Aufschwung mit Nachwuchs - doch ohne die Alten geht es nicht
Die Geschichte von Tell Haßloch
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"In einem alten Kassenbuch kann man unter dem Datum vom Februar 1910 lesen, dass sich 24 junge Männer in der Wirtschaft "Zum Grünen Baum" in Haßloch an der Wied trafen, um eine Schützengesellschaft zu gründen", so beginnt die Chronik von Tell Haßloch, die Willi Mausolf anläßlich des 75-jährigen Jubiläums im Jahr 1985 verfaßte. "Das erste Mal soll hier versucht werden, die Geschichte des Schützenvereins in Form einer Chronik zu schreiben", so Mausolf in seinem Vorwort über die Tellschützen, die in ihrem Wappen eine Armbrust führen und damit an die Waffe des Schweizer Nationalhelden Wilhelm Tell erinnern, der seine Treffsicherheit mit dem "Apfelschuss" vom Kopf seines Sohnes unter Beweis stellte. Seit 1978 ermitteln die Haßlocher Tellschützen mit der Armbrust jedes Jahr ihren Schützenkönig und dessen Ritter.
Vom grünen Baum in die Kieskaut
Da das alte Protokollbuch verloren ging, sind die ersten Vorstandsmitglieder des Vereins nicht mehr bekannt. So sind die nächsten Aufzeichnungen erst einem Buch vom 17. Juli 1921 zu entnehmen, als der erste Beitrag 15 Pfennig für die Mitglieder betrug. Zwei Jahre vorher hatten die Tellschützen ein Luftgewehr für zwanzig Mark gekauft und im Rail zwischen der Hofreite von Georg Kaus zur Hofreite Schneider "Zum Grünen Baum" wurde geschossen. 1920 zählt der Verein 26 Mitglieder und ein Jahr später am 8. Januar wird Peter Mathes II zum Tell-Vorsitzenden gewählt. 1923 hatte sich die Mitgliederzahl auf 43 erhöht, die durch die galoppierende Inflation einen Monatsbeitrag von 1.000 Mark zahlen. Gemütliches Beisammensein und Freundschaftsbegegnungen mit den Nachbarvereinen bestimmten die Aktivitäten Ende der 20er Jahre. Die Tellschützen zahlen 1930 wieder einen Monatsbeitrag von 36 Pfennig, als sie einen Familienabend mit anschließenden Maskenball feiern. Im Mai 1930 verbucht der Verein einen Gewinn von 901,08 aus einem Stiftungsfest und wurde damit als totaler Erfolg gewertet. Preisschießen, verbunden mit einer Tombola, gehörten zu den Vereinserfolgen im Jahr 1931, in dem der alte Vorstand bestätigt wurde. Ein Jahr später wurden die ersten Gespräche wegen einer eigenen Schießstandanlage geführt. Für 115,44 Mark wurde das erste Vereinsgelände "Die alte Kieskaut" erworben, nachdem es zuvor gepachtet worden war. Vor dem zweiten Weltkrieg wurde das Schießen als "Wehrertüchtigung" sehr intensiv auf den fünf 50-Meter-Bahnen mit Kleinkalibergewehren betrieben. Schon im Januar 1933 war eine außerordentliche Generalversammlung einberufen und der gesamte Vorstand aufgelöst worden. Danach wurde der bisherige Vorsitzende Peter Mathes II zum "Ersten Führer" des Vereins ernannt. Die Tellschützen wurden dem Reichsbund für Leibesübungen eingegliedert und mit Ausbruch des zweiten Weltkrieges im Jahr 1939 kam das Vereinsleben zum erliegen.
