Sebastian Rosner setzt den ersten Glanzpunkt
Internationaler Juniorenwettkampf in Suhl vom 27. Mai bis 1. Juni 2003
Auschnitte aus meinem Bericht für die Deutsche Schützenzeitung
Mit 552 Teilnehmern aus 23 Nationen hatte der Internationale Juniorenwettkampf im thüringischen Suhl vom 27. Mai bis 1. Juni 2003 eine neue Rekordbeteiligung. "Der IWK hat einen festen Stellenwert im Leistungssport", unterstrich Bundesjugendleiter Dirk Eisenberg die Bedeutung des Juniorenwettkampfes, der die Hauptgründe für das steigende internationale Interesse an der sehr guten Organisation mit rund 100 Mitarbeitern im Thüringer Landesleitungszentraum, sowie der Attraktivität im Umfeld. "Das war der bisher beste IWK", freute sich Eisenberg, "er ist zum Aushängeschild in Suhl geworden".
Rosner: Hochwertige Wettkämpfe steigern die Leistung
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Den ersten Glanzpunkt für den Deutschen Schützenbund setzte Sebastian Rosner. Der 20-jährige Fürther Luftpistolen-Bundesligaschütze aus Traungau verbesserte mit 583 von 600 möglichen Ringen den 14 Jahre alten Deutschen Rekord in der Juniorenklasse um zwei Ringe und steigerte anschließend den deutschen Finalrekord um 1,1 Ringe. Der Sieg von Rosner geriet im abschließenden 10-Schuss-Finale nur kurz in Gefahr, als der zweitplatzierte Pavel Kravtsov mit einer optimalen 10,9 das Finale eröffnete und bis auf 0,2 Ringe an den Deutschen herankam. Danach unterliefen dem Russen fünf Achter und er fiel auf Rang fünf zurück. Die 9,1 zum Auftakt sollte Rosner´s schlechtester Finalschuss bleiben. Der Schützling von Trainer Jan-Erik Aeply zeigte keine Schwäche und steigerte sich in der Schlußphase und zog der Konkurrenz um 5,3 Ringe davon. Damit bestand Rosner auch der Aufholjagd des Bulgaren Kostov, der sich mit glänzenden 102,5 Finalringen vom sechsten auf den zweiten Rang verbesserte. |
"Es sind die hochwertigen Wettkämpfe, mit denen ich meine Leistungen steigern kann", so Sebastian Rosner nach seinem Erfolg. Dritte Plätze bei Europa- und Weltmeisterschaften und auf Position eins beim Bundesligisten Dynamit Fürth sorgten für den nötigen Druck des Bundeswehrsoldaten, der seit 2002 dem Nationalteam angehört. "Mit einer Medaille bei der EM in Pilsen will ich den Sprung in den B-Kader schaffen", stellt Rosner seine Ziele klar, der bei der Firma Walther eine Feinmechanikerlehre beginnen wird und dann sein Fernziel "Teilnahme an den Olympischen Spielen im Jahr 2008" ins Visier nehmen will.
Kulla: Die Leistungsdichte war enorm
Als eine Momentaufnahme des Leistungsstands ihrer Nachwuchstalente sieht Gewehr-Bundestrainerin Claudia Kulla die Ergebnisse des Internationalen Juniorenwettkampfes. "Wir haben phantastische Leistungen gesehen, die Leistungsdichte war enorm", zog sie ihr positives Fazit. Höhepunkt im Gewehrbereich war der neue Deutsche Rekord von Claus Hildebrandt im 120 Schuss-Dreistellungskampf mit dem Kleinkalibergewehr.
| Der 19-jährige Brigachtaler verbesserte seinen eigenen Rekord aus dem Vorjahr um einen weiteren Ring. Hildebrandt führte einen deutschen Vierfachtriumpf an, von dem Bundestrainerin Kulla sichtlich überrascht wurde. "Das war ein ganzer Pulk von Schützen über 1160 Ringen, damit habe ich nicht gerechnet". Hinter Hildebrandt setzte sich besonders Damian Kontny in Szene, der erst seit einem Jahr dem C-Kader angehört. Der 17-jährige Schüler aus dem hessischen Baunatal hatte tags zuvor die Luftgewehrentscheidung gewonnen, die von drei Deutschen und dem Inder Narang dominiert wurde. |
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Mit einem Ring Vorsprung hatte Tino Mohaupt den Vorkampf gewonnen und holte sich ein besonderes Lob der Bundestrainerin ab. "Das war eine Klasseleistung", kommentierte Claudia Kulla die 593 von 600 möglichen Ringe des 19-jährigen Suhlers. Doch im Finale hatte Damian Kontny das bessere Ende für sich und die Bundestrainerin war begeistert: "Er hat eine wahnsinnige Entwicklung geschafft". Mit einer 10,8 im sechsten Finalschuss hatte der Inder Narang die Führung übernommen, doch dann konterte Kontny mit einer Serie von 10,6,10,6,10,5 und 10,2 und siegte mit 1,3 Ringen Vorsprung.
