Der Bund München gewinnt zum achtenmal den Pott
DSB-Pokalfinale Luftgewehr und –pistole in der Düsseldorfer Philipshalle
Ausschnitte aus meinem Bericht für die Deutsche Schützenzeitung
Es ging um den „hässlichsten Pokal", so Guido Gentek vom Luftgewehr-Pokalverteidiger SG Hamm über das DSB-Pokalfinale, das am 16. April 2005 in der Düsseldorfer Philipshalle zum 32. mal ausgetragen wurde. Unter der Schirmherrschaft von Düsseldorf´s Oberbürgermeister Joachim Erwin traten 220 Aktive in 31 Luftgewehr- und Luftpistolenmannschaften zum Finale an. Die Finalisten hatten sich über zwei Hauptrunden für den Endkampf in Düsseldorf qualifiziert. „Es ist nach der Bundesliga aus Vereinssicht einer der schönsten Wettbewerbe", so Hamm´s Sportleiter Gentek über den Pokalwettbewerb des Deutschen Schützenbundes, dessen Stellenwert in den letzten Jahren gestiegen ist. „Hier herrscht kein Schießtourismus, alle Aktiven müssen in den Meisterschaften für ihren Verein schießen. Die Mannschaften können nur bestehen, wenn sie in der gesamten Breite von der Jugend- bis zur Seniorenklasse gut besetzt sind", so Gentek über den Reiz des Wettbewerbs, der beim Finale in fünf Durchgängen ausgetragen wird und Möglichkeiten für taktische Aufstellungen bietet. „Es sind die gefestigten Vereine, hauptsächlich aus der Bundesliga, die den Pokalwettbewerb bestimmen."
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In den vergangenen Jahren hat die SG Hamm zweimal den „Pott" mit dem Luftgewehr gewonnen, doch in diesem Jahr musste Sportchef Guido Gentek mit ansehen, wie sein Team nach den ersten beiden Durchgängen schon weit zurückgefallen war. „In der Altersklasse haben wir gegen Hans Riederer 20 Ringe verloren, das holen wir nicht mehr auf." Die dritte Mannschaft vom „Der Bund" München hatte mit Norbert Ettner (396), Bernd Schott (395) und Tatjana Deißer (393) die Konkurrenz in den ersten beiden Durchgängen geschockt und führte bereits mit 18 Ringen vor Kronau. In den weiteren Durchgängen erhöhten die Münchner mit Benjamin Aicher (393), Sebastian Moises (393), Hans Riederer (382) und Alena Schellmoser (374) ihren Vorsprung und schickten ihren letzten Schützen mit einem komfortablen 33-Ringe-Vorsprung in den Finaldurchgang. „Das wird der deutlichste Sieg seit Jahren", mutmaßte Wolfgang Tönjann vom Pokalverteidiger Hamm. Zwar hatte sich in der Schlussphase das Team von RWS Franken gesteigert und spielte mit Julia Ziegler in der letzten Runde ihren stärksten Trumpf aus. Die 22-jährige schoss glänzende 396 Ringe, doch die Topleistung der Bundesligaschützin aus Petersaurach konnte den Münchner Vorsprung nur noch auf 28 Ringe verkürzen. Mit 391 Ringen brachte Joachim Vogl den achten Pokalsieg für den „Bund" sicher ins Ziel. Zwischen 1989 und 2000 gewann der SSV Kronau fünfmal den DSB-Pokal und das Team vertraute in diesem Jahr auf seine Hillenbrand-Routiniers. In der Schlussphase kam der Olympiavierte von 1984, Kurt Hillenbrand, doch der 47-jährige konnte den dritten Platz für sein Team nicht halten. Mit 380 Ringen musste Hillenbrand den Rheinländer Horst Knapp (389) ziehen lassen, der mit dieser Leistung die PSS Inden-Altdorf überraschend auf den dritten Platz brachte. Pokalverteidiger SG Hamm brachte im Finaldurchgang die bundesligaerfahrene Christina Middrup, die mit 390 Ringen noch den fünften Platz im Endklassement erkämpfte.
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Bei den Luftpistolenschützen verteidigte die SGi Frankfurt/Oder erfolgreich den Pokal. Nach den ersten Durchgängen sah es aber noch nicht nach dem sechsten Sieg der Brandenburger seit 1994 aus. Der PSSV München hatte mit Thomas Ostermeier (378) und dem Jugendlichen Georg Müller (376) stark begonnen und der zehnfache Pokalsieger führte nach zwei Durchgängen mit einem Ring vor dem SC Spandau. Für die Berliner hatten die erfahrenen Uwe Potteck (377) und Gernot Eder (373) gut vorgelegt, doch zwei Durchgänge später war der zweifache Pokalsieger aus dem Rennen. Schwächen im Alters- und Jugendbereich warfen das sechsköpfige Spandauer Team aussichtslos zurück. Nach vier Durchgängen hatten die Frankfurter das führende Münchner Team von der Spitze verdrängt. Die Nationalschützen Holger Buchmann (373) und Stefanie Thurmann (371) hatten zusammen mit dem Altersschützen Joachim Giese (372) den größten Anteil daran, dass die Ostdeutschen vor dem Finaldurchgang mit neun Ringen führten. Vor der dicht besetzten Tribüne in der Philipshalle stand der Zweikampf zwischen dem Frankfurter Torsten Rexin und dem Münchner Heinz Mertel im Blickpunkt. Der 43-jährige Rexin hatte mit Frankfurt bereits viermal den DSB-Pokal gewonnen und musste sich gegen den 69-jährigen Münchner behaupten, der auf dem ersten der 48 elektronischen Schießstände seine Chance suchte. Doch der Olympiazweite von 1968 hatte gegen den sicheren Rexin keine Möglichkeit zum Aufholen. Mit 372 Ringen brachte Torsten Rexin den sechsten Frankfurter Pokalsieg ins Ziel.
Vor dem Finaldurchgang war das Prominentenschießen „eine der Höhepunkte", so Organisator Ulrich Müller von den Bilker Schützen. Dabei standen Oberbürgermeister Joachim Erwin und DSB-Sportdirektor im Blickpunkt.
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Eine „Eins" von Gabelmann zum Auftakt der Zehnerserie im Aufgelegt-Anschlag mit dem Luftgewehr sorgte unter den Zuschauern für Heiterkeit und er musste den Sieg dem Vizepräsidenten des Rheinischen Schützenbundes, Helmut Schneider, überlassen. |
„Mit der größten transportablen digitalen Anlage wurde olympischer Standard in die Philipshalle geholt. Nie zuvor kam bei einem deutschen Pokalfinale eine größere Anlage zum Einsatz," hatte Oberbürgermeister Erwin die Bedeutung der Veranstaltung für die Sportstadt Düsseldorf unterstrichen und bewies selbst bei seinen zehn Schüssen mit dem Luftgewehr Zielsicherheit, „Damit wurde die breite Palette unterschiedlichster Sportveranstaltungen, die alljährlich hier stattfinden, um einen weiteren interessanten Wettbewerb angereichert."