Fita mit 607 Ringen 15.
Drei Hessenmeistertitel gewinnen in diesem Jahr die Rüsselsheimer BSC-Schützen mit dem Compoundbogen. Waltraud Gebhardt und Susanne Kadel belegen in der Halle im Einzel die Ränge zwei und drei, gewinnen aber zusammen mit Elke Neitzel den Mannschaftstitel. Die Herren des BSC holen sich den Mannschaftstitel mit 1627 Ringen und Dieter Ehrlich dringt bis ins Einzelfinale vor. Mit 556 Ringen hatte Ehrlich schon das Qualifikationslimit für die DM-Teilnahme als Vorkampfzweiter erfüllt. Im Finale unterlag er im Kampf um Gold knapp mit 107:109 Ringen. In Oldenburg wird Ehrlich mit 555 Ringen 33, während Frederick Attenbery mit 498 Ringen Platz 58 erreicht. Beim Bogen-Fita im Freien wiederholen die BSC-Frauen ihren Hallenerfolg. Waltraud Gebhardt und Susanne Kadel auf den Einzelrängen zwei und drei und im Mannschaftswettbewerb reicht es mit 3457 Ringen zum Sieg. Damit erzielen die Frauen nur sechs Ringe weniger als die BSC-Herren, die in der Mannschaftswertung Zweiter werden.
Olympische Medaillenträume erfüllen sich nicht
Mit den Erfolgen des Jahres 1995 wurde Waldemar Schanz junior Anfang 1996 in Hessen zum Sportler des Jahres gewählt. Das olympische Jahr begann vielversprechend für den Mörfelder mit dem zweiten Platz beim Weltcup in Suhl. Beim Doppeltrap erreichte Schanz 141 Vorkampf- und 44 Finaltreffer. Nicht so gut lief es anschließend im italienischen Lonato (134 Treffer Platz 7) und beim vorolympischen Weltcup in Atlanta (131 Treffer Platz 18). Am 24. Juli 1996 gehört Schanz zum Favoritenkreis der olympischen Wurfscheibenentscheidung im Doppeltrap. Schon die erste 42er Serie bei 50 Scheiben und weitere acht Fehler in der zweiten Runde beendeten die Medaillenträume. In der dritten Runde schaffte Schanz eine leichte Steigerung, kam aber mit 128 Treffer nicht mehr über den 22. Platz hinaus. Den Olympiasieg holte sich der Australier Russell Mark mit 141 Vorkampf- und 48 Finaltreffer. Feiern konnte das deutsche Nationalteam in Atlanta insgesamt vier Medaillen, davon zweimal Gold durch Christian Klees (Kleinkaliber-Liegendkampf: 600 Vorkampf- und 104,8 Finalringe) und Ralf Schumann (Schnellfeuerpistole: 596 Vorkampf- und 102 Finalringe. Silber gewannen im Doppeltrap Susanne Kiermayer (105 + 34) und mit dem Luftgewehr Petra Horneber (397 + 100,4).
Unbeeindruckt von seinem Abschneiden in Atlanta präsentierte sich Waldemar Schanz bei den Deutschen Meisterschaften in München wieder in Bestform. Der Mörfelder siegte im Doppeltrap sowohl im Einzelwettbewerb (143 + 43), alsauch im Mannschaftswettbewerb mit dem Team vom WC Wiesbaden. Beim Trapschießen gab es jeweils Vizemeistertitel für Schanz, der sich zudem über eine echte "Vierschanzentournee" in München freuen konnte. Neben Waldemar junior gingen die Schwester Heike (Platz 9), deren Sohn Till (Platz 10) und Vater Waldemar Schanz senior (Platz 15) in diesem Jahr in München bei den Deutschen Meisterschaften an den Start. Die Saison beendete Schanz mit einem neunten Rang (127 Treffer) beim Weltcupfinale im italienischen Montecatini.
WM-Silber für Behrend und Massing
Höhepunkt des Sportjahres 1996 war für die Vorderladerschützen die Weltmeisterschaft im englischen Warwick. Zu den Titelkämpfen in der Nähe einer 600 Jahre alten Normannenburg hatten sich Lothar Behrend und Walter Massing qualifiziert, die im Verlauf der verschiedenen Wettbewerbe zehnmal in den Stand gingen. Behrend setzte auf seine Spezialdisziplin "Minie" mit dem Perkussions-Dienstgewehr und schaffte im Einzel den Vize-Weltmeistertitel. Mit der Perkussionspistole "Kuchenreuter" überraschte der Mörfelder als Sechster mit 95 Ringen und mit dem Steinschloßgewehr "Maximilian" reichten 88 Ringe zu Rang acht. Mit dem Perkussionsgewehr "Vetterli" kam Behrend nicht über 94 Ringe hinaus, doch es reichte zu einer Mannschaftssilbermedaille im "Pforzheim-Cup". Großen Anteil an dieser Medaille hatte Walter Massing, der das deutsche Quartett mit 98 Ringen abrundete. Neben der Mannschaftssilbermedaille gelang dem Ginsheimer im Einzelwettbewerb "Vetterli" der fünfte Rang. Eine weitere Silbermedaille gewann Massing im Mannschaftswettbewerb "Nagashino", zu dem er 94 Ringe im Einzelwettbewerb mit dem Luntenschloßgewehr "Tanegashima" (Platz sieben) beisteuerte.
Ihre gute Form hatten Behrend und Massing bereits bei den Hessenmeistrschaften gezeigt. Der Ginsheimer gewann den Wettbewerb mit dem Perkussionsfreigewehr (145 Ringe) und startete erstmals gemeinsam mit Gerhard Heger und Andreas Dindorf in einer Wettkampfgemeinschaft. Mit dem Perkussionsgewehr erfüllte das neuformierte Ginsheimer Trio auf Anhieb die Erwartungen und gewann nach dem Hessenmeistertitel (425 Ringe) bei den Deutschen Meisterschaften den zweiten Platz mit 432 Ringen. Im Einzel gelang Massing in diesem Wettbewerb mit 147 Ringen der dritte Rang, Heger wurde Zehnter und Dindorf belegte Rang 32. Rang sieben mit dem Freigewehr (142 Ringe) rundete die gute Vorstellung bei den deutschen Titelkämpfen von Massing ab. Lothar Behrend ging bei den Hessenmeisterschaften zweimal als Sieger vom Stand. Mit dem Perkussionsgewehr schoss er in Bestform 145 Ringe und gewann in der Altersklasse. 139 Ringe sicherten dem Mörfelder den Titel mit dem Dienstgewehr und 140 Ringe brachten Behrend mit dem Steinschloßgewehr den zweiten Platz. Bei den Deutschen Meisterschaften gelang Behrend mit 133 Ringen und Rang zwölf die beste Platzierung mit dem Perkussions-Dienstgewehr.
Erster Hessentitel für Heike Wümmling
Im Schatten von Behrend und Massing steigern weitere Kreisschützen allmählich ihre Leistungen im Vorderladerschießen und Heike Wümmling gelingt auf Hessenebene der erste Sieg mit der Perkussionspistole. Mit dem Perkussionsrevolver wird die Groß-Gerauerin Dritte, ebenso wie Andreas Dindorf, der 136 Ringe erzielt und bei den Deutschen Meisterschaften mit 132 Ringen auf Platz 59 landet. Erstmals in Pforzheim dabei ist Hans Dörr und der Groß-Gerauer wird mit der Perkussionspistole 95. mit 129 Ringen, knapp vor dem Rüsselsheimer Wolfgang Schmidt, der 128 Ringe erzielt.
Kai Wilke schießt sich in den Nationalkader
Die Leistungssteigerungen von Kai Wilke finden 1996 mit der Aufnahme in den C-Kader des Deutschen Schützenbundes seine Anerkennung. Der 18-jährige schießt in dieser Saison mit dem Luftgewehr für Diana Langstadt und ist am Mannschaftssieg bei den Hessenmeisterschaften beteiligt. Im 120 Schuss-Dreistellungskampf wird der Dornheimer auf Hessenebene Vizemeister (1130), steigert sich bei den Deutschen Meisterschaften auf 1139 Ringe und wird Elfter. Mit dem Kleinkaliber-Standardgewehr belegt Wilke auf Hessenebene den dritten Platz und führt das Dornheimer Team zum Vizemeistertitel. Siege feiern bei den Hessenmeisterschaften Michael Meyer und Karlheinz Götz. Der Wallerstädter Meyer gewinnt in der Juniorenklasse mit der Freien Pistole auf 50 Meter Entferung (514 + 86 Ringe) und bei den Altersschützen setzt sich der Raunheimer Götz mit der Kleinkalibersportpistole (573 Ringe) durch. Bei den Deutschen Meisterschaften wird Meyer 49. (502 Ringe) und Götz 18. (560 Ringe). Erstmals in München dabei ist der Walldorfer Christian Schäberle, der nach dem dritten Luftpistolenrang (364 + 97,2) in Frankfurt bei den Deutschen Meisterschaften mit 372 Ringen in der Juniorenklasse 17. wird.
Dieter Ehrlich - Hessenmeister der Bogenschützen
Mit insgesamt sechs Hessenmeistertitel sind im Jahr 1996 die Rüsselsheimer Bogenschützen erfolgreich. Den wichtigsten Sieg holt Dieter Ehrlich mit dem Compoundbogen. Nach Rang drei im Vorkampf (559 Ringe) setzt sich der Rüsselsheimer gegen seinen Finalgegner Salzburg 111:109 durch. Mit Dieter Ehrlich gewinnen die BSC-Herren den Mannschaftstitel. Bei den Deutschen Meisterschaften ist Ehrlich allein am Start und wird mit 561 Ringen 31. In der Schülerklasse gelingt Andreas Friedrich der Doppelsieg im Hallenwettbewerb und beim Feldbogen. Bruder Carsten Friedrich und Suanne Kadel holen zwei weitere Feldbogentitel für den BSC Rüsselsheim. Für die Deutschen Meisterschaften im Bogen-Fita schafft wiederum Dieter Ehrlich als einziger BSC-Akteur die Qualifikation und wird in Nürnberg-Feucht mit 1075 Ringen 66. der Herren-Compoundbogenklasse. Auf Hessenebene hatte Ehrlich mit dem BSC-Team den zweiten Mannschaftsrang mit 3612 Ringen erreicht. Waltraud Gebhardt wurd mit 1222 Ringen Vizemeisterin bei den Compound-Frauen. Seinen Sieg aus dem Vorjahr wiederholte Dennis Thamm mit dem Recurvebogen in der Jugendklasse, war aber von der PSG Groß-Gerau zur PSG Darmstadt gewechselt.
