Dritter Teil
14 Hessenmeistertitel - WTC Groß-Gerau sechsmal vorn
Eine gewaltige Steigerung gelang den Kreisschützen im Jahr 1985 bei den Hessenmeisterschaften. Am Gewinn von insgesamt 14 Hessentitel hatten die Wurfscheiben- und Bogenschützen den größten Anteil. Allein sechs von sieben möglichen Titel holten die Groß-Gerauer WTC-Schützen im Wurfscheiben-Trap. Schon durch die Schließung der Standanlage bedroht zeigten die WTC-Aktiven ihre besten Leistungen. Neben den Mannschaftssiegen in der Schützen- und Altersklasse holten Waldemar Schanz senior, sein Sohn Waldemar junior, August Schwantes und Renate Korsch Einzelsiege. In Klein-Auheim feiern Waltraud Kuhn und Elke Neitzel für den BSC Rüsselsheim im Hallenbogenschießen einen Doppelsieg und holen zusammen mit Roswitha Kinkel und 141 Ringen Vorsprung den Mannschaftssieg. In der Juniorenklasse macht Joachim Neitzel mit Rang drei auf sich aufmerksam. Im Sommer gewinnen die BSC-Frauen erwartungsgemäß den Mannschaftstitel im Bogen-Fita und erneut setzten sich Waltraud Kuhn und Elke Neitzel in der Einzelwertung auf den Plätzen eins und zwei durch. Im Seepark Kirchheim entschließen sich acht Aktive aus den Vereinen Groß-Gerau, Ginsheim und Haßloch zur Gründung einer Wettkampfgemeinschaft, um in der Schützenklasse sich gegen die starke Konkurrenz besser in Szene setzen zu können. Erfolge feiert der Schützenkreis bei den Luftgewehr-Hessenmeisterschaften in Kirchheim durch Britta Otrzonsek und Stefan Bimmel. Für die HSG Büttelborn landet die Astheimerin Otrzonsek einen Doppelsieg in der Schülerklasse. Mit 183 Ringen gewinnt sie mit dem Luftgewehr und 276 Ringe reichen zum Erfolg mit Luftgewehr-Dreistellungkampf. Gemeinsam mit Frank Kucharcyk und Markus Merkel holt Britta Otrzonsek zudem einen zweiten und dritten Rang in der Mannschaftswertung. Der Raunheimer Stefan Bimmel überrascht mit 377 Ringen und wird Luftgewehr-Jugendmeister. Die Erfolgsbilanz auf Hessenebene runden die Mörfelder Vorderladerschützen ab. Werner Kirchner, Michael Altmann, Robert Zwilling und Lothar Behrend holen mit 382 Ringen den Mannschaftssieg mit dem Perkussionsgewehr. Pechvogel der Titelkämpfe ist Lothar Behrend. Der Mörfelder wird dreimal hessischer Vizemeister und ist jeweils mit dem Sieger ringgleich. In seiner zweiten Saison im Großkalibergewehrschießen auf 300 Meter Entfernung gelingen Fritz Klink zwei Medaillengewinne. Im Standardgewehr-Wettbewerb wird der Groß-Gerauer mit 520 Ringen Vizemeister und im Liegendkampf belegt er mit 576 Ringen den dritten Rang. Nicht so gut läuft es für Klink bei den Deutschen Meisterschaften in Hammelburg. 537 Ringe im Liegendkampf reichen nur zum 25. Einzelrang.
Neun Ringe fehlen Waltraud Kuhn
Nicht rund läuft es für die Kreisaktiven bei den Deutschen Meisterschaften. Waltraud Kuhn verpaßt im Hallenbogenschießen die erfolgreiche Titelverteidigung in der Damenklasse um neun Ringe und wird mit 1080 Ringen Vizemeisterin. Elke Neitzel belegt in München-Hochbrück Rang sechs. Im Mannschaftswettbewerb kommen die BSC-Schützinnen nicht über Rang sieben hinaus. Bei seiner DM-Premiere gelingt Joachim Neitzel bei den Junioren mit 1027 Ringen der 26. Einzelrang. Im Sommer läuft es beim Bogen-Fita für das BSC-Nachwuchstalent besser. Joachim Neitzel belegt in Zeven mit 1134 Ringen den zwölften Platz bei den Junioren. Waltraud Kuhn und Elke Neitzel erreichen in der Damen-Altersklasse die Plätze vier und acht. Im Mannschaftswettbewerb werden die BSC-Schützinnen zusammen mit Roswitha Kinkel Achte.
Knapp an einer Medaille vorbei schießen die Mörfelder Vorderladerschützen. Das Perkussionsgewehr-Team um Lothar Behrend und Robert Zwilling verpaßt mit 372 Ringen die gute Leistung der Hessenmeisterschaften und muss sich mit Rang sieben zufrieden geben. In fünf Einzeldisziplinen hat sich Robert Zwilling qualifiziert, der mit Rang sieben seine beste Leistung erzielt. Mit der Steinschloßpistole verpaßt Zwilling die Medaillenränge um einen Ring.
In München-Hochbrück etabliert sich Waldemar Schanz junior als Sechster der Deutschen Meisterschaft mit 174 Treffern unter den besten Junioren. Die Büttelborner Nachwuchstalente erreichen in der Schülerklasse mit dem Luftgewehr den 14. Rang. Die besten Leistungen zeigt Britta Otrzonsek mit Platz 17 im Luftgewehr-Dreistellungskampf und Rang 35 mit dem Luftgewehr. Stefan Bimmel verpaßt mit fünf Ringen Rückstand in der Jugendklasse (369 Ringe) als 16. den Sprung auf das Siegerpodest. Seine erste Visitenkarte gibt bei den Deutschen Meisterschaften Walter Massing hat. Bei den Hessenmeisterschaften hatte sich der Ginsheimer mit glänzenden 1141 Ringen für den Kleinkaliber-Dreistellungskampf "Super Match" qualifiziert. Unter den besten deutschen Schützen belegt der Altrheinschütze mit 1131 von 1200 Ringen den 60. Einzelrang. Im Pistolenbereich startet der Rüsselsheimer Norbert Lang mit der Schnellfeuerpistole für die PSG Darmstadt und überrascht mit 579 Ringen und Rang 21.