Neubeginn im Hof von Opa Hartmann
Alle Sportgewehre, darunter ein besonders wertvolles mit Fallblockverschluß wurden nach Kriegsende abgeliefert und durch US-Soldaten am Waldrand zerschlagen. Erst zehn Jahre später, am 24. April 1955 fanden sich wieder 15 Männer zusammen, um den Schützenverein Tell neu aufleben zu lassen, darunter Karl Johann Rendel und Ludwig Schneider. Die beiden Initiatoren hatten zuvor schon Schießübungen im Hof von "Opa" Karl Hartmann veranstaltet. Zur Wiedergründung wurde die Vereinssatzung von den Raunheimer Schützen geliehen, Peter Mathes 7. wurde zum ersten Vorsitzenden gewählt, doch es fehlten noch die Gewehre zum Schießsport. Karl Johann Rendel stellte sein eigenes Luftgewehr für das Training zur Verfügung, das so in eingeschränkten Umfang wieder begann. Nach der Installierung der ersten handgetriebenen Scheibenzuganlagen wurde am 29. September 1955 für 181,50 Mark das erste vereinseigene Diana-Luftgewehr, mit starren Lauf und Unterhebelspannung, erworben. Die erste Hauptversammlung im Jahr 1956 bestätigte den Vereinsvorsitzenden und wählte erstmals Hans Füller zu einem der Beisitzer. Als die Haßlocher mit ihrem ersten Vereinsmeister Horst Ertel (123 Ringe) bei den Kreismeisterschaften den dritten Platz belegten, nahm der sportliche Aufstieg seinen Anfang.
Einige Luftgewehrkugeln verirren sich
Im Jahr 1957 legte der wiedergewählte Peter Mathes nach nur einer Woche sein Amt nieder. Über die Gründe wird nichts berichtet, allerdings hatten die Tell-Mitgelider in diesem Jahr aus Kostengründen eine Fastnachtsveranstaltung und ähnliche Veranstaltungen abgelehnt. Karl Rendel wurde neuer Tell-Vorsitzender, der sich schnell Ärger mit Nachbarn an der Wied und dem Vereinswirt ausgesetzt sah. Die Sicherheit des Schießstandes im kleinen Saal mußte erhöht werden, "nachdem sich einige Luftgewehrkugeln in die Gärten der Anlieger verirrt hatten". Doch der "Krumpel" mit dem Vereinswirt wurde begelegt und ein Preisschießen am ersten Weihnachtstag 1957 besserte die Vereinskasse wieder auf. Schon im Januar 1958 wurde Karl Rendel durch Werner Kleinstück an der Vereinsspitze abgelöst und der Verein hatte am 14. Januar seine erste Sensation, als mit Lilo Schneider erstmals eine Frau Vereinsmeisterin wurde.
Tell-Vorsitz - ein Schleudersitz
Die ersten Siege bei Kreismeisterschaften feierten die Tellschützen im Jahr 1959, auch mit einem neu angeschafften Zimmerstutzen. Den sportlichen Erfolgen folgte der Rücktritt des ersten Vorsitzenden Werner Kleinstück, nachdem der geplante Zusammenschluss mit den Rüsselsheimer Freischützen bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung scheiterte. Ein Jahr später war mit Karl Runkel erneut ein neuer Vorsitzender gefunden und Hans Füller zum Stellvertreter gewählt. Wieder ein Jahr später wechselte die Tell-Führungsposition erneut. Diesmal übernahm Hans Füller die Verantwortung und mit ihm begannen die Verhandlungen mit der Stadt Rüsselsheim, um ein Grundstück für einen neuen und größeren Stand zu erwerben. Gleichzeitig wurden neue Gewehre gekauft, um die Trainingsmöglichkeiten zu optimieren.
Sechs Jahre sollte es dauern, bis 1967 mit Unterstützung des Hessischen Innenministeriums und der Stadt Rüsselsheim die ersten Arbeiten für das neue Schützenhaus begannen. Die Ausdauer der Tellschützen hatte sich gelohnt, nachdem der Verein 1964 die Möglichkeit zum Schießen in der alten Volksschule abgelehnt hatte. Für den eigenen Schießstand wurde schon im Januar 1965 der Mitgliedsbeitrag verdoppelt und der Vorstand bemühlte sich eine verstärkte Mitgliederwerbung durchzuführen. Der erhoffte Erfolg stellte sich ein und der jetzt 78 Mitglieder zählende Verein stellte 1967 die stärkste Jugendmannschaft im Kreis Groß-Gerau.