WM-Silber für Schanz in Peru
Nach verhaltenen Auftakt im Jahr 1997 mit Rang zwölf beim Weltcup in Zypern (119 Treffer) sorgt Waldemar Schanz junior in Südamerika für die herausragende Leistung deutscher Wurfscheibenschützen in diesem Jahr. Bei den Weltmeisterschaften in Lima (Peru) holt Schanz die Silbermedaille nach einem spannenden Zweikampf mit dem Italiener Mirco Cenci. Beide hatten nach dem Vorkampf 139 von 150 möglichen Treffer erzielt. Im Finale setzte sich der Deutsche mit 47:46 Treffern durch. Nicht zu schlagen war ein Jahr nach Atlanta Olympiasieger Mark Russell, der nach dem Vorkampf mit 145 Treffern uneinholbar vorn lag. Mit 44 Treffern brachte der Australier den WM-Titel im Finale sicher ins Ziel. Neben dem Doppeltrap-Silber erreichte Schanz im Trap-Wettbewerb mit 111 Treffern den 19. Einzelrang und belegte mit der deutschen Mannschaft den fünften Platz.
Mit dem letzten Schuss verliert Waldemar Schanz im Jahr 1997 das Finale der Deutschen Meisterschaft gegen seinen Wiesbadener Mannschaftskameraden Steffen Däbel. Beide hatten im Vorkampf 139 Treffer erzielt. Im Finale zog der Mörfelder mit 42:43 Treffern den Kürzeren, war aber am Mannschaftssieg (392) für den WC Wiesbaden beteiligt. Die Mörfelder Schanz-Familie feierte eine weitere Medaille durch Till Schanz. Der 15-jährige wurde im Trap-Wettbewerb Dritter. Seine Mutter Heike Schanz erreichte bei den Frauen den zehnten Platz.
Holländisches Gold für Behrend und Massing
Ihren Platz im deutschen Nationalteam festigen im Jahr 1997 Lothar Behrend und Walter Massing, die sich beide für die Europameisterschaften im holländischen Leusden qualifizierten. Insgesamt elfmal gegen die beiden Kreisschützen im Verlauf der viertägigen Entscheidungen in den Stand und zum Auftakt überrascht Lothar Behrend mit optimalen 100 Ringen im Vetterli-Wettbewerb. Durch die knappen Entscheidungen mit dem Perkussionsgewehr verbleibt dem Mörfelder aber nur die Bronzemedaille. 98 Ringe erzielt in dieser Disziplin Walter Massing, doch der Ginsheimer steht im deutschen "Pforzheim"-Team und erhält die Bronzemedaille. Als Spezialist mit dem Perkussions-Dienstgewehr gilt Lothar Behrend und im "Minie"-Wettbewerb erfüllt der 49-jährige mit 94 Ringen die Erwartungen und wird Vize-Europameister. Die Goldmedaille sichert sich Behrend im Mannschaftswettbewerb "Nobunaga" mit dem Lundenschlossgewehr. Im Einzel steuerte der Tellschütze 89 Ringe (Platz 22) zum Mannschaftserfolg bei. Seine gute Form in Holland unterstreicht Behrend mit fünften Rängen in den Wettbewerben "Maximilian" und "Whitworth", sowie Rang sechs im "Tanegashima". Walter Massing erreicht im "Tanegashima"-Wettbewerb mit einer Luntenschloss-Replika den sechsten Einzelrang und wird im Mannschaftswettbewerb "Nagashino" mit der Goldmedaille belohnt. Bei seinen übrigen Starts kommt der Ginsheimer über die Ränge 20,22 und 23 nicht hinaus. In Leusden untermauert die deutsche Mannschaft mit 36 Medaillen, davon 16mal Gold ihre führende Position in Europa.
Deutscher Rekord durch Walter Massing
Sechs Jahre nach seinem ersten Deutschen Meistertitel wiederholt Walter Massing in Pforzheim seinen Sieg mit dem Steinschloßgewehr. Gleichzeitig reiht sich der Altrheinschütze mit 143 Ringen in die Reihe der deutschen Rekordhalter ein. Die Medaillenhoffnungen mit dem Perkussionsgewehr erfüllen sich 1997 nicht. Massing wird mit 146 Ringen Siebter und Andreas Dindorf schießt mit 143 Ringen auf Rang 18 stark, doch Gerhard Heger verpatzt einen Schuss (135) und das Ginsheimer Team muss sich mit Rang neun begnügen. Viermal ist bei den Deutschen Meisterschaften Lothar Behrend am Start, doch für den Mörfelder reicht es nur mit dem Steinschloßgewehr (Rang 12 mit 139 Ringen) zu einer vorderen Platzierung. Erstmals schiebt sich Werner Köhler vom ASV Astheim mit drei Starts in Pforzheim in den Vordergrund. Mit 138 Ringen und Platz 15 erreicht Köhler mit dem Steinschloßgewehr seine beste Platzierung. Der Rüsselsheimer Jürgen Palme hatte bei den Hessenmeisterschaften mit Rang drei überrascht und überzeugte beim Wettbewerb mit dem Perkussionsrevolver auch bei den Deutschen Meisterschaften mit Rang neun (139 Ringe). Die Eheleute Wümmling holen bei den hessischen Titelkämpfen drei Medaillen und qualifizieren sich beide für die Deutschen Meisterschaften. Heike Wümmling wird 24. mit der Perkussionspistole und Ehemann Wilfried belegt den 27. Rang mit der Steinschloßpistole. Den einzigen Vorderlader-Hessenmeistertitel holt erwartungsgemäß das Ginsheimer Team mit dem Perkussionsgewehr. Mit 435 Ringen stellen Walter Massing, Gerhard Heger und Andreas Dindorf einen neuen Hessenrekord auf.
DM-Bronze für Kai Wilke
Kai Wilke gewinnt bei den Deutschen Meisterschaften in München im Kleinkaliberwettbewerb "Freie Waffe" mit 1149 Ringen die Bronzemedaille bei den Junioren und erzielt damit die beste Leistung aller Kreisteilnehmer. Der Dornheimer gehört zum Kreis der deutschen Juniorennationalmannschaft und erreicht beim Internationalen Wettkampf in Suhl im Kleinkaliber-Liegendkampf mit 581 Ringen den neunten Platz. Die Hoffnungen auf eine EM-Teilnahme in Tallinn (Estland) erfüllen sich - Wilke kommt nur auf den 19. Rang. Bei den Hessenmeisterschaften gewinnt Wilke 1997 eine Goldmedaille im 120 Schuss-Dreistellungskampf und wird im Liegendkampf Zweiter. In Frankfurt gewinnt Walter Massing den Einzelwettbewerb der Schützenklasse mit 573 Ringen, führt das Team der PSG Groß-Gerau auf den ersten Platz und der erstmaligen Qualifikation zur Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften. Neben Massing starten in München Reiner Bär und Werner Wabnitz im PSG-Team, dass mit dem Standardgewehr den 40. Platz belegt. Mit 565 Ringen erreicht Walter Massing den 58. Einzelrang.
Michael Meyer und neue Wettkampfgemeinschaften
Im Pistolenbereich bildet sich um den Wallerstädter Michael Meyer eine neue Wettkampfgemeinschaft. Für die PSG Groß-Gerau schließen sich neben Meyer der Lorscher Sven Hartmann und Dirk Ruiken vom SV Spachbrücken zusammen. Sven Hartmann gewinnt bei den Hessenmeisterschaften mit der Freien Pistole in der Juniorenklasse und bei den Jugendlichen holen Dirk Ruiken und Michael Meyer Vizemeistertitel. Bei den Deutschen Meisterschaften wird Michael Meyer Vierter mit der Luftpistole (373 Ringe) und Siebter mit der Freien Pistole (346 Ringe). Ruiken belegt die Ränge sechs (Freie Pistole) und zehn (Luftpistole). Sven Hartmann wird mit der Freien Pistole 18.
Im Oktober 1997 hat die Bundesliga im Deutschen Schützenbund Premiere und beim Auftakt sind Dirk Ruiken und Sven Hartmann im Luftpistolenteam der SG Dietzenbach mit dabei.
Im Kreis Groß-Gerau feiern die Rüsselsheimer Schützen mit zwei Vizemeistertitel bei den Hessenmeisterschaften einen großen Erfolg. Erwin Schmidt wird im Einzel mit 383 Vorkampf- und 93,8 Finalringen Zweiter und der Mannschaft reichen 1127 Ringe zum zweiten Rang. In München geht nur Georgios Leontarakis für Rüsselsheim in den Stand und wird 140. mit 547 Ringen. Walldorf´s Nachwuchstalent Christian Schäberle wechselt in dieser Saison zum SV Biebrich und wird mit der Juniorenmannschaft Hessischer Meister. Einen Achtungserfolg erreicht Karl-Heinz Götz mit der Kleinkaliber-Sportpistole. In der Herren-Altersklasse wird der Raunheimer 25. mit 555 Ringen.