Groß-Gerauer Vorderladerpremiere
In den Punktrunden gewinnen die Ginsheimer Altrheinschützen mit dem Kleinkalibergewehr und 1862 Rüsselsheim mit der Sportpistole in der Gauklasse Starkenburg. Mit der Luftpistole werden die Rüsselsheimer in der Regionalliga Süd Vizemeister. Durch die Änderung des Sportjahres werden die 1862er im Jahr 1985 nochmals Vizemeister in der Luftpistole-Regionalliga Süd und bei den Vorderladerschützen gewinnt Tell Mörfelden mit dem Perkussionsgewehr. Vizemeister werden die Mörfelder in der Regionalliga Süd mit dem Perkussionsrevolver vor der PSG Groß-Gerau, die erstmals mit einem Team bei den Vorderladerschützen dabei ist.
Waldemar Schanz und Montecatini
Die steile Leistungsentwicklung von Waldemar Schanz junior bei den Wurfscheibenschützen führt den Mörfelder von der Aufnahme in den C-Kader des Deutschen Schützenbundes auf Anhieb zur Teilnahme an den Weltmeisterschaften im italienischen Montecatini. Unter Bundestrainer Pape erreicht der 17-jährige bei seinem ersten WM-Auftritt im Wurfscheiben-Trap mit 149 von 200 möglichen Treffern den 32. Einzelrang. Mit der DSB-Juniorenmannschaft wird Schanz Neunter. Die Probleme auf der für deutsche Schützen ungewohnten italienischen Schießstandanlage sollten den Mörfelder in den folgenden Jahren seiner Nationalmannschaftskarriere immer wieder vor schwierige Aufgaben stellen.
Ein Jahr später ist Waldemar Schanz wieder in Montecatini am Start. Diesmal finden die Europameisterschaften im Wurfscheiben-Trap statt und der Groß-Gerauer WTC-Schütze steigert sich. Mit 158 Treffern wird Schanz 28. der Junioren-Einzelwertung und belegt mit der deutschen Mannschaft den vierten Platz. Gewonnen hat Waldemar Schanz im Jahr 1986 die hessischen Titelkämpfe mit 179 Treffern und beim Großen Preis von Österreich stellt er einen neuen deutschen Juniorenrekord auf. Bei den Deutschen Meisterschaften wird Schanz mit Dritter und verfehlt nur um einen Treffer das Siegerpodest.
Trainingsfleiß von Beate Dünhöft lohnt sich
Der Trainingsfleiß von Beate Dünhöft wird erstmals mit dem Sieg bei den Hessenmeisterschaften belohnt. Die Groß-Gerauer PSG-Schützin gewinnt im Sommer das Bogenschießen im Freien (Fita) mit glänzenden 1143 Ringen bei den Hessenmeisterschaften. Bei den nationalen Titelkämpfen in Gelsenkirchen erreicht die 18-jährige Nauheimerin 1085 Ringe und wird Achte der Juniorenklasse.
Erstmals tritt bei den Bogenschützen Waltraud Gebhardt in den Vordergrund. Die Rüsselsheimer BSC-Schützin qualifiziert sich als Achte der Hessenmeisterschaften mit 1100 Ringen im Bogen-Fita zu den Deutschen Meisterschaften. 1098 Ringe reichen in Gelsenkirchen zum 35. Rang. In der Hallensaison gingen bei den Deutschen Meisterschaften in Dortmund fünf Rüsselsheimer BSC-Schützen an den Start. Die Altersklassen-Herrenmannschaft wird in der Besetzung Werner Kuhn, Hans-Jürgen Neitzel und Ewald Treber ebenso Vierte wie Waltraud Kuhn in der Einzelwertung der Damen-Altersklasse. Elke Neitzel belegt Rang sieben, hatte aber bei den Hessenmeisterschaften für die Überraschung gesorgt, als sie sich ringgleich (1052) gegenüber Waltraud Kuhn durchsetzte. In Oberursel-Stierstadt schaffte das BSC-Herren-Altersklassenteam mit 110 Ringen Vorsprung einen eindrucksvollen Mannschaftssieg. In der Schützenklasse bildet sich im Bogen-Fita ein neues BSC-Team mit Neuzugang Wolfgang Keicher. Keicher und Reinhold Ruhl sind auf den Rängen zehn und zwölf die besten BSC-Akteure im Einzel und erreichen den dritten Mannschaftsrang. Zwischen die beiden Rüsselsheimer schiebt sich bei seiner Hessenpremiere der Groß-Gerauer Ernst Bochnig mit 1115 Ringen.
DM-Bronze für Tell-Vorderlader
Um einen Ring verpassen die Mörfelder Tellschützen bei den Vorderlader-Titelkämpfen in Pforzheim den Sieg bei den Deutschen Meisterschaften. Mit dem Perkussionsgewehr werden Lothar Behrend, Michael Altmann, Werner Kirchner und Robert Zwilling mit 380 Ringen Dritter. Das Pech bleibt Lothar Behrend auch mit dem Perkussions-Dienstgewehr treu. Mit einem Ring Rückstand auf Rang eins wird der Mörfelder Fünfter der Einzelwertung. Erstmals qualifiziert sich Walter Massing für die Deutschen Meisterschaften und belegt mit dem Perkussionsgewehr den zwölften Rang. Der Ginsheimer blieb in Pforzheim zwei Ringe unter seiner Leistung bei den Hessenmeisterschaften, wo er mit 98 Ringen seinen ersten Vorderladersieg feierte. Den Mannschaftstitel hatten die Mörfelder Vorderlader mit 377 Ringen gewonnen. Mit Gerhard Jung auf Rang 90 und Wilfried Wümmling (135.) gelingt erstmals zwei Groß-Gerauer PSG-Schützen mit dem Perkussionsrevolver die Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften. Premiere haben in diesen Wettbewerb auch die Mörfelder mit einer Mannschaft, die Rang 15 belegt. Nicht qualifiziert hatte sich Waldemar Schanz senior im Vorderlader-Wurfscheibenschießen. 17 Treffer hatten dem Mörfelder zum ersten Sieg mit der Perkussionsflinte auf Hessenebene gereicht, doch die begehrte Fahrkarte zur DM-Teilnahme kam nicht.
