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Überraschungen durch Selbstbewußtsein und freie Köpfe

Deutsche Meisterschaften im Hallenbogenschießen in Bad Blankenburg

Ausschnitte aus meinem Bericht für die Deutsche Schützenzeitung

Eine Vielzahl von Überraschungen gab es bei den Deutschen Meisterschaften im Hallenbogenschießen vom 10. bis 12. März 2006 im thüringischen Bad Blankenburg. In der Landessporthalle „Gutsmuths" gingen in drei Disziplinen insgesamt 538 Aktive an den Start, von denen sich bei dem 60-Schuss-Wettbewerben auf 18 Meter Entfernungen kaum einer der Favoriten durchsetzte. Zum zweitenmal war Bad Blankenburg Austragungsort der Hallentitelkämpfe und erstmals war der 1990 gegründete SV Stahl Unterwellenborn (ehemals BSG Stahl Maxhütte) Veranstalter. Die Gastgeber boten neben zahlreichen Helfern auch eine Reihe leistungsstarker Akteure auf, die sich im Kampf um die Medaillen durchsetzten. Im Verlauf der dreitägigen Titelkämpfe gehörte der neue Deutsche Rekord von Andrea Weihe vom Gastgeberverein zu den Höhepunkten. Daneben wurden weitere vier neue Deutsche Rekorde im Jugendbereich aufgestellt. Für Stimmung auf den gut besetzten Zuschauerrängen sorgte Moderator Siegfried Janson und so schwappte bei den Finals immer wieder die „Welle" durch die Gutsmuths-Halle.

Jürgen Seibold: Ich habe den Kopf frei gehabt

Im Vorkampf der Männer lief alles auf eine sichere Titelverteidigung von Sebastian Rohrberg hinaus. Zwei Tage vor dem Abflug zu den Europameisterschaften in Jaen (Spanien) zeigte sich der 27-jährige in blendender Schießlaune. Tags zuvor war der Niedersachse sogar mit dem Compoundbogen gestartet und hatte mit 569 Ringen auf Rang 22 eine bemerkenswerte Leistung geboten. Einen Tag später schoss der Nationalschütze mit 583 von 600 möglichen Ringen die beste Vorkampfleistung, doch in der ersten Finalrunde kam völlig überraschend das Aus für den Vorjahresmeister. „Ich war mit den Gedanken wohl schon in Spanien", meinte er nach seiner 173:174 Niederlage gegen Frank Fischer, „manchmal verlässt einen auch das Glück." Bundestrainer Martin Frederick nahm das Ausscheiden seines besten Nationalschützen locker: „Seine Ziele liegen im Jahr 2007, da wird sich Rohrberg voll auf das Fitaschießen konzentrieren, dann gibt es keine Experimente mehr." Fischer hatte die Finalrunde über ein Shoot-Off gegen zwei Konkurrenten als 16. glücklich erreicht und von da an lief es für den Bundesligaschützen vom ATSV Oberkotzau. In der nächsten Runde warf Fischer den Hanauer Christian Beck (114:112) aus dem Rennen und wurde erst im Shoot-Off im Halbfinale durch Robert Blum gestoppt. Nach 115:115 Remis behielt der Schlußschütze vom Bundesligisten FSG Tacherting mit 10:9 das bessere Ende für sich und zog zum zweitenmal seit 2004 ins Goldfinale ein. Auf seinem Weg ins Finale hatte Robert Blum zunächst den frischgebackenen Nationalschütze Peter Sach (173:165) sicher besiegt und warf danach Maik Herrmann (116:115) aus dem Rennen.

Lange Zeit hatte Jürgen Seibold den Vorkampf der Herren angeführt und der 38-jährige überraschte hinter Sebastian Rohrberg nach 60 Pfeilen als Zweiter. „Mein Ziel waren 290 Ringe in einer 30-Pfeile Runde und das Erreichen der Finalrunde." Der Oberpfälzer vom BS Neumarkt schaffte zweimal die 290-Ringe Marke und ließ sich auch in der Finalrunde nicht beeindrucken. Nach 172:170 über Hubert Schulze folgten die Siege gegen den Berliner Thomas Zeh (112:102) und den Sinsheimer Tobias Littig (117:113).