Erster Auftritt von Heike Kannengießer
Mit Heike Kannengießer betritt ein neuer Name die Schießlinie bei den Bogenschützen. Die Lebensgefährtin von Dieter Ehrlich überrascht für den BSC Rüsselsheim bei den hessischen Hallenmeisterschaften mit dem Vizemeistertitel. Nach 518 Ringen im Vorkampf schießt sich Kannengießer bis ins Finale gegen ihre BSC-Teamkameradin Waltraud Gebhardt. Die erfahrene Gebhardt hatte im Vorkampf 554 Ringe erzielt und behauptete sich im Finale mit 111:108 Ringen. Trotz des Mannschaftssieges der BSC-Frauen ist Waltraud Gebhardt bei den Deutschen Meisterschaften allein am Start und überrascht mit Rang fünf im Vorkampf (554). In der Endrunde verliert sie im Viertelfinale mit 106:110 Ringen. Neben Waltraud Gebhardt schafft nur Dennis Thamm die DM-Qualifikation. Das Nachwuchstalent aus Mörfelden ist wieder nach Groß-Gerau zurückgekehrt und gewinnt auf Anhieb mit 534 Ringen die Recurve-Jugendklasse. Mit 509 Ringen muss sich Thamm bei den Deutschen Titelkämpfen zufrieden geben und wird in Koblenz 24. Einen guten siebten Rang erreicht in Koblenz mit dem Blankbogen Marion Bersch, die für den BSC Rüsselsheim 447 Ringe erzielt.
Nach der Hallenrunde schließt Dennis Thamm im Sommer an seine Erfolge an und wird nach dem Hessenmeistertitel in der Jugendklasse (581 Ringe) bei den DeutschenMeisterschaften in Munster mit 595 Ringen 13. Für die Rüsselsheimer BSC-Schützen reicht es auf Hessenebene zu drei Silber- und zwei Bronzemedaillen, doch zur DM-Qualifikation reicht es nicht. Besser läuft es bei den Feldbogenentscheidungen mit drei Einzelsiegen. Erstmals steht Heike Kannengießer auf dem Siegerpodest ganz oben. Die Frankfurter Bankkauffrau gewinnt den Damen-Wettbewerb mit dem Compoundbogen (288 Ringe) klar vor Susanne Kadel und schafft die Qualifikation zu den Deutschen Meisterschaften in Wirsberg. Völlig überraschend schießt sie sich als Sechste mit 570 Ringen und die deutsche Feldbogenelite. Neben dem Erfolg von Heike Kannengießer holen auf Hessenebene die Brüder Andreas und Carsten Friedrich mit dem Compoundbogen die Titel in der Schüler- und Jugendklasse. Dieter Ehrlich wird bei den Herren mit 307 Ringen Zweiter vor Martin Mück (295).
Gold auf der Insel der Götter
Seinen ersten Europameistertitel gewinnt Waldemar Schanz auf der "Insel der Götter". In Nicosia auf Zypern gelingt dem Mörfelder der Sieg im Doppeltrag mit einem neuen Deutschen Rekord von insgesamt 191 Treffern. Im Trap-Wettbewerb ist Schanz am Mannschaftssieg für Deutschland mit 145 Treffern beteiligt, die im Einzel den vierten Rang bedeuten. Der 29-jährige hat im Jahr 1998 bereits seine zweite Olympiateilnahme 2000 in Sydney im Visier, verpaßt aber seine erste Qualifikationschance knapp. Beim Weltcup auf der Insel Borneo im Sultanat Brunei gelingt Schanz mit 186 Treffern Zweiter und verpaßt knapp hinter dem Italiener Daniele DiSpignio (189) den Sieg, der sich den begehrten Quotenplatz für die Olympiateilnahme sichert. In Brunei wird Schanz bei seinem zweiten Start im Trap-Wettbewerb mit 116 Treffern 22. Nicht viel besser läuft es beim Weltcup in Atlanta. Platz 23 im Trap (112) und Platz zehn im Doppeltrap (129) sind bei brütender Hitze auf der Olympiastandanlage "Wolf Creek" die Ausbeute. Die nächste Olympiachance verpaßt Schanz bei den Weltmeisterschaften in Barcelona. Rang 24 im Trap (118 Treffer) und Platz 31 im Doppeltrap (134 Treffer) erfüllen nicht die Erwartungen für das deutsche Team, dass auch in den Mannschaftswertungen mit den Rängen zehn und elf hinter den Erwartungen bleibt. Überragender Akteur bei der WM in Spanien ist der Australier Michael Diamond, der im Doppeltrap mit 192 Treffern einen neuen Weltrekord erzielt.
WM-Star Sonja Pfeilschifter
In Spanien wird die Münchnerin Sonja Pfeilschifter zum Star der Titelkämpfe. Mit dem Luftgewehr wiederholt sie ihren Sieg aus dem Jahr 1994 und gewinnt mit 397 + 102,4 Ringen. Anschließend siegt sie mit dem Standardgewehr (584 + 98,7) und wird damit Doppelweltmeisterin von Barcelona. Den dritten WM-Titel für Deutschland holt Schnellfeuerschütze Ralf Schumann, der als Olympiasieger von 1992 und 1996 mit 595 + 101,9 Ringen seiner Favoritenrolle gerecht wird.
Liegt die Zukunft in Amerika ?
Nach seinem eindrucksvollen Sieg bei den Deutschen Meisterschaften kündigt Waldemar Schanz seinen Wechsel in die USA an. Die Schwester Heike Schanz ist mit deren Sohn Till bereits nach Amerika umgezogen. In München gibt Schanz mit 184 Treffern in der Einzelwertung und dem ersten Mannschaftsplatz mit dem WC Wiesbaden seine vorläufige Abschiedsvorstellung.
Wieder WM-Gold für Lothar Behrend
Eine sichere Bank für WM-Goldmedaillen ist bei den Vorderladerschützen Lothar Behrend. Wenn der Mörfelder die Qualifikation für die deutsche Nationalmannschaft schafft, ist bei der Überlegenheit des Teams aus Deutschland Edelmetall so gut wie sicher. Nach 1996 ist die "Wedgnock Rifle Ranch" im englischen Warwick zum zweitenmal Austragungsort von Vorderlader-Weltmeisterschaften und Lothar Behrend ist am Sieg des deutschen Teams im Wettbewerb "Nobunaga" beteiligt. Die Mannschaft um Behrend (88 Ringe) gewinnt mit dem Luntenschlossgewehr den Titel mit neuem Weltrekord. Der 50-jährige vertraut international auf die Disziplin Perkussions-Dienstgewehr und gewinnt in Warwick im "Minie"-Wettbewerb erwartungsgemäß eine Bronzemedaille (92 Ringe). Die Ränge sieben und acht belegt Behrend in den "Tanegashima" und "Maximilian"-Wettbewerben. Beim Start mit der Perkussionspistole "Kuchenreuter" wird der Mörfelder 41. mit 91 Ringen. Wie in den Vorjahren dominiert die deutsche Vorderladermannschaft die Welttitelkämpfe mit 36 Medaillen, davon 14mal Gold.
Andreas Dindorf Deutscher Meister
In Deutschland kann sich Lothar Behrend nur bei den Hessenmeisterschaften mit Rang zwei (Perkussions-Dienstgewehr) in Szene setzen. Dafür gelingt Andreas Dindorf bei den Deutschen Meisterschaften eine faustdicke Überraschung. Der Haßlocher wird mit dem Perkussionsrevolver neuer Deutscher Meister. Seine 143 Ringe kommentierte Dindorf anschließend: "Diesmal sind sie reingeflogen". Der etatmäßige Gewehrschütze bestritt in Pforzheim 1998 zwei weitere Starts und wurde mit dem Dienstgewehr 62. und erreichte im Team von AS Ginsheim mit dem Perkussionsgewehr den vierten Mannschaftsrang (427 Ringe). Erwartungsgemäß stark agierte in dieser Disziplin wieder Walter Massig, der mit 147 Ringen Dritter wurde. Die erhoffte Titelverteidigung mit dem Steinschloßgewehr gelingt dem Ginsheimer aber nicht. 140 Ringe reichen in diesem Jahr nur zu Rang sieben. Im dritten Jahr der Ginsheimer Wettkampfgemeinschaft hatten Massing, Dindorf und Heger bei den Hessenmeisterschaften einen weiteren Rekord aufgestellt. Das Trio steigerte die eigene Bestmarke aus dem Vorjahr um weitere fünf Ringe. Im Einzel gewann Walter Massing (148) und dahinter belegten Andreas Dindorf und Gerhard Heger ringgleich (146) die nächsten Plätze. Zum viertenmal in Folge gewinnt Heidi Schulmeyer bei den Frauen den Hessentitel mit dem Perkussionsrevolver. Nach ihrem Sieg mit 133 Ringen bleibt sie in Pforzheim als 22. aber weit unter ihren Möglichkeiten. Zweimal Rang drei belegt bei den Hessenmeisterschaften Evelyn Schönhaber mit 123 und 129 Ringen mit Perkussionsrevolver und -pistole. Bis zur DM in Pforzheim schaffen es Hartmut Reitz von Tell Haßloch mit der Steinschloßpistole (94. mit 127 Ringen) und erstmals der Ginsheimer Nico Tommasone, der mit der Perkussionspistole den 63. Rang (128 Ringe) belegt.
Heike Kannengießer - Deutsche Meisterin
Schon in ihrer zweiten Meisterschaftssaison gelingt Heike Kannengießer vom BSC Rüsselsheim mit dem Compoundbogen der große Wurf. Im Bogen-Fita wird die 32-jährige völlig überraschend Deutsche Meisterin. In der Finalrunde warf sie zunächst die Nationalschützinnen Bettina Thiele (110:107) und Anke Argyris-Degenhardt (108:106) aus dem Rennen und bezwang im Finale die hohe Favoritin Christina Knöbel mit 106:102 Ringen. Die steile Leistungsentwicklung der Frankfurterin beim BSC Rüsselsheim hatte bereits in der Hallensaison begonnen. Bei den Hessenmeisterschaften blieb sie noch im Schatten von Waltraud Gebhardt, fiel aber durch deutliche Ringsteigerungen auf. Waltraud Gebhardt wurde hessische Vizemeisterin nach der 102:112 Finalniederlage gegen Bettina Thiele vom BSC Vellmar. Heike Kannengießer unterlag im kleinen Finale gegen Lylli Ann Kussmann nach Stechen (112:112), hatte aber im Vorkampf bereits 553 Ringe erzielt. Gemeinsam erreichten die BSC-Frauen den Mannschafts-Vizemeistertitel, ebenso wie die Rüsselsheimer Herren. Weitere zweite Ränge holten auf Hessenebene mit dem Compoundbogen Dominik Bersch (Schülerklasse) und bei den Altersschützen Rolf Troeber. Bei den deutschen Hallenmeisterschaften wird Waltraud Gebhardt Achte, Heike Kannengießer 18. und in der Altersklasse belegt Rolf Troeber mit 564 Ringen den elfte Rang. Im Sommer steigert sich Heike Kannengießer in der Rangliste des Deutschen Schützenbundes auf den vierten Rang und rückt in den Kreis des Nationalteams. Für Aufmerksamkeit sorgt die BSC-Schützin auch bei den Feldbogenmeisterschaften. Nach ihrem Sieg bei den Hessenmeisterschaften wird sie mit 624 Ringen Sechste der deutschen Titelkämpfe.