Feuer im Blauen See - ein jäher Rückschlag
Nachdem das Grundstück im "Blauen See" von der Stadt Rüsselsheim für 99 Jahre gepachtet wurde, begannen die Baumaßnahmen für die etwa 172.000 Mark veranschlagt wurden. Während 76.600 Mark durch private Spenden und Zuschüsse abgedeckt wurden, mußte der Restbetrag in Eigenhilfe erbracht werden. Bis Ende März 1969 hatten sich 64 Mitglieder an den Arbeiten mit insgesamt 7666 Arbeitsstunden beteiligt. Besonders verdient machte sich Schatzmeister Ludwig Schneider, der neben der Beschaffung von Geldmittel mit insgesamt 1088 Stunden den größten Anteil an den Bauarbeiten hatte.
Die Freude über das lang ersehnte eigene Domizil erhielt am 26. April 1970 einen jähen Rückschlag, als aus ungeklärten Gründen das Schützenhaus durch einen Brand bis auf die Außenmauern ausbrannte. Die Resignation der Tellschützen hielt nicht lange an und schon sieben Monate später war das Schützenhaus wieder aufgebaut. Als die Wiederöffnung am 5. Juni 1971 gefeiert wurde, zählten die Tellschützen 130 Mitglieder und das Hauptaugenmerk wurde auf die Nachwuchsförderung gelegt.
Nachwuchsförderung im VW-Käfer
"Mit einem VW-Käfer hat uns Jugendleiter Fritz Scheid von Wettkampf zu Wettkampf gefahren", erinnert sich der heutige Vorsitzende Karl-Heinz Kaus an den Haßlocher Aufschwung im Jugendbereich. Nach einem Werbeschießen im Jahr 1972 erhöhte sich die Mitgliederzahl auf 200, darunter 36 Jugendliche, die von zwei Jugendleitern betreut wurden. "Bei Tell Haßloch ist alles in Schuß" schrieb am 29. März 1974 die örtliche Presse. Die sechs Kleinkalibergewehrstände auf 50 Meter, ein Zimmerstutzenstand auf 15 Meter elf 10-Meter Schießstände und zehn Pistolenschießstände auf 25 Meter Entfernung waren voll ausgelastet und im sportlichen Bereich schafften Haßlocher Schützen erstmals die Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften. Von Artur Rötger und Georg Kotzolt wurde die Königskette gestiftet, die erstmals von W. Albrecht gewonnen wurde.
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Als Volltreffer erwies sich 1975 die Einführung des "Vatertagsschießen", bei dem es in den ersten Jahren sogar einen VW-Käfer als Hauptpreis zu gewinnen gab. Im gleichen Jahr wurde auf Initiative von Wilhelm Mausolf erstmals ein "Westernabend" veranstaltet, der zehn Jahre lang fester Bestandteil im Tell-Terminkalender war.
Hans Füller - bewährter Motor des Vereins
1976 gingen die Bauarbeiten mit der Überdachung des freien Platzes zwischen Luftgewehr- und Pistolenstand weiter. Wieder hatten 71 Mitglieder 880 Arbeitsstunden geleistet und erstmals wurde für nicht geleistete Stunden ein Betrag von zehn Mark von den Schützen erhoben, die sich nicht an den Arbeiten beteiligt hatten. 16 Jahre war Hans Füller im Jahr 1977 schon Vorsitzender der Tellschützen und wurde von der örtlichen Presse als "bewährter Motor des Vereins" bezeichnet. Zum Erhalt der Schießstandanlage wurden 1978 wieder 646 Arbeitsstunden geleistet, doch die Mitgliederzahl ging auf 188 zurück. Seit Anfang der 70er Jahre engagierte sich der Raunheimer Erwin Bernhardt in der Haßlocher Jugendarbeit und stiftete 1978 die Jugendschützenkönigskette, die erstmals von Ingolf Schneider gewonnen wurde. Gemeinsam mit Günter Späth hatte Erwin Bernhardt großen Anteil an den Erfolgen Haßlocher Jugendlichen, die immer wieder bei Hessenmeisterschaften für Überraschungen sorgten.
