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Finalzug fährt ohne den Meister ab

Dritter Wettkampftag der Bogen-Bundesliga Nord in Braunschweig

Ausschnitte aus meinem Bericht für die Deutsche Schützenzeitung

 

Titelverteidiger BSC Laufdorf war der Verlierer des dritten Wettkampftages der Bogen-Bundesliga Nord. In Braunschweig gewann der amtierende Meister nur zwei der sieben Begegnungen und fiel auf dem sechsten Tabellenplatz zurück. Mit acht Punkten Rückstand auf den vierten Rang für die Teilnahme am Bundesligafinale in Lebach ist der Zug für die Schützlinge von Trainer Siegfried Martin so gut wie abgefahren. „In diesem Jahr passt es einfach nicht“, haderte BSC-Chef Martin mit der Niederlagenserie. „Jeder schießt in dieser Saison unter Form und es fehlen uns immer wieder zwei bis drei Ringe.“ Zudem musste Martin in Braunschweig auf Marcus Müller verzichten. „Der Beruf geht halt vor“, so Siegfried Martin, dessen Team mit vier Niederlagen in Folge den Wettkampftag begann. Gegen Schlusslicht BSC Clauen gelang Bruno Wörrlein, Markus Hillebrecht und Stefan Kolodzeiski mit 225:217 Ringen endlich der ersten Sieg und damit stoppten die Laufdorfer ihren freien Fall in Richtung Tabellenende.

 

 

Mit einer makellosen Bilanz von 14 Siegen in Folge traten die Querumer Gastgeber vor eigenem Publikum an, doch im ersten Match gegen den bislang chancenlosen Aufsteiger Clauen erlebten die knapp zweihundert Fans eine faustdicke Überraschung. Eckhard Frerichs, Sebastian Kese und Gerhard Gefäller brachten Querum mit 225:222 Ringen die erste Saisonniederlage bei. Durch das Fehlen von Michael Frankenberg kehrte Jens Pieper ins Querum zurück, der mit 73 Ringen zum Auftakt ebenso unter seinen Möglichkeiten blieb wie Thomas Zeh, der gegen Clauen nur 71 Ringe erreichte. Zuverlässig schoss zunächst nur Florian Floto, der zum 235:224 Erfolg über Meister Laufdorf selbst optimale 80 Ringe beisteuerte. „Mal zu verlieren, ist auch ganz gesund“, meinte Querum´s Jürgen Wendt vor Beginn der Wettkämpfe, doch der Vereinschef musste zwei weitere Niederlagen miterleben. Gegen die stark verbesserten Rheydter rettete Florian Floto in der Schlussphase gegen Andreas Heuwing das 227:227 Remis, doch dann folgten die Niederlagen gegen Dauelsen und Berlin. Da zeigte auch der 19-jährige Nationalschütze Nerven und schoss gegen die Berlinerinnen in der Schlussphase einen Pfeil vorbei. Unbeeindruckt von den ersten Verlustpunkten zeigte sich Trainer Adolf Kemper: „Wir hatten ja genug Polster und diesmal sind wir in unseren Ablauf nicht reingekommen. Ich bin dennoch zufrieden, denn Thomas Zeh hat phantastisch geschossen.“ Nach dem verpatzten Auftakt steigerte sich der 43-jährige Zeh und beeindruckte mit einer 80er Schlußserie.

 

 

Gewinner des dritten Wettkampftages war das Team von Bergmann Borsig Berlin. Die fünf Siege und zwei Unentschieden nahm Bundestrainer Martin Frederick zufrieden zur Kenntnis: „Hier schießt unsere Damen-Nationalmannschaft.“ Frederick wusste, dass das Bergmann Borsig Team vor jeder Bundesligabegegnung eine interne Ausscheidung bestreitet. „Diesmal haben sich die Frauen durchgesetzt.“ Elena Richter wurde in Braunschweig durch Wiebke Nulle ersetzt, die nach drei Begegnungen ausgewechselt wurde. Danach fand sich mit Karina Winter, Susanne Poßner und Lisa Unruh die optimale Formation und die Berlinerinnen kamen bis auf drei Punkte an die führenden Querumer heran. Damit haben die Berliner nach sieben Jahren wieder die Chance, im Norden die Vorrunde zu gewinnen. Besonders die Siege über Dauelsen und Querum mit jeweils 232 von 240 möglichen Ringen ließen die Schützlinge von Trainerin Irene Abel jubeln. Mit 77,6 und 77,2 Ringen waren Karina Winter und Lisa Unruh die besten Akteure im Bergmann Borsig-Team.

