Dumoulin und der sechste Mann
Zweiter Wettkampftag in der Luftpistolen-Bundesliga Nord in Braunschweig und Bassum
Ausschnitte aus meinem Bericht für die Deutsche Schützenzeitung
Die Aufsteiger Bremen-Bassum und Fahrdorf an der Tabellenspitze und Meister Olympia Berlin sieglos am Tabellenende, das sind die Überraschungen nach dem zweiten Wettkampftag in der Luftpistole-Bundesliga Nord.
"Jetzt geht´s schon gegen den Abstieg", so Holger Buchmann nach der Berliner 2:3 Niederlage gegen Braunschweig. Während die Berliner Stimmung nach vier Niederlagen in Serie auf dem Tiefpunkt ist, strahlte Braunschweig´s Horst Lindner nicht nur über den Sieg seiner Mannschaft, sondern auch über die Rekordkulisse im vereinseigenen Schützenhaus.
| "Wir haben es geschafft, die Bude voll zu kriegen", so Lindner, "und mit einem guten Moderator steht und fällt die Veranstaltung." Klaus Langhart sorgte für die nötige Stimmung unter den 250 Zuschauern am Samstagabend: "Hier ist die Weltklasse am Start, da sind Rasseln, Fanfaren und Humba, Humba, Tätärää erlaubt. Die Schützen können mit dem Radau ganz gut leben." Auf den dichtbesetzten Rängen nutzten die einheimischen Anhänger jede Möglichkeit ihre Mannschaft lautstark zu unterstützen und konnten nach 39 Minuten das 1:0 für Braunschweig durch Frank Seeger feiern. Der 31-jährige Nationalschütze profitierte von einem frühen Patzer seines Berliner Gegners Martin Tenk. Dem Tschechen unterlief mit dem dritten Schuss eine Sieben und den schnellen Rückstand konnte er nicht mehr aufholen. In der Schlußphase zog Seeger unaufhaltsam zum umjubelten 389:379 davon. |
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Gegen den Berliner Absturz stemmte sich Uwe Potteck, der das Match gegen Marco Hanse mit sieben Zehner in Serie eröffnete. Der 48-jährige zehrte anschließend von seinem frühen Vorsprung und brachte mit 375:372 Ringen das Olympia-Team mit 2:1 in Führung. Jetzt standen die Begegnungen auf den Positionen vier und fünf im Blickpunkt. Im Stile eines Fußballreporters kommentierte Moderator Langart die Spannung: "...und aus dem Hintergrund müßte Samoljenko schießen....." Die Begeisterung schwappte auf die Zuschauerränge über, als der Braunschweiger mit den letzten Schüssen das Match gegen Holger Buchmann noch zu seinen Gunsten drehte. Wenige Augenblicke zuvor hatte Carmen Seeger mit 373:372 gegen Henrik Schulze den 2:2 Ausgleich geschafft. Zwei Ringe Rückstand auf Buchmann hatte Samoljenko bei den letzten zehn Schüssen, doch der Berliner hatte seine Sicherheit verloren: "Ich habe nicht mehr sauber abgezogen", erklärte der 35-jährige Nationalschütze seine schwache 89er Schlußserie. Valerij Samoljenko nutzte die Chance und holte mit 375:372 Ringen den dritten Punkt zum Braunschweiger Sieg. |
| Mit dem Franzosen war die Mannschaft aus Haltern gegenüber dem verpatzten Saisonstart nicht mehr wieder zu erkennen. "Dumoulin verschenkt keinen Ring, er ist der Ansporn für die Anderen", brachte es Trainer Dr. Alfred Konietzny auf den Punkt, "wir leben von unserer Einstellung und siegen nur über den Kampf." Aber Konietzny konnte auch auf die Unterstützung von mehr als 50 treuen Fans bauen, die stimmgewaltig ihr Team unterstützen. "Das ist unser sechster Mann", strahlte der Trainer nach dem überraschenden 3:2 Erfolg über Bremen-Bassum. Dabei begann zunächst der Wettkampf planmäßig für den hoch eingeschätzten Aufsteiger. Francisco Marban, der im siebten Bundesligajahr bei seinem vierten Verein schießt, besorgte gegen Sven Hartmann mit 381:366 Ringen das 1:0. "Aus beruflichen Gründen bin ich nach Bassum umgezogen", begründete der ehemalige Braunschweiger seinen erneuten Vereinswechsel. |
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Nach der Bassumer Führung rückte das Spitzenduell zwischen Mikhail Nestruey und Franck Dumoulin in den Blickpunkt. Das Duell der beiden Weltklasseschützen schien früh entschieden, als der Russe bei Bremen-Bassum bei den ersten vier Schüssen zwei Achter unterliefen. Der Franzose ging schnell mit vier Ringen in Führung und steigerte sich immer weiter und die Fans aus Haltern skandierten: "wir wollen die 100 sehen". Franck Dumoulin gelangen zwei 99er Serien und die waren gegen den aufdrehenden Nestruey auch nötig. Der Russe gab sich nach seinem schwachen Beginn nicht geschlagen und nahm die Aufforderung von den Rängen für sich in Anspruch. Mit einer optimalen 100er Serie startete er seine Aufholjagd, doch Dumoulin ließ sich nicht mehr stoppen. Mit 393:389 glich der Franzose für Haltern aus und freute sich wenig später über die 2:1 Führung, die Michael Peirick gegen Stefan Papstmann mit 380:369 geschafft hatte. |
| Nach dem 2:2 Ausgleich durch Artur
Gevorgjan gegen Albert Grieskamp (381:371) steigerte sich die Spannung auf
den Höhepunkt. Auf der vierten Mannschaftsposition hatte sich die
Schlüsselbegegnung zwischen Sascha Sandmann und Klaus Lindemann
entwickelt. Zunächst führte VSS-Schütze Lindemann deutlich, doch dann
holte Sandmann vier Ringe für Bremen-Bassum auf, die er in der dritten
Serie wieder verlor. Kurz vor Schluss führte Lindemann mit sieben Ringe,
doch der Vorsprung schmolz von Schuss zu Schuss. Erst eine Acht mit dem
vorletzten Schuss von Sandmann entschied das Match und Klaus Lindemann
holte den umjubelten dritten Punkt zum 3:2 für Haltern. "Wir haben
den künftigen Deutschen Meister geschlagen", freute sich Haltern´s
Trainer Konietzny über den Coup seiner Mannschaft, hatte aber auch die
Probleme gesehen: "Die Positionen drei bis fünf, die machen wir
Kummer. Hier haben wir unsere alte Stärke noch nicht erreicht."
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Nicht beeindrucken von der Niederlage gegen Haltern ließ sich das Team aus Bremen-Bassum und brachte am Sonntagmittag der Braunschweiger SG vor eigenem Publikum eine 2:3 Niederlage bei. In der umkämpften Begegnung ragten beim Aufsteiger wieder Mikhail Nestruey und Artur Gevorgjan heraus. Nestruey ließ im Spitzenduell Frank Seeger mit 388:380 Ringen keine Siegchance und Gevorgjan hatte mit Marco Hanse (382:368) keine Mühe. Den dritten Punkt gewann Sascha Sandmann mit dem knappen 370:369 Erfolg über Carmen Seeger.
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