„Das ich das Finale erreicht hatte, habe ich gar nicht registriert", so Seibold, der erst vor fünf Jahren mit dem Bogenschießen als Ausgleich zu seinem Beruf begonnen hatte. Vor seiner Teilnahme in Bad Blankenburg hatte er mit Unterstützung seines Trainers Heinz Lorenz einen vierten Rang bei den bayrischen Meisterschaften als größten Erfolg gefeiert. Völlig unbeeindruckt eröffnete Jürgen Seibold das Goldfinale gegen Robert Blum mit einer 29er Passé und führte schnell mit drei Ringen, die er bis zum 116:113 Sieg ins Ziel brachte. „Ich habe den Kopf frei gehabt", beschrieb er anschließend das Geheimnis seines Erfolges. Zwei Jahre nach seinem Sieg bei den Titelkämpfen in Hanau verdiente sich Robert Blum als Vizemeister das Lob des Bundestrainers. „Er hat bei den Junioren einiges bewegt. Jetzt schießt der wieder in der Rangliste mit, das ist sehr erfreulich", so Martin Frederick über den ehemaligen C-Kaderschützen und Mitglied des Weltmeisterteams des Jahres 2000 im Juniorenbereich.

Jutta Pollmann: Selbstbewusst durch die Bundesliga

Schon im Halbfinale der Frauen konnten sich alle vier Schützinnen als Sieger fühlen. Alt-Bundestrainer Franz Baum traute ebenso wie Viktor Bachmann seinen Augen nicht, als im Finale zwei ehemalige Nationalschützinnen auftauchten, die vor mehr als zehn Jahren ihre Karrierehöhepunkte hatten. Begeisterten Beifall erhielt Sandra Huber (ehem. Schmid) für das Erreichen der Runde der letzten vier, ebenso wie Claudia Wohlleben (ehem. Reichel). Dazu gesellte sich mit Jutta Pollmann die Freundin von Feldbogenspezialist Roland Pepperl, dem die Begeisterung ins Gesicht geschrieben stand. Der BSC Sherwood Herne gilt als Hochburg des Compoundbogenschießens, doch mit dem Aufstieg in die erste Bundesliga rückt bei den Westfalen der olympische Recurvebogen immer mehr in den Blickpunkt. „Ich bin ein Kind der Bundesliga", so Jutta Pollmann über ihre erhebliche Leistungssteigerungen in den letzten Monaten, „außerdem muss ich nach den Niederlagen der Compounder die blauen Farben hochhalten." Das Quartett des Finales rundete eine strahlende Wiebke Nulle ab, die sich nach überstandener Schulterverletzung wieder richtig wohl fühlt: „Ich achte jetzt mehr auf meine Körper. Früher war der Trainingsplan für mich alles und ich habe auch unter Schmerzen geschossen", so die 25-jährige, deren Ziele auf die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2008 in Peking ausgerichtet sind. „Bei der Bundeswehr hilft mir auch das gemeinsame Training mit Karina Winter."

Von dem Quartett hatte Claudia Wohlleben die ersten Überraschungen in der Finalrunde geschafft. Von Rang acht des Vorkampfes startete die Bundesligaschützin des ATSV Oberkotzau mit 170:168 Ringen gegen Sylvia Frank und traf danach auf die Vorkampferste Anja Hitzler. Die Welzheimerin galt als Favoritin auf den Titelgewinn, doch im Viertelfinale hielt Claudia Wohlleben dagegen. Nach 114:114 Remis lieferten sich beide Konkurrentinnen ein spannendes Shoot-Off, das erst im dritten Stechschuss mit 10:9 entschieden wurde. Jutta Pollmann hatte als Elfte die Finalrunde erreicht und setzte sich in der ersten Runde gegen die erfahrene Jutta Schneider-Borns mit 166:162 Ringen durch. Die sichtliche Begeisterung über die eigene Leistung verlieh der Westfälin Flügel und gegen Deborah Rieger erkämpfte sich ein 112:112 Remis und gewann im Shoot-Off mit 10:9. Nur knappe Siege gelangen Wiebke Nulle auf dem Weg ins Halbfinale und oftmals nutzte sie die Schießzeit bis zur letzten Sekunde aus. „Ich habe zuviel abgesetzt, mit meiner Arbeitsweise war ich da nicht zufrieden."