 

 

„Ich krieg hier noch einen Herzinfarkt“, jammerte Dauelsen´s Trainer Andreas Hehenberger über die Leistungen seiner Mannschaft nach der Niederlage gegen die jungen Berlinerinnen. „Bisher war das unser Lieblingsgegner. Gegen keine andere Mannschaft haben wir so viele Punkte geholt.“ Hehenberger musste einige Male schwer durchatmen, obwohl Sebastian Rohrberg als Leistungsträger wieder ins Team zurückgekehrt war. Nach dem überzeugenden Auftakt gegen Laufdorf (233:227) und Clauen (235:219) riss im Derby gegen Norderstedt plötzlich der Faden. Eine Zehn von Rohrberg mit dem letzten Schuss gegen eine Acht von Frank Hörnicke rettete gegen den Abstiegskanditaten den glücklichen 225:224 Erfolg für Dauelsen. Schwachpunkt war in dieser Phase auf Position eins Henning Lüpkemann: „Er braucht einfach zu lang für seine beiden Pfeile, das geht jetzt nicht mehr.“ Trainer Hehenberger reagierte sofort und brachte Stefan Müller für den 23-jährigen Lüpkemann. In dieser Phase trafen die Niedersachsen auf das Team des Rheydter TV, das mit einem geglückten Start bis auf drei Punkte an den begehrten vierten Tabellenplatz herangekommen war. Mit Christina Schäfer und dem Holländer Erwin Janssen, die beide 75,7 Ringe im Verlauf der sieben Begegnungen erzielten, nutzten das Rheydter Team gegen Dauelsen seine Siegchance mit 222:221 Ringen und das Gesicht von Andreas Hehenberger wurde immer länger. „Ich würde schon ganz gern zum Finale nach Lebach fahren, doch jetzt kommen die stärksten Gegner.“ Die Einwechslung von Stefan Müller hatte sich nicht ausgezahlt, so dass Henning Lüpkemann wieder auf Position eins bei Dauelsen zurückkehrte. Im anschließenden Match gegen Querum war Lüpkemann von Beginn an in Topform. Mit 79 von 80 möglichen Ringen führte er das Team zum 231:229 Sieg. Die Vorentscheidung fiel, als Florian Floto in der dritten Passé eine Sechs unterlief. Den 173:170 Vorsprung hielt Lüpkemann zusammen mit Holger Rohrbeck und Sebastian Rohrberg bis ins Ziel. Doch die Zuverlässigkeit bei Dauelsen blieb Sebastian Rohrberg, der mit 78,1 Ringen im Schnitt der beste Einzelschütze des dritten Wettkampftages.

 

 

Neben dem Rheydter TV hat das Sherwood-Team aus Herne erstmals die Chance, sich für die Teilnahme am Bundesligafinale zu qualifizieren. Die Schützlinge von Trainer André Grawinkel verteidigten in Braunschweig ihren dritten Tabellenplatz, doch mit nur sieben Pluspunkten schmolz das Polster auf nur drei Punkte gegen Verfolger Rheydt. Jan-Christoph Ginzel war erneut der Leistungsträger des Sherwood-Teams mit 77,0 Ringen im Schnitt. Seine Glanzleistung zeigte der 20-jährige mit optimalen 80 Ringen gegen Berlin und rettete damit das 226:226 Remis.

 

Am Tabellenende konnten sich die Aufsteiger Norderstedt und Clauen ihre Situation nicht verbessern. Trotz des Überraschungssieges zum Auftakt gegen Querum steht der BSC Clauen bereits vorzeitig als Absteiger fest. Die eingesetzten fünf Aktiven im BSC-Team waren in den übrigen sechs Begegnungen überfordert und müssen in die zweite Liga zurückkehren. Im Aufsteigerduell siegte die SG Norderstedt mit 217:213 Ringen gegen Clauen, doch dem Team um Sylvia Frank gelang nur noch einmal eine Überraschung beim 223:218 über Rheydt. Mit sechs Punkten Rückstand auf den rettenden sechsten Tabellenplatz zeichnet sich vor dem letzten Wettkampftag in Verden der zweite Abstieg aus der ersten Liga innerhalb von drei Jahren ab.

 

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