Finale für die olympische Existenz
Zwei Jahre vor den Olympischen Spielen in Seoul (Korea) gibt es bei den Sportschützen mit der Einführung von Finalwettkämpfen eine gravierende Änderung. Beim Internationalen Wettkampf in Suhl beugen sich die Schützen nach 90 Jahren unveränderten Wettkampfmodus den Zwängen im Kampf um die olympische Existenz. Im Mai 1986 haben elektronische Trefferanzeigen und Zehntelwertung bei den Gewehr- und Pistolenschützen Premiere. Noch ohne Finale werden die Deutschen Meisterschaften in München ausgetragen, zu denen nur drei Kreisschützen die Qualifikation geschafft haben. Mit dabei sind die Raunheimer Thorsten Knapp (43. Luftgewehr - Jugend) und Karlheinz Götz (48. Kleinkaliber-Sportpistole - Schützenklasse). Der Ginsheimer Nico Tommasone wird mit der Luftpistole in der Altersklasse 32. Erfolgreicher lief es bei den Hessenmeisterschaften. Zu den insgesamt neun Hessentiteln im Jahr 1986 steuern mit dem Standardgewehr der Raunheimer Stefan Bimmel in der Jugendklasse (555 Ringe) und im Kleinkaliber-Liegendkampf der Haßlocher Andreas Dindorf mit 583 Ringen in der Juniorenklasse zwei Siege bei.
Stefan Bimmel Deutscher Meister
Höhepunkt des Jahres 1987 ist der Sieg des Raunheimers Stefan Bimmel bei den Deutschen Meisterschaften in der Jugendklasse mit 384 Ringen. Bei den Hessenmeisterschaften hatte Bimmel zuvor noch mit 377 Ringen und Platz drei zufrieden sein müssen. Dafür holten sich die übrigen Kreisschützen insgesamt neun Hessenmeistertitel. Doppelsiege gab es im Bogenbereich durch Beate Dünhöft und die Altersklassenmannschaft des BSC Rüsselsheim, die sowohl im Hallenbogenschießen, alsauch im Freien gewannen. Bei den Wurfscheibenschützen holte August Schwantes den letzten Hessentitel für den WTC Groß-Gerau, bevor sich der Verein auflöste. WTC-Silber gab es noch für Waldemar Schanz junior, der weiterhin Mitglied des C-Kaders des Deutschen Schützenbundes ist. Im Vorderladerbereich siegen Walter Massing mit dem Perkussionsgewehr (98 Ringe) und Lothar Behrend gewinnt überraschend mit der Perkussionspistole (97). In seiner Spezialdisziplin Perkussions-Dienstgewehr muß sich der Mörfelder mit Rang drei begnügen. Silber holt sich Robert Zwilling mit dem Perkussionsrevolver. 17 Jahre nach ihrem ersten Hessenmeistertitel wiederholt Gudrun Diegisser ihren Erfolg mit der Luftpistole. 354 Ringe sichern der Rüsselsheimerin den Titel. Eine unerwartete Medaille gewinnt in der Schülerklasse Anita Parys für AS Ginsheim mit der Luftpistole, während Walter Massing im Rahmen der Wettkampfgemeinschaft für Tell Haßloch startet und mit glänzenden 594 Ringen hessischer Vizemeister im Kleinkaliber-Liegendkampf wird. Seine gute Vorstellung rundet der Ginsheimer mit Rang drei (289 Ringe) beim Schießen mit dem Kleinkalibergewehr auf 100 Meter Entfernung ab. Massing ist auch am Ginsheimer Aufschwung bei den Rundenwettkämpfen beteiligt. Mit dem Standardgewehr steigen die Altrheinschützen in die Regionalliga Süd auf und mit dem Luftgewehr holt das Team aus Ginsheim in der Gauliga den zweiten Rang.
100 Ringe - Massing trifft optimal
Das Jahr 1988 bringt für die Kreisschützen vier Siege bei den Hessenmeisterschaften. Erneut gewinnt Beate Dünhöft für die PSG Groß-Gerau zwei Junioren-Einzeltitel im Bogenschießen, sowohl in der Halle, alsauch im Freien. Für eine Überraschung sorgt bei den ältesten Schützen Fritz Sturm. Der Kelsterbacher gewinnt mit 339 Ringen in der Luftgewehr-Seniorenklasse B. Eine optimale Leistung gelingt in de Vorderlader-Wettbewerben Walter Massing. Der Ginsheimer erzielt mit dem Perkussionsgewehr 100 von 100 möglichen Ringe. Bei den Deutschen Meisterschaften läuft es dann nicht, 95 Ringe reichen in Pforzheim nur zu Rang 46. Neben den vier Titelgewinnen holen Kreisschützen bei den Hessenmeisterschaften neun weitere Medaillen. Darunter eine Bronzemedaille von Britta Otrzonsek für den ASV Astheim, die anschließend bei den Deutschen Meisterschaften den 45. Platz im Kleinkaliber-Liegendkampf belegt. Zweimal Dritter wird Stefan Bimmel bei den Hessenmeisterschaften, doch in der Rangliste des Deutschen Schützenbundes gelingt dem Raunheimer der Sprung nach vorn nicht. Mit dem Luft- und dem Kleinkalibergewehr rangiert Bimmel nicht besser als auf Rang zwanzig bei den Junioren. Besser läuft es für Waldemar Schanz junior. Der Mörfelder hat nach der Auflösung des WTC Groß-Gerau zum bayerischen WTC Dachau gewechselt und wird Vierter bei den Deutschen Meisterschaften im Wurfscheiben-Trap mit 183 Treffer. Bei den Weltmeisterschaften in Istanbul steigert sich Schanz in der Juniorenklasse auf 174 Treffer und wird 22. der Einzelwertung. Vater Waldemar Schanz senior hat sich in dieser Saison dem SSV Viernheim angeschlossen und holt für seinen neuen Verein mit 20 Treffern den Hessenmeistertitel mit der Perkussionsflinte im Vorderlader-Wurfscheibenschießen. Bei den Deutschen Meisterschaften reichen 20 Treffer dann zum 17. Platz.
Gold und Silber für Silvia Sperber
Mit dem Gewinn einer Gold- und einer Silbermedaille bei den Olympischen Spielen in Seoul verdient sich Silvia Sperber aus Penzing den Titel der "Weltschützin des Jahres". Vom Hessischen Schützenverband ist Carmen Giese im deutschen Nationalteam dabei. Die Nordhessin aus Ronshausen wird mit 389 Ringen im Luftgewehrwettbewerb 17. Beim anschließenden Weltcup in Moskau belegt sie Rang fünf mit dem Luftgewehr. Die heute in Walldorf lebende Carmen Keime (geb. Giese) hatte nach dem Vorkampf mit 394 Ringen noch auf Rang drei gelegen. Im nichtolympischen 60-Schuss-Liegendkampf mit dem Kleinkalibergewehr gelingt Carmen Giese in diesem Jahr mit 596 Ringen und Platz zwei ihr bestes Weltcupergebnis.