Neben den Rüsselsheimer Aktiven belegen Nachwuchstalente der PSG Groß-Gerau vordere Ränge bei den Hessenmeisterschaften. Mit dem Recurvebogen wird Kevin Hirsch (555 Ringe) Dritter und die PSG-Mannschaft Hallenvizemeister der Jugendklasse. Den zweiten Platz schaffen die Groß-Gerauer auch im Bogen-Fita mit 1507 Ringen und Dennis Thamm schafft als Vizemeister mit 546 Ringen die Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften (25. Platz mit 550 Ringen).
Kai Wilke - Deutscher Meister
Im Jahr 1998 gehört Kai Wilke zum Kreis der deutschen Juniorennationalmannschaft und schießt in einer Wettkampfgemeinschaft die Meisterschaftssaison gemeinsam mit dem Buchenauer Jens Gönner und Matthias Fieberling aus Lorsch. Höhepunkt für Wilke ist der Sieg beim Internationalen Juniorenwettkampf in Pilsen. Mit 591 Ringen im Vorkampf und 100,8 Finalringen gewinnt Wilke den Liegendwettbewerb mit dem Kleinkalibergewehr.
Seinen ersten deutschen Meistertitel gewinnt der 20-jährige Dornheimer im 120 Schuß-Dreistellungskampf der Juniorenklasse. Mit 1157 Ringen im Vorkampf und 97,1 Finalringen setzt sich Wilke klar vor seinem neuen Teamkameraden Jens Gönner (1151 + 97,8) durch. Im 60 Schuß-Liegendkampf wird Wilke Fünfter mit 591 + 100,0 Ringen und wird mit dem Team des SV Lorsch Fünfter. Platz fünf erreicht die Wettkampfgemeinschaft für den SV Buchenau mit dem Kleinkaliber-Standardgewehr (Wilke: Platz 18 mit 564 Ringen) und mit dem Luftgewehr Achter (Wilke: Platz 42 mit 577 Ringen). Bei den Hessenmeisterschaften hatte das neuformierte Trio erwartungsgemäß mit Mannschaftssiegen dominiert.
Michael Meyer im Nationalkader
Den Sprung in den Juniorennationalkader des Deutschen Schützenbundes schaffte 1998 auch Michael Meyer. Der 18-jährige Wallerstädter belegte auf Anhieb den siebten Rang in der DSB-Rangliste und startete erfolgreich beim Internationalen Wettkampf in Pilsen mit Rang vier in der Disziplin Luftpistole (570 + 99,7 Ringe). Mit der Freien Pistole wurde Meyer mit 528 Ringen in Pilsen 18. Bei den Meisterschaften schießt der Wallerstädter weiter zusammen mit Sven Hartmann und Dirk Ruiken. Das Trio holt die Silbermedaille bei den Deutschen Meisterschaften für den SV Spachbrücken mit der Luftpistole und Michael Meyer belegt im Einzel den achten Platz. Ebenfalls Achter wird Meyer mit der Freien Pistole, beim Start für die PSG Groß-Gerau (532 Ringe) in der Juniorenklasse. Bei den Hessenmeisterschaften hatte Meyer den Luftpistolenwettbewerb mit 375 Vorkampf- und 94,6 Finalringen für sich entschieden und hatte auch den größten Anteil am Mannschaftssieg für den SV Spachbrücken mit 1113 Ringen.
Massing in olympischen Disziplinen Spitze
Nach dem Verzicht auf die Vorderlader-Weltmeisterschaften konzentriert sich Walter Massing auf die olympischen Gewehrdisziplinen und hat bei den Hessenmeisterschaften Erfolg. Der Ginsheimer gewinnt den 120 Schuß-Dreistellungskampf mit 1155 Vorkampf- und 99,5 Finalringen. Anschließend gewinnt Massing mit dem Kleinkaliber-Standardgewehr (572 Ringe) und wird mit dem Scheibengewehr auf 100 Meter Dritter (290 Ringe). Bei den Deutschen Meisterschaften in München wird der Altrheinschütze mit guten 1145 Ringen im "Super Match" 38. Neben Massing schiebt sich Joachim Gruber erstmals in den Vordergrund. Bei den Hessenmeisterschaften verpaßt der Raunheimer den Sieg ringgleich hinter Massing äußert knapp und im 120 Schuß-Dreistellungskampf erreicht der Tellschütze das Finale mit 1135 Ringen und wird mit 99,4 Ringen Vierter der Einzelwertung. Bei den Deutschen Meisterschaften steigert sich Joachim Gruber und überrascht mit 576 Ringen im Standardgewehr-Wettbewerb auf dem 15. Rang. Zu den Überraschungen des Jahres 1998 gehört auch der dritte Rang von René Henkel bei den Hessenmeisterschaften mit dem Luftgewehr (387 + 101,3 Ringe). Bei den Deutschen Meisterschaften wird der 26-jährige Henkel mit 573 Ringen 131. Einen Überraschungserfolg landet mit der Luftpistole Walter Rapp. Der Rüsselsheimer Senior gewinnt mit 354 Ringen in seiner Altersklasse. Mit der Kleinkaliber-Sportpistole schafft der Groß-Gerauer Christian Lahr als Dritter der Hessenmeisterschaften mit 563 Ringen in der Altersklasse die DM-Qualifikation und wird in München 18. mit 560 Ringen.
Erstmals schießt mit Hubert Meier ein Schütze aus dem Kreis Groß-Gerau mit der Armbrust auf 10 Meter bei den Deutschen Meisterschaften. Der Astheimer hatte sich 1998 dem SV Hüttenthal angeschlossen und mit dem Odenwälder Team wurde Meier sofort hessischer Vizemeister und belegte im Einzel mit 384 Vorkampf- und 94 Finalringen den dritten Platz. Bei den Deutschen Meisterschaften muß sich Meier mit 363 Ringen und Platz 72 begnügen.
Quotenjagd rund um die Welt
Das Jahr 1999 stand bei den deutschen Wurfscheibenschützen ganz im Zeichen der Jagd auf die begehrten Quotenplätze für die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2000 im australischen Sydney. Die ersten Chancen wurden bei den Weltcups in Peru und Zypern vergeben. Waldemar Schanz kam in Lima über fünfte Ränge im Trap (117 + 23) und Doppeltrap (136 + 45) nicht hinaus. Die Hoffnungen auf Zypern erfüllten sich mit dem zehnten Rang (136 Treffer) ebenfalls nicht und im japanischen Kumamoto gab es sogar nur die Plätze 12 (Doppeltrap - 140 Treffer) und 36 (Trap - 115 Treffer) für den Mörfelder. Danach folgte die vergebene Chance bei den Weltmeisterschaften im finnischen Tampere. In aussichtsreicher Position nach 139 Vorkampftreffer verpatzte Schanz das Finale mit 14 Fehlschüssen und mußte sich mit Rang sechs begnügen. Die letzte Hoffnung lag auf der Teilnahme an den Europameisterschaften im französischen Poussan, doch nichts lief bei dem 30-jährigen Schanz. Platz 33 im Trapwettbewerb (109 Treffer) und Platz 15 im Doppeltrap (122 Treffer) waren ebenso unbefriedigend wie die Mannschaftsränge sieben und acht für Deutschland. Gut, dass es Susanne Kiermayer gelang, bei den Frauen zu siegen und damit einen Startplatz bei Olympia für Deutschland zu sichern. Die Pläne nach den USA auzuwandern hatten sich zwischenzeitlich bei Waldemar Schanz zerschlagen und so feierte er bei den Deutschen Meisterschaften wieder den Gewinn von drei Goldmedaillen. Neben dem erwarteten Einzelerfolg im Doppeltrap (130 + 45) siegte er mit dem Team des WC Wiesbaden in den Disziplinen Trap und Doppeltrap.
Massing´s Europarekord für die Ewigkeit
"Dieser Rekord steht für immer", freute sich Walter Massing nach seinem Sieg bei den Europameisterschaften der Vorderladerschützen in Pforzheim. Mit optimalen 100 von 100 möglichen Ringen gewann Massing den Wettbewerb "Tanegashima" mit dem Luntenschloßgewehr und erfüllte sich endlich den ersehnten Einzelsieg bei einer internationalen Meisterschaft. In Pforzheim ging der Altrheinschütze insgesamt viermal in den Stand und gewann im Wettbewerb "Hizadai" (Luntenschlossgewehr - Kniend) eine Bronzemedaille mit 97 Ringen. Nicht so gut lief es für den Ginsheimer im "Vetterli"-Wettbewerb mit dem Perkussionsgewehr. Mäßige 95 Ringe reichten nur zu Rang 23 und für das Team nur zum dritten Mannschaftsrang.
Lothar Behrend sorgte mit seinem Vize-Europameistertitel im Wettbewerb "Kuchenreuter" mit der Perkussionspistole für eine echte Überraschung. Der Gewehrspezialist überraschte die Pistolenschützen und belegte mit 96 Ringen den zweiten Rang. Dritter wurde der Mörfelder mit 89 Ringen im "Hizadai"-Wettbewerb mit einem Original-Luntenschloßgewehr und war damit entscheidend an der Mannschaftsgoldmedaille für Deutschland im Wettbewerb "Nobunaga" beteiligt. Im Verlauf der viertägigen Titelkämpfe ging Behrend siebenmal an den Start und holte sich noch eine vordere Platzierung im "Minie"-Wettbewerb mit dem Perkussions-Dienstgewehr. Erneut war das deutsche Team mit dem Gewinn von 38 Medaillen, davon 14mal Gold die überlegene Vorderladernation in Europa.
