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Schulvergleich ist ein Spiegel der erfolgreichen Vereine

Bundesendkampf im Schulvergleich Bogenschießen in Korbach

Ausschnitte aus meinem Bericht für die Deutsche Schützenzeitung

Im nordhessischen Korbach wurde am 19. März 2005 zum zweitenmal der Bundesendkampf im Schulvergleich Bogenschießen ausgetragen. "Es ist ein Spiegel der erfolgreichen Vereine", zog Bundesjugendleiter Dirk Eisenberg sein Fazit, nachdem das Limes-Gymnasium aus Welzheim mit Nachwuchstalenten der Sgi Welzheim den Siegerpokal gewonnen hatte. Das vom Welzheimer Vereinschef Manfred Baum betreute Schülerteam setzte sich im Finale gegen die Vorjahressieger von der Werner-Seelenbinder Sportschule aus Berlin durch. Die Berliner Schülermannschaft setzte sich aus Talenten der SG Bergmann Borsig und der Berliner Bau-Union zusammen. "Das ist wie beim Bundesligafinale der Erwachsenen", freute sich Chef-Bundestrainer Martin Frederick über die guten Leistungen der Schüler im Alter zwischen zwölf und 16 Jahren. Frederick hatte auf dem Weg zu den Weltmeisterschaften im dänischen Aalborg den Umweg über Korbach genommen und unterstrich damit die Bedeutung der Veranstaltung, die von den Korbacher BSC-Schützen organisiert und unter Leitung von Erwin Singvogel vom DSB-Jugendvorstand durchgeführt wurde. "Wir brauchen die Schulen als Standbein für die Entwicklung im Bogensport", meinte Martin Frederick über den zum zweitenmal ausgetragenen Wettbewerb, der auf eine Initiative der Deutschen Schützenjugend zurückgeht. "Unser Ziel ist es, beim Projekt Jugend trainiert für Olympia das Bogenschießen zu etablieren", unterstrich Bundesjugendleiter Eisenberg die Bedeutung, "an den Schulen kennen wir mit dem Bogensport keine Berührungsängste."

Beim Auftakt des Schulvergleichs beteiligten sich im Vorjahr über 50 Schülermannschaften, doch nach der Regeländerung, dass keine Nationalkaderschützen mehr teilnehmen dürfen, führte zu einer rückläufigen Entwicklung. Mit 26 Teams bei der Vorrunde war Bundestrainer Frederick nicht zufrieden. "Wir müssen mit unserer Werbung für diesen Wettbewerb deutlicher werden." Die Ausrichtung nach den Deutschen Hallenmeisterschaften und dem Bundesligafinale eröffnet Möglichkeiten für mehr Attraktivität. " An den Schulen können wir mit dem Bogensport aktiv Werbung machen", so Dirk Eisenberg, der hofft, im nächsten Jahr Schulen aus elf Bundesländer für eine Teilnahme begeistern zu können, um damit der Anforderung für das Projekt "Jugend trainiert für Olympia" zu erfüllen.

Begeistert zeigte sich Uta Opper-Fiedler vom Schulamt Fritzlar, die das hessische Kultusministerium vertrat: "Das Bogenschießen weckt Kompetenzen und Fähigkeiten, die wir an Schulen brauchen. Es ist die Ruhe und Konzentration, verbunden mit Angestrengtheit und Leistung. Das braucht man für das lebenslange lernen."

Seit zehn Jahren arbeitet die Welzheimer Schützengilde erfolgreich mit den örtlichen Schulen zusammen. "Wir haben eine Bogenschieß AG, in der zur Zeit 30 Jugendliche trainieren", erzählte Vereinschef Manfred Baum, "aus dieser Kooperation ist auch eine so erfolgreiche Schützin wie Anja Hitzler hervorgegangen." Im Team des Limes-Gymnasium stand mit Annaliesa Neher die Deutsche Schülermeisterin 2004 und der frischgebackene Deutsche Meister der Schülerklasse Camilo Mayr. Zusammen mit Simeon Schaaf schossen die Welzheimer zunächst im Schatten der von Trainerin Irene Abel betreuten Berliner Mannschaft der Werner-Seelenbinder Sportschule. "Diese Schule ist ein Überbleibsel des ehemaligen Sportsystems der DDR. Da wird Schule und Sport verzahnt", weiß Bundestrainer Frederick über das Berliner Modell, dass im Jahr 1990 abgeschafft und vor vier Jahren wieder eingeführt wurde, "Heute ist es eine der drei sportorientierten Schulen mit Bogenschießen in Deutschland." Die Berliner gewannen den Vorkampf, doch in der ersten Qualifikationsrunde waren die Welzheimer um sechs Ringe besser. Im Halbfinale zogen die Schüler des Limes-Gymnasiums gegen die Ditzinger Schüler aus dem Gymnasium Glemsaue schnell mit 85:72 Ringen davon und siegten deutlich 249:226. Die Berliner besiegten im Viertelfinale das Brandburger Team aus dem Kopernikus-Gymnasium Blankenfelde glatt mit 249:224 Ringen und setzten sich danach gegen das Trio des Stiftland-Gymnasium Tirschenreuth mit 252:242 Ringen durch. Die geschlagenen Oberpfälzer sicherten sich schließlich den dritten Platz im kleinen Finale gegen Ditzingen. Im Finale um den großen Siegerpokal führten zunächst die Berliner nach 18 Pfeilen mit 172:171 Ringen, doch mit einem 86er Schlußspurt zogen die Welzheimer noch zum 257:255 Sieg vorbei.

Das spannende Finale verfolgten in der Sporthalle "Auf der Hauer" in Korbach allerdings nur wenige Zuschauer. "Es fehlte eine stimmungsvolle Kulisse", bedauerte Martin Frederick, "aus Korbach war kein Team dabei und dadurch waren die Schulklassen als Zuschauer nicht dabei."

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