1989: Weltmeister Lothar Behrend
Es war der optimale Einstand im Nationalteam der Vorderladerschützen. Bei den Weltmeisterschaften in Pforzheim überraschte Lothar Behrend mit einer sensationellen Leistung im Wettbewerb "Maximilian". Der Mörfelder verbesserte in dieser Steinschloßgewehr-Disziplin die alte Bestmarke gleich um vier auf 96 Ringe und wurde damit neuer Weltmeister. Vorausgegangenen war für Behrend zunächst die erstmalige Qualifikation ins 40-köpfige deutsche Nationalteam, dass die Weltmeisterschaften im eigenen Land mit dem Gewinn von 16 Gold- und jeweils 13 Silber- und Bronzemedaillen klar dominierte. Behrend rundete seinen Erfolg mit dem Vizemeistertitel im Wettbewerb "Minie" mit dem Perkussions-Dienstgewehr, sowie einem Mannschaftssieg im "Vetterli-Cup" mit dem Perkussionsgewehr ab. Das der Tellschütze zu dieser Leistungssteigerung in der Lage ist, hatte sich in der kurz davor ausgetragenen Deutschen Meisterschaft auf der Pforzheimer Standanlage noch nicht angedeutet. Rang 14 mit dem Steinschloßgewehr war die beste Platzierung für Behrend. Nicht viel besser lief es für die übrigen Kreisteilnehmer, von denen Walter Massing mit dem Perkussionsgewehr als Achter mit dem Perkussionsgewehr als Einziger unter die besten Zehn kam. Bei den Hessenmeisterschaften hatten Lothar Behrend (Dritter) und Peter Eck (Zweiter) für Tell Mörfelden die einzigen Medaillen gewonnen.
Bimmel und Dindorf erstmals gemeinsam
Nach den Erfolgen in den Vorjahren hofften die Kreisschützen 1989 vergeblich auf einen Sieg bei den Hessenmeisterschaften. Sieben Podestplätze blieben die einzige Ausbeute, wobei erstmals Medaillen im Feldbogenschießen durch Wolfgang Zillger und Marion Bersch für den BSC Rüsselsheim gewonnen wurden. Für Aufmerksamkeit sorgte bei Tell Haßloch Clyde Shoemaker in der Juniorenklasse. Nach seinem Vizemeistertitel mit der Kleinkalibersportpistole gelang Shoemaker bei den Deutschen Meisterschaften mit 557 Ringen der zehnte Platz. Besser platzierte sich mit der Luftpistole in der Schülerklasse die Ginsheimerin Anita Farys mit 168 Ringen auf Rang sieben. Bei Tell Raunheim schießen erstmals Stefan Bimmel und Oliver Dindorf in einem Team, die mit dem Luftgewehr in der Juniorenklasse auf Hessenebene den zweiten und dritten Rang im Einzel belegen und später bei den Deutschen Meisterschaften die Plätze 46 und 56 erreichen. Gemeinsam mit Thorsten Knopp qualifizieren sich Bimmel und Dindorf auch mit dem Standardgewehr zu den deutschen Titelkämpfen, kommen aber über den 28. Mannschaftsrang nicht hinaus.
Im Bogenbereich überraschte Henry Brouwer für den BSC Rüsselsheim beim Bogen-Fita mit dem dritten Einzelrang in der Seniorenklasse. Bei den Deutschen Meisterschaften wird der BSC-Senior 16. Gut läuft es für die BSC-Altersklassenmannschaft mit Hans-Jürgen Neitzel, Horst Bartl und Ewald Treber. Das Rüsselsheimer Trio verpaßt auf Landesebene den Sieg nur um einen Ring, gewinnt aber bei den Deutschen Hallenmeisterschaften die Bronzemedaille. Im Einzel erreicht Hans-Jürgen Neitzel mit 1105 Ringen den fünften Rang. Auf Hessenebene hatte Neitzel mit 1093 Ringen den Vizemeistertitel gewonnen. Waltraud Gebhardt wurde bei den Frauen Dritte mit 1088 Ringen.
Im Wurfscheibenbereich schießt Waldemar Schanz junior jetzt für den WC Wiesbaden, kommt aber bei seinem ersten Auftritt in der Schützenklasse nicht über Rang 25 hinaus. Seinen internationalen Einstand gibt der Mörfelder Trapschütze bei den Europameisterschaften in Zagreb und belegt mit 141 Treffern in der Herrenklasse den 34. Einzelrang. Mit der Mannschaft reicht es nur zu Platz 16.
Deutscher Rekord von Waldemar Schanz
Im Jahr 1990 steht Wurfscheibenschütze Waldemar Schanz bei den Deutschen Meisterschaften im Blickpunkt. Der jetzt 22-jährige Student der Zahnmedizin übertrifft im Trapschießen alle bisherigen Rekordmarken. Mit 197 Treffern im Vorkampf (von 200) und einem optimalen 25er Finale holt sich der Mörfelder für den WC Wiesbaden den Deutschen Meistertitel. International läuft es für Schanz noch nicht so gut. Bei den Weltcups in Suhl (140 Treffer) und im holländischen Weert (126) reicht es nur zu den Plätzen 42 und 46. Die Europameisterschaften im schwedischen Uddevalla schließt Schanz mit 130 Treffern als 45. ab. Aufhorchen läßt er zu Saisonbeginn beim Internationalen Wettkampf in Wiesbaden mit Rang drei und 204 von 225 Treffern. Schanz hat sich 1990 in der nationalen Spitze im Trapschießen etabliert - bei den Weltmeisterschaften in Moskau ist der Mörfelder noch nicht dabei, dort wird erstmals die Disziplin "Doppeltrap" bei den Wurfscheibenschützen ausgetragen.