Dritter Platz mit Deutschen Rekord
Im Vorfeld der Europameisterschaften schoss Walter Massing bei den Deutschen Meisterschaften bereits in bestechender Form. Mit dem Perkussionsgewehr stellte er mit 149 von 150 möglichen Ringen einen neuen Deutschen Rekord auf, mußte sich aber diese Bestmarke mit zwei weiteren Konkurrenten teilen. Nach Auswertung des schlechtesten Wertungsschusses mußte sich der Ginsheimer sogar nur mit Bronze begnügen. Dritter wurde Massing auch mit dem Perkussions-Freigewehr (143 Ringe), nachdem er die erhoffte Mannschaftsqualifiaktion für den AS Ginsheim überraschend bei den Hessenmeisterschaften verpaßt hatte. Zwar schossen sich Massing als Hessenmeister im Einzel (148 Ringe) und Andreas Dindorf als Dritter (146) in Spitzenpositionen, doch bei Gerhard Heger (130) fehlten die entscheidenden Ringe.
Nikolaus in der Vorderladerelite
Die Überraschung der hessischen Vorderladermeisterschaften 1999 war der Sieg von Bernd Arno Nikolaus mit dem Perkussionsrevolver. Mit 141 Ringen überraschte der Walldorfer die Konkurrenz und schoss sich als Sechster der Deutschen Meisterschaften mit 139 Ringen in die deutsche Vorderladerelite. Ihre Erfolgsserie bei den Hessenmeisterschaften setzte Heidi Schulmeyer für Tell Mörfelden mit 125 Ringen im Wettbewerb Perkussionsrevolver fort. Evelyn Schönhaber wurde mit der Perkussionspistole Dritte (128) und schaffte die DM-Qualifikation. In Pforzheim wurde die Mörfelderin mit 128 Ringen 20. der Damenklasse.
Keine EM-Nominierung für Heike Kannengießer
Die Hoffnungen auf die Teilnahme an den Europameisterschaften der Feldbogenschützen im slowenischen Bovec erfüllten sich für Heike Kannengießer nicht. Zwar hielt sich die Rüsselsheimerin in der DSB-Rangliste mit 663 und 657 Ringen auf den Rängen zwei und drei bei den Compoundbogen-Frauen, doch es reichte nicht für eine EM-Nominierung, bei der Bundestrainer Karlheinz Bode auf die erfahrenen Aktiven setzte. Ihren Platz im Kreis des Nationalteams festigte Heike Kannengießer it dem fünften Platz bei den Deutschen Feldbogenmeisterschaften in Freiburg und als Zwölfte bei den Hallentitelkämpfen in Berlin. Dort traf die BSC-Schützin schon in der ersten Runde des Finales auf die spätere Deutsche Meisterin Martina Schacht und schied mit 163:167 Ringen knapp aus. Auf Hessenebene hatte Heike Kannengießer den Titel auf dem Feldbogenparcour in Babenhausen mit 330 Ringen vor Waltraud Gebhardt (319) gewonnen. Beim Bogen-Fita reichte es nur zu Rang drei und mit 603 Ringen verpaßte sie die Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften in Markt Schwaben. So erhielten die Rüsselsheimer Rainer Reintges und René Makohl im Nachwuchsbereich die einzigen DM-Fahrkarten und belegten mit dem Compoundbogen die Plätze neun und 13. Rainer Reintges hatte bei den Hessenmeisterschaften in der Jugendklasse mit 542 Ringen den dritten Rang belegtund René Makohl wurde bei den Hallentitelkämpfen Dritter. Dort gewann in der Altersklasse Rolf Troeber mit 566 Ringen und der Rüsselsheimer Augenarzt überzeugte in Berlin als 18. seiner Altersklasse mit 538 Ringen. Für Waltraud Gebhardt reichte es in der Hallenentscheidung zum dritten Einzelrang, schaffte aber nur mit dem Feldbogen die DM-Qualifikation und belegte mit 591 Ringen den elften Rang. Einen weiteren Hessentitel nach Rüsselsheim holte im Feldbogenwettbewerb Dominik Bersch mit dem Compoundbogen in der Jugendklasse. Für die PSG Groß-Gerau gewann Beate Dünhöft mit dem Recurvebogen auf dem Feldparcour in Babenhausen Bronze und zwei weitere PSG-Medaillen gab es in der Halle.
Faszination Bundesliga - auch im Kreis Groß-Gerau
"Heraus aus den dunklen Kellern", war das Motto, mit dem die Schießsport-Bundesliga im Oktober 1997 begann. Erstmals wurden Schützen-Wettkämpfe auf elektronischen Standanlagen über Monitore und einem begeisterten Publikum ausgetragen. Beim ersten Finale in Gelsenkirchen mit der Fußballreporterin Sabine Töpperwien sorgten über 1500 Zuschauer für eine grandiose Stimmung in der Halle. Die Schützen-Bundesliga konzentriert sich auf die Disziplinen Luftgewehr, Luftpistole und Bogen und wird von den gastgebenden Vereinen in der Vorrunde meist in Sporthallen mit Tribünen für bis zu 500 Zuschauer ausgetragen. Die SG Dietzenbach mit jeweils einer Luftpistolen- und einer Luftgewehrmannschaft, sowie das Luftgewehrteam des SVF Eberstadt waren in der mit großen Medienaufwand gestarteten Saison dabei. Die ersten Sieger kamen vom SV Affalterbach (Luftgewehr), PSV Olympia Berlin (Luftpistole) und Bergmann Borsig Berlin (Bogen). Der erste Aktive aus dem Kreis Groß-Gerau war Fritz Klink, der als Moderator die Begegnungen für die Zuschauer kommentiert. In der zweiten Saison wechselte Michael Meyer ins Bundesligateam der SG Dietzenbach und bestritt seinen ersten Wettkampf gegen Holger Buchmann vom Deutschen Meister PSV Olympia Berlin, den der Wallerstädter glatt mit 365:378 Ringen verlor. Vergeblich kämpfte Kai Wilke mit dem nordhessischen Zweitligisten SV Massenhausen um den Aufstieg in die Eliteliga der Luftgewehrschützen. Erst durch seinen Wechsel zur SG Hamm kam der Dornheimer im Jahr 2001 zu seinem Bundesligadebüt. Vorher sammelten Walter Massing und Joachim Gruber ihre Bundesligaerfahrung beim SVF Eberstadt, konnten aber den Abstieg der Südhessen nicht verhindern. Höhepunkt für Massing war der Sieg über den Olympianeunten Maik Eckhardt mit 391:390 Ringen, nachdem der Altrheinschütze in der Saison 2000/2001 zur SG Dietzenbach gewechselt war und damit den einzigen Punkt seines Teams in Gelsenkirchen sicherte. Joachim Gruber blieb nach dem Abstieg beim SVF Eberstadt und gehört in der zweiten Liga zur Stammformation, nachdem sich im Heimatverein Tell Raunheim das Team nach dem Aufstieg in die Hessenliga aufgelöst hatte. Walter Massing kehrte nach zwei Bundesligajahren wieder zu seinem Heimatverein AS Ginsheim in die Gauliga Starkenburg zurück.
Schmidt´s Sieg über den Olympiasieger
Mit dem Aufstieg des SVF Dasbach ins Luftpistolen-Oberhaus gehörten drei weitere Schützen aus dem Kreis Groß-Gerau der Bundesliga an. Erwin Schmidt war schon zwei Jahre vorher zum Idsteiner Vorortclub in der Regionalliga West gewechselt und half entscheidend am Aufstieg mit. Danach folgten dem Rüsselsheimer Spitzenschützen sein Vereinskamerad Georgios Leontarakis und der Büttelborner Rolf Gölzenleuchter ins Team von Sportchef Erich Georg. Im November 2000 gelang dem 47-jährigen Erich Schmidt die Sensation, als er mit seinem Sieg auf Position eins im Dasbacher Team gegen den Olympiasieger von 1976 Uwe Potteck (378:371) den 3:2 Sieg des Aufsteigers gegen den Titelverteidiger sicherte. In der gleichen Begegnung gewann Rolf Gölzenleuchter mit 371:367 Ringen gegen den Berliner Robert Loke. Während Schmidt und Gölzenleuchter die gesamte Saison für Dasbach bestritten, kam Leontarakis zu vier Einsätzen in vier Begegnungen. Der Grieche konnte keine Begegnung gewinnen und bot beim 370:371 gegen Sven Hartmann, der zwischenzeitlich für VSS Haltern schießt, seine beste Leistung.
Meyer, Hartmann und Ruiken - Deutsche Vizemeister
Michael Meyer festigt seinen Platz in der Deutschen Juniorennationalmannschaft mit guten Platzierungen beim Internationalen Wettkampf in Suhl. 559 Ringe reichen dem Wallerstädter mit der Luftpistole zu Rang zwölf und mit der Freien Pistole erreicht Meyer das Finale mit 532 Ringen und belegt den sechsten Rang (86,2 Finalringe). Die Wettkampfgemeinschaft zusammen mit Sven Hartmann und Dirk Ruiken bringt bei den Deutschen Meisterschaften mit der Freien Pistole die erhoffte Medaille. Für die PSG Groß-Gerau gewinnt das Trio mit 1601 Ringen die Silbermedaille. Im Einzel erreichen Dirk Ruiken und Michael Meyer das Finale und belegen die Plätze vier und sechs. Bei den Hessenmeisterschaften gewann das Trio mit der Luftpistole für den SV Lorsch mit 1121 Ringen, bei den anschließenden nationalen Titelkämpfen reicht es für Michael Meyer nur zu Rang 47 mit 544 Ringen.
