Nach einem Zwischenspurt geht Kempten die Luft aus
Dritter Wettkampftag der Bogen-Bundesliga Süd in Kempten
Ausschnitte aus meinem Bericht für die Deutsche Schützenzeitung
Die Heimpremiere der Bogenschützen aus Kempten in der ersten Bundesliga Süd verlief für die Allgäuer in der Dreifachturnhalle am Berufsschulzentrum in der Wiesstraße nicht nach Wunsch. „Wir wollen drei oder vier Begegnungen gewinnen und hoffen auf so viele Zuschauer wie möglich“, hatten Wolfgang Pollmann und seine Lebensgefährtin Sabine Gutsell angekündigt. Doch die sieben Begegnungen verfolgten nur knapp 50 Zuschauer und nur zweimal gingen die FSG-Schützen als Sieger von der Schießlinie. Dabei hatte es für das Allgäuer Bogentrio gut begonnen. Jubel herrschte unter den heimischen Zuschauern als Sabine Gutsell, Wolfgang Pollmann und Christian Höck das zweite Match gegen Welzheim überraschend mit 221:218 Ringen gewannen. Danach nutzten die drei FSG-Schützen den schwachen Start der FSG Tacherting und besiegten den Spitzenreiter mit 222:221 Ringen. „Dieser Zwischenspurt von Kempten ist der Wahnsinn“, stellte Feucht´s Trainer Klaus Schwarz fest, doch danach ging den Allgäuern die Luft aus. Es folgten fünf Niederlagen in Folge und besonders schmerzten die Pleiten gegen die Konkurrenten im Abstiegskampf. Gegen die BSG Ebersberg war Kempten mit 210:227 chancenlos und dann folgte das 220:223 gegen Boxdorf. Damit kamen die beiden Aufsteiger bis auf einen Punkt an die sechstplatzierten Allgäuer heran. Keine Verbesserung brachte für Kempten die Einwechslung von John Hehl, der nach vier Begegnungen für Wolfgang Pollmann ins Team kam. Auf Position eins erreichte Sabine Gutsell nicht ihre guten Ergebnisse der ersten beiden Wettkampftage, so dass nur Christian Höck mit 74,3 Ringen im Schnitt der sieben Begegnungen die Erwartungen erfüllte.
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„Die schießen alle so, wie wir es brauchen“, freute sich Klaus Schwarz, der mit den Feuchter Bogenschützen fünf der sieben Begegnungen gewann und von den Niederlagen der Konkurrenten im Kampf um die ersten vier Tabellenplätze profitierte. „Sich vom Mittelfeld absetzen“, war das erklärte Ziel von Schwarz und sein junges Team legte zunächst eine eindrucksvolle Siegesserie hin. Nach dem Einschießen entschloss sich Schwarz zu einer Änderung der Mannschaftsaufstellung. Nachwuchstalent Andreas Kohl kam zu seinem Erstligadebüt und überzeugte mit 74,1 Ringen im Schnitt. Gemeinsam mit Christian Weiss und Eva Müller steigerte sich Kohl im Spitzenmatch gegen Tacherting zur Tagesbestleistung und Feucht verkürzte mit 231:229 Ringen den Abstand zum Tabellenführer auf drei Punkte. „Danach hatten wir unser Pulver verschossen“, meinte Klaus Schwarz nach den anschließenden Niederlagen gegen Welzheim und Dörsdorf, „aber auf alle Fälle war das heute ein Schritt in die richtige Richtung.“ Mit 77,1 Ringen im Schnitt hatte Christian Weiss den größten Anteil daran, dass die Feuchter Bogenschützen Gewinner des dritten Wettkampftages waren.
Mit 77,7 Ringen im Schnitt ist Daniel Hartmann nach drei Wettkamptagen der beste Einzelschütze in der Südliga. In allen 21 Begegnungen dabei, bildet der 20-jährige zusammen mit den erfahrenen Veronika Haidn-Tchalova und Armin Garnreiter eine kompakte Mannschaft, die den dritten Titelgewinn in der Südliga fest im Visier hat. Doch das Ziel, den Acht-Punkte-Vorsprung nach dem zweiten Wettkampftag auf die Verfolger weiter auszubauen, gelang in Kempten nicht. Ungewohnte Schwächen zeigte auf der ersten Position Armin Garnreiter, dessen Patzer zu einem unerwarteten Punktverlust gegen Ebersberg (221:221) führte. Anschließend unterlagen die Bayern gegen Kempten mit 221:222 und jetzt reagierte Armin Garnreiter. Der erfahrene 49-jährige wechselte mit Veronika Haidn-Tchalova die Position und brachte damit wieder Ruhe ins Team. Gegen Oberkotzau gelang eine deutliche Steigerung (229:225), doch die reichte gegen die motivierten Feuchter in der fünften Begegnung nicht. Trotz optimaler 80 Ringe von Daniel Hartmann gegen seine ehemaligen Teamkameraden ging das Match mit 229:231 Ringen verloren. Eine Acht von Armin Garnreiter besiegelte die zweite Niederlage der Tachertinger. Doch die beiden Niederlagen von Feucht in der Schlussphase und die Siege über Dörsdorf und Welzheim sicherten die Spitzenposition für Tacherting und einen beruhigenden Sieben-Punkte-Vorsprung vor dem letzten Wettkampftag in Ebersberg. Mit 76,9 und 76,8 Ringen im Schnitt waren Daniel Hartmann und Veronika Haidn-Tchalova die Garanten der Tachertinger Spitzenposition, während Armin Garnreiter mit 73,9 Ringen nicht an seine bisherigen Ergebnisse anknüpfen konnte.