Hans Riederer - Weltmeister aus Bayern
Einer der bekanntesten deutschen Schützen kommt aus Ismaning und schießt mit dem Luftgewehr für das Team von Der Bund München. Der 32-jährige Hans Riederer war bereits 1986 Weltmeister und gewann bei den Olympischen Spielen 1988 die Bronzemedaille in Seoul. Im Jahr 1990 folgt in Moskau der zweite Weltmeisterittel mit dem Luftgewehr. Nach 595 Ringen im Vorkampf schließt der Bayer mit 697,4 Ringen das Finale auf Platz eins ab. Mit der deutschen Mannschaft gewinnt Riederer ebenfalls Gold. Mit Hubert Bichler wird in Moskau ein weiterer Bayer Weltmeister (Freie Waffe - Kniendanschlag) und für die DDR gewinnen Ralf Schumann mit der Schnellfeuerpistole (594 Ringe) und Jörg Damme wird Trap-Weltmeister mit optimalen 200 Treffern im Vorkampf und anschließenden 24 Finaltreffer.
Vergeblich kämpft Stefan Bimmel um einen Platz in der Deutschen Nationalmannschaft. Beim Qualifikationsschießen zur Teilnahme an den Europameisterschaften wird der Raunheimer mit dem Luftgewehr 22. Seine gute Form hatte Bimmel bei den Deutschen Meisterschaften mit dem Kleinkalibergewehr gezeigt. In dieser Saison startet der Raunheimer für den SVF Eberstadt und wird mit 569 Ringen Deutscher Vizemeister der Junioren. Einen Vizemeistertitel gewann Bimmel für Tell Raunheim beim 120 Schuss Dreistellungskampf im Verlauf der Hessenmeisterschaften im 120 Schuss Dreistellungskampf mit 1123 Ringen. In dieser Disziplin gelingt erstmals Walter Massing der Durchbruch. 1143 Ringe bringen den Ginsheimer in der Schützenklasse auf Rang drei und die Fahrkarte zu den Deutschen Meisterschaften. Der Altrheinschütze hatte sich für insgesamt drei Starts in München qualifiziert und erreicht mit Rang 50 im "Super Match" seine beste Platzierung.
Fünf Hessentitel für den BSC Rüsselsheim
Im Jahr 1990 zählen die Kreisschützen insgesamt fünf Siege bei den Hessenmeisterschaften, allesamt in den Bogendisziplinen. Das Altersklassenteam des BSC Rüsselsheim gewinnt mit 3217 Ringen den Hallenwettbewerb und bringt Hans-Jürgen Neitzel als Dritten auf das Siegerpodest. Die BSC Frauen werden Hessenmeister mit 3111 Ringen und Waltraud Gebhardt wird Einzel-Vizemeisterin. In der Damen-Altersklasse erreicht Elke Neitzel den dritten Rang. Die anschließenden Deutschen Meisterschaften bringen für den BSC Rüsselsheim eine weitere Bronzemedaille durch das Altersklassenteam. Als bester BSC-Schütze der Einzelwertung wird Hans-Jürgen Neitzel Zehnter. Für die BSC-Frauen reicht es nur zum fünften Mannschaftsrang und Waltraud Gebhardt wird mit 1060 Ringen 23. mit dem Recurvebogen. Erstmals setzen sich Rüsselsheimer BSC-Schützen mit dem Feldbogen in Szene und gewinnen bei den Hessenmeisterschaften gleich drei Titel. Waltraud Gebhardt mit dem Visierbogen, Marion Bersch (Blank) und erstmals mit dem Compoundbogen Reinhold Ruhl heißen die Sieger für Rüsselsheim. Beim Bogen-Fita im Freien reicht es zu einer Silbermedaille auf Hessenebene durch die BSC-Altersklassenmannschaft und in der Rangliste des Deutschen Schützenbundes belegt Waltraud Gebhardt den 13. Rang bei den Frauen.
Überraschend gewinnt bei den Luftpistolen-Hessenmeisterschaften Heidi Gärtner (später: Schulmeyer) für die PSG Groß-Gerau die Silbermedaille in der Damenklasse mit 362 Ringen. Insgesamt sechs Medaillen holen die Kreisteilnehmer bei den 10-Meter-Entscheidungen in Frankfurt-Schwanheim. Die engagierte Nachwuchsarbeit von Tell Haßloch wird mit Silber und Bronze in den Mannschaftswettbewerben, sowie einem dritten Platz durch Andreas Kristl im Luftgewehr-Dreistellungskampf belohnt. Erfolgreich schießt die Wettkampfgemeinschaft der Ginsheimer und Groß-Gerauer Schützen in den Gewehrdisziplinen. Rang drei im Kleinkaliber-Liegendkampf und der Vizemeistertitel mit dem Zimmerstutzen sind in diesem Jahr die Ausbeute. Massing holt mit dem ungewohnten Zimmerstutzen auf 15 Meter eine Bronzemedaille. im Einzelwettbewerb. Keinen Erfolg hat der Altrheinschütze in den Vorderladerwettbewerben - ein Start bei den Deutschen Meisterschaften mit dem Steinschloßgewehr (Platz 54) sind in dieser Saison die magere Ausbeute. Besser läuft es für die Mörfelder Vorderlader, die bei den Hessenmeisterschaften einmal Silber und viermal Bronze gewinnen. Bei den Deutschen Meisterschaften hält sich Lothar Behrend als amtierender Weltmeister im Hintergurnd und erreicht mit Rang sechs im Wettbewerb "Perkussions-Dienstgewehr" seine beste Platzierung. Für den SSV Viernheim gelingt Waldemar Schanz senior beim Vorderlader-Wurfscheibenschießen eine neue Rekordleistung. Mit 23 von 25 möglichen Treffern wird der Mörfelder im Wettbewerb "Perkussionsflinte" Hessenmeister.
