Freiburger Unterhaltungswert und Tachertinger Manpower
Finale der Bogen-Bundesliga in Braunschweig
Ausschnitte aus meinem Bericht für die Deutsche Schützenzeitung
Der zweite Titel für die FSG Tacherting, das vorzeitige Aus von Favorit Querum, der hohe Unterhaltungswert des Freiburger Teams und eine starke Vorstellung des BC Gelsenkirchen waren die Höhepunkte des siebten Finales der Bogen-Bundesliga.
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Vor knapp vierhundert Zuschauern in der Braunschweiger Sporthalle "Alte Waage" feierten die Tachertinger bei ihrer fünften Finalteilnahme den zweiten Sieg. "Unsere Stärke ist die Ausgeglichenheit und ein Robert Blum, der eine Klasse für sich ist", beschrieb Armin Garnreiter das Erfolgsgeheimnis der Bayern. "Wichtig ist auch unsere Manpower im Verein", so der Olympiazehnte von 1984. |
Damit kam es im Halbfinale zum Prestigeduell mit Titelverteidiger Sgi Welzheim. In den vier Bundesligabegegnungen der Saison 2003/04 hatten beide Teams im direkten Duell jeweils zweimal gewonnen und das Halbfinale in Braunschweig entwickelte sich zum brisanten Höhepunkt. Die Tachertinger 87:86 Führung drehten die Welzheimer in der zweiten Neun-Pfeile-Serie und gingen mit 174:173 in Front. Die Nerven lagen blank, als Armin Garnreiter mit einer Acht die letzte Serie eröffnete. Nur zwei Pfeile lang hielt der Welzheimer Vorteil, da unterlief Sandra Sachse ebenfalls eine Acht. Beim 201:201 Zwischenstand ging Jeff Henckels an die Schießlinie und brachte das Welzheimer Team mit drei Zehner wieder nach vorn.
| Alexander Fröse vergab den
Zwei-Ringe-Vorteil durch eine Acht mit dem ersten Pfeil und Robert Blum
nutzte eiskalt seine Chance. Der Tachertinger schoss drei Zehner und
setzte Fröse damit unter Druck. Der 33-jährige Nationalschütze hielt
mit einer Zehn noch einmal dagegen, doch der letzte Pfeil landete in der
Neun und Tacherting hatte mit 259:258 Ringen gewonnen.
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Nach 20 Wettkämpfen ohne Niederlage hatten sich die Tachertinger in der Liga den Titel "die Unbesiegbaren" erworben und die neue Nummer eins im Süden zeigte im Finale ein Selbstbewußtsein, das die Gegner aus Gelsenkirchen chancenlos an der Schießlinie stehen ließ. Nach dem 87:87 Zwischenstand gingen die Tachertinger in der zweiten Serie mit 172:169 Ringen in Führung und brachten mit den letzten neun Pfeilen den Widerstand ihrer Konkurrenten. Mit einem überlegenen 259:249 Sieg gewannen die Bayern zum zweiten Mal nach 2002 den Deutschen Meistertitel.
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Während die Finalisten feierten, hielten sich die Gastgeber vom SV Querum im Hintergrund. Nach den starken Leistungen in der Liga galt die Nummer eins des Norden als Favorit im Finale. Viermal hatte Trainer Adolf Kemper mit dem SV Querum in sieben Bundesligajahren das Finale erreicht und nach den dritten Plätzen in den Jahren 1998 und 2003 sollte jetzt endlich der große Wurf gelingen. Mit einem glatten 254:239 gegen den Südvierten Dörsdorf begannen Udo Böttcher, Jens Pieper und Florian Floto vor eigenem Publikum planmäßig. Im zweiten Match gegen Berlin kam beim Zwischenstand von 168:169 der unerwartete Einbruch. Udo Böttcher und Jens Pieper unterliefen zwei Schüsse in die Sieben und machten den Weg frei zum Berliner 259:251 Sieg. Noch glaubten die vielen Querumer Anhänger an einen Ausrutscher, doch gegen Welzheim waren die Kemper-Schützlinge endgültig aus dem Tritt. |
Über das Scheitern des eigenen Teams konnten sich die Zuschauer wegtrösten, als die Freiburger Mannschaft für einen hohen Unterhaltungswert an der Schießlinie sorgte.
