SV Dornheim

Versteckte Lage erschwert den Weg zum Schießen
Die Geschichte des Schützenvereins Dornheim
Auf zwei 10-Meter-Ständen in ehemaligen Klassenzimmern der "Alten Schule" wurden die ersten Schüsse des Dornheimer Schützenvereins abgegeben. 1975 hatte sich der Verein auf Initiative von Dieter Schmitt und 22 weiteren Schießsportinteressierten in Dornheim gegründet. Dieter Schmitt übernahm das Amt des Vereinsvorsitzenden und es begann die Suche nach einem geeigneten Schießplatz. Erste Pläne eines mobilen Schießstands in der Dornheimer Riedhalle oder im ehemaligen Eiskeller der Gaststätte "Lerch" im Ortsteil "Schwarzen Berg" ließen sich nicht verwirklichen. Nachdem die ersten Schießstände in der "Alten Schule" in Eigenhilfe errichtet waren dauerte es noch drei Jahre, bis im Januar 1978 der heutige 10-Meter-Stand mit fünf Schießbahnen im ersten Obergeschoss der neuen Gymnastikhalle hinter der Riedhalle fertiggestellt war.
Aufschwung und Spitzensport
Als Dieter Schmitt im Jahr 1982 das Amt des ersten Vorsitzenden an Bernd Wilke übergab, hatte der Dornheimer Verein mit 102 Schützen seine größte Mitgliederzahl erreicht. Nach nur einem Jahr gab Wilke das Amt des Vorsitzenden an Herbert Förster weiter, der den Verein bis ins Jahr 1990 führte. Bernd Wilke machte sich derweil um die Förderung seines Sohnes Kai verdient, der sich zu einem der besten hessischen Gewehrschützen entwickelte. Als Zwanzigjähriger wurde Kai Wilke im Jahr 1998 Deutscher Juniorenmeister, schaffte den Sprung in den Nationalkader und stand drei Jahre später im Bundesligateam der SG Hamm.
Die Dornheimer Schützen beschränkten sich ausschließlich auf die 10-Meter Disziplinen Luftgewehr und -pistole. Neben den Erfolgen von Kai Wilke zeichnete sich mit der Luftpistole besonders Werner Müller in der Seniorenklasse aus. Doch die Geselligkeit wurde neben den sportlichen Aktivitäten besonders großgeschrieben. So gehören eine Schießsportwoche und das Ostereierschießen zu den Höhepunkten im Vereinsleben. Nach Herbert Förster folgten vier Dornheimer Schützen bis heute ins Amt des Vereinsvorsitzenden. Karl Brückner übergab nach drei Jahren 1993 an Andreas Froidl, bevor 1996 die Vereinsführung an Stephan Palten wechselte, der im Frühjahr 2001 von Karl Bernd Schmitt abgelöst wurde.
Das Problem mit der versteckten Lage
Der Verein zählt jetzt nur noch 80 Mitglieder. Montags und Donnerstags werden die Schießtrainings von einigen Aktiven besucht. Die rückläufige Entwicklung, bei der im Jahr 2002 nur noch eine Luftpistolenmannschaft in den Punktrunden vertreten ist, führt Karl-Bernd Schmitt auf die versteckte Lage hinter der Riedhalle zurück. "Wir sind in Dornheim kaum bekannt", begründet der Vorsitzende die schwierige Vereinssituation, "viele Leute leben schon seit Jahren hier und kennen den Schießstand nicht". Nur noch wenig Optimisten glauben an eine Erweiterung der Anlage mit einem 50-Meter Schießstand. "Wir stehen auf der Liste der Stadt Groß-Gerau", hat Vorsitzender Schmitt die Möglichkeit der Erweiterung noch nicht aus den Zielen des Vereins gestrichen. Zunächst werden bessere Möglichkeiten in der Öffentlichkeitsarbeit gesucht, doch: "Es ist ein schwerer Weg vom Ballern zum Schießen". Karl-Bernd Schmitt setzt auf die neu angeschaffte Scatt-Anlage, um den Aktiven ein optimales Training zu bieten. Auch soll über Installierung einer Standanlage für die Mehrschüssige Luftpistole mit der Einführung dieser 10-Meter-Disziplin eine Belebung im Vereinsleben bringen.