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Turbulend ging es in der Welzheimer Mannschaft zu, die bei den spärlichen Lichtverhältnissen in Kempten zunächst nicht die gewohnten Leistungen erreichte und erstmals um den Einzug ins Finale zittern muss. Mit nur vier Siegen konnte sich Teamchefin Sandra Sachse mit ihren Schützlingen nicht absetzen. Der siebenfache Meister im Süden hat vor dem letzten Wettkampftag nur zwei Punkte Vorsprung auf die fünftplatzierten Dörsdorfer. Die Welzheimer begannen zunächst mit Simeon Schaaf auf Position zwei, doch der 16-jährige zeigte Nerven und wurde nach 70 und 68 Ringen gegen Anja Hitzler ausgewechselt. Die 24-jährige stabilisierte die Mannschaft, in der der Luxemburger Jeff Henckels mit 77,4 Ringen im Schnitt der beste Einzelschütze des dritten Wettkampftages war. Mit 79 von 80 möglichen Ringen begann Camilo Mayr stark gegen Ebersberg (225:217), doch danach schlichen sich bei dem 15-jährigen einige Patzer ein und blieb mit 74,1 Ringen unter seiner guten Durchschnittsleistung des zweiten Wettkampftages.
Vom fünften auf den vierten Tabellenplatz verbesserte sich mit vier Siegen der ATSV Oberkotzau und hat gute Chancen, das Bundesligafinale in eigener Halle zu erreichen. „Wir werden das Kind schon schaukeln“, ist Trainer Stefan Kaufmann zuversichtlich, „die anderen kochen auch nur mit Wasser.“ Mit Claudia Wohlleben (75,0), Andreas Erdmann (75,0) und Frank Fischer (75,1) präsentierten sich die Oberpfälzer in Kempten bemerkenswert ausgeglichen. Das Trio aus Oberkotzau zeigte seine beste Teamleistung beim 231:227 Sieg über Welzheim, doch danach erfüllten sich die Hoffnungen von Stefan Kaufmann nicht. „Nach der Pause gilts“, hatte der Trainer gefordert, doch die 225:229 Niederlage gegen Boxdorf verhinderte den Sprung auf den zweiten Tabellenplatz.
Im Vorjahr verdrängte der SV Dörsdorf den ATSV Oberkotzau am letzten Wettkampftag vom vierten Tabellenplatz. „Lassen wir mal das die Jungen machen“, zufrieden wirkte Mannschaftsführer Axel Ewen nach dem Auftaktsieg über Kempten (224.219), „jetzt sind wir im Soll.“ Doch die Zuversicht von Ewen wich, als sich die Talfahrt mit vier Niederlagen abzeichnete. Zwei Tage nach seinem 31. Geburtstag erfüllte auf Position ein Karsten Latz mit 74,9 Ringen die Erwartungen von Axel Ewen, doch ausgerechnet Leistungsträger Bastian Neusius blieb mit 75,5 Ringen deutlich unter seinen bisherigen Ergebnissen, Auch der Luxemburger Gilles Decker fiel gegenüber den ersten beiden Wettkampftagen deutlich ab und so fielen die Saarländer vom dritten auf den fünften Tabellenplatz zurück.
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Wieder hoffen können die beiden Aufsteiger aus Ebersberg und Boxdorf, die zum Tabellensechsten Kempten aufschließen konnten. Mit vier Siegen überraschten die Boxdorfer und beeindruckten mit einer unerwarteten Erfolgsserie nach der Pause. Höhepunkt für die Boxdorfer war der abschließende 230:219 Sieg über Mitaufsteiger Ebersberg. Simon Nesemann (78), Christian Mahlein (77) und Oskar Seel (75) zeigten die Form, mit dem die Boxdorfer den erneuten Abstieg in die zweite Liga noch verhindern können. Den stärksten Eindruck in allen sieben Begegnungen hinterließ der 16-jährige Simon Nesemann mit 77,0 Ringen im Schnitt.
Frank Boretzky (74,3), Ingo Nibbe (73,4) und Ricardo Weigel (74,0) schießen auf einem ausgeglichenen Leistungsniveau, doch für die Ebersberger Aufsteiger reichte es nur zu drei Pluspunkten und der erhoffte Sprung auf einen Nichtabstiegsplatz gelang nicht. Dem überraschenden Remis gegen Tacherting folgte nur noch ein erfolgreiches Match gegen die Gastgeber. Beim 227:210 über Kempten zeigten Boretzky (78), Nibbe (74) und Weigel (75) ihre beste Saisonleistung.