Im Jahr 1981 waren die Tellschützen erstmals zu Gast in England. Im Rahmen der Rüsselsheimer Städtepartnerschaft mit Rugby wurden die Kontakte mehr als zehn Jahre lang gepflegt. "Der Antrieb war die Geselligkeit", erzählt der heutige Vorsitzende Karl-Heinz Kaus über die freundschaftlichen Kontakte, "in Rugby durften wir damals selbst nichts bezahlen". Doch die Besuche und Gegenbesuche mit Rugby endeten, als "immer wieder die gleichen Gesichter" die Reisen unternahmen. Die Städtepartnerschaft mit der französischen Stadt Evreux brachte für die Haßlocher Tellschützen zwei engagierte Schützen hervor. Iris Hatzel hatte sich bei einem Schüleraustausch in Brice Hoquante verliebt. Nach 22-jähriger deutsch-französischer Beziehung heirateten die beiden am 23. Februar 2001 in Büttelborn. Mehr über Iris und Brice Hoquante lesen Sie unter "Beim dritten Anlauf ins Schwarze getroffen".
Nach 25 Jahren Füller - Karl-Heinz Kaus neuer Vorsitzender
Zum 75-jährigen Vereinsjubiläum engagierten sich die Frauen für die Anschaffung einer eigenen Vereinsfahne, die über Spenden und Basare finanziert wurde. Im Jubiläumsjahr 1985 zählen die Tellschützen 185 Mitglieder und zwei Jahre später übergibt Hans Füller nach 25 Jahren den Vereinsvorsitz an Karl-Heinz Kaus. Der damals 38-jährige neue Vorsitzende führt den Verein bis heute und gehört zur festen Stammformation der Tell-Gewehrschützen, ebenso wie "Schießprofessor" John Stein, der im Dezember 2001 seinen 70. Geburtstag feierte und noch immer mit guten Ringleistungen überrascht. Stein gehört auch zu den engagierten Tellschützen, die sich bei den "Ältestenschießen" mit drei Mannschaften zum führenden Verein im Kreis Groß-Gerau entwickelten. "Die Alten sind wieder da", freut sich Vorsitzender Kaus über die Senioren, "den Verein erhalten, ist das wichtigste Ziel". Viele Jahre lang hatte Herbert Balkow die Gewehrmannschaften von Tell Haßloch unterstützt. "Er war der gute Geist der KK-Schützen", lobt Kaus dessen Engagement, "so Leute finden wir heute nicht mehr".
Mitte der 90er Jahre ging die Bauzeit für die Tellschützen weiter. Am 31. August 1995 wurde die Genehmigung zur Erweiterung der Toilettenanlage erteilt. Die 50-Meter Anlage wurde von sechs auf zehn Stände erweitert, ein Jugendraum angebaut und die Gaststätte umfassend renoviert. Für die Erweiterungsmaßnahmen wurde ein Nachbargrundstück privat für 33 Jahre gepachtet und die Tellschützen leisteten bis zum Sommer 1997 insgesamt 6000 Arbeitsstunden. In dieser Zeit leisteten Klaus Herrmann (900) und Karl-Heinz Kaus (600) die meisten Arbeitsstunden. Die Arbeit des jetzt 197 Mitglieder zählenden Vereins wurde unterstützt von einem engagierten Gaststättenpächter, der in zwölf Jahren das Tell-Vereinsheim zu einer beliebten Ausflugsgaststätte entwickelt hat. Im Jahr 2002 führte Karl-Heinz Kaus die Tellschützen zusammen mit seinem Stellvertreter Peter Knaup, Schriftführer Bernd Schuchmann, den Schießwarten Dieter Kessler und Peter Becker, Jugendleiter Thorsten Herchenröder und den beiden Rechnern Wolfgang Lücker und Andreas Jäger. Über den Verein hinaus engagiert sich Dieter Kessler, der seit 1987 dem Kreisvorstand angehört und im Jahr 2001 das Amt des Sportleiters übernommen hat.