Walter Massing wird Deutscher Meister
Der Sieg von Walter Massing mit dem Steinschloßgewehr bei den Deutschen Meisterschaften im Vorderladerschießen ist das herausragende Ergebnis für den Schützenkreis Groß-Gerau im Jahr 1991. Massing gewinnt in Pforzheim den 50-Meter Stehendwettbewerb mit 97 Ringen. Daneben erreichte der Ginsheimer mit dem Standardgewehr den dritten Platz bei den Hessenmeisterschaftenmit 568 Ringen und qualifiziert sich für die Deutschen Titelkämpfe (Platz 133 mit 538 Ringen). Erstmals in München am Start ist Werner Wabnitz, der mit dem Zimmerstutzen den 89. Platz mit 269 Ringen belegt. Qualifiziert hatte sich der Groß-Gerauer bei den Hessenmeisterschaften, nachdem die PSG-Mannschaft
überraschend den Titel mit 802 Ringen gewonnen hatte.Stefan Bimmel auf den Siegerpodesten
Auf dem Siegerpodest bei den Deutschen Meisterschaften in München steht Stefan Bimmel für den SVF Eberstadt. Der Raunheimer schießt in dieser Saison zusammen mit Jochen Hofmann und Kerstin Heusslein und wird mit zwei Silbermedaillen belohnt. Für seinen Heimatverein wird Bimmel Mannschaftsvizemeister mit dem Luftgewehr (1151 Ringe) in der Juniorenklasse und im Einzel wird er Zweiter mit dem Standardgewehr. Die erfolgreiche Wettkampfgemeinschaft um Stefan Bimmel hatte bei den Hessenmeisterschaften mit dem Luftgewehr und dem Standardgewehr die Mannschaftswettbewerbe gewonnen. Im Einzel holte sich Bimmel den Sieg beim Schießen mit dem Kleinkalibergewehr auf 100 Meter (290 Ringe) und belegte zweite Ränge im 120 Schuss-Dreistellungskampf, sowie mit dem Luftgewehr. Die Haßlocher Nachwuchstalente holen 1991 drei Medaillen in den 10-Meter-Wettbewerben auf Hessenebene. Dritte Einzelplätze von Vanessa Wollgast und Uwe Grulich, sowie der Vizemeistertitel mit dem Luftgewehr mit der Schülermannschaft sind das Ergebnis. Erstmals erscheinen die Büttelborner Tobias Stark und Ilona Ullmann bei den Hessenmeisterschaften mit der Luftpistole und zweiten Rängen auf den Siegerpodesten der hessischen Titelkämpfe in Frankfurt-Schwanheim. Tobias Stark qualifiziert sich für die DM in München und wird mit 154 Ringen 28.
Drei Hessenmedaillen holen die Bogenschützen im Hallenwettbewerb. Die Überraschung gelingt Stefan Krug mit dem Recurvebogen für die PSG Groß-Gerau. Krug wird mit 1132 Ringen Vizemeister und qualifiziert sich als einziger Kreisschütze für die erstmals mit DDR-Schützen ausgetragene Deutsche Meisterschaft in München (1096 Ringe - Platz 69). Die Alterssschützen des BSC Rüsselsheim holen sich eine weitere Silbermedaille in der Mannschaftswertung und die Walldorferin Daniela McClymont wird in der Schülerklasse Dritte. Die Feldbogenschützen holen für den BSC Rüsselsheim vier Medaillen, davon zweimal Gold durch Jutta Riehm (Visierbogen) und Marion Bersch (Blankbogen). Bei den Deutschen Meisterschaften erreicht Susanne Kadel mit dem Compoundbogen den sechsten Rang.
Zweimal Gold für Heidi Gärtner
Einen Doppelsieg landet bei den Hessenmeisterschaften der Vorderladerschützen Heidi Gärtner. Nach dem Wechsel von der PSG Groß-Gerau zu Tell Mörfelden gewinnt sie mit dem Perkussionsrevolver (88) und der Perkussionspistole. 93 Ringe mit der Pistole reichen zur Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften. Dort wird Heidi Gärtner mit 84 ringen 25. Ihre Tochter Kerstin Gärtner qualifiziert sich mit der Kleinkaliber-Sportpistole ebenfalls zur DM und wird mit 496 Ringen 38.
Von Los Angeles nach Kairo und Barcelona
Weltweit unterwegs mit den Wurfscheibenschützen ist Waldemar Schanz junior im Jahr 1991. Nach dem Weltcup in Los Angeles (30. Platz) steigert sich der Mörfelder in Kairo auf 185 Treffer im Trap und wird 16. Im Rahmen des Weltcups in Kairo wird erstmals ein Doppeltrap-Wettbewerb ausgetragen. Mit 116 Treffern im Vorkampf und anschließenden 40 Finaltreffern belegt Schanz den dritten Platz und verrät in seiner späteren Spezialdisziplin erstmals sein Können. Ein Jahr später werden die Olympischen Spiele noch ohne Waldemar Schanz in Barcelona stattfinden. In Spanien gewinnt der Deutsche Schützenbund durch Ralf Schumann mit der Schnellfeuerpistole und bei der Premiere der 10-Meter Disziplin Laufende Scheibe durch Michael Jakosits zwei Goldmedaillen. Hans Riederer holt Bronze mit dem Luftgewehr. Für den Mörfelder Schanz stehen die Deutschen Meisterschaften in München im Blickpunkt. Mit dem WC Wiesbaden wird er Mannschaftsmeister und belegt im Einzel Rang acht im Trapwettbewerb.
Weltmeister muß sich mit Bronze begnügen
Über zwei Ranglistenturniere in Hannover und Pforzheim hat sich Lothar Behrend den Platz in der Deutschen Nationalmannschaft gesichert, für die 1992 die Weltmeisterschaften in den USA den Saisonhöhepunkt bilden. Doch die Titelkämpfe in Camp Perry verlaufen unter teilweise chaotischen Bedingungen. Schließlich gewinnen die Deutschen 23 Medaillen, davon sechsmal Gold. Für den Mörfelder Weltmeister von 1989 bleibt in der USA nur eine bronzene Mannschaftsmedaille im Wettbewerb "Rigby". Es lief in dieser Saison bei Behrend nicht alles nach Wunsch. Bei den Deutschen Meisterschaften belegte der Mörfelder die Ränge fünf und zehn mit dem Perkussions-Dienstgewehr und dem Steinschloßgewehr. Auf Hessenebene gelangen ihm zumindest zwei Podiumsplätze mit Silber und Bronze. Wenig Freude am Vorderladersport hat auch Walter Massing, der sich als Titelverteidiger mit dem Steinschloßgewehr auf dem sechsten Rang mit 96 Ringen begnügen muss. Vorderladererfolge feierten nur zwei Frauen aus dem Kreis Groß-Gerau. Heidi Hensel (vormals: Gärtner) gewinnt bei den Hessenmeisterschaften mit der Perkussionspistole für Tell Mörfelden vor Heike Wümmling aus Groß-Gerau.