Kai Wilke - jetzt für Tell Raunheim
Nach seinem altersbedingten Wechsel von der Junioren- in die Schützenklasse schießt Kai Wilke zusammen mit Stefan Bimmel und Joachim Gruber die Meisterschaftssaison 1999 für Tell Raunheim. Auf Anhieb gewinnt das Tell-Trio den 120 Schuß-Dreistellungskampf mit dem Kleinkalibergewehr mit 3416 Ringen und Wilke dominiert den Einzelwettbewerb. Mit 1252,2 Ringen deklassiert der Dornheimer die Konkurrenz mit 15,1 Ringen Vorsprung. Bei den Deutschen Meisterschaften wird Wilke mit dem Raunheimer Team Elfter der Mannschaftswertung und im Einzel 20. mit 1153 Ringen. Gemeinsam erreicht das Raunheimer Trio auch die deutschen Titelkämpfe mit dem Standardgewehr und belegt Rang 27. Erneut ist Kai Wilke mit 574 Ringen auf Platz 29 der Leistungsträger. Joachim Gruber platziert sich im "Super Match" mit 1137 Ringen auf Rang 55 und ein Ring weniger reicht Stefan Bimmel zum 58. Platz. Einen starken Eindruck hinterläßt Joachim Gruber mit dem Luftgewehr. 587 Ringe bringen den Raunheimer auf den 29. Einzelrang der Deutschen Meisterschaften. Nur drei Ringe weniger erzielt Walter Massing, doch der Ginsheimer muss sich mit Rang 59 begnügen. Dafür hatte der Altrheinschütze bei den Hessenmeisterschaften die Bronzemedaille gewonnen (389 Vorkampf- und 102,3 Finalringe). In Bestform schießt Massing mit dem Scheibengewehr auf 100 Meter Entfernung und schafft nach Rang drei bei den Landesmeisterschaften (291 Ringe) in München die Steigerung auf 294 von 300 möglichen Ringen und wird 15.
Erwin Schmidt - zweifacher Hessenmeister
Als 46-jähriger wechselt Erwin Schmidt 1999 in die Altersklasse und prompt stellen sich bei dem Rüsselsheimer zwei herausragende Erfolge ein. Sowohl mit der Luftpistole (381 Ringe) und der Freien Pistole (531 Ringe) dominiert er in seiner Wettkampfklasse bei den Hessenmeisterschaften. Damit erregt er die Aufmerksamkeit des Bundesligisten SVF Dasbach, für den der Rüsselsheimer künftig die Meisterschafts- und Punktrunden bestreiten wird. Auch Georgios Leontarakis schiebt sich mit seinem 22. Platz bei den Deutschen Meisterschaften mit der Freien Pistole (525 Ringe) in den Blickpunkt der Beobachter. Jeweils 506 Ringe reichen in München den beiden Groß-Gerauer Christian Lahr und Ortwin Schamber mit der Freien Pistole zu den Rängen 64 und 65. Erstmals in München dabei sind die Astheimer Franziska Klega (24. mit der Kleinkalibersportpistole) und Melanie Klega, die in der Jugendklasse mit der Luftpistole (310 Ringe) 64. wird.
Der lange Weg nach Olympia in Sydney
Erst eine persönliche Wildcard sicherte Waldemar Schanz die Olympiateilnahme im australischen Sydney. Vergeblich hatte der Mörfelder in den Jahren zuvor um einen Quotenplatz für die Teilnahme gekämpft, wurde letztlich aber durch seine Europameister- und Vizeweltmeistertitel doch noch belohnt. Im Jahr 2000 erhielt Schanz mit dem Silbernen Lorbeerblatt die höchste deutsche Sportauszeichnung und im Mai kehrte er in die Sportfördergruppe der Bundeswehr zurück. Zudem vollzog er den Vereinswechsel ("Eine neue sportliche Herausforderung") vom WC Wiesbaden zu Diana Hoppegarten Berlin (Doppeltrap) und in der Disziplin Trap nach Frankfurt/Oder. Das Olympiajahr bescherte Waldemar Schanz einen optimalen Auftakt mit dem Sieg beim Grand-Prix in Zypern. Im Doppeltrap erzielte der jetzt in Wiesbaden wohnende Schanz 181 Treffer, eine Leistung, die er in den folgenden Weltcups nicht mehr erreichte. Beim vorolympischen Weltcup in Sydney wurde er im Doppeltrap Zehnter (135 Treffer), in Kairo 19. (127 Treffer) und in Lonato 25. mit 125 Treffer. Nicht viel besser war die Ausbeute im Trapschießen mit den Plätzen 38 (Sydney), 9 (Kairo) und 11 (Lonato). Vor der Abreise nach Australien absolvierte der 31-jährige einen guten Start beim Grand Prix in Kopenhagen mit Rang drei im Doppeltrap (127 + 39) und vier im Trap (113 + 22). Bei den Deutschen Meisterschaften gewann er für Diana Berlin auf Anhieb seinen ersten Titel mit 137 Vorkampf- und 43 Finaltreffern. Für Frankfurt/Oder reichte es im Trap mit 113 Treffern nur zu Rang zwölf.
Wegen ausbleibender Erfolge stand das Olympiateam des Deutschen Schützenbundes in Sydney im Mittelpunkt der Kritik. Waldemar Schanz gehörte zu den Aktiven, die beim Kampf um Olympiamedaillen in guter Form schossen. Am 20. September verpaßte Schanz unglücklich das Finale der besten Sechs im Doppeltrap. Nach 136 Vorkampftreffern verlor er das Shoot-Off zum Finaleinzug gegen Lance Bade und mußte sich mit Platz sieben zufrieden gebe. Drei Tage vorher hatte er im Trap-Wettbewerb mit 113 Treffern den 13. Platz belegt.
Massing´s Gold in Australien
Einen Monat vor den Olympischen Spielen in Sydney wurden im australischen Adelaide die Vorderlader-Weltmeisterschaften ausgetragen. Das begehrte WM-Ticket für die 24-köpfige deutsche Mannschaft holte sich Walter Massing mit Rang sechs bei der nationalen Ausscheidung in Ludwigshafen. Der 41-jährige Ginsheimer gehörte auf der Monarto Shooting-Ranch zum erfolgreichen deutschen Team, dass die Titelkämpfe mit 38 Medaillen, davon 16mal Gold klar dominierte. Sein australisches Gold holte sich der Altrheinschütze mit dem Perkussionsgewehr im Mannschaftswettbewerb "Pforzheim-Cup". Mit 392 Ringen setzte sich die deutsche Mannschaft durch. Die Hoffnungen auf eine Einzelmedaille erfüllte sich Walter Massing mit dem Luntenschloßgewehr im "Hizadai"-Wettbewerb. Im Kniendanschlag auf 50 Meter Entfernung wurde Massing Vize-Weltmeister mit 99 Ringen und verpaßte den Sieg denkbar knapp. Seine Medaillenversammlung vervollständigte er mit einer Bronzemedaille im Mannschaftswettbewerb "Nagashino" (360 Ringe).
Die Goldmedaille in Australien versöhnte Massing für die verpaßten Medaillen bei den Deutschen Meisterschaften. Nur Sechster mit dem Perkussionsgewehr (146 Ringe), Rang 20 mit dem Steinschloßgewehr (137 Ringe) und Platz 29 mit dem Freigewehr (138 Ringe) waren für den Ginsheimer eine ungewohnt magere Ausbeute. Dafür feierte Massing einen glanzvollen Vorderlader-Abschluß beim Deutschland-Cup in Ludwigshafen. Mit dem Steinschloßgewehr gewann er den Wettbewerb mit 145 Ringen und übertraf seinen eigenen Deutschen Rekord gleich um zwei Ringe.
Der Hattrick von Heidi Schulmeyer
Mit dem dritten Sieg in Folge schaffte im Jahr 2000 Heidi Schulmeyer den Titelhattrick mit dem Perkussionsrevolver. Mit 129 Ringen holte die Mörfelderin einen der drei Hessentitel für den Kreis Groß-Gerau. Die übrigen Goldmedaillen gewannen Walter Massing mit dem Steinschloßgewehr (142) und das Ginsheimer Team mit dem Perkussionsgewehr (430). Neben den drei Siegen gab es in Darmstadt für die Kreisschützen acht weitere Medaillen, wobei Jürgen Schönhaber mit Rang drei (Freigewehr) und die beiden Bronzemedaillen seiner Ehefrau Evelyn mit dem Perkussionsgewehr (135) und Perkussionsrevolver (120) zu den positiven Überraschungen gehörten. Bei den Deutschen Meisterschaften in Pforzheim unterstrichen die Schönhabers ihre Ambitionen zum Sprung in die deutsche Vorderladerelite. Jürgen Schönhaber wurde 15. mIt dem Perkussions-Freigewehr (141 Ringe) und Ehefrau Evelyn wurde 17. mit dem Perkussionsgewehr (137 Ringe). Unter die besten Zehn schafften es neben Walter Massing nur noch Lothar Behrend (6. mit dem Perkussions-Dienstgewehr) und Andreas Dindorf, der mit dem Steinschloßgewehr Siebter wurde. Neben den etablierten Vorderladern aus dem Kreis Groß-Gerau konnten sich mit der Steinschloßpistole die beiden Groß-Gerauer Ortwin Schamber (132 Ringe) und Hans Dörr (128 Ringe) auf den Rängen 46 und 82 platzieren.
Dieter Ehrlich - Hessenmeister mit dem Feldbogen
In glänzender Verfassung präsentierte sich bei den Hessenmeisterschaften der Feldbogenschützen Dieter Ehrlich. In Babenhausen gelang dem Rüsselsheimer mit 342 Ringen im Compoundbogen-Wettbewerb seine beste Leistung, die mit dem Sieg über den klaren Favoriten Immo Drust aus Darmstadt belohnt wurde. Den zweiten BSC-Titel holte Waltraud Gebhardt mit 323 Ringen vor der formschwachen Heike Kannengießer (299). Dominik Bersch bei den Compound-Schülern und Beate Dünhöft von der PSG Groß-Gerau mit dem Recurvebogen waren die übrigen Medaillengewinner des Schützenkreises.