In der Runde der letzten Vier war Wiebke Nulle dann nicht mehr zu stoppen. Mit 115:111 stoppte sie den Höhenflug von Claudia Wohlleben und danach ließ sie im Finale Jutta Pollmann mit 117:111 Ringen keine Chance. Den Vizemeistertitel feierte die 29-jährige aber wie einen Sieg. „Plötzlich lief es einfach, ich hatte soviel Selbstvertrauen", beschrieb sie ihre Siegesserie, die mit dem Halbfinalsieg gegen Sandra Huber (110:107) ihren Höhepunkt hatte. Sandra Huber holte sich im kleinen Finale gegen Claudia Wohlleben mit 115:113 Ringen die Bronzemedaille und verriet anschließend ihr kleines Geheimnis. „Wir sind beide ziemlich geschafft", nach elf Jahren ein starkes Comeback auf nationaler Ebene wird sie im nächsten Jahr wieder fehlen, denn sie erwartet ihr zweites Kind. Beeindruckt zeigte sich ihr ehemaliger Trainer Viktor Bachmann: „Sie stand im Jahr 1994 zuletzt im Nationalteam. Die Technik ist immer noch da."

Markus Groß: Jetzt geht´s richtig los

Als sich Markus Groß und Robert Abstreiter im Compoundbogenfinale der Herren gegenüberstanden, hätte der Weg dort hin unterschiedlicher nicht sein können. Robert Abstreiter, Juniorenmeister 2004, hatte den 60-Pfeile-Vorkampf mit 585 Ringen klar gewonnen und der 21-jährige Bayer stand in der Finalrunde im Blickpunkt. Der zehn Jahre ältere Markus Groß hatte das Finale der besten 16 nur als 14. knapp erreicht und ging als Außenseiter ins Achtelfinale gegen den Berliner Rainer Voss, der die drittbeste Vorkampfleistung geschossen hatte.

„In der Finalrunde habe ich mich stetig gesteigert", so Markus Groß, „die Nerven sind angespannter und man konzentriert sich auf die wesentlichen Dinge. Die Schüsse waren nicht optimal, aber alles andere ist gut gelaufen." In der ersten Runde besiegte Groß den Berliner Voss mit 172:171 und danach Titelverteidiger Lars Klingner mit 116:113 Ringen. „Das war die Revanche für meine Fita-Niederlage im Vorjahr in Hamburg", freute sich Groß. „Schön schießen klappt halt nicht immer. Mein Ziel ist die EM in Athen, dafür ist das Hallenschießen für mich Training und mit dem Einzug ins Viertelfinale bin ich zufrieden", erklärte der Vorjahresmeister nach seinem Aus. Robert Abstreiter hatte in der ersten Runde gegen den Rosenheimer Hans-Jürgen Mayer mit 177:173 Ringen keine Probleme, doch danach wartete mit André Grawinkel der Meister des Jahres 2001.

Grawinkel hatte zusammen mit Axel Langweige und Hermann Rübbelke den Mannschaftstitel zum fünftenmal in Folge für Sherwood Herne gewonnen und gegen Ulrich Gobel aus Seesen einen überzeugenden Finalstart mit 176:171 Ringen. Im Viertelfinale lagen Grawinkel und Abstreiter stets gleichauf und nur einmal gelang dem Herner mit dem neunten Pfeil ein kleiner Vorsprung. Mit dem letzten Pfeil glich Abstreiter im Zwölf-Pfeile-Viertelfinale wieder aus und beide Kontrahenden mussten ins Shoot-Off, das der Bayer im dritten Schuss mit 10:9 gewann.

 

Spannung pur herrschte danach im Halbfinale, denn beide Paarungen wurden im Shoot-Off entschieden. Robert Abstreiter führte nach optimalen Beginn gegen den Lauterbacher Michael Döppler mit 60:57, doch eine Neunerserie des Altdorfers nutzte der Hesse zum 114:114 Ausgleich. Das Shoot-Off gewann Abstreiter dann mit 10:9. Ebenso setzte sich Markus Groß gegen Thomas Hasenfuß durch. Nach 115:115 Remis behielt der Bankkaufmann aus Berlin-Steglitz gegen den Fita-Meister des Jahres 2004 aus Sachsen-Anhalt mit 10:9 die Oberhand. Seine Klasse zeigte Hasenfuß anschließend im kleinen Finale mit glänzenden 117 Ringen gegen Döppler (113).

