Rohrberg und Pieper stehen im Blickpunkt
Deutsche Meisterschaften der Bogenschützen in Hohenhameln
Ausschnitte aus meinem Bericht für die Deutsche Schützenzeitung
Während in Peking die letzten Olympiaentscheidungen fielen, wurden im niedersächsischen Hohenhameln die Deutschen Meisterschaften im Bogen-Fita ausgetragen. Unter den 661 Teilnehmern standen zwei Schützen im Blickpunkt, die im Vorfeld von Olympia für Schlagzeilen sorgten. Sebastian Rohrberg hatte sich das Olympiaticket in einer knappen Entscheidung vor Jens Pieper gesichert. Der eigenwillige Norddeutsche verzichtete dann auf die Weltcupteilnahme in Boe und als Konsequenz daraus wurde Pieper vom Deutschen Schützenbund für den Start in Peking nominiert.
Die beiden deutschen Spitzenschützen gingen in Hohenhameln an den Start und zeigten sich nach den Olympiaquerelen hoch motiviert im Kampf um den nationalen Titel. Jens Pieper kehrte rechtzeitig aus Peking zurück („Ich will den Titelhattrick schaffen“) und Sebastian Rohrberg sah den nationalen Titelkampf als Vorbereitung auf die Feldbogen-Weltmeisterschaften in Wales. Den Fragen nach seiner für viele unerklärlichen Entscheidung, die zum Verlust der Olympianominierung führten, wich der 29-jährige nicht aus. „Natürlich nagt das an mir und ich bin sauer, so wie es gelaufen ist. Aber es war meine begründete Entscheidung und dazu muss ich stehen.“
Im 72-Pfeile-Vorkampf auf 70 Meter Entfernung wurde bei den Männern schnell klar, dass die Titelentscheidung über die beiden Nationalschützen gehen wird. Im Spitzenkampf hielt Jan Christopher Ginzel zunächst mit. Der Sherwoodschütze aus Herne entschied den Vorkampf knapp vor Pieper und Rohrberg für sich, zeigte aber in der Finalrunde schon im Achtelfinale gegen Routinier Armin Garnreiter erste Schwächen. Der 50-jährige Tachertinger, Olympiazehnter 1984, spielte gegen den 22-jährigen Ginzel seine ganze Routine aus und führte nach sechs Pfeilen überraschend mit 56:54 Ringen. Mit dem letzten Pfeil drehte Jan-Christopher Ginzel das Match gegen Garnreiter zum 109:107 Erfolg, bevor er in der nächsten Runde an Michael Frankenberg mit 111:114 scheiterte. Keine Probleme hatten dagegen Jens Pieper und Sebastian Rohrberg. Der Braunschweiger zog mit Siegen über Stefan Holzapfel (102:99) und Burkhard Gauding (111:97) ins Viertelfinale gegen Jürgen Seibold ein. Sebastian Rohrberg erreichte die Runde der letzten Acht mit Erfolgen über Thomas Zeh (109:100) und Sven Giesa (108:99). Im Viertelfinale schien das Aus für beide Favoriten gekommen, denn Jens Pieper geriet nach einer Sechs und einer Sieben bei den ersten drei Pfeilen mit 22:27 gegen Jürgen Seibold in Rückstand. Rohrberg hatte gegen Dirk Tuchscherer nach einer scheinbar klaren 78:75 Führung bei den letzten drei Pfeilen Probleme und musste den 101:101 Ausgleich des Kölnern hinnehmen. Als Rohrberg sich auf das unerwartete Shoot-Off vorbereiten musste, war Jens Pieper gegen Jürgen Seibold mit 102:107 ausgeschieden. „Ich habe mich in Peking schwer erkältet, doch ich wollte meinen Titel nicht kampflos abgeben“, erklärte der 40-jährige nach seinem Aus. „Ich wollte den dritten Titel in Folge gewinnen und bin mit meiner Leistung hier ganz zufrieden. Die Zeitumstellung war kein Problem.“ Sebastian Rohrberg bestand das Shoot-Off gegen Dirk Tuchscherer sicher mit 10:5 und zog ins Halbfinale gegen Pieper-Bezwinger Jürgen Seibold ein.