Die Hallenrunde hatte mit dem Sieg von Carsten Friedrich für TGS Walldorf im neuen Langbogen-Wettbewerb bei den Hessenmeisterschaften begonnen. Heike Kannengießer gelang mit guten 562 Ringen der zweite Rang, doch aus gesundheitlichen Gründen mußte die Rüsselsheimerin bei den Deutschen Meisterschaften ihren Wettkampf abbrechen. Seine bisher beste Vorstellung lieferte in Krefeld Joachim Neitzel, der seine gute Hallensaison mit Rang 17 in der gutklassigen Einzelkonkurrenz der Recurveschützen mit 568 Ringen krönte und erst im Shoot-Off den Einzug ins Achtelfinale verpaßte.
Dreimal Silber gab es für den BSC Rüsselsheim bei den hessischen Landesmeisterschaften im Bogen-Fita. Die BSC-Juniorenauswahl holte sich den Vizemeistertitel, wie auch Manuel und René Makohl in der Schüler- und Jugendklasse mit dem Compoundbogen. Zu den Deutschen Meisterschaften reichten die Ringleistungen nur bei René Makohl und im norddeutschen Zeven schaffte der BSC-Jugendliche mit 640 Ringen und Rang sechs eine achtbare Platzierung. Damit schoss sich Makohl in den Kreis der deutschen Junioren-Nationalmannschaft mit dem Compoundbogen.
Michael Meyer - Deutscher Meister
Mit Dirk Ruiken vom SV Spachbrücken und Martin Raabe von Tell Ronshausen bildet im Jahr 2000 Michael Meyer eine neue Wettkampfgemeinschaft, nachdem Sven Hartmann altersbedingt in die Schützenklasse gewechselt war. Dem Wallerstädter Junioren-Nationalschütze gelingt mit der Freien Pistole auf 50 Meter in der Juniorenklasse endlich der erste Sieg bei den Deutschen Meisterschaften. Mit 539 Ringen nach 60 Vorkampfschüssen und 86,6 Ringen im Zehn-Schuss-Finale bringt Meyer den Titel ins Ziel. Mit seinem neuen Team schrammt Meyer an einer DM-Mannschaftsmedaille knapp vorbei. Für Tell Ronshausen belegt der Wallerstädter zusammen mit seinen ehemaligen Dietzenbacher Bundesligakameraden Martin Raabe und Dirk Ruiken im Luftpistolenwettbewerb den vierten Rang. 553 Ringe reichen Meyer im Einzel zu Platz 53. Bei den Hessenmeisterschaften hatte Michael Meyer im Einzel mit 473,9 Ringen nach dem Finale und im Mannschaftswettbewerb (1126 Ringe) noch klar dominiert.
Erwin Schmidt mit Dasbach Deutscher Meister
Erwin Schmidt wechselt in der Saison 2000 vom SV Rüsselsheim zum SV Falke Dasbach und ist auf Anhieb am Titelgewinn mit der Luftpistole bei den Deutschen Meisterschaften beteiligt. Mit der Luftpistole hat Schmidt den größten Anteil am Dasbacher Sieg und belegt in der Altersklasse mit 376 Ringen den sechsten Einzelrang. Ebenfalls stark schoss Erwin Schmidt in München mit der Freien Pistole und wird mit 528 Ringen Zwölfter. Bei den Hessenmeisterschaften hatte der Mainzer bereits unterstrichen, das er eine erhebliche Verstärkung für seinen neuen Verein ist. Die Dasbacher gewannen überlegen die Mansnchaftstitel mit der Freien Pistole und der Luftpistole. Schmidt´s langjähriger Vereinskamerad Georgios Leontarakis überrascht für 1862 Rüsselsheim mit 380 Luftpistolenringen und wird hessischer Vizemeister.
Luftgewehr-Überraschung durch Thorsten Herchenröder
Eine faustdicke Überraschung gab es bei den Luftgewehr-Hessenmeisterschaften in Frankfurt-Schwanheim durch Thorsten Herchenröder. Der Tellschütze reihte sich in die unerwarteten Haßlocher Erfolge in dieser Disziplin ein und entschied nach einem tollen Finale den Schützenklassen-Wettbewerb mit 490,3 Ringe für sich. Ein Ring dahinter mußte sich der favorisierte Kai Wilke mit Platz drei zufrieden geben. Dafür holte sich der Dornheimer die Einzeltitel im 100-Meter-Wettbewerb (295 Ringe) vor dem Raunheimer Joachim Gruber (294) und Ralf Klink aus Büttelborn (292), sowie beim 120 Schuss-Dreistellungskampf mit dem Kleinkalibergewehr. Mit 1252,3 Ringen hatte Wilke nach dem 10-Schuß-Finale seine Konkurrenten erneut mit fast 13 Ringen Vorsprung deklassiert. Zusammen mit Stefan Bimmel und Joachim Gruber siegte Wilke auch im Mannschaftswettbewerb für Tell Raunheim mit 3404 Ringen. Bronze gewann das Tell-Trio mit dem Kleinkaliber-Standardgewehr (1689 Ringe) und Kai Wilke war bester Einzelschütze auf Platz zwei mit 572 Ringen.
Erste Visitenkarte von Thomas van der Burg
In drei Disziplinen qualifiziert sich Thomas van der Burg für die Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften und damit gab der Kelsterbacher Junior seine erste Visitenkarte in der hessischen Spitze der Pistolenschützen ab. Die Plätze 12 und 13 erreichte van der Burg in Münchenmit der Kleinkaliber-Sportpistole und mit der Mehrschüssigen Luftpistole. Im olympischen Luftpistolen-Wettbewerb wurde der 20-jährige mit 552 Ringen 34. Bei den Hessenmeisterschaften hatte der Gildeschütze mit der Mehrschüssigen Luftpistole seine erste Medaille gewonnen (Dritter mit 44 Treffern). Erstmals überraschte bei den Hessenmeisterschaften auch Sylvia Mohaupt von der PSG Groß-Gerau, die mit der Luftpistole in der Damen-Altersklasse (358 Ringe) Dritte wurde. Eine Premiere gab es bei den Deutschen Meisterschaften durch Matthias Götz. Der Raunheimer qualifizierte sich erstmals mit der Gebrauchspistole Kaliber Neun Millimeter und wurde mit 368 Ringen 88. Für Tell Raunheim hatte sich Joachim Gruber zweimal für DM-Starts in München qualifiziert und belegte mit 290 Ringen den 47. Platz mit dem Kleinkalibergewehr auf 100 Meter Entfernung und den 88. Platz mit dem Luftgewehr (579 Ringe). Bei seiner DM-Premiere im 100-Meter Wettbewerb schaffte Ralf Klink für die HSG Büttelborn mit 284 Ringen den 80. Rang.
Im Schatten der Pyramiden
Ohne Erfolg kehrte Waldemar Schanz im Mai 2001 aus dem Schatten der Pyramiden von Gizeh zurück. Bei den Weltmeisterschaften in Ägypten reichte es für den Mörfelder im Doppeltrap (136 Treffer) und Trap (116 Treffer) nur zu den Plätzen 20 und 33. Keine Steigerung gelang Schanz bei den Europameisterschaften in Zagreb, aber in der Trap-Mannschaftskonkurrenz freute sich das Deutsche Team über eine Silbermedaille (345 Treffer). Schanz wurde im Einzel mit 115 Treffern 17. und belegte mit 135 Treffern im Doppeltrap den 14. Rang. Jeweils den 14. Platz in den Trap-Wettbewerben belegte Waldemar Schanz bei den Weltcups in Zypern und Lonato. In Italien war der siebte Rang im Doppeltrap mit 136 Treffern die beste Einzelplatzierung in diesem Jahr. Bei den Deutschen Meisterschaften bestätigte dagegen der Mörfelder seine führende Position mit dem Gewinn des Einzeltitels im Doppeltrap-Wettbewerb für Diana Berlin mit 181 Treffern. In den Mannschaftswettbewerben war Schanz an den Siegen für Berlin im Doppeltrap und erstmals für Frankfurt/Oder im Trap entscheidend beteiligt.
Die beste EM von Walter Massing
"Das war meine beste EM, ich bin sehr zufrieden", Walter Massing hatte bei seiner vierten Europameisterschaft mit der deutschen Vorderlader-Nationalmannschaft im österreichischen Bad Zell seine bisher besten Leistungen gezeigt. Der 42-jährige Ginsheimer kehrte mit drei Goldmedaillen von den EM-Titelkämpfen zurück, die erwartungsgemäß vom deutschen Team mit 40 Medaillen, davon 15mal Gold dominiert wurden. Seine dominierende Position in Europa untermauerte der Altrheinschütze mit der erfolgreichen Titelverteidigung im Tanegashima-Wettbewerb. Erneut gelangen Massing mit dem Luntenschloßgewehr optimale 100 Ringe und war damit auch am Mannschaftssieg "Nagashino" beteiligt, bei dem das deutsche Team den Europarekord um drei Ringe verbesserte. Den fünf Jahre alten Weltrekord der Österreicher löschte Walter Massing gemeinsam mit seinen Teamkameraden beim "Pforzheim-Cup" mit 395 von 400 möglichen Ringen aus. Mit dem Perkussionsgewehr steuerte Massing 99 Ringe zur deutschen Bestleistung bei.