Das Goldfinale bestimmte Markus Groß vom ersten Schuss an. „Zehn ist Zehn", erzählte er anschließend über seinen optimalen Beginn zur klaren 60:56 Führung. „Ich war sehr aufgeregt, doch es lief optimal." Chancenlos musste Robert Abstreiter die scheinbar traumhafte Sicherheit seines Gegners akzeptieren, doch plötzlich setzte Groß im vorletzten Schuss ab. „Ich habe die falsche Scheibe im Visier gehabt, da war die Konzentration weg. Den Schuss hab ich nur noch rausgedrückt, da hatte die Sicherheit Vorrang." Die Acht rettete Markus Groß den Titelgewinn und bescherte dem Berliner, der erst seit drei Jahren für Stahl Unterwellenborn schießt, ein optimales Comeback im Compoundbereich. „Jetzt geht´s richtig los", strahlte der Bankkaufmann, der durch seine Ausbildung zum Diplom-Betriebswirt eine zweijährige Pause im sportlichen Bereich gemacht hatte. Mit dem Compoundbogen hatte der ehemalige DDR-Jugendmeister vor zehn Jahren seine ersten Erfolge. Der Vize-Europameister von 1996 stand bis 2004 ununterbrochen im Nationalteam und trainiert in Berlin bei Bundestrainer Martin Frederick. „Zur Zeit erstellen wir einen Trainingsplan, bei dem die Weltmeisterschaften 2007 in Leipzig das Ziel sind."

Ein genialer Griff für Heike Ehrlich

Die Damenentscheidung der Compoundbogenschützen hatte nach dem Vorkampf schon seinen ersten Höhepunkt. Andrea Weihe vom gastgebenden SV Stahl Unterwellenborn hatte mit 583 von 600 möglichen Ringen einen neuen Deutschen Rekord aufgestellt und die alte Bestmarke um zwei Ringe verbessert. „Das war der Heimvorteil", lachte die zierliche 30-jährige aus Saalfeld, die seit 2002 dem Nationalteam angehört, „es war ein gutes Gefühl und alles hat gepaßt." Nicht gepasst hat es bei Friederike Rathmann vom PSV Reutlingen. Die Titelveteidigerin schied als 25. mit nur 550 Ringen chancenlos im Vorkampf aus.

Hinter Andrea Weihe wurde das Geschehen erwartungsgemäß von den Frauen des Hamburger Feldbogenclubs bestimmt, die mit Martina Schacht, Angelika Karl und Andrea Holdorf den Mannschaftstitel erfolgreich verteidigten und zum viertenmal in sechs Jahren gewannen. Zu den positiven Überraschungen des Vorkampfes zählte das Team des SV Böddiger um Dorith Landesfeind. Die Meisterin des Jahres 2002 schoss sich zusammen mit Tochter Caroline und Anja Baumgarten auf den zweiten Rang vor den Freiburgerinnen, die in den Jahren 2003 und 2004 den Mannschaftswettbewerb gewonnen hatten.

In der Finalrunde stand Andrea Weihe mit ihrem 174:171 Auftaktsieg über die Hamburgerin Andrea Holdorf zunächst im Blickpunkt, doch schon machte Heike Ehrlich auf sich aufmerksam. Die 39-jährige Frankfurter Bankkauffrau vom BSC Rüsselsheim hat ihre Schulterverletzung überwunden und knüpft nahtlos an die Form an, mit der sie im Jahr 2003 überraschend erstmals den Hallentitel gewonnen hatte. Mit 569 Vorkampfringen erzielte Heike Ehrlich ihre beste Leistung bei Deutschen Meisterschaften und ging als Sechste in die Finalrunde. Die Freiburgerin Christina Knöbel geriet schnell in Rückstand und musste sich Heike Ehrlich klar mit 166:172 Ringen geschlagen geben. Im Viertelfinale erwarteten die Anhänger der Rüsselsheimerin das Aus gegen Martina Schacht. Viermal hatte die Hamburgerin seit 1999 den Hallentitel gewonnen und die Favoritin begann gegen Heike Ehrlich mit drei Zehner optimal. „Martina,...die schlag´ ich mal", hatte sich dagegen Heike Ehrlich vorgenommen und die BSC-Schützin konterte in der dritten Passé. Eine leichte Schwäche von Martina Schacht nutzte Heike Ehrlich zur 87:85 Führung und mit dem letzten Pfeil schaffte sie die Überraschung zum 115:114. Für Andrea Weihe lief es im Viertelfinale weiter optimal. Gegen eine stark kämpfende Hamburgerin Angelika Karl, die bis zum 88:88 mithielt, setzte sie sich mit 117:115 Ringen durch.