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Der Bayer vom Bundesligaaufsteiger BS Neumarkt war nach dem Sieg über Pieper im Match gegen Rohrberg nicht wieder zu erkennen. „Ich bin einfach nicht durchgekommen. Es ist Wind aufgekommen, wollte dagegen halten und habe dabei verkrampft.“ Als dunkle Wolken über dem Stadion von Hohenhameln aufzogen und Organisator Hartmut Kaune mit seinem Team vom BSC Clauen auf eine zügige Finaldurchführung drängte, lief Sebastian Rohrberg zur Bestform auf. „Bei Wind und Regen bin ich stärker geworden“, erklärte er seine überlegene Leistung beim 110:96 gegen Seibold. Überraschend hatte Heiko Knüppel nach seinem vierten Vorkampfrang auch die Runde der letzten Vier erreicht. Der Hamburger vom BSC Nordheide hatte mit drei Siegen über Frank Keune (102:98), dem Deutschen Meister von 2004 Maik Hermann (101:99) und Marc Schrod (105:96) den Einzug ins Halbfinale geschafft. „Vor zwei Jahren ist mir das auch gelungen“, strahlte Heiko Knüppel, der dann an dem erfahrenen Michael Frankenberg nach „einer Mischung aus Stress- und Konditionsproblemen“ scheiterte. Der 30-jährige Frankenberg hat seine lange Bogensportkarriere im Nationalteam zugunsten seines Wohnhausneubaus in Hagen am Teutoburger Wald unterbrochen. „Ich will das Haus mit viel Eigenhilfe bauen und deshalb auch nicht am Ranglistenschießen teilgenommen. Dass es hier so gut läuft, damit habe ich nicht gerechnet. Mir tut schon alles weh und ich habe keine Kraft mehr.“ Frankenberg´s Kraft reichte zu einem glatten 108:97 gegen Heiko Knüppel, doch im Finale gegen Sebastian Rohrberg hatte er bei strömenden Regen in keiner Phase eine Siegchance. Der Feldbogenspeziallist vom SV Dauelsen war bei den widrigen Witterungsverhältnissen in seinem Element. Während Frankenberg von Schuss zu Schuss schwächer wurde, „Kondition und Konzentration waren weg, ich habe die Pfeile nur noch rausgeschossen“, wuchs die Sicherheit bei Rohrberg. Am Ende stand ein glatter 106:86 Finalsieg für den amtierenden Hallenweltmeister. „Ich bin zufrieden mit mir. Dieser Sieg tut mir gut und ich bin sehr stolz darauf.“ Nach 2003 und 2005 ging Rohrberg zum dritten Mal als Sieger bei den Fita-Titelkämpfen von der Schießlinie. „Ich hatte hier keine Probleme und jetzt freue ich mich auf die Feldbogen-Weltmeisterschaften in Wales.“
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Zusätzlich konnte sich Rohrberg über den Gewinn des Mannschaftstitels mit dem SV Dauelsen freuen. Mit den Neuzugängen Heiko Keib und Christian Stubbe gelang es Teamchef Andreas Hehenberger, erstmals, den DM-Titel nach Dauelsen zu holen. Pech für den SV Querum mit Jens Pieper, Andre Floto und Jens Winkler. Die Schützlinge von Trainer Adolf Kemper hatten zwar acht Ringe mehr als Vorjahresmeister BSC Sherwood Herne erzielt, doch die Fortsetzung der Erfolgsserie – als die Braunschweiger zwischen 2001 und 2006 sechs Mal in Folge gewannen - im Prestigeduell gegen Dauelsen verpasst.
