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Im Geiste vereint zu neuen Rekorden

13. Internationaler Juniorenwettkampf in Suhl vom 14. bis 20. Mai 2007

Ausschnitte aus meinem Bericht für die Deutsche Schützenzeitung

 

„Auf der gesamten Anlage wird geschossen, wir haben kurze Wege und lassen uns jedes Jahr was Neues einfallen“, so Bundesjugendleiter Dirk Eisenberg zum Erfolgsrezept des Internationalen Juniorenwettkampfes, der vom 14. bis 20. Mai 2007 zum 13. mal in Suhl-Friedberg ausgetragen wurde. „Wir hatten 863 Starter aus 24 Nationen“, stellte Eisenberg eine neue Rekordteilnehmerzahl fest. „Dabei fällt auf, dass die Delegationen immer größer werden. Aus Indien reisten 79 Aktive und Betreuer an, die Russen kamen mit 59 Teilnehmer und die Polen kamen mit 68 Leuten.“ Dabei sind es nicht nur die sportlichen Wettkämpfe, die Eisenberg auf einem Leistungsniveau wie bei einer Europameisterschaft sieht, sondern das gesamte Konzept erweist sich als Zugnummer für die vielen internationalen Teilnehmer. „Wo gibt es das noch, dass alle Teilnehmer in einem Hotel untergebracht sind und dort das Animationsprogramm vollständig auf die Jugendlichen ausgerichtet ist. Das Ringberg-Hotel hat sich dem IWK angepasst und zum Abschluss gibt es eine große Disco. Hier haben alle Spaß zum Pauschalpreis.“ Der Bundesjugendleiter und Präsident des Thüringer Schützenverbandes sieht sich mit seinem Team von 80 Helfern auf dem richtigen Weg. „Bei vielen Nationen ist es eine Auszeichnung für die jugendlichen Schützen, dass sie hier teilnehmen können“, meint Dirk Eisenberg, „Außerdem ist es für die Nationen eine Ortsbestimmung, wo sie in der Welt mit ihrem Leistungsniveau stehen.“

Neben der Einsatzbereitschaft des gesamten Helferteams „wir sind im Geiste vereint“, lobt Dirk Eisenberg besonders das Engagement von Willi Grill als sportlicher Leiter, „er hat den IWK zu dem gemacht, was er heute ist.“ Selbst kündigt Dirk Eisenberg für 2009 das Ende seiner Amtszeit als Bundesjugendleiter an. „Ich werde als Präsident des Thüringer Verbandes dem IWK immer verbunden bleiben, doch nach zehn Jahren kann ein neuer Kopf neue Ideen bringen.“ Als neue Idee für den um einen Tag verlängerten Juniorenwettkampf wurde in diesem Jahr der IWK-Junior Super-Cup umgesetzt. Nach dem Bundesligamodus des Deutschen Schützenbundes hatten die internationalen Gäste die Chance, sich ein Preisgeld zum Auftakt des IWK zu sichern. „Damit kann man die Leute locken, etwas früher anzureisen“, begründete Eisenberg die Einführung. „Wir müssen uns immer etwas Neues einfallen lassen und damit hatten wir mit 60 Teilnehmern auf Anhieb Erfolg. Besondere Freude herrschte nach dem dreistündigen Wettkampf bei den Aktiven aus Österreich, Israel und Russland, die sich die Hauptpreise von insgesamt 1.000 Euro sicherten.

 

Im  sportlichen Bereich behaupteten die deutschen Nachwuchstalente bei den 34 Entscheidungen mit neun Siegen ihre Führungsposition knapp vor den achtmal erfolgreichen Russen. Die italienische Delegation feierte lautstark fünf Siege und jeweils viermal gingen die Franzosen und Schweden erfolgreich vom Stand.

 

„Wir haben hier viel gelernt“, fasste Claudia Kulla das Abschneiden der Junioren im Gewehrbereich zusammen. „Wir hatten eine Woche zuvor unsere Qualifikation zur Teilnahme an den Europameisterschaften in Granada und von da kam Jeder mit einer eigenen Geschichte.“ Claudia Kulla sieht die Wettkämpfe in Suhl als ein anspruchvolles Schießen mit Wind, Kälte aber auch: „Knalle Sonne auf der Scheibe. Damit muss man umgehen können.“ Das besondere Lob der Junioren-Bundestrainerin verdiente sich Isabella Straub. Die 15-jährige aus Kirchseeon setzte sich zunächst mit dem Luftgewehr durch und bot danach eine glänzende Leistung mit dem Kleinkaliber-Sportgewehr. Von Platz acht des Finales schoss sich Isabella Straub mit 101,2 Ringen bis auf den zweiten Rang nach vorne. Pechvogel des Wettkampfes war Yvonne Jaekel, die den Vorkampf mit 584 Ringen gewonnen hatte. „Das Finale war tragisch, sie bekam einen Krampf ins Bein und schoss eine 1,8“, so Claudia Kulla zum Missgeschick der 18-jährigen aus Thumsenreuth. Während Yvonne Jaekel auf den achten und letzten Finalrang zurückfiel, nutzte Melanie Kunz ihre Chance. Eine Woche nach ihrem 18. Geburtstag machte sich die Bundesligaschützin der SG Hamm ein nachträgliches Geschenk und gewann überlegen den Sportgewehr-Wettbewerb der Mädchen.