Krämer: Säulen der Ausbildung werden individuell zugeschnitten
Zufrieden mit den Leistungen seiner Schützlinge war auch Wurfscheiben-Bundestrainer Axel Krämer. Krämer konzentriert sich hundertprozentig auf die Nachwuchsarbeit und hat auch die einheitliche Schulung der Stützpunkttrainer übernommen. "Wir konzentrieren Sie auf die Säulen der athletischen, sportlichen und psychologischen Ausbildung, die auf jeden Schützen individuell zugeschnitten wird", beschreibt Krämer seine Arbeitsweise mit Schwerpunkt in Suhl. Technik und Taktik bestimmen das Training, bei dem die Schusszahlen um fünfzig Prozent erhöht wurde. Das die Sportsoldaten bei allen Maßnahmen des Bundestrainers dabei sind, zeigte seine Auswirkungen in den Leistungsentwicklung der jungen Wurfscheibenschützen.
Stefan Werner: Jetzt steht der Sport an erster Stelle
Den größten Leistungssprung schaffte beim Internationalen Juniorenwettkampf in Suhl der 19-jährige Stefan Werner. Mit 119 Treffern im Vorkampf und 24 Treffern im Finale dominierte der Thüringer aus Gräfentonna den Trap-Wettbewerb. "Das Training macht sich bezahlt", freute sich Werner nach seiner persönlichen Bestleistung. Seit sechs Jahren betreibt der das Wurfscheibenschießen, doch seitdem er im Oktober 2002 zur Sportfördergruppe der Bundeswehr in Oberhof kam stiegen die Leistungen.
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"Es hat sich angedeutet, das es bergauf geht", für Werner hatte sich auch die Zusammenarbeit mit dem Psychologen Johannes Kratzer ausgewirkt. "Ich brauche Ruhe in der Runde", beschreibt er sein hohes Maß an Konzentration während des Wettkampfes, "dafür haben wir einen Regieplan erarbeitet". Im Vorjahr lief es noch nicht richtig rund für den Thüringer, als noch das Abitur im Vordergrund stand. "Jetzt steht der Sport an erster Stelle", umreißt er klar seine Ziele, die ihn in diesem Jahr die Starts bei den Europa- und Weltmeisterschaften sichern sollen. Ganz nach seinem sportlichen Vorbild Jörg Damme konzentriert sich Stefan Werner auf die Trap-Disziplin. "Seine Ruhe war vorbildlich", so Werner über den ehemaligen Weltmeister, "zu Damme schaue ich noch heute auf." |
Mark Kometer: So habe ich 120 Prozent gegeben
Auf den Saisonhöhepunkt, der Weltmeisterschaft auf Zypern, konzentriert Bundestrainer Axel Krämer die Trainingsarbeit und setzt besonders auf die erfolgreiche Titelverteidigung des Skeet-Teams, das in Suhl eine glänzende Mannschaftsleistung bot. Mark Kometer, Ralf Buchheim und Moritz Tüllmann erreichten allesamt das Finale der besten Sechs und erfüllten damit die Erwartungen ihres Trainers. "Es ist alles perfekt gelaufen", strahlte Mark Kometer nach einen optimalen 25er Finalrunde, die ihm das Shoot-Off um den Sieg gegen den Finnen Hacklin sicherte. "Ich habe gewußt, das ich voll schießen muss, der Finne war super drauf und so habe ich 120 Prozent gegeben". Im Shoot-Off behielt der Finne die besseren Nerven und holte sich mit 2:1 den Sieg. "Ich bin aus dem Konzept gekommen, an meiner mentalen Stärke muss ich noch arbeiten", selbstkritisch analysierte Kometer die entscheidende Phase, doch sein Blick gilt den Europa- und Weltmeisterschaften: "Dort muss ich die entscheidenden Treffer machen. Der IWK in Suhl ist noch früh in der Saison, doch die gute Leistung gibt Sicherheit".
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