Als nichts mehr geht, beginnt der Abstiegskampf
Erster Wettkampftag in der Luftpistolen-Bundesliga Nord in Bassum und SchleswigAusschnitte aus meinem Bericht für die Deutsche Schützenzeitung
Enttäuschte Gastgeber gab es zum Auftakt der zehnten Bundesligasaison bei den Luftpistolenschützen in Bassum und Schleswig. Die Teams vom SV Bassum und SpS Fahrdorf kassierten Heimniederlagen und stehen nach dem ersten Wettkampftag als einzige Teams im Norden sieglos am Tabellenende. Dagegen glückte der Braunschweiger SG ein optimaler Saisonstart und der Vorjahressieger übernahm sofort die Favoritenrolle, um sich zum viertenmal seit 2001 in der Nordliga durchzusetzen. Ebenfalls mit zwei Siegen startete das Team von Bremen-Bassum und visiert nach dem Aufstieg 2003 zum drittenmal in Folge die Teilnahme am Bundesligafinale an. Überraschend stark präsentierte sich die Aufsteiger aus Broistedt und Dasbach, die jeweils einen Sieg landeten und nach dem Auftaktwochenende mit den Rängen drei und vier auf Finalkurs sind.
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Vor knapp einhundert Zuschauern im vereinseigenen Schützenhaus ging der Saisonstart für den SV Bassum kräftig daneben. „Da geht nichts mehr", seufzte Trainer Jens Voss, als Bassum´s Spitzenschütze Christian Brandt die dritte schwache 91er Serie in Folge schoss. Nach der 1:4 Pleite gegen Dasbach und der 2:3 Auftaktniederlage gegen Kriftel hatten die Niedersachsen das Duell „Stadt Bassum gegen Hessen" ohne Punktgewinn verloren. „Damit geht der Abstiegskampf los", zog Trainer Voss seit Fazit für den Vorjahresvierten, der seit 1998 der Bundesliga angehört und viermal das Finale erreichte. „Auf mindestens einen Sieg haben wir gehofft." Schwächen offenbarten die Bassumer nicht nur auf Position eins durch Christian Brandt, der mit 363 und 365 Ringen weit unter seiner Vorjahresleistung mit 375 Ringen im Schnitt blieb. Entscheidend wirkte sich aus, dass Nina Recker auf Position drei durch eine Schulterverletzung nicht eingesetzt werden konnte. |
Ersatzmann Michael Buldtmann hielt zwar mit 367 Ringen gegen Christian Reitz aus Kriftel (370) mit, doch gegen den Dasbacher Andreas Rink erreichte der 27-jährige mit 351 Ringen nicht das geforderte Bundesliganiveau. In dem 600 Mitglieder zählenden Verein erfüllte nur Thomas Hoppe das geforderte Erstligaleistungsvermögen. Mit 377:364 Ringen gegen Ferenc Kantor aus Kriftel und 375:367 Ringen gegen den Dasbacher Litterscheid holte der 27-jährige zwei der drei Einzelpunkte für Bassum.
Während die Bassumer mit ihren schwachen Leistungen haderten, wirkten die hessischen Gäste aus dem Taunus mehr als zufrieden. „Mein Wunsch ist in Erfüllung gegangen", meinte Dasbach´s Vereinschef Erich Georg, „ein Sieg war eingeplant, doch wir können noch mehr." Der Idsteiner Vorortsverein ließ den Bassumer Gastgebern in keiner Phase der Begegnung eine Siegchance. Vier Jahre nach dem Abstieg kehrten die Dasbacher Falken mit neuem Schwung in die erste Liga zurück. Es sollte nicht mehr die einstige „Rentnerband" aus dem Taunus sein, die nach dem ersten Aufstieg im Jahr 2000 immer gegen den Abstieg kämpfte. „Wir haben das Team in der Regionalliga verjüngt und haben die Mannschaft nach dem Aufstieg nicht verändert."