Im Halbfinale zeichnete sich der Überraschungssieg von Heike Ehrlich ab, nachdem die Feldbogenspezialistin mit 116:109 gegen Melanie Mikala gewonnen hatte. „Seit September 2005 habe ich meinen neuen Matthews-Bogen", erzählte sie später über das Geheimnis ihres Erfolges, „dessen Griffstück kommt mir entgegen, das ist genial. Außerdem habe ich gelernt, meine Rückenmuskulatur zu stärken. Der Bogen und ich waren heute super." Dieser Leistungssteigerung von Heike Ehrlich musste Andrea Weihe Tribut zollen. Nach dem 112:110 Halbfinalsieg über Petra Urbahn vom BSC Oberhausen war die Thüringerin im Finale chancenlos.

Heike Ehrlich führte nach sechs Pfeilen schon mit 59:56 und brachte ihren Sieg mit 116:114 ins Ziel. Nach dem Finale formulierten beide Konkurrentinnen ihre Ziele für die Sommersaison unterschiedlich. „Die Halle ist für mich Trainingsphase und ab April beginnt die Vorbereitung auf die Fita-Europameisterschaften in Athen", so Andrea Weihe. Bei Heike Ehrlich bleibt das Hauptaugenmerk auf dem Feldbogenbereich. „Auf die WM-Teilnahme in Göteborg zu hoffen, wäre vermessen. Ich will eine gute Rangliste schießen. Martina Schacht kann ich da kaum schlagen, aber ein zweiter Rang ist drin und damit kann ich die Rückkehr in den DSB-Kader schaffen."

 

Die Erfolgsserien von Fekeler und Jentges enden

Drei Jahre lang haben Meik Fekeler bei den Männern und Monika Jentges bei den Frauen das Blankbogenschießen bei den Deutschen Hallenmeisterschaften bestimmt. Beide Erfolgsserien endeten in der Gutsmuths-Hale von Bad Blankenburg.

Der Korbacher Meik Fekeler musste mit Rang drei zufrieden sein und erstmals holte sich Manfred Ross aus Münster den Meistertitel bei den Herren.

Monika Jentges verlor das Duell mit Jutta Schneider-Borns und musste sich nach drei Jahren mit dem Vizemeistertitel zufrieden geben. Der Zweikampf der beiden Norddeutschen wurde schon bei den ersten 30 Pfeilen entschieden, als sich Jutta Schneider-Borns einen klaren Neun-Ringe-Vorsprung herausgeschossen hatte. Mit ihrem Sieg knüpfte die Lehrerin aus Delmenhorst an ihre Dominanz im Blankbogenbereich an, den sie bis 1998 bei den Deutschen Meisterschaften beherrscht hatte.

Frederick: Ich hätte mir mehr Ringe erwartet

Im Nachwuchsbereich dominierten von der Schüler- bis zur Juniorenklasse die Teams von Bergmann Borsig Berlin das Geschehen. Alle Mannschaftstitel gingen klar an die Berliner, die zudem durch Elena Richter und Sarah Schwadtke zwei Einzielsieger stellten und eine Reihe von Podiumsplätzen erreichten. Dennoch wirkte Bundestrainer Martin Frederick nicht zufrieden: „In der Jugendklasse hätte ich mir mehr Ringe erwartet." Das Lob des Bundestrainers verdiente sich dafür Jan Christopher Ginzel vom BSC Sherwood Herne. Nach seinen guten Leistungen im Sherwood-Bundesligateam überraschte der 19-jährige mit 583 von 600 möglichen Ringen bei den A-Junioren und erzielte damit das beste Einzelresultat aller Nachwuchsschützen. „Der steckt nicht auf, das finde ich gut."

Von den neuen Rekordmarken im Nachwuchsbereich gingen zwei auf das Konto von Bergmann Borsig Berlin. Sarah Schwadtke stellte mit 558 Ringen eine neue Bestmarke auf und gemeinsam mit Jan Schmerling und Nicole Duscha im Mannschaftswettbewerb. Weitere Rekorde schossen mit dem Recurvebogen der Dietzenbacher Christoph Melzer (559) und der Compoundbogenschütze Jens Meier vom BSC Karlsruhe mit 565 Ringen.

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