30 DM-Starts in Pforzheim
Die internationalen Erfolge von Walter Massing und Lothar Behrend bleiben im Kreis Groß-Gerau nicht ohne Auswirkungen. Immer mehr Aktive konzentrieren sich im Vorderladersport auf den Sprung ins Lager der Nationalmannschaft, so dass bei der EM-Qualifikation 2001 in Ludwigshafen schon sechs Aktive an den Start gingen. Zwar erreichte Massing als einziger das Ziel in Österreich, doch einige Kreisschützen sind auf dem Weg ins internationale Vorderladerteam. Knapp scheiterte Evelyn Schönhaber als Vierte in der Qualifikation für das dreiköpfige "Amazons"-Team. Die Mörfelderin hatte sich mit dem Perkussions-Freigewehr konzentriert vorbereitet und bei den Deutschen Meisterschaften unter den leistungsstarken Herren mit 138 Ringen den 41. Rang belegt. Das steigende Leistungsniveau der Vorderladerschützen aus dem Kreis Groß-Gerau untermauerten insgesamt 30 Starts bei den Titelkämpfen in Pforzheim. Zwar blieb es wieder Walter Massing vorbehalten, mit dem Perkussionsgewehr (149 Ringe) als Vizemeister die einzige Medaille zu holen, doch neben dem Ginsheimer empfehlen sich seine Teamkameraden Andreas Dindorf und Gerhard Heger immer mehr für internationale Aufgaben. Andreas Dindorf wurde 2001 mit dem Perkussionsgewehr Fünfter (147 Ringe) und mit dem Steinschloßgewehr Sechster (140 Ringe). Zudem zeigte der Haßlocher seine Vielseitigkeit mit Rang Sieben (138) beim Wettbewerb mit dem Perkussionsrevolver. Gerhard Heger steigerte sich mit dem Perkussions-Dienstgewehr und verdrängte als Achter (136) sogar Lothar Behrend in seiner Spezialdisziplin (Platz 15 mit 133 Ringen) deutlich. Völlig überraschend schießt sich der Groß-Gerauer Thomas Hess unter die besten deutschen Vorderlader. Mit der Steinschloßpistole belegt der 40-jährige PSG-Schütze mit 137 Ringen den fünften Rang. Für Aufmerksamkeit sorgt auch Stefan Pap nach seinem Wechsel zu Tell Mörfelden. Mit der Perkussionspistole wird Pap Elfter mit 139 Ringen und führt das Mörfelder Team auf den neunten Mannschaftsrang.
Auf Hessenebene gehen die Kreis-Vorderladerschützen in Darmstadt viermal als Sieger vom Stand. Die Ginsheimer Perkussionsgewehrmannschaft mit Massing, Dindorf und Heger wird ihrer Favoritenrolle mit 432 Ringen gerecht. Walter Massing wird im Einzel mit 146 Ringen Vizemeister, zeigt aber mit dem Steinschloßgewehr seine beste Leistung. Vor dem ebenfalls starken Lothar Behrend (142) gewinnt der Ginsheimer mit 144 Ringen den Hessentitel. Zum viertenmal in Folge setzt sich mit dem Perkussionsrevolver Heidi Schulmeyer durch. Neben ihrem Sieg (128 Ringe) holt sie die Bronzemedaille mit der Perkussionspistole. In diesem Wettbewerb dominiert Evelyn Schönhaber, die mit 134 Ringen nach sechs Bronzemedaillen endlich ihren ersten Titel holt. Vizemeistertitel gewinnen die Mörfelder Vorderlade rin den Mannschaftswettbewerben Perkussions-Freigewehr (413 Ringe) und Perkussionspistole (411 Ringe). Im neuen Wettbewerb mit der Muskete gewinnt Jürgen Schönhaber seine zweite Bronzemedaille bei den Hessenmeisterschaften mit 114 Ringen und wird bei den Deutschen Titelkämpfen mit 120 Ringen 17.
66-jähriger Schanz gewinnt Deutschland-Cup
Im Alter von 66 Jahren gelingt Waldemar Schanz senior einer seiner größten Erfolge. Seit mehr als vierzig Jahren gehört der Mörfelder zu den besten Schützen im Kreis Groß-Gerau. Der ehemalige Gewehr- und später erfolgreiche Wurfscheibenschütze konzentriert sich im Jahr 2001 auf die Vorderlader-Wurfscheibendisziplin "Perkussionsflinte" und erzielt bei den hessenmeisterschaften mit 24 von 25 möglichen Treffern einen neuen Hessenrekord. Beim 50-Scheiben-Wettbewerb in Pforzheim schießt sich Schanz als Sechster mit 43 Treffern unter die besten deutschen "Untertassenjäger". Beim Saisonabschluß in Ludwigshafen gelingt Schanz die herausragende Leistung. Als Mitglied der Hessenauswahl gewinnt er mit 42 Treffern den Deutschland-Cup und setzt sich im Shoot-Off gegen den favorisierten Ex-Weltmeister Werner Pahl mit 1:0 durch.
Dreifacherfolg für Thomas van der Burg
Im Jahr 2001 ist Thomas van der Burg der überragende Pistolenschütze bei den Hessenmeisterschaften. Der 21-jährige Kelsterbacher gewinnt in Frankfurt-Schwanheim drei Einzeltitel mit der Luftpistole (383 + 99,3 Ringe), Freien Pistole (547 + 91 Ringe) und mit der Mehrschüssigen Luftpistole (51 Treffer). Bei den Deutschen Meisterschaften gelingen dem Kelsterbacher die besten Platzierungen auf den Rängen 14 mit der Kleinkaliber-Sportpistole und der Mehrschüssigen Luftpistole. Einen weiteren Hessentitel für die Gilde Kelsterbach gewinnt 2001 die Schülerin Agnetha Kraus mit 129 Ringen im Luftpistolenwettbewerb. Im Team des SVF Dasbach hat sich Erwin Schmidt als Leistungsträger etabliert. Der Rüsselsheimer wird in der Altersklasse Hessenmeister mit der Luftpistole (380 Ringe) und führt die Dasbacher Mannschaft in München zum Titel mit 1130 Ringen. In dieser Saison ist auch Georgios Leontarakis zum Idsteiner Vorortsverein gewechselt und wird mit der Luftpistole in München 25. (369 Ringe) vor dem Groß-Gerauer Christian Lahr (368). Sylvia Mohaupt gewinnt auf Hessenebene in der Damen-Altersklasse die Bronzemedaille und steigert sich in München auf 361 Ringe (Platz 14).
Joachim Gruber gewinnt das Super Match
Nach drei Vizemeistertitel gelingt Joachim Gruber im Meisterschaftsjahr 2001 endlich der erste Sieg bei den Hessenmeisterschaften. Der 29-jährige Raunheimer gewinnt das "Super Match" mit dem Kleinkalibergewehr im 120 Schuß-Dreistellungskampf. Neben seinem Sieg mit 1248,3 Ringen wird Gruber Vizemeister im Liegendwettbewerb (592 + 101,7 Ringe) und ist am Raunheimer Mannschaftssieg mit dem Scheibengewehr 100 Meter beteiligt. Erstmals geht für das Tellteam der Dietzenbacher Bundesligaschütze Jens Rössner an den Start und prompt gelingt zusammen mit Kai Wilke und Joachim Gruber mit 876 Ringen ein neuer Hessenrekord. Bei den Deutschen Meisterschaften hat sich Gruber für Starts in fünf Disziplinen qualifiziert und zeigt mit den Rängen 76 und 80 bei den Wettbewerben mit dem Kleinkalibergewehr im 120 Schuß Dreistellungskampf (1124 Ringe) und Standard (566 Ringe) seine besten Leistungen.
Kai Wilke gelingt mit der Bronzemedaille im Wettbewerb Scheibengewehr 100 Meter die beste Platzierung mit 297 Ringen. Gemeinsam mit Jens Rössner und joachim Gruber wird Wilke im Mannschaftswettbewerb (878 Ringe) Fünfter bei den Deutschen Meisterschaften.
BSC-Nachwuchstalente in der Erfolgsspur
Bei den Bogenschützen kommen die Nachwuchstalente des BSC Rüsselsheim immer besser in Schuss. Manuel Makohl wird mit 554 Ringen in der Schülerklasse hessischer Hallenmeister und das Juniorenteam siegt mit René Makohl, Christian Hüttel und Rainer Reintges. In der gleichen Aufstellung werden die BSC-Junioren bei den Deutschen Meisterschaften im thüringischen Bad Blankenburg Dritter der Mannschaftswertung und René Makohl als bester Rüsselsheimer Zehnter der Einzelwertung mit 556 Ringen. Mit dem Compoundbogen gehört René Makohl im Jahr 2001 dem Hessenkader an und wird beim Bundesfinale der Jugendverbandrunde des Deutschen Schützenbundes im Bogen-Fita mit 623 Ringen Zweiter. Bei den Deutschen Meisterschaften in Kassel wird Zehnter der Juniorenklasse, nachdem er auf Hessenebene mit 650 Ringe den Vizemeistertitel gewann.
Bei den Frauen ergänzt Ingeborg Orth das Team des BSC Rüsselsheim um Heike Kannengießer und Waltraud Gebhardt. Gemeinsam wird das BSC-Trio mit 1662 Ringen bei den Hessenmeisterschaften in der Halle mit dem Compoundbogen Vizemeister. Im Einzel wird Heike Kannengießer ebenfalls Vizemeisterin und erreicht bei den Deutschen Meisterschaften zusammen mit Waltraud Gebhardt das Finale der besten 16. Als Zehnte des Vorkampfs trifft Heike Kannengießer in der erste Runde auf die spätere Siegerin Martina Schacht und verliert im Achtelfinale mit 167:170 Ringen. Ähnlich ergeht es Waltraud Gebhardt, die in Bad Blankenburg als 15. den Vorkampf mit 554 Ringen beendet und danach in der ersten Finalrunde gegen Birgit Gronau mit 167:171 Ringen verliert. Nicht in Thüringen dabei ist Rolf Troeber, der bei den Hessenmeisterschaften mit 560 Ringen in der Herren-Altersklasse die Bronzemedaille gewonnen hatte.
Vierter Feldbogentitel für Heike Kannengießer
Zum viertenmal seit 1997 gewinnt Heike Kannengießer den Hessenmeistertitel im Feldbogenschießen. Mit dem Compoundbogen siegt die BSC-Schützin bei den Frauen (320 Ringe) vor Waltraud Gebhardt (306) und kehrt mit Rang vier bei den Deutschen Meisterschaften in Elmstein wieder in den Kreis der Nationalschützinnen zurück. Übertroffen wird Heike Kannengießer in Elmstein (658) von ihrem Lebensgefährten Dieter Ehrlich, dem mit 671 Ringen und Rang 21 seine beste Leistung auf nationaler Ebene gelingt. Bei den Hessenmeisterschaften wurde Ehrlich mit dem Compoundbogen Vizemeister (338 Ringe). Einen Doppelsieg für die TGS Walldorf schafften in der neuen Disziplin Langbogen Carsten Friedrich mit 167 Ringen vor seinem Vater Harald (133). Beim Bogen-Fita wurde Carsten Friedrich mit dem Langbogen (408 Ringe) Vizemeister.