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Doch war es wieder die älteren Falken, die für Dasbach die Akzente setzten. Dem 53-jährigen Erwin Schmidt gelang beim 379:376 Sieg über den Bremer Günter Hettig seine beste Bundesligaleistung, obwohl er in der dritten Zehnschuss-Serie nur 90 Ringe traf. „In dieser Phase wollte ich es erzwingen", so der Dasbacher, dem anschließend 97 Ringe mit den letzten zehn Schüssen gelangen, „am Ende habe ich so gekämpft, dass ich gar nicht gemerkt habe, dass ich gewonnen habe." Beim 2:3 gegen Bremen-Bassum holte Hans-Peter Gugger mit 378:367 Ringen gegen Albert Grieskamp den zweiten Dasbacher Punkt. Der 57-jährige schießt seit 15 Jahren für die Falken und stand im zweiten Match gegen den Bassumer Henry Burdorf wieder im Blickpunkt. Die beiden gleichaltrigen Senioren hatten sich zuletzt auf dem Siegerpodest bei den Deutschen Meisterschaften getroffen, als Gugger den Titel gewann und Burdorf Dritter wurde. Das Duell der beiden Senioren begann mit leichten Vorteilen für Henry Burdorf, der neben Thomas Hoppe eine Führung in der Begegnung gegen Dasbach für Bassum herausschießen konnte. Doch nach zwanzig Schüssen hatte Hans-Peter Gugger mit einer stetigen Steigerung das Match gedreht und sicherte mit 374:365 Ringen das 2:1 für Dasbach. Nach 35 Minuten hatte Thomas Hoppe die Gastgeber in Führung gebracht. Danach hatte Erwin Schmidt gegen Peter Benne das bessere Stehvermögen und glich für Dasbach mit 374:371 Ringen aus. Schon nach 25 Minuten hatte sich der klare Erfolg für die Hessen abgezeichnet, den der eingewechselte Thomas Rink gegen den schwachen Buldtmann und Halil Karaca auf Position eins gegen Christian Brandt abrundeten. Beim 2:3 gegen Bremen-Bassum waren die Dasbacher auf den Spitzenpositionen mit Halil Karaca gegen Mikhail Nestruejev (367:381) und Heiko Litterscheid gegen Artur Gevorgian (368:386) chancenlos und auf Position eins gab es eine herbe Enttäuschung durch Jens Block. Der 33-jährige verlor mit 358:372 Ringen gegen Sascha Sandmann. „Nach seinen guten Trainingsleistungen war das enttäuschend", stellte Erich Georg fest und wechselte gegen Bassum den erfahrenen Andreas Rink ein. „Gegen einen so starken Gegner wie Bremen-Bassum haben wir uns aber gut aus der Affäre gezogen", zog der Dasbacher Vereinschef sein Fazit.
Nach dem Aufstieg 2005 schaffte der SV Kriftel über die Relegation knapp den Klassenerhalt im Norden. Mit dem 3:2 Sieg über Bassum gelang den Hessen ein unerwarteter Auftakt: „Es war unser zweitschlechtestes Bundesligaergebnis", haderte Trainer Detlef Glenz mit den Leistungen seiner Schützlinge, „doch auf diesem niedrigen Niveau haben wir gewonnen. Im Vorjahr waren wir meist besser und haben immer knapp verloren."
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Gegen Bassum zeigte bei den Taunusstädtern nur Thomas van der Burg Bundesligareife bei seinem 376:373 Sieg über den Holländer Peter Benne. Die zwei weiteren Punktgewinne fielen durch Klaus Tamm (366:365 gegen Christian Brandt) und Christian Reitz (370:367 gegen Michael Buldtmann) sehr glücklich aus. Besonderes Lob verdiente sich im Krifteler Team Christian Reitz, der nach seiner erfolgreichen Bundesligapremiere auf Position fünf gegen Bremen-Bassum erheblich steigerte. Nach nur 35 Minuten hatte der Schnellfeuerspezialist mit 381:365 Ringen gegen Sven Freier das 1:0 für Kriftel besorgt. „Er kann alles und hat sich heute durchgesetzt. Intern ist er unsere Nummer eins", so Detlef Glenz über den 19-jährigen Neuzugang aus Löbau. Die schnelle Schießweise von Reitz schien seine Teamkameraden zu beflügeln und nach 20 Minuten führte Kriftel mit 3:2 gegen Bremen-Bassum. Auf Position eins wurde bei den Bremern erstmals der vom Regionalligisten gekommene Pierre Michel eingesetzt, doch der 34-jährige konnte das 0:2 gegen den überlegenen Krifteler Ferenc Kantor nicht verhindern.