14 Hessenmeistertitel - das erfolgreichste Jahr
Das Jahr 1992 ist mit dem Gewinn von 14 Hessenmeistertitel das erfolgreichste in der Geschichte des Schützenkreises Groß-Gerau. Allein acht Titel holen die Bogenschützen, davon sechs zum Auftakt in der Hallensaison. Die Nachwuchstalente der TGS Walldorf gewinnen in der Mannschaftsschülerklasse und Christian Bernhard holt den Einzeltitel. Ein voller Erfolg wird die Premiere der Compoundbogenklasse für den BSC Rüsselsheim. Die Herren- und Damenmannschaft gewinnen jeweils Gold und zudem setzen sich Klaus-Peter Räder und Susanne Kadel im Einzel durch. Beide sind einen Monat später bei den Deutschen Meisterschaften in Düsseldorf dabei und belegen die Ränge 23 (Räder) und fünf (Kadel). Mit dem Recurvebogen wird Stefan Krug für die PSG Groß-Gerau 98. Besser läuft es für Krug im Freien mit 1153 Ringen und Platz 56 bei den deutschen Titelkämpfen. Auf Hessenebene hatten dem PSG-Schützen 1207 Ringe den dritten Rang gebracht. Das Walldorfer Nachwuchstalent Christian Bernhard holt nach Gold in der Halle beim Schießen im Freien eine Silbermedaille mit 215 Ringen. Im Feldbogenbereich etabliert sich Susanne Kadel unter den besten Deutschen Schützen und wird Vierte mit dem Compoundbogen. Gewonnen hatte Susanne Kadel den Hessentitel mit 185 Ringen, ebenso wie Johann Glimpel für die PSG Groß-Gerau mit 246 Ringen. Waltraud Gebhardt holt mit dem Visierbogen den dritten Feldbogentitel mit 229 Ringen.
Wettkampfgemeinschaften sind das Geheimnis
Um eine Fahrkarte zur Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften zu erhalten, ist in den Massendisziplinen des Gewehrbereichs die Bildung von Wettkampfgemeinschaften aus den besten Schützen von verschiedenen Vereinen ein unbedingtes Muss geworden. So stellt sich auch der Erfolg für die HSG Büttelborn bei den Hessenmeisterschaften mit drei Siegen ein. Kai Wilke, Sybille Kral und Anja Herbert gewinnen die Wettbewerbe Luftgewehr und Luftgewehr-Dreistellungskampf. Zudem wird der Dornheimer Wilke Einzelmeister im Dreistellungskampf und erreicht bei den Deutschen Meisterschaften in München einen achtbaren zehnten Rang. Bei den Landesmeisterschaften überrascht das Haßlocher Team Thomas Lache, Andreas und Oliver Dindorf mit dem dritten Mannschaftsrang, doch es reicht nicht für die Teilnahme in München. Eine Überraschung in Frankfurt gelingt auch Günter Blaschke. Der Rüsselsheimer schafft mit der Luftpistole ein Comeback und steigert sich nach Rang vier im Vorkampf (377 Ringe) im Finale (97,4) und belegt den dritten Platz. Aus Wallerstädten kommt Michael Meyer, der mit der Luftpistole bei den Jüngsten in der Schülerklasse mit 176 Ringen seinen ersten Erfolg feiert. Auf Anhieb gelingt es den 12-jährigen, sich bei den Deutschen Meisterschaften zu steigern und mit 177 Ringen den siebten Rang zu belegen. Rang sieben sind auch für Walter Massing die Topplatzierung des Jahres. In München verpaßt der Ginsheimer mit dem Kleinkaliber-Standardgewehr nur um zwei Ringe bei den Herren das Siegerpodest. Bei seinem zweiten Start an diesem Tag wird Massing mit dem Scheibengewehr auf 100 Meter Entfernung 79. mit 287 Ringen. Bei den Hessenmeisterschaften hatte der Altrheinschütze mit 290 Ringen den dritten Platz belegt und war auch am Sprung in die Medaillenränge mit der Groß-Gerauer Mannschaft im Standardgewehr-Wettbewerb (1655 Ringe - Rang drei) beteiligt. Seine beste Leistung auf Hessenebene gelingt in diesem Jahr dem Groß-Gerauer Theo Dünhöft, der mit dem Zimmerstutzen als Vizemeister mit 271 Ringen überrascht.
Gold in Österreich für Behrend und Massing
Im Jahr 1993 standen wieder die Vorderladerschützen im Blickpunkt, die ihre Europameisterschaften in Bad Zell veranstalteten. Hart umkämpft sind zwischenzeitlich die Tickets für die Deutsche Nationalmannschaft. Die beiden kreisbesten Vorderlader Lothar Behrend und Walter Massing bestanden die Sichtungsschießen in Hannover und Pforzheim und belegten die Plätze 17 und 19, die die Teilnahme sicherten. Der Mörfelder Behrend, mit der Erfahrung von zwei WM-Teilnahmen, konzentrierte sich auf seine Spezialdisziplinen und hatte Erfolg. Behrend gewann den Wettbewerb mit dem Perkussions-Dienstgewehr "Minie" mit 94 Ringen und wurde Zweiter mit dem Steinschloßgewehr "Maximilian" (95 Ringe). Walter Massing war Neuling im deutschen Team, dass die Titelkämpfe in Österreich erwartungsgemäß mit 14mal Gold, siebenmal Silber und neunmal Bronze dominierte. Der Ginsheimer reihte sich ins Team glänzend ein und holte beim "Pforzheim-Cup" mit dem Perkussionsgewehr in der Teamwertung die Goldmedaille. Die Mannschaft steigerte die Weltrekordmarke um fünf Ringe und Massing steuerte 99 von 100 möglichen Ringe bei.
Massing´s erfolgreichstes Schützenjahr hatte im März mit einer überraschenden Silbermedaille bei den Luftgewehr-Hessenmeisterschaften begonnen. Nach 385 Ringen im Vorkampf gelangen ihm glänzende 100,7 Finalringe und brachten ihn bis auf 0,9 Ringe an den Titel heran. Die gute Form nahm Massing in die Vorderladersaison mit, die er nach seiner erfolgreichen EM-Qualifikation mit optimalen 100 Ringen und dem Sieg bei den Hessenmeisterschaften (Perkussionsgewehr) fortsetzte. Mit dem Steinschloßgewehr holte er sich die Bronzemedaille, ebenso wie Lothar Behrend, der Dritter mit dem Perkussions-Dienstgewehr wurde. Über die Hessenmeisterschaften qualifizierte sich Walter Massing für drei Starts bei den Deutschen Meisterschaften in München. Mit Rang 53 gelang ihm die beste Platzierung im Standardgewehr-Wettbewerb (563 Ringe).
