In vier Stunden wird die Batterie leer -
Internationaler Juniorenwettkampf in Suhl vom 18. Mai bis 23. Mai 2004
Ausschnitte aus meinem Bericht für die deutsche Schützenzeitung
Ein Musikfeuerwerk auf dem Ringberg-Hotel in Suhl bildete den Höhepunkt des zehnten Internationalen Juniorenwettkampfes, der vom 18. bis 23. Mai 2004 im Thüringer Landesleistungszentrum ausgetragen wurde. "Es ist der größte Internationale Juniorenwettkampf", freute sich Bundesjugendleiter Dirk Eisenberg über die Teilnahme von 300 Aktiven auf 19 Nationen, "Im nächsten Jahr rechnen wir mit bis zu 400 Startern." Im Olympiajahr mussten die Organisatoren den erwarteten Teilnehmerrückgang hinnehmen: "Viele Nationen investieren ihre Finanzmittel in die Olympiakader, so fehlten uns aus der USA oder Russland fast fünfzig Teilnehmer." Dennoch zeigte sich der Bundesjugendvorstand um Dirk Eisenberg voll engagiert und präsentierten bei der Jubiläumsveranstaltung einen neue Finalstand, der für die 10-Meter Disziplinen von der Firma Spieth zur Verfügung gestellt wurde. "Daher konnten wir die Wettkämpfe ohne Finalunterbrechungen absolvieren." Für die Information der Aktiven wurde erstmals eine Internet-Station eingerichtet, so dass die Freude des Bundesjugendleiters nur durch die mäßige Beteiligung der Landesverbände am zum viertenmal ausgetragenen Pistolen-Team-Cup getrübt wurde. Während am Shooty-Cup in den Gewehrdisziplinen alle Landesverbände teilnehmen, sind für Eisenberg die acht teilnehmende Verbandsmannschaften beim Pistolen-Team-Cup "einfach zu wenig".
Bei den zwanzig Einzelentscheidungen dominierten die C-Kader-Angehörigen des Deutschen Schützenbundes mit dem Gewinn von acht Gold-, acht Silber- und sieben Bronzemedaillen eindeutig vor den Nachwuchstalenten aus Tschechien (5mal Gold), Frankreich und der Schweiz, die jeweils zwei Sieger stellten.
Für Junioren-Bundestrainerin Claudia Kulla, die 16 Schützlinge im Gewehrbereich am Start hatte, wurden die Wettkämpfe durch die ungewohnte Kälte in Suhl beeinflusst. "Es war sehr kalt und bei einem vierstündigen Wettkampf wird die Batterie leer, da sind 1150 Ringe in Ordnung." Leidtragende der kühlen Witterung waren am frühen Samstagmorgen die Junioren beim 120-Schuss-Wettbewerb mit dem Kleinkalibergewehr. "Da haben wir uns mit Winterjacken, Schals, Decken, Handofen und warmen Tee geholfen." Nach dem Vorkampf stand die DSB-Auswahl durch Steffen Hillenbrand vor einem Überraschungserfolg. Der Kronauer führte mit zwei Ringen und hielt im Finale seinen Vorsprung zunächst sicher. Alle acht Finalisten zeigten Schwächen und der 19-jährige Sohn des mehrfachen Europameisters Walter Hillenbrand schien dem in der Schlußphase aufholenden Schweden Patrik Sartz standhalten zu können. Eine 9,0 mit dem letzten Finalschuss von Hillenbrand nutzte der Schwede, um mit einer 10,7 sich den nicht mehr geglaubten Sieg zu holen. "Das Gefühl war super, doch irgendetwas hat wohl nicht gepasst", kommentierte Steffen Hillenbrand die Schlußphase und seinem verpaßten ersten Sieg beim Internationalen Juniorenwettkampf.
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Besser lief es dafür bei Christian Stautmeister im Luftgewehr-Wettbewerb, den er zunächst mit einer Topleistung von 597 Ringen im Vorkampf dominierte. "Er schießt in einer exponierten Position", kommentierte Claudia Kulla die Leistung des 19-jährigen Junioren-Europameisters aus Lehre, "dieses Luftgewehrergebnis überrascht mich, denn wir befinden uns mitten in der Kleinkaliber-Vorbereitung." Aber auch Stautmeister mußte um seinen Sieg bangen, denn gute 100,5 Finalringe reichten nur knapp, um die Aufholjagd gegen den Slowaken Matus Jancek und demSchweden Patrik Sartz zu bestehen. Trotz der besten Finalleistung mit 104,0 Ringen konnte Damian Kontny seinen vierten Vorkampfplatz nicht mehr verbessern. Eine hauchdünne Entscheidung bestimmte auch das Finalgeschehen bei den Mädchen, die mit einem Erfolg von Adela Sykorova endete. Die junge Tchechin machte mit einem Finale von 103,1 Ringen den Rückstand auf die vier ringgleich Führenden, darunter Beate Gauss und Claudia Keck, wett. "Mit deren 397 Vorkampfringen bin ich sehr zufrieden", so Claudia Kulla, "der IWK war für uns eine Formüberprüfung unter Wettkampfbedingungen im Vorfeld der Europameisterschaften."