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Die Wende in der Begegnung brachten für Bremen-Bassum Mikhail Nestruejev und Artur Gevorian. Der 37-jährige Russe verkürzte mit 381:372 Ringen gegen den in der Schlussphase schwächer werdenden Oliver Borgmann. Den Ausgleich erkämpfte Artur Gevorgian mit einer starken Schlussphase gegen Thomas van der Burg. Gegen seinen 14 Jahre jüngeren Gegner lag der 40-jährige Gevorgian zunächst mit drei Ringen in Rückstand. In der zweiten Hälfte des Wettkampfes häuften sich bei dem Krifteler die Achter und Gevorgian nutzte seine Chance. Gegen den am Ende resignierenden Thomas van der Burg glich Gevorgian mit 381:372 Ringen aus. Das 3:2 für Bremen-Bassum schien nur eine Formsache, denn Günter Hettig beherrschte auf Position vier das Match gegen Dirk Heinen eindeutig. Doch dem 53-jährigen war ein „Luftschuss" unterlaufen, der zunächst nicht erkannt worden war und zu einem Standwechsel des Bassumers führte. |
| Doch Kriftel´s Trainer Detlef Glenz
legte Protest ein und so entbrannte am Ende eine heftige Diskussion
zwischen Aktiven und Funktionären. Hettig hatte mit 370:361 Ringen klar
gewonnen, doch mit dem Protest wurde eine „salomonisches"
Vereinbarung getroffen und der letzte Schuss mit einer Neuner-Wertung vom
Ergebnis abgezogen. Damit stand es 361:361 und es wurde ein Shoot-Off um
den Sieg erforderlich. Alles andere als glücklich war darüber der
Krifteler Dirk Heinen. „Das war´s für mich", nach seiner
schwachen Leistung will der 22-jährige Schnellfeuerspezialist nicht mehr
im Bundesligateam antreten. Der sichtlich genervte Günter Hettig
meisterte die turbulente Schlussphase besser als sein Gegner und gewann
mit 10:8 im ersten Stechschuss den dritten Punkt für Bremen-Bassum. Trotz
der Niederlage war Detlef Glenz mit dem Auftritt seiner Krifteler
Mannschaft zufrieden: „Wir uns gut geschlagen und gezeigt, dass wir dazu
gehören. Gegen Bremen-Bassum ist uns am Ende die Luft ausgegangen."
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Wie die 48er aus Bassum legten die Fahrdorfer Sportschützen mit 1:4 Niederlagen gegen Broistedt und Braunschweig in der Schleswiger Kreissporthalle Eisteich einen Fehlstart hin. Seit dem Aufstieg im Jahr 2003 konnten die Norddeutschen problemlos die erste Liga im Norden erhalten, doch beim Start in die vierte Bundesligasaison wurden die Siegchancen in der Auftaktbegegnung gegen Broistedt durch knappe Niederlagen auf vier Positionen vergeben. Der Schwede Anders Bonander war im Spitzenduell gegen Broistedts Hans-Jörg Meyer mit 378:379 Ringen ebenso unglücklich gescheitert, wie Jochen Siemers auf Position vier gegen Florian Ullrich (367:368) und Konstantin Naumow, der auf Position fünf gegen Meik Kutzeck nach 372:372 das Shoot-Off mit 9:10 verlor. So reichte es trotz glänzender Stimmung in der vollbesetzten Eisteich-Sporthalle nur zu einem Punkt durch Erich Moll, der auf Position zwei mit 373:364 Ringen gegen Martin Raabe gewann. Gegen die Favoriten aus Braunschweig hatten die Fahrdorfer keine Siegchance. Es reichte nur zu einem Punkt auf Position eins durch Anders Bonander, der sich mit 381:378 Ringen gegen Frank Seeger durchsetzte. Die Braunschweiger Gäste steckten das Fehlen ihrer russischen Nummer eins Vladimir Isakov problemlos weg. In bestechender Form schoss Marco Hanse, der auf Position fünf mit 381:373 Ringen gegen den Fahrdorfer Bernd Görges gewann. Im Vorjahr nur einmal im Team hatte der 28-jährige Hanse zuvor den Berliner Holger Buchmann mit 379:374 Ringen geschlagen und damit die glänzende Braunschweiger Vorstellung in Schleswig abgerundet. Gegenüber dem Vorjahr stark verbessert zeigte sich auch Maren Johann. Die 26-jährige besiegte zunächst den Berliner Torsten Rexin (380:375) und danach den Fahrdorfer Konstanin Naumow (377:371). Optimal punktete für Braunschweig auch Valerij Samojlenko, der auf Position zwei gegen den Berliner Torsten Dworzak (381:372) und Erich Moll aus Fahrdorf mit 379:373 Ringen gewann.
Nach dem 4:1 Auftaktsieg über die Fahrdorfer Gastgeber wurden die Broistedter Aufsteiger im zweiten Match von Olympia Berlin mit 2:3 gestoppt. Die Berliner hatten zunächst beim 1:4 gegen Braunschweig enttäuscht, doch einen Tag später waren die „Adlershofer Füchse" nicht mehr wieder zu erkennen. Ohne ihre Nummer eins Martin Tenk angetreten zeigte Uwe Potteck eine starke Leistung gegen Hans-Jörg Meyer und gewann mit 380:379 Ringen das wichtige Spitzenduell. Neben dem 51-jährigen ehemaligen Nationalschützen steigerten sich alle Berliner gegen Broistedt deutlich. Zwar unterlag Torsten Dworzak mit 381:383 Ringen gegen Martin Raabe, doch die glänzenden Ergebnisse von Stefanie Thurmann (380:373 gegen Martin Flury) und Torsten Rexin (378:368 gegen Florian Ullrich) wurden belohnt.