Heidi Hensel verteidigt Hessentitel
Neben Behrend und Massing sorgten 1993 die Frauen für Vorderladermedaillen bei den Hessenmeisterschaften. Heike Wümmling holte für die PSG Groß-Gerau zwei Silbermedaillen in den Kurzwaffenwettbewerben und Heidi Hensel verteidigte erfolgreich ihren Vorjahrestitel mit der Perkussionspistole (92) Ringe. Bei den Deutschen Meisterschaften kam die Mörfelderin dann nicht über 76 Ringe hinaus und wurde nur 41. Besser schoss Heike Wümmling, die mit 90 Ringen und Rang 18 bei den Frauen überraschte. Erstmals schoben sich zwei neue Namen im Vorderladerbereich in den Vordergrund. In Pforzheim gelang Wolfgang Schmidt von 1862 Rüsselsheim auf Anhieb ein Achter Rang mit dem Perkussionsrevolver. Bei Ringgleichheit mit dem Bronzemedaillengewinner verpaßte er mit 95 Ringen einen Podestplatz denkbar knapp. Nach seiner Premiere mit der Steinschloßpistole steigerte sich Andreas Dindorf bei seinem zweiten DM-Start mit der Perkussionspistole. In diesem Jahr wurde der Haßlocher mit 92 Ringen 40. der Einzelwertung.
Vizemeister, doch keine DM-Teilnahme
Bei den Bogenschützen behauptete der BSC Rüsselsheim seine Führungsposition in Hessen mit dem Compoundbogen. Die BSC-Herren holten in der Mannschaftswertung Gold und Bronze und qualifizierten sich mit fünf Aktiven zur Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften, wobei das Team Rang elf und Hans-Jürgen Neitzel als bester Einzelschütze Rang 55 belegte. Auf Hessenebene wurden erstmals Finalwettkämpfe im Hallenbogenschießen ausgetragen und Johann Glimpel gewann mit 129:128 Ringen den Kampf um Bronze. Bei den Frauen gewann Susanne Kadel das BSC-Vereinsfinale gegen Waltraud Gebhardt mit 116:100 Ringen. Bei den Deutschen Meisterschaften wurde Susanne Kadel anschließend 15. der Dameneinzelwertung. Erstmals für die nationalen Meisterschaften qualifiziert hatte mit dem Recurvebogen Ursula Finder für die PSG Groß-Gerau einen guten Einstand. Die DM-Teilnahme hatte bei den Herren Stefan Hüllen (vormals: Krug) mit dem Recurvebogen trotz seines Vizemeistertitels in Hessen nicht geschafft. Über die Finalrunde zeigte der für die PSG Groß-Gerau startende Hüllen starke Nerven und wurde erst im Finale vom Nationalschützen Alexander Fröse mit 132:147 Ringen gestoppt. Drei weitere Medaillen sammelten die Rüsselsheimer Feldbogenschützen bei den Hessenmeisterschaften. Susanne Kadel gewann mit dem Compoundbogen vor Waltraud Gebhardt und Reinhold Ruhl belegte bei den Herren den zweiten Rang.
Hessentitel für Jürgen Palme
Bei den Hessenmeisterschaften überraschte mit der Kleinkaliber-Sportpistole Jürgen Palme. Der Rüsselsheimer gewann den Junioren-Wettbewerb mit 560 Ringen und belegte bei den Deutschen Meisterschaften mit 548 Ringen den zwölften Rang. Sichere Medaillensammler sind in diesen Jahren die Bogen-Nachwuchstalente aus Walldorf. Neben Mannschaftsbronze in der Schülerklasse gewinnen Daniela McClymont und Dennis Thamm Silber und Bronze im Einzel mit dem Recurvebogen. Eine erfolgreiche Titelverteidigung gelingt Michael Meyer mit der Luftpistole in der Schülerklasse (180) und der Wallerstädter wird bei den Deutschen Meisterschaften mit 165 Ringen 25. Einen Überraschungssieg für Tell Haßloch landet Ronny Posner. In der Schülerklasse gewinnt der Haßlocher mit 185 Ringen, ist aber bei den Deutschen Titelkämpfen mit 146 Ringen und Rang 51 nicht in Bestform. Besser läuft es in München für die Nachwuchstalente der HSG Büttelborn. Neben Rang 18 für die Mannschaft platziert sich kai Wilke auf den Rängen 16 und 28, nachdem der 15-jährige Dornheimer in Hessen die Plätze zwei und drei in den Wettbewerben Luftgewehr und Luftgewehr-Dreistellungskampf belegt hatte. Der Mannschaftssieg in der Jugendklasse (1124 Ringe) und der dritte Platz von Anja Herbert runden die erfolgreiche Nachwuchsarbeit der HSG Büttelborn in diesem Jahr ab. Als Einzelstarter holt sich Kai Wilke mit 560 Ringen noch eine Silbermedaille auf Hessenebene und wird in München 52. Mit 555 Ringen. Erstmals gelingt einer Groß-Gerauer Altersklassenmannschaft beim 100-Meter Schießen mit dem Kleinkalibergewehr der Sprung aufs Siegerpodest. Die PSG-Schützen Theo Dünhöft und Peter Jäger bilden mit dem Ginsheimer Gerhard Kiesel eine Wettkampfgemeinschaft und werden mit Rang drei belohnt.
Schanz mit ersten Doppeltrap-Erfolgen
Im Wurfscheibenbereich bereitet der Deutsche Schützenbund im März 1993 seine besten Schützen auf die neue Disziplin "Doppeltrap" vor. Mit dabei ist der Mörfelder Waldemar Schanz, der beim ersten Test 108 von 150 Scheiben trifft und unter 25 Startern Vierter wird. Einen Monat später ist Schanz beim Weltcup in Kairo dabei und wird mit 123 Treffern und Rang neun bester Deutscher. Im Trapschießen belegt der Mörfelder mit 113 Treffern in Kairo den 16. Rang. Bereits sieggewohnt ist Schanz auf nationaler Ebene. Mit dem WC Wiesbaden eilt der jetzt 25-jährige von Erfolg zu Erfolg. Zwei Mannschaftstitel im Trap und Doppeltrap, sowie die Ränge drei und vier im Einzel beenden die Saison für Schanz. Vater Waldemar Schanz senior ist im Doppeltrap-Wettbewerb in München ebenfalls am Start und belegt für den SSV Viernheim mit 108 Treffern den achten Rang in der Seniorenklasse..
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