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Einen Bembel für den Sieg von Ina Schmidt

Deutsche Meisterschaften im Feldarmbrustschießen vom 15. bis 16. Juli 2006 in Ober-Roden

Ausschnitte aus meinem Bericht für die Deutsche Schützenzeitung

Die rückläufigen Teilnehmerzahlen der vergangenen Jahre führten bei den Deutschen Meisterschaften im Feldarmbrustschießen dazu, das in diesem Jahr nur noch eine offene Klasse ausgeschrieben wurde. Ausgerechnet in Ober-Roden, der Hochburg des Feldarmbrustsports, führte die Entscheidung des Deutschen Schützenbundes zu einem weiteren Einbruch in der Teilnehmerzahl. Zum zweitägigen Wettkampf vom 15. bis 16. Juli 2006 über 180 Pfeile auf Entfernungen von 65, 50 und 35 Meter Entfernung gingen nur noch 32 Aktive an die Schießlinie. „Bei dieser Entwicklung steht die Feldarmbrust bald vor dem Aus", meinte Wettkampfleiter Reiner Herrmann und Bundesreferent Edwin Hirte stellte fest: „Das die Alten weggeblieben sind." Die älteren Schützen rechnen sich gegen die Aktiven der Schützenklasse keine Chancen mehr aus und nehmen nicht mehr teil. Edwin Hirte hofft den rückläufigen Trend noch stoppen zu können. „Wir müssen unbedingt wieder den Level erreichen, um mindestens 15 Teilnehmer pro Wettkampfklasse stellen zu können. Dabei müssen uns die Referenten der Landesverbände unterstützen und alle aktiven Feldarmbrustsportler auch für die Deutschen Meisterschaften melden."

Ungeachtet der enttäuschenden Teilnehmerzahl entwickelte sich auf dem Germania-Sportplatz im Rödermarker Ortsteil Ober-Roden ein spannender Wettkampf, der zahlreiche Überraschungen brachte. Der böige Wind sorgten für einige Favoritenstürze, darunter die ehemaligen Weltmeister Jürgen Baumann und Elke Poth. „Mit diesem Wind bin ich überhaupt nicht zurecht gekommen", fasste Jürgen Baumann seine enttäuschende Leistung zusammen, die ihn auf Rang acht den Platz im Nationalteam kostete. Der Titelverteidiger hatte bisher achtmal den Einzeltitel gewonnen. Elke Poth gewann 1994 den Weltmeistertitel und dominierte bis 2002 die deutsche Damenklasse, doch als die nationalen Titelkämpfe nach vielen Jahren wieder in Ober-Roden ausgetragen wurden, erlebte sie ein rabenschwarzes Wochenende. Mit Rang 14 in der Gesamtwertung blieb die Laubacherin weit hinter Erwartungen, behielt aber als drittbeste Frau zumindest den Platz im Nationalteam und wird an den Weltmeisterschaften im österreichischen Steyr vom 20. bis 27. August 2006 teilnehmen können.

 

Als echte Lokalmatatorin zeigte sich Ina Schmidt, die sich auf ihrem Weg zum ersten Titelgewinn in der offenen Klasse von keinen äußeren Einflüssen beirren ließ. Bis ins Jahr 2002 hatte sie fünfmal den Juniorentitel gewonnen, danach dreimal den Einzelsieg bei den Frauen geholt und jetzt stellte sie die männliche Konkurrenz in den Schatten.

Oft als letzte Schützin an der Schießlinie bewies sie den nötigen Biss bei den schwierigen Bedingungen und siegte mit 16 Ringen Vorsprung gegenüber dem erfahrenen Walter Hillenbrand, der seine internationale Karriere bereits beendet hat. Bei der Siegerehrung überraschte Rödermark´s Bürgermeister Roland Kern die Siegerin mit einem Ebbelwoi-Bembel. Die Glanzleistung von Ina Schmidt reichte aber nicht, um dem Diana-Team den erneuten Mannschaftssieg zu sicheren. Die Ergebnisse von Jürgen Baumann und Elke Poth waren zu schwach und davon profitierte das Hillenbrand-Trio aus Kronau. Vater Walter Hillenbrand holte zusammen mit seinen Söhnen Ralf und Steffen erstmals den Mannschaftssieg nach Kronau. Die Gastgeber aus Ober-Roden verpassten die Chance, den zwölften Deutschen Meistertitel in der Mannschaftswertung seit 1994 zu gewinnen.

 

Bei den Weltmeisterschaften in Steyr wird der Hüttenthaler Benjamin Bessert dabei sein, der einen leidenschaftlichen Kampf um den dritten Platz im Männerteam des Deutschen Schützenbundes lieferte. „Das war ein Krimi", so der 24-jährige Odenwälder nach dem Wettkampf, „ich bin völlig durch den Wind. Ich konnte zeitweise gar nicht schießen und es war am Ende entscheidend, wer mit zwei oder drei Pfeilen bei dem starken Winden am besten trifft." Benjamin Bessert behauptete sich knapp vor dem ringgleichen Andreas Henne aus Dietersweiler durch die größere Anzahl erzielter Zehner. Mit dem ehemaligen Luftgewehr-Juniorenweltmeister von 2002 qualifizierten sich der Norddeutsche Karl-Heinz Blumtritt und der Kronauer Ralf Hillenbrand für die Weltmeisterschaften. Bei den Frauen behielt das Diana-Trio Ina Schmidt, Barbara Metz und Elke Poth die Plätze im Nationalteam. Im Juniorenteam ist neben Benjmaim Butz aus Kronau, Tim Lewerth aus Ober-Roden Steffen Wolfering aus Ennigerloh erstmals für die Weltmeisterschaften qualifiziert.

 

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