| Bei ihrer fünften Finalteilnahme boten die Breisgauer einen Kampfgeist, der sogar Bundestrainer Viktor Bachmann begeisterte: "Wenn die einen Trainer hätten, der würde einen Herzinfarkt bekommen". Immer wieder verließ ein Freiburger während des Wettkampfes die Schießlinie und ein Kollege sprang für den nächsten Schuss ein. Dadurch reizte das Trio des Süddritten die 180 Sekunden Zeit für neun Pfeile in einer Serie meist bis zur letzten Sekunde aus. "Nervenstärke ist unser Plus, nicht die hohen Ringzahlen", erklärte Wolfram Buegger die Freiburger Teamarbeit. Der 36-jährige eröffnete stets das Match für Freiburg und wenn der Anschlag nicht sofort paßte, sprang für ihn Viktor Popov ein. Leidtragende der mehrfachen Wechsel war Martin Cornils, der als letzter Schütze imTeam oft nur eine halbe Minute Zeit für seine drei Pfeile hatte. "Ich will die Zehn schießen und keine Neun", meinte Buegger nach dem begeisterten Match gegen Schönow. In nur 25 Sekunden absolvierte Martin Cornils die letzten drei Pfeile und rettete damit den 251:249 Sieg |
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Nach dem enttäuschenden achten Platz im Vorjahr schaffte Bergmann Borsig Berlin zum sechstenmal in sieben Bundesligajahren den Einzug ins Halbfinale.
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Beim zweifachen Deutschen Meister überraschte Wiebke Nulle mit einer starken Vorstellung neben Matthias Hummel und Karina Winter. "Ich bin sehr zufrieden, heute lief es für mich", meinte die amtierende Deutsche Meisterin, "wenn wir alle mal gut drauf sind, dann sind wir nicht zu stoppen." Gestoppt wurden die Berliner im Halbfinale vom BC Gelsenkirchen mit 251:253 Ringen, nachdem sie mit dem 253:251 Sieg über Dörsdorf und dem 253:253 Remis gegen Welzheim die Vorrunde als Zweiter der A-Gruppe überstanden hatten. Im kleinen Finale trafen die Berliner wieder auf Welzheim und sicherten sich mit 253:251 Ringen den Sprung aufs Siegerpodest. |
| In der Schlußphase gegen Welzheim behielt Matthias Hummel die besseren Nerven gegen Alexander Fröse. Zuvor war dem 19-jährigen die Acht unterlaufen, die zur Halbfinalniederlage gegen Gelsenkirchen führte. |
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Neben den Gastgebern vom SV Querum gehörte der SV Welzheim zu den Verlierern des siebten Bundesligafinales. Der dreifache Deutsche Meister hatte zum fünftenmal das Halbfinale erreicht, doch nach dem ersten Platz in der Gruppe A wechselte Trainer Julius Steinheil die bis dahin glänzend aufgelegte Marion Kuruc aus. Die Olympiateilnehmerin von 1992 hatte im Vorjahr großen Anteil am Welzheimer Titelgewinn, doch die 35-jährige hatte nach drei Begegnungen Kräfte gelassen. "Beim Einschießen für die Finalrunde lief es nicht mehr", begründete sie ihren Verzicht und gegen Tacherting kehrte Alexander Fröse ins Team zurück. "Bei vier gleichwertigen Schützen, kann man nicht wissen, wer am besten drauf ist", Steinheil mußte mit ansehen, wie Sandra Sachse und Alexander Fröse im gegen Tacherting insgesamt vier Achter unterliefen, "Das war zuviel, um gewinnen zu können." Nach ihrer dritten Halbfinalniederlage in sieben Bundesligajahren mußten sich die Welzheimer erstmals mit dem vierten Rang begnügen.
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