Den Titelhattrick schaffte Veronika Haidn-Tchalova für den FSG Tacherting in der Damenklasse mit dem Recurvebogen. „Nach einer schlechten Saison war das für mich ein schöner Abschluss“, freute sich die 32-jährige nach dem 105:98 Finalsieg gegen Karina Winter. „Hier zu gewinnen war mein Plan und wollte dabei jeden Pfeil ohne absetzen schießen.“ Immer wieder angefeuert von Ehemann Oliver Haidn zeigte sich die Nationalschützin zudem motiviert von ihrem sechsjährigen Sohn Matwej. „Er war zum ersten Mal bei einer Deutschen Meisterschaft dabei und sich riesig gefreut.“ Den Weg zum Titel begann Veronika Haidn-Tchalova vom zweiten Vorkampfplatz aus mit Siegen in der Finalrunde gegen Tanja Kuhne (103:72), Iris Herpetz (107:92) und Andrea Kreipe (99:93). Ihre beste Leistung bot sie im Halbfinale gegen Susanne Poßner und zog mit 107:99 ins Goldfinale ein. Dort wartete Karina Winter, die den Vorkampf überlegen gewonnen hatte. „Der erste Durchgang war grandios“, meinte die Berlinerin zu ihrer Leistung nach der Hälfte der 72-Pfeile. „Dann kam der Wind und meine eigenen hohen Erwartungen, da ging´s abwärts.“ Die Finalrunde verlief für die 22-jährige zunächst problemlos. Die Siege über Petra Framme (100:93), Halina Hiller (103:94) und Bergmann-Borsig-Vereinskameradin Wiebke Nulle (105:91) schaffte Karina Winter sicher, bevor es zum spannenden Semifinale gegen Christina Schäfer kam. Die Berlinerin ging zunächst mit 27:25 Ringen in Führung, doch nach neun Pfeilen lag die Deutsche Meisterin von 2004 mit 76:75 Ringen vorn. Christina Schäfer wollte für ihren im Oktober 2007 verstorbenen Vater den Deutschen Meistertitel gewinnen, doch die 25-jährige Sportsoldatin aus Düren musste bei den letzten drei Pfeilen den 101:101 Ausgleich von Karina Winter hinnehmen. Im Shoot-Off hatte die Berlinerin beim zweiten Stechschuss mit 10:9 das bessere Ende für sich. ‚“Da ging mir ganz schön die Flatter“, beschrieb Karina Winter anschließend ihre Gefühle und hatte danach im Finale gegen Veronika Haidn-Tchalova keine Siegchance. „Ich bin mit gemischten Gefühlen reingegangen“ und schnell lag sie mit vier Ringen im Rückstand. Die Tachertingerin verteidigte ihren DM-Titel sicher mit 105:99 Ringen.
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Mit den schwierigen Bedingungen bei strömenden Regen hatten besonders Christina Schäfer und Susanne Possner im kleinen Finale zu kämpfen. „Da war es kein angenehmes Schießen mehr. Griff und Tab waren nass“, beschrieb Schäfer ihre Probleme, als sie einen Pfeil an der Scheibe vorbei schoss. Doch ihrer Berliner Gegnerin unterlief das gleiche Missgeschick und so schaffte Christina Schäfer mit 89:88 Ringen den glücklichen Sprung auf das Siegerpodest.
Mit Favoritensiegen endeten die Finalrunden der Junioren. Florian Floto besiegte den Ehinger Christian Weiss glatt mit 102:93 Ringen. Nach den ersten Pfeilen hatte Weiss noch geführt, doch in der zweiten Hälfte des 12-Pfeile-Finales zog der Querumer unwiderstehlich davon. Ähnlich deutlich fiel die Entscheidung in der weiblichen Juniorenklasse zugunsten von Lisa Unruh. Im Berliner Duell mit Mannschaftskameradein Elena Richter zog sie zwei Wochen nach dem Gewinn des Deutschen Meistertitels im Feldbogenschießen ihrer um ein Jahr jüngeren Konkurrentin zum glatten 107:99 Sieg davon.
Während die Recurvebogenschützen mit wechselnden Witterungsbedingungen ihre Probleme hatten, genossen die Compoundbogenschützen zum Auftakt der vom BSC Clauen glänzend organisierten Titelkämpfe optimale Verhältnisse. „Ich bin sicher, dass diese Meisterschaft bei uns in den besten Händen liegt und ein reibungsloser Ablauf gewährleistet ist“, hatte Hartmut Kaune als erster Vorsitzender der gastgebenden BSC-Schützen angekündigt und bei den ersten Entscheidungen belohnten die Aktiven das Engagement der Niedersachsen mit drei neuen Deutschen Rekorden.