Seinen bisher größten Erfolg feierte Julian Justus mit dem Sieg im Kleinkalibergewehr 120 Schuss Dreistellungskampf. „Mit 1158 Ringen im Vorkampf kam er bis auf zwei Ringe an seine Bestleistung heran“, war Claudia Kulla mit der Leistung des 19-jährigen aus Homberg/Ohm sehr zufrieden. Im Finale bestand Justus die Aufholjagd von Pascal Lorentan. Der Schweizer hatte mit den drei ersten Finalschüssen seinen Drei-Ringe-Rückstand in einen Vorsprung umgewandelt, doch dann konterte der Deutsche mit einer 10,6. Vor dem letzten Finalschuss führte Justus hauchdünn mit 0,6 Ringen,  behielt dann aber die besseren Nerven und brachte mit einer 9,5 gegenüber der 8,6 des Schweizers den Sieg ins Ziel.

Das es in den Luftgewehrwettbewerben nicht optimal für das deutsche Juniorenteam lief, nahm Bundestrainerin Claudia Kulla gelassen hin: „Wir haben uns auf die Kleinkalibergewehrdisziplinen für die Europameisterschaften in Granada konzentriert, deshalb stehen wir mit dem Luftgewehr nicht mehr so im Saft.“ 

 

Bei den Pistolenschützen bleibt der Schnellfeuerbereich das Aushängeschild der deutschen Junioren. Wie im Vorjahr setzte sich Christian Reitz knapp vor Philipp Wagenitz und dem Russen Dmitriy Brayko durch. Junioren-Bundestrainerin Bärbel Georgi nutzte den Juniorenwettkampf in Suhl als erste Qualifikationsrunde ihrer Schützlinge zur Teilnahme an den Europameisterschaften. „Bis zur EM in Granada müssen wir aber noch fünf Ringe zulegen“, war sie mit den Siegerringzahlen im Schnellfeuerbereich nicht ganz zufrieden.

Die positive Überraschung gelang Dominik Sänger mit der Freien Pistole auf 50 Meter Entfernung. Der 18-jährige Hesse aus Schrecksbach zeigte im 60-Schuss-Vorkampf mit 548 Ringen eine starke Leistung und ging mit dem Russen  Ayupov ringgleich als Erster ins Finale. Bei den zehn Finalschüssen begann Sänger aber mit sechs Achter und die erste Zehn kam zu spät. Der Russe hatte stark begonnen und gewann mit einem sicheren  Vorsprung trotz einiger schwächerer Schüsse. „Zumindest haben wir zwei Junioren, die über 540 Ringe schießen können“, wirkte Bärbel Georgi auch mit der Leistung von Patrick Göpfrich zufrieden. Nach 537 Vorkampfringen verbesserte sich Göpfrich im Finale mit starken 95,7 Ringen vom achten auf den vierten Platz. Die Leistungen der Mädchen mit der Sportpistole fand Bärbel Georgi „ein bisschen enttäuschend.“ Mit 564 Ringen hatte Kathrin Göpfrich als einzige Deutsche das Finale der besten Acht erreicht und landete auf dem siebten Rang. „Mit ihr können wir noch etwas erreichen“, so Georgi über die 20-jährige aus Bretten, „doch mit 564 Ringen kommt man international nicht weit. Ergebnisse unter 560 spielen keine Rolle mehr.“

 Wenig Grund zur Freude hatte Axel Krämer mit den Leistungen im Wurfscheibenbereich. „Doppeltrap ist unser Sorgenkind“, stellt der Junioren-Bundestrainer fest, „nachdem Michael Goldbrunner in den Erwachsenenbereich gewechselt ist. Ohne deutsche Beteiligung gewann der Inder Mohammed Ashab die erste Entscheidung des Juniorenwettkampfes in Suhl. Nichts Erfreuliches gab es auch im Trapbereich, der von den Franzosen und Italienern dominiert wurde. „Die Junioren schießen in einer Liga und in Suhl ist alles offen, da die Wurfscheibenanlage sehr anspruchsvoll ist“, so Krämer. „Gegen die starken Italiener ist es der Vergleich, den wir brauchen. Zumindest haben wir den Anschluss an die Finals geschafft.“

In der Skeet-Disziplin schaffte Frank Dittmer mit Rang drei die beste Platzierung für die deutschen Wurfscheibenjunioren. „Er ist auf einem guten Weg“, meint Krämer über den 20-jährigen Sportsoldat aus Bad Kissingen. „Sein Ziel ist der Saisonhöhepunkt in Granada und dafür sind 117 Treffer genauso gut, wie seine 119er Bestleistung beim ersten Ranglistenturnier. Weit abgeschlagen verpassten die beiden deutschen Mädchen die Finalteilnahmen im Skeet und Trap. „Hier haben wir noch viel Nachholbedarf.“

 

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