Beim dritten Anlauf ins Schwarze getroffen - eine Geschichte mit Iris und Brice Hoquante
Sie haben sich zu den besten Gewehrschützen im Kreis Groß-Gerau entwickelt. Gemeinsamkeiten zeichnen die Leistungsentwicklung von Iris und Brice Hoquante aus und so sind beide seit über zehn Jahren zuverlässige Mannschaftsschützen bei Tell Haßloch geworden. Über den Verein hinaus fördern sie die Trainingsgemeinschaft mit den Aktiven aus Groß-Gerau und Ginsheim.
Die gemeinsamen Ziele begannen für Iris und Brice Hoquante mit dem Reiz des Fremden. Im Rahmen eines Schüleraustausches kam die heute 40-jährige Rüsselsheimerin 1979 in die Partnerstadt Evreux. "Damals konnte ich gerade mal eine Linsensuppe bestellen", erinnert sie sich an ihre ersten französischen Kontakte, als sie zu Gast bei der Familie Hoquante war. Tochter Christine war ihre Austauschpartnerin, doch schnell interessierte sich sich für den drei Jahre älteren Bruder Brice. "Es war der Reiz des Franzosen", lächelt die Übersetzerin, die heute fünf Sprachen fliessend spricht. Brice Hoquante hatte damals seinen letzten Monat bei der französischen Armee hinter sich gebracht und bei Iris Hatzel packte ihn: "Der Reiz der Ausländerin". Es entwickelte sich eine Liebe auf Distanz zwischen Evreux und Rüsselsheim. "Wir haben zehn Jahre lang nur einmal im Monat gesehen". In ihrer freien Zeit widmete sich Iris Hatzel dem Haßlocher Reitverein und lernte dort den damaligen Tell-Vorsitzenden Hans Füller kennen, der sie zum Schießsport brachte. "Abschalten können, sich nur auf mich konzentrieren", der Reiz des Sportschiessen entwickelte sich im Jahr 1985. Vier Jahre später kam der große Schritt von Brice Hoquante mit dem Umzug nach Deutschland. "Ich kam ohne Deutschkenntnisse", erinnert sich der sympatische Franzose, der als Kunstschmied in Deutschland wieder seinen gelernten Beruf ausüben konnte. In Frankreich hatte der heute 43-jährige sich hauptsächlich auf das Motorradfahren "Motocross und Enduro" konzentriert, "Schießen als Sport habe ich bis dahin nur ab und zu beim Wurfscheibenschießen kennengelernt". Der Liebe zur Geschwindigkeit blieb der sportliche Franzose treu, "doch bei den Rennen braucht man auch Konzentration". Gemeinsam mit seiner deutschen Freundin begann er den Schießsport im Luft- und Kleinkalibergewehrbereich. Grundlagen schafften sich beide in Wochen-Trainingskursen beim Deutschen Schützenbund in Wiesbaden. "Dort haben wir viele unserer heutigen Freunde kennengelernt und bei Tell wurde Brice sofort ins Herz geschlossen", freute sich Iris Hatzel über die problemlose Integration ihres Freundes. Brice Hoquante belebte so manchen Wettkampf aufgrund seiner fehlenden Deutschkenntnisse mit seinen französischen Flüchen: "Manchmal will ich zuviel", Auch bei Iris Hatzel wollte er mehr, der erste Anlauf auf dem Weg in die Ehe kam von Brice: "Ich hatte schon die Ringe in der Hand....da kam nichts mehr". Zwanzig Jahre war die Liebe schon alt, doch auch der zweite Anlauf gelang nicht. Diesmal scheiterte Iris, drei Monate nach ihrem Freund fehlten ihr die entscheidenden Worte. Erst im September 2000 fiel die Entscheidung: "Mir half ein kleiner Diamant." Beim Espresso kam endlich die Frage über die Lippen und das ersehnte Ja als Antwort, mit dem beide am 23. Februar 2001 in Büttelborn bei der standesamtlichen Trauung ihre Lebensgemeinschaft besiegelten.
22 Jahre deutsch/französische Freundschaft haben beide geprägt und verändert. "Ich gehe alles gelassener an und sehe nichts mehr so verbissen", bekennt Iris . "Etwas mehr Pünktlichkeit", habe er gelernt, doch seine französische Lebensweise hat Brice Hoquante beibehalten, "nur eine halbe Stunde Mittagspause, so was stört mich schon in Deutschland".