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Nach seinen Stationen in Berlin und Herne sowie dem Engagement als Co-Bundestrainer konzentriert sich Robert Hesse bei seinem Heimatverein Rot-Weiß Hamm auf die sportliche Leitung und feierte mit einem neuformierten Team in Hohenhameln den bisher größten Erfolg. „Co-Bundestrainer kann man nicht nebenbei machen“, erklärte er seinen Wechsel vom Deutschen Schützenbund zurück in den Verein. „In Hamm trägt die Aufbauarbeit jetzt die ersten Früchte.“ Der 51-jährige wechselte nicht in die Altersklasse und bildete zusammen mit dem 21-jährigen Paul Titscher und Stefan Krampe eine neue Mannschaft, die auf Anhieb den Deutschen Rekord um 25 Ringe verbesserte. „Ein toller Platz, eine perfekte Organisation und ein sensationelles Wetter“, so begründete Hesse die Rekordleistung seines Teams, „wir haben alle drei Bestleistungen geschossen.“ Mit der Hammer Leistungsexplosion endete die Dominanz der Teams aus Berlin und Herne. Die Berliner Stefan Griem, Lars Klingner und Rainer Voss hatten bis 2003 sechs Mal den Mannschaftstitel gewonnen und sich endlich mal wieder gegen das Sherwood-Team aus Herne durchgesetzt. Das Berliner Trio übertraf selbst den Deutschen Rekord um sieben Ringe, doch gegen die Glanzleistung von Rot-Weiss Hamm musste sie sich mit dem Vizemeistertitel begnügen. Chancenlos waren die Sherwoodschützen Hermann Rübbelke, Roland Pepperl und Andre Grawinkel, deren Erfolgsserien nach vier Siegen auf dem dritten Platz endete. Im Einzelwettbewerb verbesserte Paul Titscher den Deutschen Rekord im Vorkampf um sieben Ringe. „Die Bedingungen hier sind fast wie in der Halle“, so der Student aus Glindow, „so gut habe ich noch nicht einmal im Training geschossen. Es läuft in diesem Jahr einfach.“ Als Vorkampferster schoss sich Titscher problemlos durch die Finalrunde, bis er im Halbfinale auf Lars Klingner traf. Der 32-jährige aus Zepernick hatte für die Berliner Bogenschützen zum Auftakt der Finalerunde beim 119:113 gegen Thomas Habersetzer den Deutschen Rekord für die Zwölf-Pfeile-Finals eingestellt und schaltete danach in einen hart umkämpften Match den vierfachen Deutschen Meister Andre Grawinkel aus. Die Begegnung mit dem Sherwoodschützen verlief für Klingner bis zum 117:117 Remis stetig gleichauf. Mit dem ersten Finalschuss gelang dem Berliner mit 10:9 die Entscheidung. Leichter fiel die anschließende Aufgabe beim 114:112 im Viertelfinale gegen Klaus-Dieter Muth, bevor Paul Titscher die Titelhoffnungen des Berliners mit 115:118 beendete. Klingner hatte nach sechs Pfeilen noch 59:58 geführt und vor den letzten drei Pfeilen stand es 88:88 Unentschieden. „Da habe ich die erste und einzige Acht geschossen. Das passiert halt mal, schade.“ Titscher nutzte die Chance zum Sieg und erwartete im Goldfinale mit Stefan Griem den zweiten Berliner. Der 39-jährige Stefan Griem gehörte zwischen 2001 und 2006 zu den erfolgreichsten deutschen Compoundbogenschützen und beendete danach seine internationale Karriere. „Ich habe viele Jahre 20.000 Schuss im Jahr trainiert, davon habe ich heute profitiert und meine Bestform abrufen können. Mir ist nur eine Acht unterlaufen.“ Nach Platz zwei im Vorkampf behauptete sich Griem in der Finalrunde gegen Hans-Jürgen Mayer (116:112), Peter Jöcker (114:112), Christian Kollmeyer (116:114) und Michael Baßler (116:111). Die Vorentscheidung im Finale fiel zugunsten von Paul Titscher nach sechs Pfeilen, als er mit 58:56 Ringen in Führung ging. Der neue Deutsche Meister beendete das Finale mit 117:114 Ringen und stellte mit 352 Finalringen den zweiten neuen Deutschen Rekord auf. „Da war kein rankommen, er hat den Titel verdient gewonnen“, lobte Stefan Griem seinen Gegner, „ich denke, heute wurde der Staffelstab an Paul übergeben.“ Überzeugt von seinem Leistungsvermögen blickte Paul Titscher nach seinem Sieg in die internationale Zukunft: „Mein Ziel sind die Weltmeisterschaften in Korea. Dort hin muss ich meine Form transportieren, dann habe ich Medaillenchancen.“
Im kleinen Finale gewann Michael Baßler die Bronzemedaille nach 10:9 im Shoot-Off gegen Lars Klingner. Der Magstädter hatte in der Finalrunde beim 119:118 gegen Robert Hesse ebenfalls die Deutsche Rekordmarke eingestellt.
