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SKG Tell Walldorf

Von der Waldeslust zum Kopf einziehen beim Wettkampf

Die Geschichte der SKG Tell Walldorf

Der kleinste Schützenverein im Kreis Groß-Gerau zählt im Jahr 2002 nur elf Mitglieder. Dabei blicken die wenigen Tellschützen auf eine neunzigjährige Geschichte zurück, die im Jahr 1913 im Walldorfer Hotel "Waldeslust" begann.

Vierzig Jahre später gab es das alte Vereinslokal "Waldeslust" nicht mehr und es fehlte im Herbst 1952 das notwendige Geld, um den Verein wieder zu gründen. So kam es, dass sich die Tellschützen auf Initiative von Josef Oberndorfer und Ludwig Becker der Walldorfer Sport- und Kulturgesellschaft anschlossen. In der neu gegründeten SKG-Schützenabteilung übernahm Josef Oberndorfer den Vorsitz, mit den ersten Spenden ein Luftgewehr gekauft und in Eigenhilfe wurde eine Standanlage "gebastelt". Der Schießbetrieb begann am 6. Dezember 1953 im Saal der SKG Walldorf mit einem Wettkampf gegen Hubertus Mörfelden und wenig später wurde Josef Oberndorfer Kreismeister in der Altersklasse.

Kopf einziehen beim Wettkampf

Erst im Jahr 1970 setzten sich die sportlichen Erfolge mit Siegen auf Kreisebene durch die Tell-Frauen fort. Die Tellschützen waren in den Keller des SKG-Heimes "In der Trift" umgezogen und die Standanlage wurde dadurch bekannt, dass es für die Aktiven hieß: "Kopf einziehen beim Wettkampf". Mit weniger als 1,90 Meter Raumhöhe waren bei größeren Schützen die eigenartigsten Anschläge zu beobachten, um das Ziel zu treffen. 1976 kamen der heutige Vorsitzende Lorenz Landau, sowie Wolfgang Fuchs und Reinhard Schmitt zum Verein und es begann ein regelmäßiges Training. Für Erfolge sorgten aber weiterhin die Frauen. Marlies Peukert, Lucie Schatz, Diana Schmitt, Rositta Fuchs und Giesela Draisbach holten bis 1980 Titel bei den Kreismeisterschaften. Mit einem sensationellen Null-Teiler wurde Herbert Schatz Landesschützenkönig in Hessen. Anfang der 80er Jahre belegten Tell-Mannschaften zweite und dritte Plätze. 1982 stellten die Tellschützen mit Wolfgang Fuchs den Kreisschützenkönig.

Lorenz Landau und der neue Schießstand

Als Lorenz Landau 1983 das Amt des Tell-Vorsitzenden übernahm, gehörte er bereits 37 Jahre lang der SKG Walldorf an. Im Rahmen eines Umbaus beim Gesamtverein begannen zwei Jahre später die Planungen für einen neuen unterirdischen Schießstand, für den die Rohbaukosten von der SKG getragen wurden. Die Sportschützenabteilung nahm in Eigenhilfe den Innenausbau vor und im Jahr 1987 wurden zehn 10-Meter Luftdruckschießanlagen und ein Aufenthaltsraum ihrer Bestimmung übergeben. Neben dem langjährigen Leistungsträger Wolfgang Fuchs kam 1988 Friedel Streb als neuer Stammschütze zum Verein. Mit einem neuen Luftgewehr, das er zum 50. Geburtstag von seiner Frau geschenkt bekam, hatte er mit seiner Leistungssteigerung Anteil daran, dass die Tell-Mannschaft den Aufstieg in die Grundklasse I schafften. Doch der neue attraktive Schießstand brachte nicht den gewünschten Mitgliederaufschwung, so dass Anfang der 90er Jahre das Team ständige Aufstellungsprobleme plagten. "Verstärkungen sind keine in Sicht", so Wolfgang Fuchs im Jahr 1993, als die ersten Gedanken aufkamen, mit dem Nachbarverein TGS Walldorf eine Wettkampfgemeinschaft zu bilden. Die Gedanken wurden Wirklichkeit und heute schießen Tell- und TGS-Schützen gemeinsam in einem Team und feierten im Jahr 2002 mit dem Mannschaftsieg bei den Kreismeisterschaften, sowie im Einzel durch Wolfgang Fuchs ihren bisher größten Erfolg.

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