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Bei den Frauen gelang Andrea Weihe die Titelverteidigung im Einzel und im Mannschaftswettbewerb zusammen mit Bianca Pfeifer und Erika Rakel für den SV Stahl Unterwellenborn. „Die Bedingungen waren super und ich habe mir mit der Titelverteidigung meinem Wunsch erfüllt“, so die 32-jährige Buchhalterin aus Saalfeld, die ihr internationales Comeback für das nächste Jahr ankündigte. „Drei bis viermal in der Woche will ich in der Hallensaison verstärkt die Technik trainieren und mich dann wieder für die Nationalmannschaft qualifizieren.“ Andrea Weihe traf bei ihrer Titelverteidigung auf eine starke Konkurrentin, die bisher beim Deutschen Bogensportverband ihre erfolge feierte. Katharina Masch vom SC Hahnheim gewann den Vorkampf mit einem Vorsprung gegenüber Andrea Weihe und absolvierte bis zum Semifinale eine überlegene Finalrunde. Die 24-jährige Verkäuferin aus Heidesheim bei Mainz schießt seit Juni 2003 mit dem Compoundbogen und hat sich intensiv auf die Titelkämpfe in Hohenhameln vorberitet. „Mein Ziel war die Goldmedaille“, meinte sie selbstbewusst, „Ich will immer auf das Treppchen und das ist durch das zweiwöchige Training in meinem Urlaub aufgegangen.“ Die erste ernsthafte Gegnerin für Katharina Masch war Nationalschützin Sabrina Jagemann vom Rosenthaler BSC. Erst nach neun Pfeilen drehte Katharina Masch das Match zu ihren Gunsten und zog mit 111:110 ins Finale gegen Andrea Weihe ein. Die Saalfelderin hatte im Halbfinale die unerwartet starke Heike Ehrlich ausgeschaltet. Eine Woche vor Beginn der Feldbogen-Weltmeisterschaften unterbrach die für den BSC Rüsselsheim schießende Frankfurter Bankkauffrau ihre Vorbereitung. „Hier schieße ich nur meine Trainingspfeile“, so Heike Ehrlich während der Finalrunde, in der ihr der Stabilisator am Bogen abbrach. „Den habe ich mit Klebeband wieder befestigt, das reicht für die DM.“ 1998 und 2002 hatte Heike Ehrlich den Deutschen Meistertitel im Bogen-Fita schon gewonnen und wieder zeigte sie, das sie sich im Finale steigern kann. Erste Probleme bekam sie erst beim knappen 114:113 im Viertelfinale gegen Ricarda Mayer, bevor sie den Finaleinzug gegen Andrea Weihe verpasste. Im kleinen Finale setzte sich Heike Ehrlich gegen Sabrina Jagemann mit 114:113 Ringen durch. Den einsetzenden Regen im Finale nahm die Frankfurterin gut gelaunt hin: „Wir sind ja nicht aus Zucker.“
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